Motivation, dieses Wort schreibt sich so einfach auf das Blatt Papier oder in diesem Falle tippt es sich in den Computer. Jeder von uns will Strategien haben, sich bei Bedarf zu motivieren. Oder besser: motivieren zu lassen. Und da nimmt das Missverständnis seinen Anfang. Wenn Du erwartest, dass etwas oder jemand Dich motivieren soll, dann wird das erstmal garnix. Am Anfang steht wieder, wie so oft im Modell von NLP (und in Deinem Kopf), die Veränderung Deiner Glaubenssätze.
Der erste Schritt zu einer funktionierenden Motivationsstrategie ist, glauben zu lernen, oder vielmehr entgültig zu realisieren, dass nur DU alleine Dich motivieren kannst, wenn Du willst.
Ein gutes Beispiel lieferst Du Dir selbst beim Lesen des letzten Newsletters, wo ich Dir die Themen zum Träumen vorgegeben hatte. Eigentlich sollte schon beim einfachen Lesen ein Kribbeln in Deinem Körper zu spüren gewesen sein und Du hättest für Dich selbst denken können: „Was, so einfach, DAS ist eine gute Idee, das probiere ich jetzt einfach mal aus!“ Aber wie so oft in Deinem Leben - hast Du wohlmeinend über die Angebote hinweggelesen - und klagst weiter, daß niemand Dir hilft.
Ich lese gerade in Johann Wolfgang von Goethes „Dichtung und Wahrheit“. Er spricht anerkennend von Georg Büchner und über den Roman „Dantons Tod“. Wer kennt heute überhaupt noch Büchner? Wer liest seine Bücher? Im Jahre 1835 hatte Büchner seine Theorien zum Scheitern der französischen Revolution publiziert und zur Aktion aufgerufen. Sein Motto: „Friede den Hütten, Tod den Palästen!“ sorgte für Unruhe unter den OBRIGEN, allerdings nur da. Er wurde steckbrieflich gesucht und floh nach Strassburg. Bis auf einige wenige Ausnahmen der gesteuerten Umtriebigkeit gelang es ihm allerdings nicht, einen Funken zu zünden, der ALS AKTION auf grössere Kreise übergesprungen wäre und die Geschichte verändert hätte. Heute wird er nur noch „historisch anerkennend“ zitiert.
Dieses Phänomen beschäftigt mich. Natürlich wende ich all jene kleinen Tricks und Kniffe und Techniken, über die ich hier schreibe, selbst an. Ich frage mich jedoch, ob es mir gelingt, den Funken der Experimentierfreudigkeit auch bei Dir überspringen zu lassen und Dich zur Aktion zu motivieren. Wie schön wäre es doch, wenn mir einmal das Träumen gestattet wäre, wenn jeder, der das Offensichtliche in diesen Zeilen liest, in sich durch Aktion auch zu seinem „Seelenheil“ gezwungen wäre. Das meine ich keineswegs sektiererisch, ich spreche ja von der subbewussten Entscheidung zur Offensichtlichkeit, die bei DIR läge.
Doch so ist es eben nicht vom Universum vorgesehen. Die Schöpfung hat uns den „freien Willen“ mit auf den Weg gegeben. Du kannst wählen. Und dann eben wählen die meisten Menschen die Bequemlichkeit des „kleinen Leidens“ vor der Unbequemlichkeit des „grossen Glücks“. Wie zu allen Zeiten. Und das öffnet der „Manipulation“ Türe und Tor. Durch den Staat, durch die Kirche, durch die Unternehmen, eben durch alle, die diesen Mechanismus durchschauen. Da ist keine grosse Verschwörung im Gange. Nur das Angebot, zu schlechten Konditionen sich nicht verändern zu müssen. Das ist das Grundprinzip der "Ausbeutung". Die meisten Menschen wählen diese Option - und klagen, gegen eben diese „Ausbeutung“. Dabei gäbe es jede Menge an Optionen, die aber eben der unbequemere Ausweg aus dem Dilemma wären. Lieber klagen. Jede Manipulation, jede Ausbeutung hat zwei Seiten. Den, der manipuliert und ausbeutet und den, der sich manipulieren und ausbeuten LÄSST. Ändert EINER von beiden seine Strategien, funktioniert das System nicht mehr.
Doch genug des Lamentierens. Es geht um Motivation, also genau die andere Richtung. Ich lasse hier bewusst erst einmal den Aspekt der „Selbstdisziplin“ aussen vor. Den werden wir noch ausführlich und in späteren Newslettern behandeln. Ich komme zurück auf das Modell von NLP. Dort gibt es ja schon jede Menge an „Techniken“, die Motivation einzuschalten und zu verstärken. Zuvor jedoch erst einen Schritt zurück.
Motivation kannst Du aus zwei verschiedenenen internen Strategien beziehen. Entweder Du verstärkst die Schmerzen, die mit dem NICHTausführen einer Aktion verbunden sind, so weit, dass Du Dich schliesslich bewegst. DAS nennt man eine „moving away“ Strategie. Ein sehr grosser Anteil unserer Bevölkerung zieht es vor, bewusst oder unbewusst in diesem Zustand zu leben. In letzter Minute aufzustehen, bevor Du zu spät zur Arbeit kommst, die fällige Hausarbeit so lange hinauszuzögern, bis fast keine Zeit mehr bleibt, so lange am Glimmstengel zu ziehen, bis der Husten kommt, alles das sind „moving away“ Strategien aus dem Alltag.
Ich persönlich ziehe es vor, mir mein Leben angenehmer zu gestalten. Ich verbinde „einfach“ meine gewünschten und gewollten Handlungen mit so vielen angenehmen Gefühlen, daß mich der „Staubsauger der guten Gefühle“ wie von selbst in die richtige Richtung zieht, eben jene, die ich erreichen will. Das nennt man „moving towards“ Strategien. Wenn ich die Wahl hätte, nur eine NLP Programmierung anwenden zu dürfen, dann würde ich diese wählen. Sie nimmt auch (in geheimer Manipulation, sonst würdest Du Dich ja wehren), grossen Raum im NLP Practitioner ein.
Motivation ist eine intern ablaufende Strategie, die über die Gestaltung positiv besetzter Repräsentationen (vis, aud, kin), zusammen mit nützlichen Glaubenssätzen und hilfreichen Einsichten und den daraus resultierenden guten Gefühlen das Erreichen eines Zieles sehr wahrscheinlich macht.
Es geht also darum (jetzt in einfachen Worten), einen „erinnernden Automatismus“ zu schaffen, der DICH jedes Mal, wenn eine Aktion ansteht, die Dich einem Ziel näherbringt, mit guten Gefühlen bombardiert. Hört sich doch erstmal gut an: Ziele erreichen, automatisch, gute Gefühle, das will man doch, oder? Vor den Erfolg haben aber die Götter (wieder einmal) den Schweiss gesetzt. Arbeit, Tun, ACT ON IT. Die Einzelteile habe ich alle schon in den Grundtechniken des NLP beschrieben. Lass uns doch, in bester NLP Manier, schrittweise eine Motivationsstrategie zusammenbasteln:
1. Nimm Dir ein beliebiges Ziel vor und prüfe es auf Realisierbarkeit.
2. Stell Dir vor, wie Du dieses Ziel erreicht hast. Bleib dissoziiert (sieh Dich in der Situation).
3. Was siehst Du? (VISuell dissoziiert)
4. Verstärke die Submodalitäten und ANKERE DIE VERÄNDERUNG
5. Was hörst Du? (AKustisch), addiere auf den Veränderungsanker
6. Was fühlst Du als Resultat? (KINästhetisch) addiere auf den Veränderungsanker
7. Verstärke das resultierende Gefühl, bis Du glaubst, es nicht mehr aushalten zu können.
8. Begib Dich erneut in die Zukunft, wenn Du Dein Ziel erreicht haben wirst. Löse den Anker aus, ASSOZIIERE DICH (sieh die Situation wie durch Deine eigenen Augen), löse den Anker erneut aus.
9. Denke erneut an die nächste, anstehende Handlung, das Ziel zu erreichen.
10. LÖSE DEINEN ANKER AUS
11. ACT ON IT....:-))
So einfach, nicht wahr? Na, dann mach‘s doch "einfach" mal (siehe oben). Dies ist eine einfache, aber wirksame Motivationsstrategie. Jeden Schritt kannst Du für Dich selbst optimieren und ausbauen. Wenn Du eine funktionierende Motivationsstrategie auf anderen Gebieten hast, kannst Du sie analysieren und die „Killerkomponenten“ oben einbauen. Und ausprobieren und verändern und optimieren und so weiter. Alleine die Beschäftigung mit dem Thema Motivation wird Dich motivieren. So beisst sich also die Katze in den Schwanz und das wird Dir ausnahmsweise einmal sogar recht sein.
Falls Du eine bewährte Motivationsstrategie lernen und Dir einprogrammieren lassen willst, oder wenn Du noch eine andere Motivationsstrategie analysieren möchtest, dann kann ich Dir die Produktion "Automatische Motivation - Dauerhaft durchhalten und mühelos Ziele erreichen" von mir sehr empfehlen!