Die Ägyptenreise

Ein kleiner Bericht über eine abenteuerliche Reise

Kairo, 22. November 2012, während in Berlin draußen der Schnee fällt, weil in diesem Jahr der Winter früh eingekehrt ist, sitze ich auf dem Balkon des Sofitel in Kairo und fühle die Wärme Ägyptens. Unsere gemeinsame Wüstenreise in diesem Jahr kann man, wie in den zwölf Jahren davor auch, als einen vollen Erfolg bezeichnen. In einem sehr speziellen Sinne ist diese Wüstenreise eine Luxusreise. Der größte Luxus für Dich Industriemenschen ist nämlich mittlerweile die Zeit die Du Dir geben kannst, um zu Dir selbst zu kommen. Und ein weiterer Luxus ist die Erfahrung einer vollständigen Abwesenheit jeglicher elektronischer Verbundenheit. Wir sind also autark und als Gruppe unterwegs.

Dieser Artikel ist ein kleiner Reisebericht. Er kann Dir durch meine Schilderungen vielleicht ein klein wenig der Stimmung ins Herz zaubern, die während der Reise unter den Teilnehmern herrscht. Mein Ziel auf dieser unregelmäßig stattfindenden Reise ist es, jedem der Reiseteilnehmer auf eine sichere und (relativ) komfortable Art und Weise einen längeren Aufenthalt in der Weite der Sanddünen in der Wüste Sahara zu ermöglichen.

Interessanterweise, das ist mir bisher gar nicht so aufgefallen, präsentiert ein großer Teil der Reise auch die anderen Landschaftsformen der Wüste Sahara. Von der Felswüste, zu den Sandsteingebirgen, urzeitlichen, versteinerten Austernbänken und den vielen daraus resultierenden Mischformen der Landschaft. Wer sich also das Klischee einer endlosen Sandwüste mit Dünen über Dünen als ausschließliche Erlebensform vorgestellt hatte, der wäre enttäuscht gewesen. Natürlich gab es das reichlich zu sehen und zu erleben. Darüber hinaus gab es zusätzlich aber noch so vieles mehr zu sehen und zu erleben. Lass Dir erzählen:

Unsere Reise begann mit der Fahrt vom Flughafen zum Hotel, die uns erste Eindrücke eines Molochs von Stadt bescherte. Sechzehn Millionen Einwohner. Das bedeutet dauerhaft Smog, Staub, Lärm, Gestank. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Glücklicherweise wartete mit dem Sofitel El Gezirah eines der berühmten Fünfsternehotels am Südzipfel der Nilinsel Zamalek auf uns. Wasser rundherum, paradiesische Ruhe und der diskrete Service eines sehr guten Hotels. Wir teilten uns für die ersten Abend das Gebäude mit unserem Außenminister und seiner Gesandtschaft, was ja durchaus für die Qualität des Hotels spricht.

Die kleine Stadtrundfahrt am nächsten Tag war dazu gedacht, erst einmal in Kairo anzukommen und in ein Land hineinzufinden, das in vielerlei Hinsicht anders ist, als Länder unseres Kulturkreises. Ein gemütlicher Tag also, mit kulturellem Hintergrund. So interessant jedoch die Kultur des alten Ägyptens sein mag, unser Ziel war die Wüste, zu der wir am anderen Tag denn auch zielstrebig aufbrachen. Auf der Busfahrt nach Baharia sammelten wir erste Eindrücke davon, was Wüste sein kann. Sonne, Wind, Ausblick bis zum Horizont – und die vielen ersten Gespräche bei der langen Busfahrt. Ich will Dich nicht weiter mit Detailschilderungen unrelevanter Abläufe beträufeln.

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Ehe wir uns nämlich versahen, waren wir mitten in der Wüste gelandet. Der Sand wurde unser Freund. Das wichtigste Gut auf dieser Reise jedoch war Zeit, die wir zur Verfügung hatten. Viel Zeit. Zeit, am Morgen jeweils eine gute Stunde zu wandern und gehend die Landschaft zu erkunden. Zeit, am Mittag für ein kleines Schläfchen vor oder nach dem Essen. Zeit für Teepausen mit köstlichem Hibiskustee. Zeit für frühes Campieren, um bei schwindendem Licht den Sonnenuntergang in Ruhe oder angeregtem Gespräch zu genießen. Zeit für wundervoll geschmackvolle Gerichte, am offenen Feuer gekocht. Zeit sogar für einen ganzen Tag der Trödelei an einem der vielen, wunderbar energetisierenden Plätze, hoch oben auf den Dünen mit grandioser Rundsicht. Zeit auch, für ausgedehnte Badeorgien(man glaubt es kaum: Badeurlaub in der Wüste). Zeit für wunderbare Gespräche und auch Zeit für Alleinsein. Alles, wenn gewünscht, alles wie es sich ergab, alles freiwillig.

Das war denn auch das Motto der Reise: mehr von Dir selber spüren und erfahren … wenn Du willst. So gab es zusätzlich viele Angebote von mir und anderen Teilnehmern, die diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis machten. Trommeltrancen, Mitternachtsbaden, Dünenmeditation, holotrophes Atmen mit Rundblick, schamanische Reisen und was nicht noch alles zu nennen wäre.

Es bereitet mir tatsächlich einige Schwierigkeiten auszumachen, was denn das spektakuläre an dieser wunderbaren Reise war. Vielleicht war es der harmonische Ablauf und der hervorragende, fast schon mütterlich zu nennende Service unserer Fahrer und Begleiter? Es gäbe ja so vieles zu berichten, an kleinen Erlebnissen und großen Durchbrüchen, die jeder Einzelne erlebt hat. Aber wie soll ich Dir all das vermitteln, der Du zu Hause im bequemen Sessel sitzt.

Wie beschreibe ich die erhabene Großartigkeit der Wüste, wie jene eigenartige Stille, die Dich beständig umfängt und die Geräusche des Alltags besonders macht? Wie beschreibe ich dieses spezielle, sich jede Nacht anders darstellende Licht? Was ist großartiger? Die dunkel geheimnisvolle Neumondnacht, in der das Licht von Millionen Sternen besonders hell strahlt und auch die kleinste Sternschnuppe glitzernd am Horizont verglimmend zu sehen ist? Oder das breit silbern fließende Licht des Vollmondes, so hell, dass Du zum Lesen eines Buches auf eine Lampe verzichten kannst und um Mitternacht die Landschaft erkunden kannst, fast genau so, wie am hellen Tag? Beides haben wir erlebt – und die Zeit dazwischen. Die Zeit in der Wüste war wieder einmal viel zu schnell vorbei. Was bleibt, sind die vielen Fotos, die die Teilnehmer geschossen haben.

Zurück in Kairo dann, stand ein weiterer Höhepunkt der Reise auf dem Plan: Ein privater Besuch in der Gizehpyramide. Diesmal war es der Vollmond, der uns auf das Plateau begleitete, weil unsere private Pyramidenzeit von 18:00 bis 20:00 Uhr angesetzt war. Es unterstützt die erhabene Großartigkeit der Pyramiden, als Gruppe alleine, ohne Besucher auf dem Plateau alle Eindrücke verarbeiten zu können. Und dazu kommt noch das geheimnisvolle Licht der vielen verteilten Scheinwerfer, die das „Light and Sound“ Spektakel begleiten. Ich fühlte mich sehr an den James Bond Film erinnert und dachte mir damals: „Man muss schon James Bond sein, um bei Nacht an den Pyramiden sein zu können!“ Muss man nicht..:-))

Über die Trommeltrance im großen Raum will und kann ich nur wenige Worte verlieren. Vielleicht nur das: wir hatten Zeit für uns – in völliger Stille oder auch in Begleitung meiner Trommel, in völliger Dunkelheit. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass mir viele Teilnehmer danach berichteten, schon nach kurzer Zeit eine Art von unendlicher Weite wahrgenommen zu haben. So, als wären die tonnenschweren Steinmauern völlig verschwunden gewesen. Auch ich hatte diese Wahrnehmung. Nach dem Besuch der Pyramide waren wir alle völlig euphorisch, der gesamte Bus schnatterte auf dem Rückweg wild durcheinander.

 

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