Mit Aggression im Alltag umgehen

Gewalt vermeiden, ganz einfach

Vor einigen Tagen erreichte mich eine Email von Marvin. Er hat eine Frage zum Thema Aggression, oder vielmehr den Umgang mit ihr. Was er anspricht, hat mich zum Nachdenken angeregt. Ich wollte wissen: „Wie kannst Du NLP nutzen um mit allgegenwärtiger Aggression umzugehen oder sie ganz vermeiden?“

Doch der Reihe nach. Hier ist der Wortlaut des Emails von Marvin:

„Hallo Chris!
Welche effektive Methode/Technik kennst du, um deeskalierend z.B. in Jugendgruppen tätig zu werden. Ich bin Jugendlicher und auf manchen Partys trinken manche Jungs zu viel und werden aggressiv. Dieser Aggression ist schwer zu entgehen, außer ich verlasse die Party. Wie gehe ich mit diesen Menschen so um, dass keiner geschädigt wird? Ich will wissen, wie ich da am besten reagieren kann?
Grüße Marvin“

Hier meine Antwort an Marvin:

Lieber Marvin!
„Das Thema der Aggression gilt nicht nur für Dich als Jugendlicher sondern begegnet uns allen häufiger im Alltag, als uns lieb ist. Zunächst einmal zu Deiner Frage. Du bist also mit den Jungs auf Party. Es wird Alkohol getrunken, der die Hemmschwelle erniedrigt. Dann kommt die ganze Frustration raus, die der Alltag in dieser Zeit der Entwicklung mit sich bringt.

Ich schätze Du bist etwa zwanzig Jahre alt, mitten in der Periode der aktiven Persönlichkeitsbildung also. Ein junger Mann in Deinem Alter soll seine Rolle im Leben finden und vieles von dieser Rolle wird ihm von „der Gesellschaft“ vermittelt und von ihm verlangt. All diese Ansprüche so ohne weiteres zu akzeptieren… das bringt Spannungen in Dir selbst und mit Deiner Umwelt, die Du in einem so angepassten Alltag nicht ausleben wirst oder kannst. Wenn dann die Hemmschwelle sinkt, bei Dir und den Jungs…

Dein Problem fängt also viel früher an. Eine Party ohne Aggression bräuchte Fruchtsaft und entspannte, ausgeglichene Jungmänner – beides geht ziemlich an der gelebten Realität vorbei. Wenn ich mich an diese Zeiten damals bei mir selbst erinnere und beobachte, wie heutzutage diese Phänomene in meinem Kiez in Berlin ablaufen, sehe ich zusätzlich jede Menge an Dominanzgerangel. Wer hat das Sagen in der Gruppe, wer ist der Coolste in der „Präsentation“ vor Fremden?

Kann schon gut sein, dass ein sensibler und nicht so sehr auf Krawall gebürsteter junger Mann (wie Du) damit nix am Hut hat. Ein „richtiger Mann“ würde ihm nun vielleicht den Rat geben: „Du musst Härte lernen, auch mal kämpfen…!“, ich kann Dich jedoch ganz gut verstehen. Trotzdem finde ich, dass Dein Wunsch, ANDERE zu verändern nicht die richtige Strategie darstellt. Natürlich kannst Du die NLP Technik der Metakommunikation anwenden und darüber sprechen, was das Verhalten Deiner Freunde mit Dir macht und warum Du solches Verhalten Sch…. findest.

Die Krux dabei ist jedoch, dass DU Ansprüche an Deine Umwelt anmeldest. Wer die Welt (um sich) verändern will, wird schnell zum Märtyrer oder Revoluzzer, je nach Charakter. Ich halte es für sehr viel besser, DICH selbst zu verändern, und eben diese Händel zu vermeiden, auch um den Preis den dann folgenden Alleinseins. Ich weiß wovon ich spreche: In der Zeit meiner Grundausbildung bei der Bundeswehr hörte ich jeden Abend das „Wohltemperierte Klavier“ von J.S.Bach über Kopfhörer und las „Die Räuber vom Liang Shan Moor, während Gegröle, Saufgelage und Raufereien um mich herum stattfanden. Ich hatte mich zurückgezogen und wurde als „Paradiesvogel“ respektiert und von allen Aggressionen ausgespart. Vielleicht steckt ja etwas ganz Besonderes in Dir…:-))

Ich halte es also, um es deutlich zu sagen, für besser, einfach „feige“ davonzulaufen. Wenn jemand mit gehörig Alkohol intus aggressiv wird, sich auf Crystal Meth oder voll mit Amphetaminen für unbesiegbar hält, ist es nicht „mutig“ ins offene Messer (buchstäblich) zu laufen. Aktive Konfliktlösung in solchen Situationen ist etwas für Mediationsprofis, da kannst Du doch nur verlieren.

Und frei nach dem NLP Grundsatz: „Die Landkarte ist nicht die Landschaft“ kannst Du Dir ins Bewusstsein rufen, dass Deine Kameraden vielleicht in einer völlig anderen Welt leben, in der das, was Dir an ihnen nicht gefällt, für sie selbst völlig normal ist. Wer weiß das schon…? Denk mal darüber nach. Du hast jede Menge Optionen in Deinem Verhalten. Wie wäre es, ein Blatt Papier zur Hand zu nehmen und zwanzig Möglichkeiten (oder Unmöglichkeiten) aufzuschreiben, wie Du in einer ungewünschten Situation reagieren kannst.

Wenn Du willst, kannst Du anschliessend die vorgestellten Ergebnisse oder Reaktionen dazuschreiben. So schaffst Du Dir noch mehr Handlungsoptionen und die sind ja SEHR wünschenswert, im Leben ganz allgemein.“

So, lieber (anderer) Leser: Ich nehme an, dass meine Ansichten den einen oder anderen zum Widerspruch reizen werden. Das ist gut so! Denke ruhig einmal darüber nach, wie DU mit dem Thema Aggression umgehst und wo Du selbst im Alltag (unnotwendige) Aggression zeigst.

Weitere Antworten

Nachfolgend findest Du Vorschläge von Lesern, mit deren glücklicher und erfolgreicher Anwendung sie positive Erfahrungen gesammelt haben:

Sebastian schreibt:

Die „schändliche Flucht“ ist natürlich eine gute Idee. Leider nicht wirklich für alle Fälle praktikabel (z.Bsp. es sind Freundin oder Familie dabei, keine Fluchtweg vorhanden oder kein Bundeswehrbett mehr frei ;). Täter suchen eher Opfer, also keinen wirklichen „Widerstand“. Wenn Du Dich wie ein „Opfer“ verhältst, nehmen das die „Täter“ intuitiv wahr. Dabei beginnt es harmlos. Provokation beginnen (fast) immer verbal.

Mein Tipp dazu: Eine gute Antwort auf die sichere Frage „Was guckst du“ zurechtlegen. Eine Möglichkeit: „Sorry Alta, hab Dich mit jemandem verwechselt“ (laut, deutlich und selbstsicher) und einfach weitergehen.

Auch das Thema Selbstverteidigung bitte ich, nicht zu unterschätzen: Vor allem (!) in Bezug auf die eigene Ausstrahlung. Im allerletzten Fall, und dafür gibt es eben kein Patentrezept, sicherlich auch keines aus dem Bereich „NLP“, musst Du Dich halt dem Gegner stellen. Viele Selbstverteidigungsarten (zB Wing Tsun, Krav Maga, Jiu-Jitsu, BJJ etc) bieten weiterführende Ansätze. Diese „Bereitschaft“ gehört einfach zum „Mannsein“, zumindest ist das meine Meinung. Allerdings werden die meisten von uns nie in die Situation kommen, solche Kenntnisse auch anzuwenden.

Regina schreibt

Der Umgang mit Aggression ist ein interessantes und wichtiges Thema für uns alle. Wenn Sie mit Ihrem Rückzug in der Bundeswehr so gute Erfahrungen gemacht  haben, sind Sie zu beglückwünschen. Ich glaube, so gute Erfahrungen macht dabei nicht jeder. Einige Fragen, die für uns alle wichtig sind werden auch in der Neurobiologie thematisiert:

„Handle ich nach dem, was für mich stimmig ist?“
„Gebe ich, um Spannungen zu vermeiden, meine Stimmigkeit zu Gunsten der äußeren Ansprüche und Erwartungen auf?“
„Finde ich einen Weg, der meine innere Stimmigkeit mit der äußeren Welt kongruenter sein lässt?“
„Muss/kann ich die Situation verlassen oder kann ich die Situation verändern?“

Für die Beantwortung dieser Fragen gibt es kein Rezept und mir begegnen diese Fragen immer wieder; privat und im Berufsleben. Ich meine, solche Fragen für sich zu beantworten, das gehört sich zum „Erwachsen werden“. Ich beantworte sie für mich unterschiedlich. Manchmal artikuliere ich das, was für mich nicht stimmt und akzeptiere die Konsequenzen. Manchmal halte ich eine Situation aus, die mir wichtig ist und die ich aktuell nicht verändern kann, die aber auch gleichzeitig sehr positive Elemente haben kann. Manchmal gehe ich. Manchmal schweige ich.

Meine Antwort für Dich, Marvin, ist:
Nimm ernst, was du fühlst. Wenn Dir Menschen in diesen Gruppen wichtig sind, sprich mit ihnen darüber (wenn sie nicht im Alkoholrausch sind). Beschreibe, wie es Dir damit geht. Wenn es keine Akzeptanz gibt, für das, was Dir wichtig ist, ist es vielleicht Zeit für andere Freunde. Du wirst diesen Fragen im Leben immer wieder begegnen und Du kannst immer wieder Antworten darauf finden.

Ralf schreibt:

Wir erleben z.Zt. eine zunehmende Gewalt in der Welt. Im Kleinen (aggressive Halbstarke) bis ganz nach oben (durchgeknallte Politiker, Fanantiker). Ich stimme mit Dir überein, dass das Thema Aggression und Gewalt kurzfristig vielleicht nur
mit Gegengewalt (paradox!) zu begegnen ist. Langfristig und gesünder jedoch wäre eine Wiederentdeckung von „männlichen Initiationen“ und deren Ritualisierung in unserer Gesellschaft. (siehe z.Bsp das. Buch „Der Eisenhans“, o.ä.)

Ein Freund aus Südafrika (Cape Town) leitet dort ein Projekt „FAN – Father A Nation“,Wie in vielen anderen Ländern dieser Welt ist die „vaterlose Gesellschaft (= kaum noch verantwortungsbewusste, in ihrer männlichen Kraft stehende Vorbilder für heranwachsende junge Männer) eine grundlegende Ursache von (männlicher) Gewalt, Das Thema wird unsere Gesellschaft wohl noch länger beanspruchen.

Beitrag von Chris: Schaumal Ralf, es gibt es in Berlin eine gute Szene für Jungs, die sich mit dem Thema „Mann werden“ beschäftigen: http://www.mannsein-duerfen.de

Walter schreibt

Zuerst habe ich an meine Aggression gedacht. Als junger Mann, der ich vor kurzem war, war es mir wichtig, gewisse Kämpfe in Angriff zu nehmen. Jetzt habe ich ein Reframe: Wenn mich etwas aufregt, hat es zu 93% mit mir zu tun. Also, wenn möglich, raus dem Zustand der Aggression. Sollte ich den Wunsch hegen, mich weiter entwickeln zu wollen: rein in einen konstruktiven State. Zum Beispiel: Von einem ehemaligen Boxer hab ich mir sagen lassen, dass beim Boxen die mentale Ruhe wichtig ist.
Aggression in der Peergroup: Als alter Bauer sehe ich die Herde junger Hengste. Sie machen die Rangordnung unter sich aus.

  1. Grundsatz des Bauern: Sorge für deine Sicherheit.
  2. Bleib ruhig und werde dir klar, was du willst.
  3. Wenn der erste Schritt nicht das gewünschte Ergebnis bringt, was machst Du dann? Wie kannst Du dafür sorgen, dass der junge Hengst wirklich das macht, was Du willst.
    Als Alkoholberater eine Anmerkung zum Alkohol. Die Verarbeitung vom Alkohol im Körper sorgt dafür, dass Du schlecht drauf bist (Kater am nächsten Morgen). Das erklärt, wieso das Mädel (meine Kundin) nach einer halben Flasche Schnaps ihrem Freund das zerbrochene Bierglas durchs Gesicht zieht. Es könnte die körperliche Ursache (die Aldehyde, die beim Abbau des Alkohol entstehen) als entscheidende Ursache ausreichen.
    Und noch eine Anmerkung zur Strategie: Gunther Schmidt erzählt einmal, wie der Konfliktexperte von Heidelberg aus einem nächtlichen Konflikt mit einem blauen Auge heimkommt und wie ein Psychotiker bei einem sehr ähnlichen Konflikt von seinem Kontrahenten heil bleibt und sogar von seinem Kontrahenten heimchauffiert wird. Die höhere Flexibilität hat was.Aber mich hat auch sehr beeindruckt, wie mein Neffe als junger Feuerwehr-Mann mit Begeisterung Ordner-Dienst versehen und dafür gesorgt hat, dass die Konflikte nicht eskalieren. Er hatte eine Mission des Universums: Die Feuerwehr hat zu ihm gesagt … . Er hatte eine Uniform und eine Identität als Ordner, er hatte den starken Glauben, dass er das kann. Er war in einem nüchternen Zustand und hatte die Fähigkeiten, zu kommunizieren, und hat die Tätigkeiten der Deeskalation ausgeübt: beruhigend eingeredet und mit seinen Kollegen die Kontrahenten getrennt und beruhigt, und er kannte das Umfeld: das Feuerwehrfest.Mein alter Freund, der schlaue Bauer meint, wenn du als Nummer 5 meinst, das du die Aggression der Nummer 3 kontrollieren kannst, sei vorsichtig: Auch wenn du dieses Mal Erfolg hast. Das nächste Mal wirst du zeigen müssen, was du drauf hast. Wärest du die Nummer 1 würde die anderen schon deinem Gehabe merken, dass der Streit jetzt völlig unpassend ist.

Christa schreibt

Mein Vorschlag: Ich würde den Betroffenen (oder auch mich selbst) fragen, mit welcher Emotion und mit welchem Gefühl diese Aggression verbunden ist. Und danach würde ich nachspüren, wo dieses Gefühl im Körper auftritt. Dann könnte man die mit der Aggression verbundenen Themen bearbeiten, z. B. mit Hypnotherapie.
Man könnte beispielsweise die Emotionen rausnehmen und durch Ressourcen ersetzen
Als „erste Hilfe“ würde ich empfehlen: Sobald das Gefühl hoch kommt, sofort in diesen Teil des Körpers – wo dieses Gefühl sitzt, tief einzuatmen und Licht und Liebe reinzuschicken.

Vesi (aus Kanada) schreibt

Zunächst möchte ich mich für meine Deutschsprache entschuldigen. Ich komme aus Bulgarien und wohne in Toronto, Canada. Wie würde ich in solch einer Situation reagieren?  Zu allererst würde ich mich bemühen, mich so schnell wie möglich zu distanzieren. Dies mit dem Zweck, keine negativen Gefühle zuzulassen und meinen State zu halten. Ausgangspunkt: Ich weiß, dass diese Aggression kein Zufall ist, trotz der fehlenden Begründung im Moment. Vielleicht habe ich die Chance, etwas zu lernen, oder sollte etwas beachten.
Dann kommen bei mir drei Varianten in Frage:

1. Mein eindeutiges „Nein“ aussprechen, ohne die geringste Nuance von Negativismus. Einfach meine Meinung als Feststellung äußern. Dabei möglichst indifferent bleiben. Dadurch tritt die Spannung mehr oder weniger zurück.

2. Im Falle, dass es nicht klappt, gleichgültig zu bleiben: meine Meinung klar zu formulieren und meine Aufmerksamkeit zu verrücken. Die Aufmerksamkeit, die ich solch einer Situation schenke, gibt ihr nur noch mehr Macht über mich.

Im besten Fall gelingt es mir, den anderen zu überraschen, indem ich ihn zum Lachen bringe, oder einfach das Thema des Gesprächs wechsle. Aus Erfahrung kann ich sagen: dies kann eine ganz unerwartete Wirkung haben.

Das erste Mal, als es bei mir passierte, war ich schockiert. Die Situation schien unlösbar zu sein. Nachdem ich total „ausgeschlossen“ (durch Zufall) war, löste sich die Situation von sich selbst.
Beide Varianten sind nicht leicht anzuwenden. Mir fällt es auch schwer, sich gleich zu distanzieren und „Let it go“ anzuwenden. Aber das kommt mit der Übung. Man sollte gewisse Erfahrung in der Selbstbeobachtung haben. Ich glaube, die Anker-Technik könnte hierzu Hilfe leisten.

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Pia schreibt:

Dieses Thema der „Aggression“ war heute so mein eigenes. Nun interessiert mich mehr, wie ich MEINE Wutausbrüche und Emotionen vermeiden kann. Wie lasse ich mich nicht auf die Palme bringen. Meditation und Yoga sind ein fester Bestandteil meiner Freizeit. Nur im hektischen Arbeitsleben, welches mehr fordert als ich fähig bin zu bieten, ist es schwer. Sicher liegt es an meinem Unvermögen den Perfektionismus zu bieten, welchen ich von mir erwarte und dies mich dann in Rage bringt.

Ich bin mir Bewusst, dass niemand perfekt ist, dass alle Menschen auf ihrem Weg sind und trotzdem erwarte ich mehr von mir. Mit den Agressionen von anderen Menschen kann ich besser umgehen wie mit meinen eigenen, da kann ich vielfach als Puffer fungieren und oft beschwichtigen, auch mich raushalten und mich abgrenzen, ganz situativ.

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Reinhard (aus Brasilien) schreibt:
ich hatte es mit einer anderen Form von Agression zu tun – milder in gewisser Weise aber zermürbend: meine Ex-Ehefrau hat die Angewohnheit, bei kleinstem Anlass in einem derartigen Tonfall zu sprechen, dass man meinen könnte, es sei der größte Streit im Gange. Der Versuch, SIE zu ändern ist fehlgeschlagen. Es war einfach keine Bereitschaft vorhanden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen – nach dem Motte: „wenn es dich stört, ändere Du Dich doch. Ausserdem du weißt du doch, dass ich so bin…“.
Ich habe mir die CD´s von Marshall B. Rosenberg im Auto mehrmals angehört: „Gewaltfreie Kommunikation“. Rosenberg ist ein Jude, der in den USA in einem Ghetto aufgewachsen ist und schon als Kind verprügelt wurde weil er anders war. Er hat verschiedene Techniken entwickelt, wie man mit Gewalt umgehen kann.
Ich selbst habe mir eine Panzerglasscheibe installiert, die ich bei Bedarf benutzen kann: wie in den Banken üblich – mit einem Mikrofon in das der Aggressor hineinsprechen muss. Den Ton kann ich mit einem Regler abschwächen oder die Klangfarbe ändern, und ich bin hinter der Glaswand geschützt.
Vielleicht hilft meine Mail dem jungen Mann!

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Alexander schreibt:

Zuerst einmal stelle ich mich gerne auf die Seite von Chris´ Ansichten – Verändere nicht die Welt sondern ändere dich. Das soll nicht heißen dass du ebenfalls Trinken und randalieren sollst J sondern dir zuerst darüber bewusst werden sollst was du willst und wie du sein willst.

Der zweite Schritt wäre in solchen Situationen kurz zu verharren und nachzudenken ob dich diese Situation persönlich betrifft. Sprich: wirst du aktiv aufgefordert dabei zu sein und mitzumachen. Oder ist es eher so dass die Situation um dich herum geschieht, aber auf dich und dein Leben keinen aktiven Einfluß hat.

Der dritte und schwierigste Punkt wäre dann, die Menschen in deinem Umfeld Ihres machen zu lassen (von dem sie „glauben“ dass es ihres ist) und du darfst das tun von dem DU glaubst dass es „richtig“ ist.

Das bedingt aber auch, sich vorher mit den Konsequenzen auseinander zu setzen und für jedes deiner Verhalten die möglichen Auswirkungen vorher zu überlegen.(Wenn – Dann). Dann überlegst du dir ob du mit diesen Auswirkungen leben kannst und willst oder ob sie ein zu großer Kompromiss für deine Forderung sind.

Marvin, in deinem Konkreten Fall:

Du kannst in nüchternem und ruhigen Zustand mit dem Freundeskreis über ihr und dein Verhalten reden.

Mögliche Auswirkung:

  • Du wirst mit Missachtung belegt
  • Andere nehmen dich als Vorbild und eifern deinem Verhalten nach
  • Du wirst als Mimose bezeichnet
  • Du erzeugst eine Pattsituation. Du darfst sein wie du bist und sie dürfen machen was sie wollen .
  • Wenn du die Party verlässt kannst du ja das nächste Mal trotzdem wieder an einer Party teilnehmen.
  • Mögliche Auswirkungen:
  • Du wirst nicht mehr eingeladen
  • Mädchen reden lieber mit dir als mit den betrunkenen Jungs
  • Du wirst gehänselt / Provoziert mitzumachen
  • Du wirst einfach in Ruhe gelassen und akzeptiert wie du bist
  • Also sprich – NICHTS passiert J
  • Wenn du den Freundeskreis verlässt:
  • Du lernst neue Menschen mit neuen Interessen, Hobbys und Betätigungsfeldern kennen.
  • Du hast Zeit um über dich und deinen Standpunkt im Leben nachzudenken
  • Du wirst längere Zeit einsam sein. Wobei auch hier deine persönliche Wertung eine entscheidende Rolle spielt – bin ich einsam oder habe ich meine wohltuende Ruhe)
  • Du hast die Möglichkeit einer persönlichen Veränderung – einhergehend mit der Veränderung deines Freundeskreises (Zeig mir deine Freunde und sage dir wer du bist…)
  • Jede deiner Handlungen oder Nichthandlungen bringt einen sich verändernden Zustand für deine Situation. Überlege wohin du dich begeben willst und steure darauf zu.
  • Die restliche Gruppe lass tun was sie für diesen Moment/ Lebensabschnitt gerade tun muss um zu lernen.
  • Du siehst jede aktive Maßnahme deinerseits erfordert sehr viel Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein und den Mut etwas Unbekanntes zu tun von dem du zu Beginn nicht weißt wo es dich hinführt. Aber dafür hat Chris ja viele NLP Techniken und in seinen Newslettern auch schon hervorragend beschrieben.

In einer meiner schwierigen Zeiten habe ich mich mal gefragt was das schlimmste wäre was mir passieren könnte. Nach dem 3 mal Selbstbefragen „ was wäre noch schlimmer?“ habe ich mir die Antwort gegeben „ Das schlimmste wäre zu sterben“ Die nächste Frage „ Ist alles andere davor akzeptabel?“ ( Ausgelacht zu werden , nicht in der Gruppe akzeptiert zu sein, Neue Freunde zu suchen…) konnte ich leichten Herzens mit „Ja natürlich“ beantworten. Und dann konnte ich mir auch die Option raussuchen in der ich mich am wohlsten fühlte und meine Konzentration darauf ausrichten. Vielleicht en wenig krass aber es hat mir vieles leichter gemacht und ich konnte zu dem stehen was ich mir vorgenommen habe.

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