Block 7: Final Steps in Nepal

Trekking und Coaching durch die faszinierende Bergwelt des Himalayas

Der Annapurna Base Camp Treck in dieser erweiterten Version ist speziell für den TrainerTrack entworfen. Er ist die ideale Abschluss„wanderung” für Dich. Du kannst dabei Deine körperlichen Grenzen erfahren und gleichzeitig einige der schönsten Landschaften und Aussichten im Himalaya genießen (siehe das Bild , aufgenommen 2016 am Anapurna Base Camp).

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Während des Gehens und am Abend gibt es die vielfältigsten Gelegenheiten für persönliche Coachings und für den Coachingprozess ganz allgemein. Die verschiedenen Kulturen der Gurungs, Thakalis und der Magars wirst Du in den unterschiedlich angelegten und bewirtschafteten Dörfern teilweise im persönlichen Kontakt kennen lernen. Du wirst durch Märchenwälder streifen und in heißen Quellen baden.

Diese Reise wird Dein Leben schon deshalb verändern, weil sie Dir Deine persönlichen Grenzen aufzeigt und gleichzeitig Einblicke und Aussichten in ganz unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen vermittelt. Darüber hinaus ist Zeit für viele Gespräche, die angestoßen durch die wunderbare Landschaft, eine ganz andere Tiefe erreichen.

Wenn Du Dich für den genauen Ablauf der Reise interessierst, findest Du hier ein kleines Reisetagebuch, das ich während des TrainerTracks 2014 geschrieben habe:

Tag 1: Ankunft aus Europa

Als sich das Flugzeug zur Landung anschickt, bekommen wir schon einen ersten Eindruck von dem, was uns die nächsten Tage erwartet. In der Ferne sehen wir schneebedeckte Achttausender, aufgereiht wie Perlen an einer Kette. Was uns dann nach dem Auschecken erwartet, ist auf den ersten Blick ein chaotisches Staubgewusel mit einer Kakophonie unterschiedlichster Geräusche und Gerüche.

Kathmandu ist eine Stadt mit ganz eigenem Charakter. Doch wir sind ja von den vorherigen Reisen vieles gewohnt und lassen uns keineswegs aus der Fassung bringen. Wir freuen uns auf die Entdeckungen der nächsten Tage. Unser Hotel, das Vajra, ist denn auch ein Hafen der Ruhe. Es ist im traditionellen nepalesischen Stil gebaut und hat alle Annehmlichkeiten, auf die ein „moderner Mensch” auch im Abenteuerurlaub nicht verzichten will.

Am Abend sind wir zum Essen eingeladen. So gut indisch habe ich in meinem Leben noch nicht gegessen. Jedes Curry wird von Grund auf mit unterschiedlichen und frisch gemahlenen Gewürzen zubereitet und schmeckt deshalb auch ganz anders als bei uns. Es ist ein Fest für alle Sinne, für Gaumen, Nase und Augen. Wohlig gesättigt sinken wir in die Kissen.

Tag 2: Wir besichtigen Patan

Der Bus bringt uns am Morgen in die alte Königsstadt Patan. Unser Führer, Professor für nepalesische Geschichte, zeigt uns, abseits der touristischen Pfade, original erhaltene Straßen und Plätze aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Wir bekommen schnell einen guten Eindruck, dass das anfänglich vermutete Chaos durchaus seine Ordnung hat.

Nach gemütlichem Mittagessen, hoch über den alten Dächern, fahren wir zurück nach KTM und treffen einen Spezialisten für Klangschalen. Er sucht für Musiker aus aller Welt in den Bronzegießereien im Tal die besten Klangschalen aus. Wir können dort einkaufen und bekommen aus erster Hand wertvolle Informationen. Wir organisieren einen gemeinsamen Transport und so gelangen die wertvollen Stücke nach Deutschland, ohne unser Reisegepäck zu belasten.

Nepal ist berühmt für seine Verarbeitung von Kaschmir. Auch hier bekommen wir eine wertvolle Lektion über verschiedene Qualitäten, deren Erkennungsmerkmale, Webarten und die gängigen Marktpreise dafür. Jeder, auch die, die nichts kaufen (niemand), bekommt etwas mit auf den Weg. Abendessen ist mitten in der Altstadt und schon ist wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende.

Tag 3: Besuch in Bodinath

Gleich an Morgen führt uns der Weg nach Bodinath. Dies ist das Mekka der Himalayabuddhisten und hier steht die größte Stupa der Welt. Wir haben jedoch keinen Tourismus im Sinn, sondern sind eingeladen, die Segenswünsche eines hohen buddhistischen Rinpoche zu empfangen.

Der Weg führt uns in ein abgelegenes, kleines Kloster, wo uns die tiefen und rauhen Töne riesiger Hörner empfangen. Die Stimmung ändert sich sofort und ehrfürchtig betreten wir das kleine, mit vielen Malereien ausgeschmückte Empfangsgemach des Rinpoches. In unserer westlichen Religion entspräche sein Titel etwa dem eines Kardinals. Er ist erstaunlich jung, legt uns weiße Schals mit eingewebten Glückszeichen über die Schultern und knüpft uns rote, seidene Bänder um den Hals. Sie werden uns auf unserem Weg begleiten.

In der anschließenden Fragestunde gibt er bereitwillig Auskunft über seinen Werdegang und seine täglichen Meditationsübungen. So nimmt jeder etwas mit auf den Weg hinaus in den lärmenden Alltag.  Nachmittags sind wir im Shoppingrausch, um noch all die (eingebildeten) notwendigen Dinge zu erstehen, ohne die wir auf dem Treck nicht glauben auskommen zu können. Früh gehen wir schlafen, denn morgen beginnt unser großes Abenteuer.

Tag 4: Mit dem Bus von Kathmandu nach Pokhara

Gleich nach dem Frühstück verladen wir unser Gepäck in den Bus und los geht die Fahrt mit Ziel Pokhara. 176 schlappe Kilometer, für die wir allerdings sieben Stunden Fahrzeit brauchen. Trans Nepal Highway heißt eben mehr als es ist. Wir sind im Himalaya und können uns heute mit der Landschaftsform etwas vertraut machen. Das heißt hierzulande viele Kurven nach oben und genauso viele wieder nach unten.

Wir genießen die Landschaft und das ständig wechselnde Aussehen der vorbeiziehenden Dörfer. Die Hofanlagen und Hausformen ändern sich hier, je nach Volksstamm. Mittags essen wir am Fluss und schon erreichen wir nach abwechslungsreicher, holpriger und überwiegend verplauderter Weiterfahrt Pokhara.

Heute haben wir noch ein letztes Mal am Abend (für zwei Wochen) die Gelegenheit, westlich angehauchtes Essen zu uns zu nehmen. Es gibt sogar ein Steakhaus, und kein schlechtes. Und dann, wieder ein letztes Mal, kannst Du Dich nochmal ins bequeme Hotelbett kuscheln. Ab morgen werden die Betten härter.

Tag 5: Phedi (1.130m ) bis Pothana (1.900m)

Gehzeit: 4 Stunden. Sind wir wirklich schon da? Am Morgen war die Aufregung groß: „Heut geht‘s los mit dem Trekking!” Und ja, nach kurzer Fahrt erreichen wir Phedi, den Ausgangspunkt unserer Tour. Steil geht es anfangs bergan, die ersten Schweißtropfen perlen von der Stirne. Dies ist schon ein erster Test für Deine Fitness, den jedoch alle sehr gut bestehen.

Dann führt uns der Weg durch lebendige Hochdörfer, über Terrassenfelder und Hochwege, bis wir unser erstes Tagesziel oben am Kamm erreichen: Pothana. Die Kette der Anapurna-Gipfel, Machapuchare, Dhaulagiri, Manasulu leuchten im nachmittäglichen Licht (siehe Bild auf der nächsten Seite). Jeder ist zufrieden, dass der erste Tag so reibungslos verlief.

Dass wir doch etwas geleistet haben, merken wir am Appetit am Abend. Insgesamt waren wir heute nur kurze vier Stunden unterwegs. Dazu zählen allerdings auch die Ruhepausen im saftigen Gras und das viele Stehenbleiben, weil die Aussicht gar zu schön ist. Der Schlaf kommt schnell, körperliche Müdigkeit ist eben etwas ganz anderes als nach geistiger Arbeit abgespannt zu sein.

Tag 6: Pothana (1.650m) bis Jhinu (1.850m)

Gehzeit: 6 Stunden. Jhinu ist unser heutiges Tagesziel. Dazu müssen wir allerdings erst 15 km Strecke zurücklegen. In Nepal jedoch gelten Kilometer wenig, Wegstrecken werden in Stunden gemessen. So sind wir sieben Stunden unterwegs. Der erste „richtige” Wandertag.

Morgens laufen wir gemütlich den Hang entlang, bis Deurali. Dann geht es an den Belastungstest für unsere Knie: viele, viele Steinstufen, steil bergab. Nach kurzer Teepause geht es hinaus ins weite Tal. Alte Wege, befestigt mit glitzerndem Granit, reiche Dörfer, Dächer mit Stroh und Stein gedeckt, Hofräume sauber mit hartem Stein gepflastert. Überall wird gearbeitet und gesungen.

Unser ausführliches Mittagessen brauchen wir denn dann auch am Nachmittag. Der Weg geht bergauf und bergab, „dahin”, wie die Nepalesen so schön sagen. Endlich erreichen wir Jinu, hoch auf dem Bergrücken liegend. Wir wollen uns erst einmal hinsetzen, ausruhen, heißen Tee mit viel Zucker trinken und uns stolz die Erlebnisse und Schönheiten des Tages erzählen. Ach, und sogar die halbe Stunde Regen zwischendurch war schön. Das Grün wird noch satter, die Gerüche liegen schwerer in der Luft. Essen, schlafen, all das ist heute schon Bergroutine.

Tag 7: Jhinu (1.850m) bis Bamboo (1.850m)

Gehzeit: 6 Stunden. Wer hätte gestern gedacht, dass wir gleich am Morgen, zum Warmlaufen, eben mal 500 Höhenmeter in 90 Minuten zurücklegen. Von 1.800 m auf 2.300 m. So schnell gewöhnen wir uns ans Gehen. Zur Teepause in Chomrong gibt es Nusshörnchen mit Zitronentee und … Aussicht.

Dann führt uns der Weg in vielen Stufen wieder mit Leichtigkeit 400 m nach unten und bis zum Mittagessen wieder nach oben. So ist das eben im Himalaya, es geht wieder einmal „dahin”. Wir haben heute ganz allmählich die Richtung geändert und wandern hinein in jenes Hochtal, das am Annapurna-Gletscher enden wird.

Der Weg führt uns weiter durch verwunschene Urwälder mit Farn und bemoosten Felsen. Immer wieder bleiben wir stehen, fotografieren, schauen. Es ist ja auch genug Zeit. Um vier Uhr erreichen wir Bamboo auf 2.320 m, das Nachtquartier.

Jeder in der Gruppe ist erstaunt, dass wir nach sieben Stunden Wandern „schon” angekommen sind. Wir hätten gut und gerne auch noch eine oder zwei Stunden weitergehen können. Doch waren es insgesamt  1.000 Höhenmeter nach oben und 500 Höhenmeter nach unten, die wir zurückgelegt haben. Wir sind also bestens vorbereitet für die Herausforderung der nächsten Tage.

Tag 8: Bamboo (1.850 m) bis Deurali (3.200m)

Gehzeit: 7 Stunden. Erstmal ankommen. Es ist nicht zu glauben: Kaum setze ich mich hin, um ein paar Zeilen zu schreiben, reißen die Wolken für einen Augenblick auf lassen ein grandioses Panorama ahnen. Wir freuen uns auf den Morgen, der hier meist wolkenlos ist. Heute war ja der Tag der großen Umstellung und Bewährung. Auf der heutigen Strecke von 2.300 auf 3.270 m stellt sich der Körper auf die Höhe um. Wer diesen Tag schafft, schafft es auch zum Basecamp. Also alle.

Es war wieder ein wunderschöner Tag. Morgens los und keine Wolke am Himmel. Was, schon Teepause in Dovan, schon wieder zwei Stunden um? Genauso schnell sind wir in Himalaya (dem Dorf). Trotz Rast an den Wasserfällen, trotz vieler Pausen, trotz alledem. Bei so vielen Stunden Trekking, die mit dem Schauen und Genießen den Tagesinhalt ausmachen, legt sich der Fokus sehr auf die Wegstrecke.

Eintausend kritische Höhenmeter haben wir hinter uns, bei denen jeder irgendwann an seine Grenze kam. Jetzt, wo es geschafft ist, ist das glückliche Geschnattere groß. Naja, und die Höhe tut das ihrige dazu.  Und jetzt haben sich die meisten in ihre Schlafsäcke gekuschelt, um bis zum Abendessen die Kälte der Erschöpfung zu kompensieren.

Tag 9: Deurali (3.200m) bis MBC (3.700m)

Gehzeit: 4 Stunden. Das ist doch einen zweiten und sogar dritten Blick wert. Im Morgenlicht leuchtet der Gipfel des Machapuchare, während das Tal noch im kühlen Schatten liegt. Wir wollen los, solange der Schnee, der gleich hinter dem Nachtquartier beginnt, noch hart ist. Wir queren den Fluss, um die Lawinengefahr zu umgehen, die auf der „einfachen” Seite zu groß wäre. Das ist die Qualität unserer Guides. Sie sind beständig auf unsere Sicherheit und unser Wohlergehen bedacht. Der Weg führt steil aufwärts durch die Felsen, manchmal müssen wir sogar ein bisschen klettern. Das gibt uns richtiges Expeditionsfeeling, wenn sich das nicht schon in den letzten Tagen eingestellt hat.

Weiter dann, durch schweren Schnee aufwärts, immer aufwärts. Irgendwann gleitet man in einen meditativen Zustand, in dem das Gehen zum Automatismus wird und die Gedanken irgendwohin in die Ferne gleiten. Heute bleibt unsere Gruppe eng beisammen, jeder hilft jedem, denn oft versinkt der eine oder andere bis zu den Hüften im Schnee oder ein Abhang ist eisig und die Gleitgefahr ist groß.

Doch auch das geht (im wahrsten Sinne des Wortes) vorbei. Gegen 13.00 Uhr erreichen wir das Base Camp zum Machapuchare. Der Name ist eigentlich falsch gewählt, weil es alles ist, bloß kein Basecamp.

Der Machapuchare wird als Heiliger Berg verehrt und es hat früher einige Versuche gegeben, ihn zu besteigen. Sie endeten allesamt im Desaster. Heute ist das Camp Wetterstation für eine Gruppe deutscher und österreichischer Meteorologen und Durchgangslager für jene Trekker, die zum Annapurna Base Camp wollen. Am Nachmittag ziehen schwere Wolken über den Kamm, es regnet sogar etwas.

Wir sitzen im warmen Gastraum, tragen die Daunenjacken und stecken die Füße unter den Tisch. In einer Vertiefung brennt ein Kerosinfeuerchen und die Decke über unseren Knien hält die Wärme. Die Stimmung ist international und von der Vorfreude auf den Höhepunkt des nächsten Tages geprägt. Schnell kriechen wir in die Federn, morgen heißt es früh aufstehen, es wird ein langer Tag werden.

Tag 10: ABC (4130m) bis Dovan (2600m)

Gehzeit: 7 Stunden. Noch vor Tagesanbruch ist Weckzeit und nach schnellem Frühstück geht es in der Dämmerung los. Wir sind schon eine ganze Weile aufwärts unterwegs, als die ersten Strahlen der Sonne über dem Gipfel des Machapuchare die Eiskristalle auf dem nachtdunklen Schneefeld zum Glitzern bringen. Die Schneedecke leuchtet wie abertausende hingestreuter Diamanten. Nur kurz dauert dieser Zauber, nach weniger als einer Minute ist die Sonne bereits hoch genug, dass auch der Schnee unter den Kristallen im Morgenlicht zu leuchten beginnt.

Jetzt merken wir auch die extreme Höhe stark. Ein Schritt, drei Atemzüge — wir brauchen viel Willenskraft, um das Annapurna Base Camp dann gegen 9.00 Uhr zu erreichen. Der versprochene Ausblick bleibt bis zum letzten Augenblick von einer Wand aus Gletschergeröll verborgen. Erst auf die letzten einhundert Metern öffnet sich das Hochtal — was für ein grandioses Panorama breitet sich vor unseren Augen aus: alle Gipfel des Annapurnas, der Reihe nach, wie auf einer Perlenschnur aufgereiht und ganz rechts schließt der Machapuchare das überwältigende Panorama ab.

Dann machen wir uns an den Abstieg. Dovan, unser Nachtlager für heute, ist nach mehreren Stunden immer leichter werdenden Abstiegs erreicht. Erschöpft sinken wir auf die Bänke. Was für ein Tag, welch grandiose Eindrücke, welch tiefreichendes Erlebnis. Um nichts in der Welt möchte ich die Erlebnisse dieses Tages eintauschen.

Tag 11: Dovan (2.600m) bis Chomrong (2.170m)

Gehzeit:  6 Stunden. Also, wenn ich jetzt so auf der Terrasse sitze und das Panorama betrachte, bin ich stolz. Ganz weit hinten, im Nachmittagsnebel versinkend, von dort sind wir heute früh losgegangen. Was man durch geduldiges und ausdauerndes Gehen für Strecken schafft, ist schon erstaunlich und liegt in fast der gesamten Strecke vor meinen Augen.

Von Dovan, das noch 2.500 Meter hoch liegt, hinunter nach Bamboo, dann hinaus ins Tal. Mittagessen in Sinuwa und im sommerlichen Sonnenschein hinunter auf 1.900 Meter. Nach der Hängebrücke aufwärts erstrecken sich die Treppen bis zum Elysium Guesthaus scheinbar endlos. Wer läuft im normalen Leben schon 400 Meter unregelmäßige Steinstufen nach oben? Wohlgemerkt: Höhenmeter.

Aber dann wartet ja auch die Belohnung auf uns: ein riesiges Reservoir an Nussschnecken, Apfeltaschen, Zimtrollen und Schokoladenkuchen. Nach der kargen Kost in der Höhe freuen wir uns über solchen Luxus und feiern Party.

Sechs Stunden anstrengendes Gehen und doch ist die Stimmung ausgelassen. Jeder Atemzug gibt uns nun wieder die Luft, die wir zum Atmen brauchen, die Beine sind geübt und wir sind vollgepumpt mit Zucker und körpereigenen Opiaten, also schlichtweg … high.

Tag 12: Chomrong (2.170m) bis Jhinu Danda (1.840m)

Gehzeit: 1 Stunde. Wir stehen am Morgen auf und sehen … wieder einmal Panorama. Heute liegt die Megastrecke von einer Stunde Laufen vor uns, die wir ganz gemütlich, miteinander plaudernd hinter uns bringen.

Und dann ist erst einmal Aufweichen, Entspannen und Säubern in den heißen Quellen angesagt. Oder Schlafen oder Wäsche-Waschen oder Plaudern beim Tee oder In-der-Sonne-Sitzen oder einfach alles zusammen. Selten ist Nichtstun so wunderbar, weil es eingebettet ist zwischen zwei Treckingtage. Aktion liegt hinter Dir und Aktion liegt vor Dir.

Tag 13: Jhinu Danda (1.840m) bis Ghandruk (2.100m)

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Gehzeit: 4-5 Stunden. Das war eine schöne Wanderung heute. Früh los, hinunter zum Fluss und dann immer den Hang entlang. Bisschen rauf, bisschen runter, dahin, diesmal im europäischen Sinne. Das Hochtal, das sich unterhalb von Ghandruk öffnet, wird noch bewirtschaftet wie vor Jahrhunderten. Die Bauern pflügen mit Holzpflügen und Ochsengespann, Bienen werden wild in Baumstämmen gehalten, die Häuser sind mit Stein gedeckt. Alle Waren müssen hier auf Tieren transportiert werden. Wir sind abseits aller Teerstraßen.

Dann geht es steil aufwärts, auf alten Pfaden durch fruchtbare Getreidefelder, auf denen das Korn reift. Gegen 13.30 Uhr kommen wir in Ghandruk an. Jeder ist entspannt, weil vier Stündchen Treck keine körperliche Herausforderung mehr darstellen. Wie schnell sich der Körper angepasst hat. War es im ersten Teil des Trecks die körperliche Herausforderung einer Hochgebirgstrecke, wird die Strecke ab heute sehr viel lieblicher. Es geht um die Schönheiten der Landschaft und es ist wieder an der Zeit für Coachinggespräche. Darauf hatte in den letzten Tagen so richtig keiner mehr Lust, am Abend, nach getaner Arbeit.

Tag 14: Ghandruk (2.860m) bis Banthati Hill (3.180m)

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Gehzeit: 5 Stunden. Das beste Wort, um die heutige Wanderung zu umschreiben ist: verwunschen. Wir wandern durch einen Zauberwald jahrhundertealter Rhododendren, bemooster Felsen, von den Ästen hängenden Flechten. Dazwischen hingetupft Blüten in rot und rosa. Wolken treiben über den Kamm und nehmen für Momente die Sicht, nur um den Vorhang für eine neue Aussicht beiseite zu ziehen. Wolkenprinzessin, heute hast Du uns lieb.

Hey, wenn Du Dich fragst, warum ich so poetisch werde, komm mit, hierher. Das gibt es nirgendwo auf der Welt und alle sind wir bezaubert. Schon seit Tagen sagen wir jeden Abend: „DAS war jetzt der schönste Tag bisher!” Und jeder Tag wurde immer schöner. Mal sehen, was morgen auf uns wartet.

Tag 15: Banthati Hill (3.180m) – Ghorepani (2.874m)

Gehzeit:  4 Stunden. Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise, zumindest visuell. Morgens laufen wir los, ein kleines, verwunschenes Tal entlang. Der Weg wird immer wilder, immer romantischer. Zedern säumen unseren Weg, der Seidelbast blüht und verströmt da, wo die Sonne scheint, seinen betörenden Duft. Schon nach zwei Stunden erreichen wir den Deurali Pass.

Dass wir schon wieder 3.200 Meter hoch sind, merken wir am etwas kürzeren Atem und am langsameren Schrittmaß. Nach dem Mittagessen führt uns der Weg dann auf dem Grat dahin. Baumreihen, vor Zeiten vom Blitz gefällt, vermodern langsam und neue Pflanzen wachsen daraus hervor. Überall wuchert der Bergbambus und wir stolpern über riesige Wurzeln, weil der Blick dauernd vom Weg abgelenkt ist. Dann endet plötzlich der Wald und der Blick weitet sich.

Tief unten sehen wir die Dächer von Ghorepani und an allen Abhängen blüht der Rhododendron. Ab und zu treiben Wolkenfetzen vom Tal herauf und verschleiern den Blick für romantische Momente. Schon bald, gegen ein Uhr, erreichen wir das Dorf. Endlich heiß duschen, für ein paar Stunden liegen, trödeln und einfach einmal nichts tun. Bald schon, nach dem Abendessen, ist Bettruhe.

Tag 16: Ghorepani (2.874m) bis Birethanti (1.025m)

Gehzeit: 8 Stunden. Und dann die Aussicht am Morgen, es ist der letzte Trekkingtag. Dann nehmen wir Abschied von den üppigen Rhododendronblüten. Von Ghorepani auf 2.800 Meter bis Nayapul auf 700 Meter, unserem heutigen Ziel, sind es eben einmal 2.100 Höhenmeter, die wir bergab zu überwinden haben. Einmal durch alle Klimazonen des Himalayas. Fast vergessen wir heute die Landschaft ob all der vielen bleichen und schwitzenden Wintergesichter, die uns entgegenkommen.

Jetzt, kurz vor Ostern, erfüllen sich viele Europäer den Traum eines sicheren Frühlings und wollen offensichtlich auch etwas für den untrainierten Körper tun. Waren wir auch so … vor zwei langen Wochen, als wir mit dem Treck begannen?

Dabei laufen wir heute ein Tal komplett von seinem Beginn an einen Wasserlauf entlang nach unten, bis dieser als reißender Gebirgsfluss in seinen großen Bruder mündet. Also nochmals Wasserfälle, kristallklare Becken, große, kleine und übergroße Kieselsteine, um und über die das Wasser fließt. Und die heutige Landschaft: Wie am ersten Tag, nur rückwärts. Beginnend mit dem gestrigen Hochurwald von blühenden Rhododendren in allen Schattierungen von Rot, weißen Magnolien, Bambus, Farnen, Moosen.

Dann, ganz allmählich, beginnen die menschlichen Siedlungen. Teehäuser, Lodges, Restaurants, Läden mit Krimskrams und allem, was man brauchen oder nicht brauchen kann. So vergeht unser letzter Tag ganz schnell, zumal wir die letzten Höhenmeter auf der neugebauten und staubigen Straße im Jeep zurücklegen. Hier heißt die Devise: besser schlecht gefahren als gut gegangen.

Im Bus dann, zurück nach Pokhara kommt ein bisschen Wehmut auf, als wir Phedi passieren, wo vor unendlich langen Zeiten unser Treck begann. Was haben wir in den vergangenen Tagen alles gesehen, erlebt, mitgemacht. Und wie schnell ist doch die Zeit beim Wandern vergangen.

Tag 17, 18 und 19: Das Ende einer wunderbaren Reise

Die Zeit in Nepal neigt sich allmählich dem Ende zu. Heute fliegen wir zunächst zurück nach Kathmandu (einmal Bus reicht) und dann warten immer noch zwei Tage intensiver Coachinggespräche, weitere Kulturangebote, auf uns. All jene Dinge, die zu erledigen sind, bevor wir dann nach fast drei Wochen zurückfliegsen, nach Hause.

Durch den TrainerTrack hat sich für mich meine berufliche Bestimmung klar gezeigt. Seit ich dieser folge, fällt alles an seinen Platz.

Martin Kofler

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