FAQs #4: Die Inhalte von NLP

Was wirklich drinsteckt - warum NLP mehr ist als ein Methodenkoffer

Inhaltsverzeichnis

Was sind die NLP Grundannahmen?

Die NLP-Grundannahmen (auch „Axiome“ genannt) sind eine Reihe von ca. zehn Leitprinzipien, die als gedankliche Grundeinstellungen im NLP dienen. Man nennt sie manchmal die „10 Gebote des NLP“ – etwas scherzhaft, denn natürlich sind es keine dogmatischen Gebote. Sie sind eher hilfreiche Glaubenssätze über Kommunikation und Veränderung, die sich als nützlich erwiesen haben.

Die Grundannahmen wurden in der Frühzeit des NLP entwickelt (frühe 1970er) und stammen teils aus anderen Quellen. Beispielsweise lautet eine berühmte Grundannahme „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“, was der Sprachwissenschaftler Alfred Korzybski geprägt hat – es bedeutet, dass unser inneres Modell der Welt nie die objektive Realität eins zu eins abbildet.

Wichtig: Die Grundannahmen sind keine wissenschaftlich bewiesenen Wahrheiten, sondern praktische Vorannahmen im Modell von NLP, die man testweise annimmt. Wenn Du nach diesen Prinzipien handelst, gewinnst Du oft neue Einsichten und kannst Deine Kommunikation in vielen Bereichen effektiver gestalten.

Hier habe ich meine 10 hilfreichen NLP Grundannahmen in Text und Video ausführlich erklärt.

Was sind die grundlegenden NLP-Techniken?

NLP umfasst eine Vielzahl von Techniken. Zu den bedeutendsten Grundlagen-Techniken zählen unter anderem:

Mit NLP Ankern kannst Du einen bestimmten Gefühlszustand gezielt abrufbar machen. Durch einen Reiz (z.B. Berührung, Wort, Geste) verknüpfst Du ein positives Gefühl mit diesem Signal, sodass Du es bei Bedarf wieder auslösen kannst.

Pacing und Leading: Pacing bedeutet, sich dem Gegenüber anzupassen (im Verhalten, Tonfall, Tempo), um Rapport herzustellen – Rapport nennt man die vertrauensvolle, von wechselseitiger Empathie getragene Beziehung zwischen zwei Menschen. Leading heißt, anschließend behutsam die Führung im Prozess zu übernehmen.

Submodalitäten sind die Feinmerkmale unserer Sinnesvorstellungen (Größe eines inneren Bildes, Lautstärke einer inneren Stimme etc.). Durch Veränderung dieser Eigenschaften kannst Du die Wirkung von Erinnerungen oder Vorstellungen beeinflussen.

Das Meta-Modell der Sprache ist ein Satz präziser Fragetechniken, mit denen man ungenaue oder verzerrte Aussagen hinterfragen kann. Durch Nachfragen („Was genau?“, „Wie genau?“, ) deckt man ausgelassene Informationen, Verallgemeinerungen oder Bewertungen in der Sprache auf.

Das Milton-Modell stellt eine Sammlung hypnotischer Sprachmuster, benannt nach Milton Erickson dar. Hier geht es um vage, bildhafte und indirekte Formulierungen, die das Unterbewusste ansprechen (z.B. „Du könntest jetzt vielleicht bereits entspannen…“).

Reframing: Ein echtes Herzstück von NLP. Hier veränderst Du die Bedeutung, die Du einem Ereignis oder Gefühl gibst. Nicht die Situation selbst sondernwie Du sie siehst. Geeignet um innere Blockaden lösen, neue Perspektiven finden und Probleme in Ressourcen verwandeln.

Modelling ist die Die Technik, mit der NLP überhaupt entstanden ist – das Abschauen und Übernehmen von Spitzenleistungen. Man beobachtet jemanden, der etwas außergewöhnlich gut kann, und analysiert sein Vorgehen (Gedanken, Überzeugungen, Verhalten), um dieses Muster selbst zu erlernen.

Dies sind einige Kerntechniken; daneben gibt es u.a. noch Augenbewegungs-Techniken (Wahrnehmungszugänge), Reframing-Methoden, Timeline-Arbeit usw. Oft werden mehrere Techniken kombiniert, um ein bestimmtes NLP-Format (einen Anwendungsablauf) zu bilden.

Was ist der Unterschied zwischen einer NLP-Technik und einem NLP-Format?

Auf den ersten Blick wirken die Begriffe oft austauschbar, viele sagen „Technik“, wenn sie eigentlich „Format“ meinen. Aber es lohnt sich, den Unterschied zu kennen. Eine NLP-Technik ist wie ein Baustein. Es ist ein einzelnes Werkzeug, das Du isoliert einsetzen kannst, z.B. Ankern um einen Zustand mit einem Reiz verknüpfen oder per Reframing eine Situation in einem neuen Licht sehen. Ein NLP-Format ist wie ein Bauplan, der mehrere Techniken kombiniert und in eine bestimmte Struktur bringt. Ein Format ist also ein geordnetes Vorgehen mit klaren Schritten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Beides gehört zusammen: Ohne Techniken ist ein Format leer, ohne Formate bleiben Techniken Stückwerk.

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Was ist ein NLP Format?

Im NLP bezeichnet man als Format einen strukturierten Ablauf von Techniken, der ein bestimmtes Veränderungsziel erreicht. Während einzelne NLP-Techniken wie Bausteine sind, ist ein Format quasi eine Rezeptur, die mehrere Schritte/Techniken in einer sinnvollen Reihenfolge kombiniert. Formate geben Dir also ein konkretes „Drehbuch“ an die Hand, wie Du vorgehen kannst, um ein bestimmtes Problem zu lösen oder ein Ziel zu erreichen.

Formate folgen meist einem festgelegten Ablaufplan (“Schritt 1: …, Schritt 2: …, etc.”). Sie sind sozusagen erprobte Musterlösungen für häufige Anliegen – z.B. Phobien behandeln, Motivation steigern, einschränkende Glaubenssätze ändern usw. Im NLP hat sich eine ganze Reihe klassischer Formate entwickelt, von relativ einfach (wenige Schritte) bis sehr komplex. Wichtig ist: Jedes Format basiert auf den grundlegenden NLP-Techniken. Wenn Du die Techniken beherrschst, kannst Du Formate flexibel variieren oder auf individuelle Situationen anpassen. Ein NLP-Format ist also kein starres Ritual, sondern eine leitfadenartige Anleitung, um bewährte Techniken in Kombination anzuwenden und damit eine bestimmte Veränderung systematisch herbeizuführen.

Was sind die bekanntesten NLP Formate und wofür werden sie eingesetzt?

Timeline-Arbeit (Change History) ist ein Format, bei dem Du Deine innere Vorstellung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bewusst nutzt. Du arbeitest direkt mit gespeicherten Erinnerungen und Erwartungen. Gut geeignet um alte Muster und Belastungen loslassen, Ziele in der Zukunft kraftvoll verankern, Klarheit über Lebensverläufe schaffen.

Six-Step-Reframing: Ein Format, das innere Konflikte und störendes Verhalten bearbeitet. Man tritt mit dem „Teil“ in Kontakt, der ein bestimmtes Verhalten steuert, und findet alternative, positivere Handlungsoptionen. Die positive Absicht hinter einem Verhalten bleibt erhalten – aber mit neuen, hilfreichen Möglichkeiten.

Fast Phobia Cure (Schnell-Phobietechnik): Eine der berühmtesten NLP-Anwendungen. Hierbei nutzt man Dissoziation und bestimmte submodale Veränderungen (z. B. Schwarz-Weiß-Bilder, Distanz, Zeitraffer), um Ängste aufzulösen.
Damit kannst Du Phobien, belastende Erinnerungen, traumatische Bilder auflösen. Ängste verlieren ihre Macht, die Erinnerung wird neutral – ohne, dass Du sie „vergisst“.

Swish-Pattern: Ein schnelles Veränderungsformat, bei dem ein unerwünschtes inneres Bild (z. B. Angstreaktion) durch ein kraftvolles Zielbild ersetzt wird. Typisch: ein inneres „Swish“ von alt nach neu. Gut um automatische Reaktionen mit einer Musterunterbrechung zu verändern. Sehr effektiv bei „kleinen“ Alltagsthemen.

Circle of Excellence / Moment of Excellence: Ein ressourcenorientiertes Format. Du stellst Dir einen imaginären Kreis vor, den Du mit positiven Zuständen „auflädst“ (Mut, Gelassenheit, Stärke). Dann „trittst Du hinein“ und holst Dir diese Ressource bewusst ab. Damit gewährst Du Dir Zugriff auf gewünschte Ressourcen in entscheidenden Momenten.

Disney Creativity Strategy: Ein Format, das auf Walt Disneys Kreativtechnik basiert. Du durchläufst drei Positionen: Träumer (Vision entwickeln), Realist (Struktur und Umsetzung planen) und Kritiker (Schwachstellen prüfen). Kreativität wird strukturiert – Du verhinderst, dass Du zu früh kritisierst oder unrealistisch bleibst.

Drug of Choice: Ein etwas unkonventionelles Format, das zeigt, wie wir Gefühle bewusst herstellen können. Hierbei wird eine gewünschte Emotion (z. B. Euphorie, Leichtigkeit, Freude) so intensiv verankert, dass sie wie eine innere „Droge“ abrufbar ist.

Was ist ein NLP Anker?

Ein Anker im NLP ist die Verknüpfung eines Reizes mit einem Zustand – vereinfacht gesagt ein Trigger, der in Dir zuverlässig eine bestimmte Reaktion oder ein Gefühl auslöst. Das Konzept stammt aus der klassischen Konditionierung: Wie der Pawlowsche Hund gelernt hat, beim Klang der Glocke Speichelfluss zu zeigen, können auch wir Menschen Reize mit Reaktionen koppeln. Im NLP nutzen wir das gezielt, um gewünschte Zustände abrufbar zu machen.

Du kannst Dir Anker in allen Sinnesmodalitäten setzen: Ein äußerer Reiz (z.B. ein bestimmtes Lied, ein Duft, ein Wort oder eine Berührung an einer Stelle) kann als Anker dienen, aber auch ein innerer Reiz (eine gedankliche Vorstellung oder ein Selbstgespräch). Durch Wiederholung und Intensität wird die Verbindung zwischen Reiz und Zustand geknüpft.

Anker können positiv oder negativ sein. NLP betont natürlich die Ressourcenanker – also hilfreiche Verknüpfungen, die Dich unterstützen. Genauso gibt es aber auch negative Anker, die wir oft unbewusst haben (z.B. „Immer wenn ich dieses Parfum rieche, werde ich traurig, weil es mich an … erinnert.“). Mit NLP lernt man, solche negativen Reiz-Reaktions-Muster zu erkennen und aufzulösen, und stattdessen nützliche Anker aufzubauen. Insgesamt ist Ankern eine der fundamentalsten Techniken im NLP, um Zustände gezielt zu steuern.

Wie sind Hypnose und NLP verknüpft?

Hypnose ist also eine der Säulen, auf denen NLP ruht – neben anderen (Sprachwissenschaft, Verhaltenstherapie etc.). Einer der wichtigsten “Modell-Experten”, die für das Modell von NLP interviewt wurden war der Hypnotherapeut Milton H. Erickson. Dessen Ansatz, Menschen in Trance positive Veränderungen anzustoßen, floss direkt ins NLP ein. Deshalb lernst Du in jeder NLP-Ausbildung auch etwas über Hypnose und Trancezustände.

Konkret gibt es im NLP das sogenannte Milton-Modell, benannt nach Erickson: eine Sammlung von hypnotischen Sprachmustern, mit denen man das Unbewusste anspricht. Diese Sprachmuster nutzt man z.B., um jemanden sanft in Trance zu führen oder um Vorschläge zu machen, ohne Widerstand auszulösen (indirekte Suggestionen).

Du musst aber kein Hypnose-Experte sein, um NLP zu betreiben. Vieles in NLP ist hypnoseähnlich, ohne formale Hypnose zu sein. Wenn Du z.B. jemanden im Coaching in eine tiefgehende Visualisierung führst, ist das oft schon ein halber Trance-Zustand. NLP nutzt also Prinzipien der Hypnose – Entspannung, Fokussierung, Arbeit mit dem Unbewussten – als Teil seines Repertoires.

Ist NLP Therapie oder Coaching?

NLP selbst ist weder eine eigenständige Therapieform noch einfach nur Coaching – aber es kann in beiden Kontexten genutzt werden. Man versteht NLP am besten als Modell bzw. Methodensammlung, die sowohl Therapeuten als auch Coaches in ihrer Arbeit einsetzen können.

In der Psychotherapie ist NLP als eigenes Verfahren nicht anerkannt und darf in Deutschland z.B. nur ergänzend von entsprechenden Heilberuflern (Psychologen, Heilpraktikern mit Psychotherapieerlaubnis etc.) in der Behandlung eingesetzt werden. Jedoch fließen viele NLP-Techniken aus der Hypnotherapie oder Gesprächstherapie in therapeutische Ansätze ein.

Im Coaching-Bereich dagegen ist NLP sehr verbreitet und auch akzeptiert. Viele Coaches haben NLP-Ausbildungen und nutzen NLP-Tools offen in ihrer Praxis, z.B. Techniken wie Zielvisualisierung, Ankerung für Ressourcenzustände, Reframing von Problemen etc. einsetzen, um Klienten bei Veränderungen zu unterstützen.

Bei meinen Workshops nutze ich NLP für Persönlichkeitsentwicklung und Kommunikationsverbesserung, nicht zur Heilbehandlung von Störungen. Wenn Du ernsthafte psychische Probleme hast, solltest Du einen dafür ausgebildeten Therapeuten aufsuchen; dieser könnte zwar NLP-Elemente verwenden, aber entscheidend ist seine therapeutische Qualifikation. Für alle anderen (wo es um persönliche Weiterentwicklung, Kommunikation, “alltägliche” Probleme geht) kann NLP im Coaching-Kontext exzellente Dienste leisten.

Welche Verbindung hat NLP zur Psychologie und Psychotherapie?

NLP ist kein Teil der akademischen Psychologie oder Psychotherapie. Manche Psychologen haben aber durchaus NLP Kenntnisse und nutzen diese in ihren Sitzungen. Bei meinen Workshops geht es nicht um Therapie sondern darum, dass Modell von NLP

Es hat aber enge historische Verbindungen dazu. Die Begründer haben bei der Entwicklung von NLP vor allem Therapiegrößen jener Zeit modelliert – sie analysierten etwa die Gestalttherapie von Fritz Perls, die Familientherapie von Virginia Satir und die Hypnosetherapie von Milton Erickson. Dadurch flossen Techniken und Konzepte aus diesen therapeutischen Schulen direkt ins NLP ein. Beispielsweise stammt das Konzept des Reframings (Neu-Bewertung von Situationen) aus der Familientherapie Satirs; das pacing & leading hat Ähnlichkeit mit Ericksons Vorgehen in Trance; das Metamodell der Sprache ist von bestimmten Fragetechniken in der Gesprächstherapie inspiriert.

NLP bedient sich bei Modellen der Wahrnehmungspsychologie (z.B. das Konzept der Repräsentationssysteme – visuell, auditiv, kinästhetisch – passt zu Lerntypenmodellen), der Sozialpsychologie (Rapport und Empathie) und Kognitionswissenschaft (Arbeit mit inneren Bildern und Vorstellungen). Viele NLP-Techniken kann man psychologisch erklären: Ankern ist klassische Konditionierung, Modelling ist soziales Lernen/Modelllernen, Submodalitäten hängen mit Emotionspsychologie zusammen etc. Zudem entstammen einige Grundannahmen dem Konstruktivismus, einer Denkrichtung in Psychologie/Philosophie, die betont, dass jeder seine eigene Wirklichkeit konstruiert (NLP Grundannahme: Die Landkarte ist nicht das die Landschaft).

Bild von Chris Mulzer | Dein Trainer
Chris Mulzer | Dein Trainer

Seit über 30 Jahren Trainer für NLP und Hypnose. Ich glaube fest daran das jeder Mensch in sich die Ressourcen trägt um sich ein selbständiges und glückliches zu erschaffen

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