Hypnose lernen in 6 Schritten

Öffne das Tor zur Macht des Unterbewussten

Wenn ich gefragt werde: „wie kann ich Hypnose lernen?“ Antwortete ich bisher in allen Fällen: “Besuche meine Hypnose Ausbildung oder den NLP Practitioner„. In meinen Glaubenssystemen ist fest verankert, dass für eine erfolgreiche, praktische Anwendung von hypnotischen Mustern, Suggestionen und Techniken die Anwesenheit anderer Menschen zwingend erforderlich ist. Hier stelle ich dir eine weitere Möglichkeit vor.

Hypnose lernen beim NLP Practitioner

Damit bin ich mir selbst auf den Leim gegangen. Meine Annahmen basieren auf einem relativ spezialisierten Szenario (Workshop) mit festgelegtem Kontext. Natürlich liegt mir daran, möglichst vielen Interessierten in meinen Workshops die Anwendungen hypnotischer Techniken zu vermitteln. Nicht zuletzt bestreite ich ja davon meinen Lebensunterhalt. Aber das kann doch nicht die einzige Möglichkeit sein, Hypnose zu lernen.

News Hypnose lernen Kreisel

Mein Nachdenken wurde stimuliert durch die Erlebnisse bei einem massenhypnotischen Ereignis, dem Sak Yant Festival im Wat Bang Phra in Thailand. Wat heißt Tempel auf Thailändisch und dort lassen sich jedes Jahr an einem bestimmten Tag zehntausende von Pilgern eine heilige Tätowierung stechen. Ich sag’s mal etwas schnoddrig: “Was da an hypnotischer Ekstase abgeht, das geht auf keine Kuhhaut!” Ohne etwas über Trance und Hypnose gelernt zu haben, fallen dort buchstäblich tausende von Menschen in kollektive hypnotische Zustände und Du selbst brauchst nur ein bisschen loszulassen und bist gleich Teil des ganzen Spektakels.

Auch meine Erlebnisse mit Beduinen in der Wüste Sahara geben mir Anhaltspunkte, dass ganz normale und mitten im Leben stehende Menschen auch ohne den Besuch eines Workshops den Nutzen tiefer Trancezustände erfahren können. Einmal damit begonnen, in meinen Erinnerungen zu kramen, fallen mir Ereignisse aus der ganzen Welt dafür ein: Vanuatu, Peru, Nepal, China… die Erzählungen darüber könnten Bücher füllen und haben manchen Workshop bereichert.

Wir scheinen also eine natürliche Veranlagung für Trance und Hypnosephänomene zu haben. Warum sich also nicht damit beschäftigen und eine Art von Lehrprogramm für ein Selbststudium entwickeln. Die Möglichkeiten, sich Informationen über die speziellen Fähigkeiten anderer Menschen zu besorgen, sind ja mit der Entwicklung der elektronischen Medien in den letzten Jahren wirklich einfach zugänglich geworden.

Wie also könnte, das ist mein Ansatz, ein williger Novize mit der Absicht, hypnotische Techniken im Selbststudium zu lernen unsere momentanen Erkenntnisse darüber am besten nutzen? Wie beginnen? Was zuerst tun, und was danach? Wie kannst Du ein talentierter Hypnotiseur werden? Welche Schritte macht ein Lernen sinnvoll und wo findest Du Informationen darüber?  Diesen Fragen möchte ich in diesem Artikel nachgehen.

Hypnose lernen in 6 Schritten

Einer, der vielen Menschen mit hypnotischen Techniken Gutes erwiesen haben, ist Milton H. Erickson. Nicht zuletzt nahmen ihn Bandler und Grinder zum Vorbild, um einen wichtigen Teil des Modells von NLP aus seiner Arbeit zu entwickeln – das Milton Modell. Vielleicht siehst Du Dir bei Youtube einen der historischen Filme an, die seine Arbeit dokumentieren. Faszinierend, nicht wahr? Lass uns nun damit beginnen, Dich schrittweise so effektiv zu machen, wie ihn. Hier habe ich Dir einmal nach bestem Wissen und Gewissen die Bestandteile Deiner Lernstrategie zusammengestellt. Die Elemente einer Lernstrategie für Hypnose im Selbststudium:

1. Justiere Deine Glaubenssysteme

Kannst Du lernen, Dir und anderen Menschen auf eine effektive Art und Weise zu helfen? Ja? Willst Du die nötige Zeit und Energie dafür aufbringen? Ja? Sehr gut. Dann hast Du bereits zwei wichtige Elemente Deiner Strategie am Platze. Dies sind: die richtigen Glaubenssysteme und eine gehörige Portion Motivation. Überprüfe für Dich selbst, ob das, was Du für Dich für möglich hältst, sinnvoll ist. Limitierst Du Dich selbst? Du weißt sicherlich aus eigener Erfahrung, wie es um Deine “Confidence” (Selbstvertrauen) bestellt ist. Fehlt die, gibt es später auch keine “Competence” (Kompetenz).

2. Überprüfe Deine Motivation und Selbstdisziplin

Du würdest diesen Artikel kaum lesen, wenn Du diese Motivation nicht irgendwo in Dir vorhanden hättest. Und hast Du Dich schon gefragt, warum Du überhaupt hypnotische Techniken erlernen möchtest? Willst Du andere Menschen heimlich manipulieren? Gerade die nachpubertären Jungs, im Überschwang der Hormone und mit wackeligem Selbtbewusstsein, haben ja öfters Gedanken in dieser Richtung. Dazu sag ich gleich: “Vergiss es, das geht nicht gut!” Daraus ziehen viele Scharlatane oberflächliche Befriedigung ud wahrscheinlich wirst Du mit solchen Gedanken irgendwann bei so jemandem landen, der Dir mit Versprechungen Dein Geld aus der Tasche zieht. Wie wäre es, zur Abwechslung einmal Neugierde und Experimentierfreudigkeit als zentrale Motivation zu wählen. “Mal sehen, wohin meine Experimente führen und wieviel Positives ich mit der Beschäftigung mit diesem Thema für mich und Andere erreichen kann.” DAS wäre ein guter Ansatz für Dich.

3. Beschäftige Dich mit den hypnotischen Sprachmustern

Am Einfachsten und leichtesten ist es zum Beginn, die Techniken der Hypnose erst einmal bei Dir selbst anzuwenden und damit zu lernen. Vielleicht liest Du meine Artikel über das Thema “Techniken der Entspannung” zur Einführung. Damit kannst Du die segensreiche Wirkung von Autosuggestion und  Affirmation erfahren.

Im NLP Practitioner erzähle ich die Geschichte von “Dr. Chris”. Ich stelle mir am Abend, wenn ich entspannt im Bett liege eben den Dr. Chris vor, der zu mir ans Bett tritt und zu mir in hypnotischen Suggestionen und Affirmationen spricht. So kann ich beliebig viele Sprachmuster, Induktionen und Affirmationen üben. Eine Menge an positiven Affirmationen findest Du HIER.

Eine wichtige Faustregel zum Anfang. Formuliere Deine Sprache – auch Deine interne Sprache – als Angebot. Wenn Du auf youtube meinen Namen eingibst, findest Du schnell meinen Videokanal und dort jede Menge an praktischen Beispielen. Auch Tag vier und sieben beim NLP Practitioner, den Du kostenlos sehen kannst beschäftigt sich mit Deiner Sprache.

Ein typischer Anfängerfehler, sowohl im direkten Gespräch als auch  bei Autosugestion besteht in Sätzen wie: “Du BIST jetzt ganz entspannt!” Der Imperativ und harte Modaloperatoren der Notwendigkeit (Du musst….) haben in einer hypnotischen Sprache nichts zu suchen. Am Besten beachtest Du dies gleich von Anfang an. Wie hört sich beispielsweise dieser Satz an: “Während (Verbindungswort) Du ganz entspannt diesen Text liest, kannst Du spüren, wie sich Dein Körper allmählich und mit jedem Atemzug mehr und mehr zu entspannen beginnt.” Dazu kannst Du die Tonalität Deines internen Dialogs auf “weich” stellen. Es ist tatsächlich erlaubt, in einem angenehmen und sanften Ton mit Dir selbst zu sprechen.

4. Erlerne mindestens zwei Grundtechniken der hypnotischen Induktion

Wie einfach es ist, anderen Menschen dabei zu helfen, den Zustand des Bewusstseins zu verändern, findest Du am besten heraus, indem Du zuerst bei Dir selbst und dann erst bei Anderen übst. Eine einfache nonverbale Induktion kannst Du erlernen, wenn Du den NLP Practitioner Tag 2 und 3 ansiehst. Auch bei youtube findest Du Ausschnitte und Demonstrationen einfacher Tranceinduktionen.

Es geht vor allem darum, ein Gefühl für Deine Tonalität und die Art der Formulierung zu finden. Auf meiner Webseite findest Du auch eine kommentierte Zusammenfassung der “Elman Induktion”  Obwohl diese schnelle Tranceinduktion durchaus anspruchsvoll ist, kannst Du viel lernen, wenn Du Dich damit beschäftigst. Dazu gibt es auch die Aufzeichnung eines zweitägigen Workshops mit ausführlichen Kommentaren.

5. Wähle eine einfache Utilisierungstechnik aus – und übe sie

Wenn Du gelernt hast, Deine Sprache und die Inhalte Deiner Sprache auf geeignete Art und Weise anzupassen, wenn Du eine oder zwei Induktionstechniken sicher beherrscht, DANN kannst Du beginnen, Dich mit der Frage zu beschäftigen, wie Du denn Deine Fähigkeiten einsetzen willst. Viele Anfänger stellen sich einen Menschen, der hypnotische Techniken anwendet als eine Art von Magier vor, der Macht über sie hat und diese seine Macht dazu nutzt, Dich dazu zu bringen, Dinge zu tun, die Du Dir in Deiner Fantasie vorstellst und glaubst, sie nicht tun zu wollen.

Man nennt diesen Vorgang ein “fantasievolles Worst Case Szenario auf der Basis unerfüllter Sehnsüchte” Diesen Ausdruck kannst Du Dir auf der Zunge zergehen lassen und bei Gelegenheit einmal darüber nachzudenken, was Deine unerfüllten Sehnsüchte sein könnten. Nicht zuletzt deshalb ist das Buch “Fifty Shades of Grey” zum Bestseller geworden. Zurück zum Erlernen von Hypnose. Eine sinnvoll gestaltete Hypnose-Sitzung, ob nun mit Dir selbst oder mit einem Gegenüber hat mehrere Bestandteile:

  • Begrüssung
  • Framing
  • Beschreibung der Technik
  • Tranceinduktion
  • Utilisation
  • generativer Future Pace
  • Aufwecken
  • Fragen beantworten

Nehmen wir als Beispiel eine Fast Phobia Cure. Du kannst diese Technik sehr einfach lernen, indem Du den Tag acht des Practitioner ansiehst und Dir zusätzlich meine Beiträge auf Youtube ansiehst. Im Practitioner Handbuch und auf der Webseite findest Du Die entsprechenden Anleitungen. Damit beherrscht Du ein sinnvolles Werkzeug für sehr viele Anwendungen. Ich selbst habe über zwei Jahre experimentiert und alle Arten von Problemen mit der FPC gelöst.  Wie wichtig das Framing zum Beginn einer “Sitzung” ist, kannst Du auch in der Abhandlung zur “Elman Induktion” nachlesen.

6. Sammle regelmäßig Erfahrung und Praxis

Ja, wenn Du Dich also alleine oder mit Gleichgesinnten durch eine Zeit der Entdeckungen, Experimente und Übungen bewegt hast, solltest Du in weniger als einem halben Jahr des Selbststudiums eine Menge an Erfahrung gesammelt haben. Ich meine, jetzt kommen die Hard Facts, wenn Du Dich etwa vier Stunden pro Woche mit dem Thema “Hypnose” beschäftigst, wirst Du schell merken, dass das Sprichwort “Steter Tropfen hölt den Stein” seine Richtigkeit hat und Du schnell das Bedürfnis haben wirst, auch Deine Mitmenschen an Deinen Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Vielleicht ist es eine gute Idee, eine NLP Übungsgruppe zu besuchen oder sogar eine Gruppe selbst zu gründen. Dazu brauchst Du nicht viel Erfahrung, sondern Teilnehmer, die Erfahrung haben. Es ist durchaus eine gute Idee, eine NLP Übungsgruppe zur gründen, DAMIT Deine Erfahrung mehr wird. Wie das funktioniert? Auch dazu gibt es einen Workshopmitschnitt. Mein Ratschlag: Wichtig ist es, möglichst regelmäßig zu “üben”. Damit meine ich, mehrmals in der Woche (zwei bis drei Male) für etwa eine halbe Stunde. Möglichst immer mit unterschiedlichen Übungspartnern.

Wenn Du kein Geld dafür verlangst, kannst Du an schwarzen Brettern Deine “Dienste” hilfreich anbieten. Vielleicht ist es eine gute Idee, zu schreiben, dass Du Menschen mit echten Problemen suchst und damit Erfahrungen sammeln willst. Ich höre die Kritiker der “Professionellen” schon aufstöhnen. Da animiert der Mulzer wieder einmal irgendwelche Laien, hochkomplexe psychische Methoden einfach mal so und experimentell “zu behandeln”. Das ist keineswegs so! Diese (rhetorische) Unterstellung könnte nicht falscher sein. Ich denke mir vielmehr, jeder Freund, Kollege oder Bekannte, mit dem Du ein “seelsorgerisches Gespräch” auf freundlich, wohlmeinender Basis führst, würde davon profitieren. Jede “wohlmeinende Peron” wäre weniger kompetent, gute Ratschläge zu geben, als Du. Schliesslich hast Du Dich mit der Materie beschäftigt. Ich halte es für eine ausgezeichnete Idee, mit Menschen in Schwierigkeiten zu reden.

Achte beispielsweise nur einmal auf die Glaubenssätze dieser Menschen, die nach Deiner Erkenntnis dazu führen, dass dieser Mensch in seiner misslichen Lage verharrt. Fordere diese Glaubenssätze heraus. Nimm wahr, wie Dein Gegenüber seinen Glauben verteidigt, wie er in seiner Lage verharrt. Überlege Dir Möglichkeiten, ihm Hilfe anzubieten. ANZUBIETEN. Das heißt, NICHT zu missionieren oder Heilungsversprechen zu geben. Versetze Dich in die Lage Deines Gegenübers. Dann wirst Du schnell feststellen, dass die menschliche Kommunikation und eine hingewendete Aufmerksamkeit dazu führen werden, dass Du weniger Hypnose im SELBSTstudium betreiben willst, sondern Dir Gleichgesinnte suchst (oder findest) mit denen es Spass macht, Deine Wissensbasis zu erweitern. Und wenn dann schließlich die Entscheidung in Dir reift, einem (durchaus preiswerten) Workshop von mir zu besuchen, dann hätte die anfängliche Beschäftigung mit dir selbst doch noch zu einem guten und sinnvollen Ergebnis geführt. Viel Spass mit Deinem Studium.

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4 Kommentare

  • Hallo Herr Mulzer,

    mit großem Interesse und einigem Erstaunen habe ich gerade beim Lesen Ihres Artikels festgestellt, dass ich offensichtlich intuitiv hypnotische Techniken anwende, um meine Yogaschüler in und durch die Endentspannung zu führen. Die von IHnen beschriebenen hypnotischen Sprachmuster sind genau das, was ich anwende. Ruhige tiefe Stimmmodulation und Formulierungen in warmen sanften Begriffen, die tiefer und tiefer in die Entspannung führen. Meine Teilnehmer und Teilnehmerinnen lieben es.

    Beste Grüße und vielen Dank für Ihre immer lehrreichen Beiträge
    Garnet Rösch-Meier

    Antworten
  • Hallo,
    Kann man sich auch von Herrn Mulzer hypnotisieren lassen? Was würde das kosten? Ich suche eine Hypnose die mir ein Mindset eines Casanova verpasst. Ich bin allerdings noch Student und kann die meisten Preise der Hypnotiseure nicht bezahlen.
    Mfg Mathias

    Antworten
    • Hallo Matthias, private Hypnosesitzungen biete ich nicht an. Ob Du wirklich das Mindest eines Casanovas willst bezweifle ich. Wer möchte sich sein Leben schon von seinem Penis diktieren lassen (mehr dazu hier: https://go.kikidan.com/2n3yste). In den Abendtrancen der Workshops programmiere ich Dich auf etwas anderes: Nämlich ein freies und selbstgestaltetes Leben.

      Antworten
      • Gott habe ich die Antwort genossen. Lieber Chris, hast du schon vergessen wie das damals war. (Grins) Gott sei dank ist das vorbei.
        Was du ihm anbietest ist unbezahlbar.

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