NLP Übungen für zu Hause

Das Practitioner Handbuch zum Download

Seit einigen Jahren steht nun mein NLP Online Practitioner kostenlos im Internet. Mein Angebot haben bisher über 200.000 Besucher genutzt. Sie haben sich den Practitioner ganz oder teilweise angesehen. Eine stolze Zahl. Mein ursprünglicher Beweggrund zur Veröffentlichung war zweigeteilt. Zum einen biete ich eine Grundausbildung im Modell von NLP an, die sich von der Preisgestaltung her wirklich jeder leisten kann. Wie also kannst Du entscheiden, ob Dir mein Lehrstil zusagt? Ich habe mich zur Veröffentlichung des gesamten Practitionerworkshops entschlossen.

Zum anderen schreiben mir immer noch viele Leser und Besucher meiner Webseite und bitten um Möglichkeiten zur Teilzahlung der Teilnahmegebühr oder bedauern, den nötigen Betrag einfach nicht aufbringen zu können. Obwohl ich den NLP Practitioner in erster Linie zur Information über meinen Lehr- und Trainingsstil online gestellt habe, weiß ich heute, dass die weitaus größere Gruppe die erhältlichen Online-Videos quasi als eine Art von kostenlosem Ersatzworkshop nutzt. Das freut mich sehr, ich bin nämlich der Meinung, dass gerade sozial benachteiligte Gruppen stark von den Informationen des Practitioner profitieren können.

Für alle, auch diejenigen, die sich eine Teilnahme am Workshop nicht leisten können, gibt es das Practitioner Hadnbuch voller NLP Übungen zum kostenlosen Download.

Heilende Hände
Aktiviere Deine Heilkraft durch die Energie aus dem Universum

Weisst Du eigentlich, dass Dir das Universum eine ganz besondere Kraftquelle in unerschöpflicher Menge zur Verfügung stellt? Einfach durch die Heilkraft Deiner eigenen Hände. In vielen Zivilisationen ist die Überzeugung, mit den Händen Heilkraft übertragen zu können, weit verbreitet und die Anwendung wird seit vielen Jahrhunderten praktiziert. In den Schriften und Bildern der Ägypter ist diese Tradition bereits vor elftausend Jahren zu finden; auch bei den Römern und Griechen wurde auf diese Art der Heilung vertraut.

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Zusätzlich findest Du in der Bibliothek unter den Rubriken „NLP Grundlagen” und „NLP Formate” jede Menge an Information. Die angebotene Menge an Information könnte durchaus den Eindruck erwecken, dass mit etwas Aufwand zu Hause und ALLEINE der gleiche Erfolg zu erzielen wäre wie bei einem tatsächlichen Besuch meiner Workshops. Das ist so nicht richtig. Lies weiter und Du erfährst, was Du mit dem Ansehen des Online Practitioner erreichen kannst — und was nicht. Zusätzlich bekommst Du eine Anleitung von mir, in welcher Form Du üben kannst, damit sich die Wirkung des Online Practitioner verstärken lässt. In zweiten Teil dieses Artikels gebe ich Dir allgemeinere Tipps zur Physiologie und Organisation Deiner Übungen.

Kann ein Video den Besuch eines Workshops ersetzen?

NLP ist ein Modell für die effektive Kommunikation mit anderen Menschen. Schon alleine diesen Grundsatz vergessen viele Interessierte. Selbstverständlich sind dazu Kenntnisse über die Prozesse vonnöten, die der „Erstellung von Realität” dienen. Und selbstverständlich — besonders wenn Du beginnst, Dich mit NLP zu befassen — sind diese Prozesse auch sehr interessant in Bezug auf die Informationen für Dich selbst. Alleine die Submodalitäten zu erforschen ist wie Amerika und Australien gleichzeitig zu entdecken. Und klar, dass Dich zum Beginn die neuen Erkenntnisse sehr stark beschäftigen. Doch all dieses Wissen und all die Fähigkeiten sind im Ende darauf angelegt, den Umgang mit ANDEREN Menschen einfacher zu machen. Ohne es also direkt auszusprechen, liegt auch der tiefere Sinn des NLP Practitioner darin, Dir den Umgang mit anderen Menschen modellhaft anschaulich zu machen und damit zu erleichtern.

NLP Übungen und Onanieren

Weitaus die meisten Übungen während des Practitioner haben mit der Intensivierung dieser „Zwischenmenschlichkeit” zu tun, die wenigsten Übungen verlangen eine Beschäftigung ausschließlich mit Dir selbst. Darf ich etwas drastischer in meinen Erklärungen werden? Ich nehme dazu wieder einmal meine sexualpsychologischen Erfahrungen zu Hilfe. „Ist Onanieren schädlich?” werde ich oft von postpubertären Jungs gefragt, deren Sexualaktivitäten noch nicht so auf andere Menschen bezogen sind. Ich antworte darauf: „Nein, schädlich ist es nicht, aber es schadet Dir!” Nein, ich meine jetzt nicht die gruseligen Geschichten von verdünntem Rückenmark oder Haaren auf dem Handrücken, das gehört in den Bereich der Mythen. Organisch glaube ich fast mit Sicherheit sagen zu können, dass eine normale Frequenz (naja, so vielleicht zwei Male in der Woche) keinen körperlichen Schaden anrichtet. Aber im Hirn passiert eine Menge.

Das, was Dich als Persönlichkeit ausmacht, ist das Ergebnis eines Prozesses, den Psychologen als Sozialisation bezeichnen. Also das Reifen der Persönlichkeit durch den Austausch mit anderen Menschen. Wer sich nur mit sich selber austauscht, wird nur in seiner eigenen Welt zum König. Wenn er fest davon überzeugt ist, dieser König zu sein, kann er sich in einen Elfenbeinturm zurückziehen, arrogant werden (Zeichen für zu wenig Kontakt mit anderen Menschen oder die Angst davor) und mit der Welt schmollen, dass sie nicht erkennt, wie toll er sich gemacht hat.

Solche Typen bezeichne ich üblicherweise als „Wichser” und meine das durchaus im mehrdeutigen Kontext. Alle eigenbrötlerischen Prozesse fördern diese „Beschäftigung” mit sich selbst, auch die Onanie zählt dazu. Meistens ist es dann dieser Typus von Mensch, der mich um Rezepte bittet, gaaaaanz toll im NLP zu werden, aber nur für sich selber. SELBSThypnose, SELBST NLP lernen, all das soll ohne den sozialen Abgleich funktionieren —  und ist deshalb eigentlich sinnlos. Auch als Übender kannst Du alleine ganz einfach zum Besten aller NLP-„Künstler” werden — eben in Deiner Welt, in der Dich niemand korrigiert und keine Probleme auftreten.

Damit es hier einmal gesagt ist: Ich habe überhaupt nichts gegen die Selbsthypnose einzuwenden — wenn Du die hypnotischen Sprachphänomene und die Induktionstechniken an vielen Menschen ausprobiert hast und beherrschst. Dann ist die Selbsthypnose nur eine Unterart, die Dir nützen kann und mir selbst schon viel Nutzen gebracht hat. Denke nur an die Geschichten mit dem „Dr. Chris”, der vor dem Einschlafen zu mir ans Bett kommt. Ebenso verhält es sich — und nun kommen wir zum Thema — mit den NLP Übungen.

Erste Tipps zum Üben alleine und zu zweit

Wenn Du nur mit Dir selbst üben kannst, nimm Dir einfach das Übungsbuch zum Practitioner zur Hand und mache die darin beschriebenen Hausaufgaben. Jeden Tag einen Abschnitt, dazu ist nur wenig Zeit nötig und das ist eine Beschäftigung mit Dir selber, die ich für sinnvoll erachte. Ansonsten gilt der wichtigste Grundsatz zum Üben zu Hause: Übe immer mit jemand anderem. Am besten ist es, wenn Dein Übungspartner keine Erfahrungen im Modell von NLP hat. Dann erklärst Du ihm die Übung und den Zusammenhang und die Hintergründe und lernst dabei selbst eine Menge. Wenn Dein Übungspartner die Übung verstanden hat, hast Du die Übung von allen Seiten durchdrungen.

Noch besser ist es natürlich, zu dritt zu üben. Im Übungsbuch findest Du für diese Konstellation häufig Hinweise. Bestimmt kennst Du die Theorie der Spiegelneuronen. Eine Erklärung dazu findest Du weiter unten. Die Theorie nützt Dir in der praktischen Anwendung. Zwei Partner üben miteinander, der dritte beobachtet und nach der Übung tauscht Ihr euch gegenseitig aus. Ich finde es immer wieder überraschend, wie unterschiedlich die Wahrnehmungsebenen der einzelnen Übungspartner sind.

NLP Übungsabende und Peergroups

Noch viel besser ist es, einen NLP Übungsabend zu besuchen. Im Internet findest Du viele Angebote dazu. Wenn Du in Deiner Stadt nichts findest, kannst Du selbst einen Übungsabend organisieren. Wie das geht? Hier findest Du eine Anleitung. Der große Vorteil beim Üben mit mehreren Gleichgesinnten ist die beständige Herausforderung, mit anderen Menschen zu üben. Jeder Mensch bringt ja seine eigene Realität mit in die Übungen ein und es erfordert eine bestimmte Art von Flexibilität, die einzelnen Realitäten so zu berücksichtigen, dass die Übung für Dein Gegenüber zum Erfolg wird.

Noch viel viel besser ist es natürlich, im Umfeld des NLP Practitioner an den Übungsnachmittagen teilzunehmen. Dort sind die Übungen nach einem sinnfälligen Muster zusammengestellt, es gibt Trainer und Master, die Dir Erklärungen geben können und es gibt ja vorher meine Ausführungen und Erklärungen dazu und danach eine Integrationstrance. Aber das ist Dir sicherlich bewusst, hier geht es ja auch um das Üben zu Hause.

Eine weitere, wirklich gute Möglichkeit des Übens besteht darin, einem guten Freund von einer Übung zu erzählen und sie gleichzeitig mit ihm zu machen. Dazu gibt es im Englischen das NLP Fachwort „Conversational Change” und Du kannst unter dem Stichwort „Sleight of Mouth” jede Menge Nützliches dazu im Internet finden. Kurze Info: Das SOM Pattern Modell hat Robert Dilts entwickelt, also ist er eine gute Referenz. Ich finde es eine gute Idee, selbst Erfahrungen zu sammeln, bevor Du vielleicht zu seinem Buch greifst. Dann präsentieren sich Dir viele seiner Konzepte sehr viel einleuchtender …

So, ich hoffe, ich habe meine Argumente heute überzeugend dargelegt. Wenn Du also begonnen hast, Dir den kostenlosen Online Practitioner anzusehen, solltest Du die Initiative ergreifen, Dir das Übungsbuch herunterladen, ein paar Freunde einladen und zu üben beginnen. Damit wirst Du den Nutzen des Ansehens um ein Vielfaches verstärken. Ja, ich weiß schon, das ist mühsam. Für viele Interessierte ist es ja schon genug, sich nur die Videos anzusehen und von den vielen Glaubenssatzveränderungen, Hintergrundinformationen und Geschichten zu profitieren. Das ist jedoch nicht einmal die halbe Miete. Die bekommst Du, wenn Du zusätzlich mit Freunden die Mühe des Übens auf Dich nimmst. Solltest Du am Üben Deinen Spaß gefunden haben und vielleicht nicht genug Zeit oder Geld haben, den Practitioner zu besuchen, dann kannst Du Dir ganz einfach Bücher im Internet besorgen, die eine Menge an sinnvollen Übungen beinhalten. Oder natürlich Du liest die Artikel auf dieser Webseite. Ich habe etwa 60 unterschiedliche Übungen darin eingeflochten. Viel Spaß beim Üben.

Wie lange braucht es zum Meister?

Wenn Du bis hierher gelesen hast, interessieren Dich vielleicht noch einige allgemeinere Gedanken zum Thema „Üben” und „Selbstdisziplin”. Ich habe vor kurzem Malcom Gladwells Buch gelesen: Überflieger (besser in Englisch: Outliers). Bestimmt hast Du schon von seinen oft aus dem Buch zitierten 10.000 Stunden Übung gehört, die man bräuchte, um es in einer beliebigen Disziplin zur Meisterschaft zu bringen. Er führt berühmte Namen als Beispiel an und zeigt auf, wie lange diese Menschen VOR eben jener Meisterschaft, die sie berühmt gemacht hat, geübt haben. Die magischen 10.000 tauchen dabei immer wieder auf.

Weniger bekannt ist, dass die Studie, auf die er sich bezieht, in Berlin entstanden ist. Und zwar an der Hans Eisler Hochschule für Musik. Ein Team von Wissenschaftlern hat Geigenschüler vergangener Jahre erfasst und nach ihrer Übungszeit im bisherigen Leben befragt. Die Absolventen waren Musiklehrer, Orchestermusiker oder Solisten geworden. Nun rate mal, wie viele Stunden des Übens es zum Solisten brauchte. Was Malcom Gladwell jedoch weniger interessierte, weil er es für seine Argumentation nicht brauchte, war die QUALITÄT dieser Übungszeit. Und darüber will ich hier sprechen und Dir ein paar gute Tipps dazu mit auf den Weg geben. Diese Tipps nützen Dir auch, wenn Du nicht gleich die Meisterschaft in einem Fache anstrebst (überprüfe Deine Glaubenssätze!!).

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Entscheidungskriterien und nötiger Zeitrahmen

Meine Ratschläge beziehen sich auf das Lernen eines Instruments und sind auch auf andere Fachgebiete übertragbar. Der Anwendungen gibt es viele — im weiteren Sinne zählt auch das Lernen und Üben zur Perfektionierung Deiner Fähigkeiten im Modell von NLP dazu. Gestatte mir, Dir meine Erkenntnisse anhand von zwei Beispielen vorzustellen. Einmal kannst Du annehmen, ein Instrument erlernen zu wollen, zum anderen kannst Du Dir vorstellen, Yoga perfekt erlernen zu wollen. Beide Male gehe ich davon aus, dass Du blutiger Anfänger bist.

Für einen Anfänger ist es wichtig, über Entscheidungkriterien zu verfügen, mit denen Du spielend herausfinden kannst, ob das Lernen einen längeren Einsatz von Zeit und Energie lohnt. Am besten setzt Du Dir von Anfang an einen Zeitrahmen. Danach kannst Du entscheiden, ob Du von da ab wirklich mit vollem Einsatz üben wirst, oder ob Du ein Dilettant (ital. dilettare aus lat. delectare — aus Freude am …) bleiben möchtest. Daran ist ja per se nichts Schlechtes, solange Dir die Beschäftigung Spaß macht. Das richtige Üben ist für Dilettanten und Meisterschüler von großer Notwendigkeit. Wenn schon (üben), denn schon (ordendlich üben), sagt der Volksmund. Hierbei kannst Du viel von den Leistungssportlern lernen.

Aufwärmen vor dem Üben

Zum Beispiel ist es für die Leistungssportler wichtig, dass Du die beanspruchten Muskeln vor dem eigentlichen Üben dehnst und erwärmst. Das gilt auch für geistige Arbeit. Auch ich setze mich nicht an den Computer und schreibe „mal schnell” einen Artikel herunter. Zu meinem persönlichen Tagesrhythmus gehört es beispielsweise, zum Frühstück eine Stunde lang die Tageszeitung zu lesen — damit das Gehirn warm wird. Bevor ich mit dem Schreiben des Artikels beginne, wärme ich mich auf. Ich schreibe einfach los und notiere, was mir in den Sinn kommt. Plötzlich kommt der erste Gedanke zum eigentlichen Thema, den ich dann sehr schnell und einfach zu Papier (Computer) bringen kann. Natürlich gilt auch hier: Was Du schreiben willst, musst Du zuerst gedacht haben.

Im Yoga gibt es zum Aufwärmen den Sonnengruß. Er wärmt den Körper auf, nachdem Du ihn mit Atemenergie (Pranayama) aufgeladen hast. Es ist schon erstaunlich, wie viele begeisterte Anhänger des Yoga diese grundlegende Regel des Aufwärmens wenig beachten und sich dann über „schädliches Yoga” und Muskelzerrungen beklagen. Auch dem Musiker ist es dienlich, sich vor Beginn der Übungszeit zu strecken und zu dehnen. Vielleicht würden zwei bis drei Zyklen des Sonnengrußes und einige atemenergetische Übungen auch ihm mehr nutzen, als sie ihm schaden würden.

Das Üben in Zeitlupe

Dann, positiv aufgeladen, kannst Du mit dem Üben beginnen. Beginne langsam und höre auf Deinen Körper. In Leistungssportarten wie Golf oder Fußball gehört es schon lange zur guten Tradition, erst einmal gaaaaaanz langsam den grundsätzlichen Bewegungsablauf zu üben und seinen Ablauf ins Unbewusste einzuschleusen. Danach, ganz allmählich kannst Du schneller und dynamischer werden. Zeitlupe ist in vielen Fällen ein wundervolles Hilfsmittel.

Auch beim kreativen Schreiben nützt Dir diese Zeitlupe. Bewaffne Dich einfach einmal mit einem guten Füller und einer Kladde, setze Dich an einen Tisch und beginne, von Hand zu schreiben. Die ersten zehn Minuten kannst Du darüber schreiben, was in den letzten Stunden passiert ist — einfach das, was Dir in den Sinn kommt. Dann allmählich immer mehr auf den Punkt schreibend, wird Dir auffallen, dass Du beim langsamen Schreiben mit der Hand (Zeitlupe sic!) sehr viel mehr Zeit zum Nachdenken WÄHREND des Schreibens hast als beim Schreiben auf der Tastatur des Computers. Schon Heinrich von Kleist hat in seinem Brief: „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“ auf ähnliche Phänomene Bezug genommen.

Auch in der Musik: Genauso kannst Du einen Pralltriller (das Wort und das Ding gibt es wirklich) bei Scarlatti oder ein langes Tremolo von Franz Liszt oder die furchtbar komplizierten Handüberquerungen bei Shostakovich und Skrijabin langsamst beginnen und Deine Finger an den Ablauf gewöhnen. Und auch beim Yoga: Nimm Dir einmal zehn Minuten Zeit für eine einzige Stellung, beispielsweise eine, die Dehnung erfordert. Geh bis zur Grenze dessen, das Du aushalten kannst, und warte einfach ab. Nach einiger Zeit wirst Du bemerken, dass Deine Muskeln und Sehnen im Atemrhythmus nachzugeben bereit sind. Wenn Deine Muskeln erwärmt sind, wird nichts Schaden nehmen. So kannst Du viel schneller eine hervorragende Haltung erreichen und Deinem Körper viel Gutes tun. Das ist zwar nur im übertragenen Sinne eine Übung mit Zeitlupe, aber durch Quervergleiche kommt oft auch Sinnvolles zum Vorschein.

Was ist eine sinnvolle Übungseinheit?

Was ist eigentlich eine sinnvolle „Einheitsgröße” für eine Übungseinheit? Ganz einfach: etwa 45 Minuten. Bei körperlichen Übungen steht dann eine kurze Pause an, gerade so lange, dass der Körper nicht abkühlt, das sind etwa zehn Minuten. Ähnliches gilt für geistige Übungen. Wenn Du am Computer schreibst oder ein Instrument übst: kauf Dir einen großen, blauen und aufblasbaren Medizinball. Dann kannst Du Dich in Deiner Pause auf dem Rücken über den Ball legen und Deinen Brustkorb aufdehnen. Beim vornüber gebeugten Schreiben oder beim Üben schleicht sich nämlich schnell eine schädliche Fehlhaltung ein, die im Verlaufe der Zeit zu Schmerzen zwischen den Schulterblättern und im Sakrum führen kann. Beim Üben mit der Geige zum Beispiel macht es auch Sinn, im Sitzen auf dem Ball zu üben.

Eine der wichtigsten neurophysiologischen Erkenntnisse sind die so genannten Spiegelneuronen. Nach dem aktuellen Forschungsstand bildest Du bereits Neurosynapsen für Fähigkeiten aus, wenn Du einer zu erlernenden Tätigkeit einfach nur zusiehst anstatt sie aktiv zu üben. Glücklicherweise ist youtube nicht nur für sinnlose Spaßvideos gut, sondern es finden sich auch jede Menge erklärender Filme, die es Dir erlauben, einem Meister bei der Arbeit zuzusehen.

Ich habe mir zum Beispiel den Umgang mit der Kugelhantel (Kettlebell) ausschließlich dadurch beigebracht, dass ich mir etwa zehn Kurzvideos bei youtube ansah und aus den verschiedenen Erklärungen und den damit verbundenen Glaubenssystemen ein für mich passendes Erklärungsmodell zusammenzimmerte. Das funktionierte von Anfang an fast perfekt, als ich tatsächlich mit einer solchen Hantel hantierte.

Das stumme Üben

Egal, wofür Du übst, das stumme Üben, wie in der Musik das Partiturstudium genannt wird gehört dazu. Für diesen Artikel möchte ich diesen Ausdruck auf alle Medien erweitern. Inklusive dem tatsächlichen Zusehen (also live) eines Meisters. Auch das Lesen in einem Yogabuch oder in anderen „How to …”-Büchern zähle ich zum stummen Üben. Pass allerdings auf, dass dem stummen Üben auch Aktion folgt, sonst verläuft die Bildung von Spiegelneuronen im Sand, statt sich sinnvoll mit tatsächlicher Kompetenz zu verknüpfen.

Passives Üben  dagegen ist ein Ausdruck, den ich dem Modell von NLP entnommen habe. Wäre ja auch gelacht, wenn NLP in diesem Artikel keine Rolle spielen würde. Wenn Du Dir, bequem auf der Couch liegend, vorstellst, wie Du Dich während Deiner Teilnahme am Practitioner perfekt üben siehst und Dich dann in Deinen Körper begibst, dann nenne ich diese Visualisationstechnik „das assoziierte Üben durch Visualisieren”. Weil das Gehirn keinen Unterschied zwischen Vorstellung und tatsächlichem Geschehen macht, könnte es sein, dass Du auf diese Weise schneller zu Kompetenz kommst als mit „normalen” Mitteln.

Und zum Schluss eine Binsenweisheit: Üben sollst Du motiviert! Ohne Motivation und Spaß gibt es keinen langfristigen Erfolg UND es ist Energieverschwendung. Wissenschaftler der University of Michigan fanden heraus, dass Kinder um so bereitwilliger üben, je mehr sie vermittelt bekamen, dass ihnen dies später nutzen würde. Amerika ist zwar ein anderes Land, aber es lohnt schon zu überlegen, WOFÜR Du übst.

Ich kenne einen Starpianisten, dessen Motivation es über viele Jahre hin war, die Nocturnes von Frederic Chopin perfekt spielen zu lernen, um Frauen davon zu überzeugen, anderweitig mit ihm weiter zu üben. Das mit den Frauen klappte schließlich und „nebenher” wurde er im Klavierspiel so gut, dass er heute berühmt ist und sein Vermögen damit gemacht hat. Wie Du siehst, ist der Grund für Deine Motivation zum Üben nicht so wichtig, er ändert sich eh öfters.

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