Lerne Geschichten spannend zu erzählen

Tipps für packende Erzählungen und Storrytelling

Wie Du lernst, eine gute Geschichte zu erzählen. Kannst Du eine Geschichte so packend erzählen, dass sie Deine Zuhörer begeistert? So sehr, dass die vermittelten Inhalte für immer im Gedächtnis der Menschen hängen bleiben. Das ist die grosse Kunst der metaphorischen Vermittlung von Wissen. Du kannst Deine Geschichte so gestalten, dass Du  Wissen vermittelst,  Erfahrungen teilst und vermeintlich nebenbei wichtige Glaubenssätze und das Werte-Gefüge Deiner Zuhörer veränderst. Wenn Du Menschen zu positiven Veränderungen motivieren willst, ist es deshalb sinnvoll, Deine Ziele in spannende Geschichten zu verpacken. Willst Du lernen, wie persönliche Veränderung durch erzählte Metaphern funktioniert? Dann beginnt Deine Reise mit den Geschichten, die Du Anderen erzählst. Sie transportieren Deine Inhalte.

Storytelling: Einfach Geschichten erzählen Buch

Ganz am Anfang steht deshalb Deine Fähigkeit, eine Geschichte packend zu erzählen. Diese Fähigkeit, hilft dem Verkäufer, Kunden für sein Produkt zu begeistern; dem Chef, sein Team zu motivieren, dem Präsenter, sein Projekt vorzustellen, es hilft dem Bewerber, den Personalleiter zu überzeugen und dem Lehrer, seinen Schülern fundiertes Wissen und die richtigen gesellschaftlichen Werte zu vermitteln. Wo auch immer DU beginnst: gute Geschichten werden seit Anbeginn der Menschheit erzählt. Die frühesten geschriebenen Zeugnisse der Menschheit aus Indien und dem Zweistromland sind aufgeschriebene Geschichten mit ihren moralischen Konsequenzen. Auch die Bibel transportiert die Glaubenswerte, die sie vermitteln will, über Geschichten, die durch Jahrtausende überliefert wurden.

Geschichten spannend erzählen lernen im Video

Viele Besucher früherer Workshops haben mir berichtet, dass sie mit ihren Freunden und Familienmitgliedern nun gerne und öfters mehr Zeit mit Plaudereien und Gesprächen verbringen. Sie erzählen dabei auch von ihren Erlebnissen im Workshop und wünschen sich, ihre Geschichten ganz allgemein spannender erzählen zu können.

Oft ist es ja so, dass über Deine Fähigkeit, konkrete Inhalte in spannende Erzählungen verpacken zu können, großer Erfolg im Leben möglich wird. Wer spannend erzählt und unterhält, wird allseits geschätzt und gemocht. Ja, tatsächlich glaube ich fest daran, dass Bekanntschaften, Freundschaften und sogar dauerhafte Beziehungen aus dieser Fähigkeit entstehen. Aber wer will schon gemocht werden, nicht wahr … :-) Vielleicht beschäftigst Du Dich mit dem heutigen Artikel und beginnst die Fähigkeit in Dir zu entwickeln, jederzeit eine spannende Geschichte erzählen zu können. 

Die Dramaturgie einer guten Geschichte

Damit Du eine gute Geschichte erzählen kannst, solltest Du darüber nachzudenken, wie Du ihren Handlungsverlauf gestaltest. Das Fachwort dafür ist Dramaturgie. Die klassische Dramaturgie der Handlung einer guten Geschichte, wie wir sie heute kennen, wurde in Griechenland entwickelt. Auch wenn die Inhalte Deiner Geschichte in der Gegenwart spielen, so folgt eine gut gestaltete Geschichte noch immer den Regeln der klassischen griechischen Dramaturgie.

Wenn Du das griechische Wort für Drama wörtlich übersetzt, bedeutet es eigentlich nur „Handlung“. Dramaturgie in unserem Sprachgebrauch meint aber mehr. Es bedeutet, dass die Handlung einer Geschichte so konstruiert ist, dass sie einen Spannungsbogen erzeugt. Der Zuhörer bleibt aufmerksam und aktiv bei „der Sache“. Der Spannungsbogen einer guten Dramaturgie folgt der Handlung der Heldensage.

Jede gute Geschichte ist am Ende wie die klassische Heldensage aufgebaut. Das klingt konstruiert und kompliziert. Stimmt aber nicht. Wenn Du Dich für die Hintergründe interessierst und wissen willst, wo sich die Elemente der griechischen Heldensage in unserer Zeit in Theater, Kino und in Streamingdiensten wiederfinden, gibt Dir das Buch von Joseph Campbell darüber Auskunft. Es heißt: „Der Heros in tausend Gestalten.“

Das ist ein Buch mit vielen Seiten und es geht auch erst einmal einfacher. Beginne damit, aufmerksam Dein Umfeld zu beobachten und lausche den Geschichten, die Dir gute Freunde erzählen. Da findest Du jede Menge Geschichten, die den Prinzipien der Heldensage verpflichtet sind. Wenn sie interessant erzählt sind, hat sie Dein Gegenüber unbewusst schon so gut aufgebaut, dass sie die wichtigen Elemente einer dramaturgisch gut gestalteten Geschichte bereits enthalten.

Wichtige Elemente Deiner guten Geschichte

Wahrscheinlich kennst Du die nachfolgende Struktur auch schon aus Hollywood Filmen, Fernsehserien, Bestseller-Büchern und vielen anderen Bereichen. Dort spielen gute Geschichten naturgemäß eine wichtige Rolle. Die zentralen Elemente einer guten Geschichte sind:

  1. Eine emotional bedeutende Ausgangssituation.
  2. Eine sympathische, handelnde Hauptfigur.
  3. Im Verlaufe der Handlung überwundene Konflikte und Hindernisse.
  4. Eine dynamische Entwicklung mit einem vorher-nachher-Effekt.
  5. Einem Höhepunkt, der in der Moral der Geschichte endet.

Mit etwas Beobachtungsgabe, wie Du sie auch in der Grundausbildung im NLP lernst, schöpfst Du aus den Erlebnissen Deines Alltags jede Menge an lebendigen und ergreifenden Geschichten.

Oft werde ich gefragt, ob Du denn all die Geschichten selbst erlebt haben musst? Meine Antwort: Karl May war auch nie bei den Indianern. Die Authentizität der wahren Geschichten, der True Stories jedoch, wie sie im Fachjargon genannt werden, wirkt stark auf die Aufmerksamkeit Deiner Zuhörer. Märchen hat Dir Oma bereits erzählt, die wahre Geschichte Deines Erfolges und der Hindernisse, die Du überwunden hast, sie interessiert Deine Zuhörer viel mehr.

Genius: Intuition trifft Intelligenz
Modeling und Metaphern für gesteigerte Geistesaktivität

Was ein Mensch kann, kann jeder Mensch können. Damit er Erfolg berühmter Menschen transportiert werden kann, wurde eine spezielle NLP-Technik zur Analyse menschlicher Fähigkeiten entwickelt: Das Modeling. Es analysiert das erfolgreiche Verhalten und die Strategien berühmter Menschen. Die extrahierten, optimierten und erweiterten Strategien habe ich zu einer "Meta Strategie" zusammengefasst und Dir in diesem Workshop zugänglich gemacht. Genie einfach für Jedermann, auch für Dich!

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Praxistipps für eine spannend erzählte Geschichte

So, und deshalb kommen wir jetzt ins MACHEN. Beginne einfach jetzt damit, bei jeder Gelegenheit Geschichten zu erzählen. Das mag Dir anfangs schwer vorkommen, übt sich jedoch schnell ein. Als ausgezeichnetes  und kritisches Publikum eignen sich Kinder. Wenn Du in leuchtende Augen siehst, wenn alle Kinder ruhig und still sitzen und Du eine Stecknadel fallen hören würdest, dann bist Du richtig unterwegs. Wenn sich die Kinder langweilen, wenn sie zu streiten beginnen und krakeelen, hast Du Nachhilfe nötig.

Wenn Dir das bisher Geschriebene zu theoretisch war, kannst Du bestimmt mit einigen der nachfolgenden Tipps etwas anfangen. Du kannst Dir vielleicht jeden Tag oder jede Woche ein anderes Thema vornehmen und in Deine Geschichten einbauen. Schließlich beginnst Du ja sofort damit, Deine Inhalte in spannende Geschichten zu verpacken. Die nachfolgenden Tipps haben auch mir geholfen, meine Fähigkeiten, gute Geschichten zu erzählen weiter zu entwickeln.

1. Hole Deine Zuhörer ab

Als guter Geschichtenerzähler holst Du Deine Zuhörer auf Augenhöhe ab. Du vermittelst Empathie. Idealerweise geschieht dies direkt mit dem Einstieg. Du kannst dazu die „wahren Wahrheiten“ nutzen. Das sind Bemerkungen und Sätze, von denen Du annehmen kannst, dass sie für die gesamte Gruppe der Zuhörer gelten. Beispiel: „Guten Tag, was für ein schöner Tag draußen. Ich nehme an, Sie, lieber Zuhörer würden gerne einen so schönen Tag draussen verbringen, wenn es nicht einen wichtigen Grund gäben, hier zu sitzen. Ihr Interesse vorausgesetzt werden wir uns heute mit xyz beschäftigen. Ich verspreche Ihnen, es wird ein spannender Tag werden….“ Erkennst Du das Prinzip?

2. Warum erzählst Du diese Geschichte?

Was ist Deine Botschaft? Was möchtest Du Deinen Zuhörern mit auf den Weg geben? Wohin willst Du mit Deiner Geschichte gelangen und: welches Ziel willst Du mit Deiner Geschichte erreichen? Beginne beim Ende und stelle Dir die Frage, was Deine Zuhörer gelernt und gefühlt haben sollen. Dazu fällt Dir sicherlich eine passende Geschichte aus Deinem Leben ein, die eine solche Moral beinhaltet. Schliesslich hast DU Dich ja meist auch schon mit solchen Fragen beschäftigt.

3. Bleibe authentisch

Deine Geschichte muss zu Dir passen. Sie soll Dich, Deine Persönlichkeit und Deine Werte widerspiegeln. Es funktioniert nicht, Wasser zu predigen und selbst Wein zu trinken. Das merken Deine Zuhörer schnell. Die beste Basis bildet eine selbst erlebte Geschichte. Diese darfst Du durchaus dramaturgisch verändern, anders gewichten oder nötige Elemente einer anderen, selbst erlebten Geschichte hinzufügen. Hauptsache, Du hast alle Elemente irgendwo und irgendwann selbst erlebt. Damit kannst Du die Teile Deiner Geschichte farbig und detailreich erzählen.

4. Lasse Deine Zuhörer teilhaben

Bewegende Geschichten sind häufig indirekt interaktiv aufgebaut. Sie lassen den Zuhörer zu einem Teil der Handlung werden. Dazu kannst Du beispielsweise Sprachmuster aus dem Modell von NLP nutzen. Du kannst Deine Geschichte in der Ichform beginnen: „‚Eines Tages wanderte ich in den Alpen. Der Weg wurde steiler und steiler, bis plötzlich nur noch ein schmaler, in den Felsen geschlagener Steig weiter führte.“

So hast Du die Geschichte gut eingeleitet. Jetzt ist die Zeit zur Teilhabe Deiner Zuhörer gekommen. Du versetzt den Zuhörer direkt in die Situation, indem Du die Sätze in der Satzstruktur seines internen Dialogs sprichst: „Oh Mann ist das tief! Ob ich mich da hinüber gehen traue? Na schön, ich versuche es einfach einmal….!“ Verstehst Du das Prinzip? Ein klug eingebauter Perspektivwechsel und die entsprechende wörtliche Rede versetzt Deinen Zuhörer als handelnden Teil mitten in die Situation.

5. Mache Dich angreifbar – erzähle persönliches

Für eine gute Geschichte wirst Du etwas von Dir preisgeben müssen. Teile Deine Ängste und Sorgen mit den Zuhörern. So gibst Du Deinem Publikum die Chance, sich mit der erzählten Situation emotional zu identifizieren. Auch wenn Du anfangs vielleicht etwas Mut dazu brauchst: Denke daran, dass niemand Dir glaubt, wenn Du einen perfekten Menschen ohne Fehl und Tadel vorspielst. In jeder guten persönlichen Geschichte findet sich der Zuhörer – auch mit seinen Schwächen – ein Stück weit wieder.

6. Emotionen: Sprich das Herz Deiner Zuhörer an

Eine wirklich gute Geschichte provoziert emotionale Reaktionen beim Publikum. Ob sie lachen, weinen oder wutentbrannt aufschreien ist am Ende egal. Wichtig ist, dass Du sie mit Deiner Geschichte mitreißt. Emotionen verbinden die Zuhörer miteinander und Dich mit Deinen Zuhörern. Wer gemeinsam lacht, fühlt sich für einen Moment der ganzen Gruppe verbunden.

7. Sprich den Verstand Deiner Zuhörer an

Eine gute Geschichte ist nicht nur dazu da, das Publikum zu unterhalten. Eine gute Geschichte regt Deine Zuhörer zum Denken und Nachdenken an. Sie bietet Einsichten, Orientierung und Wertevermittlung.

8. Halte Deine Versprechen

Der größte Fehler, den Du machen kannst, besteht darin, die Erwartungen Deines Publikums nicht zu erfüllen. Meist hast Du diese Erwartungen ja auch ins Leben gerufen. Wenn Du etwa eine Frage stellst, wenn Du ein Problem erläutern willst, wenn Du etwas aus dramaturgischen Gründen auf später verschiebst: löse die Rätsel auf, die Du Deinen Zuhörern gegeben hast. Es gibt kaum etwas Frustrierenderes für Deine Zuhörer, als eine versprochene Antwort am Ende nicht zu bekommen. Deine Zuhörer schenken Dir Zeit und Du darfst Deine Geschichte erzählen. Willst Du, dass Deine Zuhörer glauben, sie hätten ihre Zeit verschwendet?

9. Erzähle farbig und detailreich

Nutze Eigenschaftswörter: „Vor ein paar Tagen war ich im Wald unterwegs. Plötzlich sah ich einen schönen Baum!“ – Na, das kannst Du bestimmt besser, oder?

„Im dämmrigen Zwielicht der anbrechenden Nacht war ich auf müden Füssen unterwegs. Da streckten mir die Bäume ihre dürren Äste entgegen. Eine alte, knorrige Eiche mit tiefhängenden Zweigen rief mir entgegen: Wohin des Weges, Du später Wanderer?“

Das ist nicht nur poetisch sondern auch sehr detailreich erzählt. Der Text ist nicht von mir, Theodor Fontane hat das geschrieben. Viele genaue Details und passende Eigenschaftswörter wecken die Fantasie Deiner Zuhörer zum Leben und starten einen Film im Kopf und bleiben nicht nur bei den Bildern. So, das waren meine Ratschläge für eine gute Geschichte.

Nur Übung macht den Meister

Ich habe es weiter oben angedeutet: Du kannst diesen Artikel auswendig lernen und trotzdem immer noch langweilige Geschichten erzählen. Der Weg zum guten Geschichtenerzähler führt nicht über das Lesen von Büchern, sondern über das Üben, Üben und nochmals: das Üben. In nahezu jeder Situation ist es mir lieber, meine Ideen, Überzeugungen und Theorien in eine gute Geschichte zu verpacken. Dann weiss ich, dass mir meine Zuhörer folgen werden. Und so wird es auch Dir ergehen – wenn Du übst.

Ich schlage Dir vor, bevor Du viele Bücher zum Thema liest, erst einmal für ein paar Tage oder sogar Wochen jede Menge an Geschichten zu erzählen. Wenn Du dann die Bücher liest, wird sich der vermittelte Inhalt viel direkter erschließen. Das nennt man in der Fachsprache: sensorisch basiertes Lernen. Mit vorher gemachten Erfahrungen fällt Dein Lesestoff an den richtigen Platz. Vielleicht reisst Du Dich einfach einmal aus Deiner abendlichen Einsilbigkeit, schaltest den Fernseher ab, öffnest eine gute Flasche Wein und beginnst Deine Geschichte mit den Worten „Also, ich muss Dir mal erzählen, was ich heute erlebt habe….!“

Es mag durchaus sein, dass Dein Partner erst einmal große Augen macht. Neben einem schnell verflogenen Abend bekommst Du die Befriedigung, etwas für Deine Beziehung getan zu haben und zusätzlich etwas gelernt zu haben. Und wer weiß, vielleicht öffnet sich danach das Tor für eine weitere, gute Geschichte. Du glaubst mir nicht? Probiere es einfach aus! Lass Dich nicht von möglichen ersten Fehlschlägen entmutigen. Du weisst: Helden brauchen Hindernisse. Du kannst nur gewinnen.

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