Was kann NLP … wirklich? (Interview)

Aufklärungsarbeit für zukünftige Anwender

An die drei magischen Buchstaben NLP werden so viele Erwartungen geknüpft, wie Marketingversprechen diese Erwartungen in die Höhe treiben. Es ist für mich an der Zeit, in diesem Artikel einmal auszuloten, was das Modell von NLP leisten kann und wie DU in den Genuss dieser Leistungen kommst. Leider ist es wie mit vielen anderen Dingen im Leben: Nicht jeder kann die Versprechen einhalten und nicht jeder kann damit umgehen, so ein großes Geschenk zu bekommen.

Das heutige Interview habe ich vor zehn Jahren in einer Serie von fünf Gesprächen mit Sascha Ballach aufgezeichnet. An den behandelten Punkten hat sich so gut wie nicht geändert. Immer noch ist die Person des vermittelnden Trainers der Dreh- und Angelpunkt der Qualität einer NLP Ausbildung. Leider nützen da auch Zwangszeiten der Anwesenheit und „Prüfungen“ wenig. Die Kompetenz und vor allem die Persönlichkeit des Trainers bestimmt, was an NLP bei den Teilnehmern ankommt.

Im Gespräch mache ich deutlich, daß es MIR gerade bei der Grundausbildung, dem NLP Practitioner darauf ankommt, einfache und direkt umsetzbare Techniken, Strategien und Formate zu vermitteln, die direkt im Leben einsetzbar sind. Dabei ist mir der Kontext wichtig, also der Bereich, in dem Du dieses Material einsetzt. Ich nehme viele Erkenntnisse aus der Wissenschaft, der Psychologie, der Wirtschaft und beleuchte sie mit den Augen des NLP.

Im originalen Modell ist NLP ein werteneutrales Modell, das Techniken und Prozesse vermitteln soll. Und dies unabhängig vom Anwendungsfall. Eine Fast Phobia Cure (FPC) soll funktionieren, ohne dass der Anwender die Inhalte der Phobie seines Gegenüber kennt. Was im einen Fall funktioniert, klappt bei mir ganz bestimmt NICHT im Workshopkontext. Ich habe mich entschieden, gerade den Kontext mitzuliefern und Position zu beziehen.

Was nutzt es – um nur EIN Beispiel zu nennen – Kommunikationsmodelle einer effektiven Partnerkommunikation zu lehren, ohne preiszugeben, welche Werte eine gute Partnerschaft erst möglich macht. Ich halte die geforderte „Neutralität“ im NLP für einen der grossen Irrtümer. Der einzelne Teilnehmer wird damit alleine gelassen, im Leben nach Belieben hin- und her zu probieren, damit vielleicht irgendwann einmal eine Technik auch langfristig funktioniert.

Um diese Haltung zu illustrieren gebe ich einige direkt anwendbare Beispiele im Gespräch. Da gibt es zum Ersten eine sehr unkonventionelle Motivationsstrategie, die darauf hinausläuft, mehr Sex zu haben. Mehr verrate ich hier nicht. Ähnlich verhält es sich mit Entscheidungsstrategien und vielen anderen, wichtigen Lebensbewältigungsstrategien.

Wenn ich Dir Lust und Appetit gemacht habe, mehr davon zu erfahren, kann ich Dir nur wärmstens empfehlen, die NLP Grundausbildung zu besuchen. Dieser Besuch kann und wird Dein Leben nachhaltig verändern.

Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose
Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose

Seit über 25 Jahren lehre ich Menschen das Modell von NLP und die Techniken von Hypnose. Ich glaube fest daran das jeder Mensch in sich die Ressourcen trägt um sein Leben selbständig und nach eigenen Maßstäben zu gestalten.

4 Antworten

  1. Was mich auch nicht überzeugt hat, ist, dass die vielen Menschen „jeden Tag versäumen sich etwas zu wünschen“. Warum sollen sie nicht so zufrieden sein, wie es ist? Man kann ja eine Richtung haben im Leben und Absichten, aber braucht man tatsächlich Wünsche?
    Das Problem mit Wünschen ist, dass sie ein Defizit erzeugen, also das Gefühl, dass man von etwas nicht genug hätte, und je mehr man sich da hineinvertieft umso weiter entfernt man sich von der Lösung – von dem Gefühl, es eigentlich schon zu haben, ob es nun um Glück, Mut oder beruflichen Erfolg geht. Das Gefühl, etwas nicht zu können, nicht zu haben, trennt einen von der Lösung. Wobei einen natürlich auch durchaus mehr Dinge von der Lösung trennen können, wie der Nichtglaube an die Möglichkeit zum Beispiel, der ja im Beitrag auch genannt wird. Ich behaupte hiermit nicht, dass das Entfernen des Defizits allein ausreicht. Ich wollte nur ausdrücken, dass es zwar eine erfolgreiche Marketingstrategie sein kann, den Leuten Defizite einzureden, aber dass diese Strategie auf einen selbst angewendet eher kontraproduktiv ist.

  2. Das hat mich nicht sehr überzeugt.

    Der Schlusssatz sagt für mich eigentlich alles: „Da MUSS man natürlich auch was machen.“
    Das Allererste, was ich nämlich in meinem NLP-Grundlagenkurs gelernt habe, war, wie das Gehirn auf die Ansage: „du musst“ reagiert: und zwar in der gleichen Weise, wie wenn jemand sagt: „Ich will dich umbringen.“ (Sicherlich nicht im gleichen Maß.) Und das hat durchaus Logik, weil es ja bedeutet: ich will dich zu etwas zwingen; ich will dir als Person – als dir selbst – keinen Raum geben, also im Prinzip, ich will nicht, dass du als fühlendes, wollendes Wesen existierst – nur als ausführender Roboter – mal auf die Spitze getrieben ausgedrückt, um das Prinzip klar werden zu lassen. Wenn man andersherum zu sich selbst sagt, ich muss, ich müsste, ich sollte oder Ähnliches, dann deutet das einfach auf eine gewisse Schizophrenie hin. Entweder man will etwas oder man will es nicht. Es ist sicherlich eine Frage, sich dessen klar zu werden, was man will, oder anders ausgedrückt, wer man ist, welche der vielen inneren Stimmen nun eigentlich meine eigene ist, wenn es überhaupt eine ist von denen, die ich bisher höre. Aus diesem Gesichtspunkt heraus betrachtet fragt man sich dann auch, wozu man eigentlich Motivationsstrategien brauchen soll. Entweder man will etwas, dann ist man motiviert oder man will es nicht, dann braucht man sich auch nicht zu motivieren.
    Von daher halte ich es auch nicht für so glücklich, wenn sich die Leute dann nach dem Kurs sagen: Ich MUSS unbedingt Klavier oder Englisch lernen. Ich kann mir schon denken, dass damit gemeint ist, dass die Leute dass dann gerne wollen, aber die Ausdrucksweise ist da eben doch ein Unterschied. Das lehrt das NLP ja gerade. Es ist eben nicht das Gleiche, ich muss oder ich will zu sagen. Es fühlt sich anders an und es macht auch einen Unterschied in der Motivation aus.

  3. ja, neutral finde ich gut.

    Mir gefaellt auch Inhaltsfrei:

    – null Namen, null Orte, null Details, null Zeitangaben

    einfach nur Prozesse beschreiben, die so oder aehnlich weitweit stattfinden (stattfinden koennten) und wie man dazu steht:

    – Begehr die zu vergessen
    – Wunsch die Gefuehle dazu zu veraendern
    – Notwendigkeit irgendwie damit umzugehen, damit
    die Folgen, die Energie, die kreisenden Gedanken ein ENDE finden
    – die Prozesse der Ereignisse von diversen anderen Blickwinkeln durcharbeiten, bis ‚Land‘ in sicht ist

    ….

  4. Das erinnert mich an vergangene Zeiten. 2005 war mein erster Workshop bei Dir Chris. Da habe ich viel gelernt … und vieles nicht sofort verstanden :) Aber seitdem lese ich wöchentlich Deinen Newsletter. Danke für Deine kontinuierlich guten Ideen.

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