Wie bist Du zum NLP gekommen und was hat Dich von Anfang an begeistert?
In meiner Tätigkeit als Leiter Kommunikation bei der Firma Uvex Winter Optik wurde ich mit einem Projekt zur Entwicklung einer LED-Brille für eine sogenannte Brainmachine betraut. Die Entwickler hatten frühe Workshops von Richard Bandler in San Diego besucht und schwärmten von „diesem NLP“. Das weckte meine Neugier. Ich recherchierte und fand in Deutschland Klaus Grochowiak, der sich früh intensiv mit NLP beschäftigte. Mit Freunden organisierte ich ein erstes Wochenendseminar. Das war meine erste praktische Begegnung mit NLP.
Ich recherchierte weiter und alle, die ich fragte, rieten mir davon ab, zu Richard Bandler zu gehen. Das machte mich als typischen Gegenbeispielsortierer (NLP Meta-Programme) nur noch entschlossener. Der erste Workshop, den ich bei ihm besuchte, war „Charisma Enhancement“. Das ist die Trainerausbildung. Danach folgten viele weitere Seminare – bis ich schließlich als Assistent in seinem engeren Kreis landete.
Wie haben sich Deine Denkweise und Deine Emotionen mit NLP verändert?
NLP hat mein Denken und meine Sprache geschärft. Das Metamodell der Sprache habe ich konsequent auf mich selbst angewendet und dadurch gelernt, Unschärfen, Verallgemeinerungen und Auslassungen in meiner Kommunikation zu erkennen und zu verändern. Das hat auch mein Denken fokussierter und meine Sprache präziser gemacht. Gleichzeitig habe ich durch die Arbeit mit NLP-Formaten erfahren, dass es möglich ist, dauerhaft bessere Gefühle zu entwickeln – nicht nur kurzfristig, sondern über Jahre und Jahrzehnte hinweg.
Wie hat sich Dein eigenes Verständnis von NLP über die Jahre verändert?
Am Anfang stand das intensive Lernen: Die Arbeit, das Metamodel, das Miltonmodell und die Meta-Programme in meinen Alltag zu integrieren. Weil ich damals schon als Trainer tätig war, konnte ich jede persönliche Erkenntnis sofort weitergeben, denn Lehren ist bekanntlich der schnellste Weg, um Wissen und Erfahrung selbst tief zu verankern.
Später entwickelte ich daraus ein didaktisches Modell, mit dem ich NLP in der deutschen Sprache zugänglich machte. Dafür tauchte ich in die linguistische Feinheiten und die historischen Wurzeln des Modells ein. Mit der Zeit wurde es mir wichtig, NLP einfacher und erlebbarer zu vermitteln. Ich nutzte Demonstrationen, IBAL (Installation Based Accelerated Learning) und die damals neu gefundenen Großgruppenkonzepte, um ein nachhaltiges Lernen zu ermöglichen. Heute lehre ich NLP nicht mehr aus ökonomischem Druck, sondern aus Freude und innerer Freiheit. Ich halte dies für die beste Grundlage für ein intensives Lernen. Mein Ziel ist die Erweiterung des Weltmodells meiner Teilnehmer und die Herausforderung, die eine Konfrontation mit limitierenden Glaubenssätzen mit sich bringt.
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Wie nutzt Du NLP im Alltag und was bringt Dir NLP in Deinem Privatleben, jenseits der Bühne?
NLP ist längst Teil meines unbewussten Repertoires geworden. Ich wende keine NLP-Techniken bewusst an – sie leben in mir. Besonders in Coachings mit Menschen und in der Zusammenarbeit mit meinen Trainern zeigt sich, wie tief das Modell von NLP in mein Denken, Fühlen und Handeln integriert ist. Ich lebe NLP.
Was machst Du mit NLP, um so ein entspanntes und glückliches Leben zu führen?
Ein glückliches Leben entsteht nicht allein durch NLP. Es braucht einen ganzheitlichen Lebensentwurf. Ich achte auf die Prinzipien der „Blue Zones“: eine erfüllte Beziehung mit Raum für gegenseitige Entwicklung, ein starkes soziales Umfeld mit vielen engen Freunden, eine gesunde Ernährung (auch wenn ich gerne zu viel esse), regelmäßige Bewegung und einen flexibler Körper und Geist.
Meine Erkenntnisse aus NLP und der Sexualpsychologie helfen mir, diese Bereiche bewusst zu gestalten und auch meine subbewussten Prozesse so zu optimieren, dass sie mir dienen. Wie genau das geht, beschreibe ich in meinem Buch „NLP für den Alltag“.
Wie hilft Dir NLP, mit Menschen umzugehen, die Dich öffentlich kritisieren oder angreifen?
In meinen Workshops gibt es viele Impulse in kurzer Zeit. Das überfordert manche Teilnehmer. Das Modell und meine Sicht der Welt trifft auf andere Werte und Glaubenssätze. Mit meiner Art polarisiere ich oftmals die konservative Haltung mancher Teilnehmer. Genau das halte ich für meine Aufgabe: eingefahrene Strukturen herauszufordern und Veränderungsprozesse anzustoßen.
Ich bemühe mich, Kritik an mir emotionsfrei zu verstehen, auch wenn ich oft eine Projektionsfläche für den Frust und die Angst meiner Teilnehmer bin. Am schwierigsten für mich sind laute „Wutbürger“, die ihre Ängste einfach und unreflektiert herausschreien und damit den Verlauf des Workshops stören. Doch am Ende entscheidet nicht die Lautstärke über die individuelle Wahrheit der jeweiligen Weltsicht. Ich verstehe mich als jemand, der Angebote macht. Wer sie nicht nutzen will, muss meine Workshops nicht besuchen.
Wie siehst Du NLP in der deutschen Sprache anders als im US-amerikanischen Englisch?
Die englische Sprache ist mehr aktionsorientiert, die deutsche Sprache stärker reflektions- und denkbasiert. Das prägt auch die Vermittlung von NLP. In meinen Trainings lege ich besonderen Wert darauf, den Fokus vom bloßen Reflektieren und Diskutieren ins Handeln zu verschieben. NLP ist ja kein theoretisches Modell. Für mich ist es eine Einladung zum Tun. Entscheidend für mich ist immer, was ich jedem Einzelnen geben kann, damit er mit NLP sein Leben verbessert.