Experimentalhypnose für Anfänger (ENG)

Ein Abendmitschnitt voller NLP Techniken

Im Zuge der Sichtung meiner alten Blogeingträge stolperte ich letzte Woche über meine kleine Präsentation während Richard Bandlers Workshop zur experimentellen Hypnose. Sie fand in Zürich im Theatersaal “Weisser Wind” am 2. November 2006, von 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr statt. Obwohl der Beitrag in englischer Sprache ausgeführt ist, möchte ich ihn Dir hier präsentieren.

News-ExperimentalhypnoseDu kannst ihn dir auf meinem Video Kanal anhören. Als ich die alte Aufnahme vor einigen Tagen erneut anhörte, stolperte ich in diese Aufzeichnung hinein, ich hörte mich fest. Dann begann ich, ihn im Studio erneut zu editieren und zu straffen. Obwohl es nun schon acht Jahre her ist und ich heute manches anders und eleganter lösen würde, halte ich die Inhalte für sehr geeignet, wichtige Erfahrungen über Hypnose und hypnotische Zustände zu vermitteln. Die Aufnahme hat noch Bestand.

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Die Vorgeschichte zu Experimental Hypnosis

In gewisser Weise, wenn Du des Englischen etwas mächtig bist, eignet sie sich darüber hinaus hervorragend zum Studium von nested loops, analogen Markierungen und anderen NLP Grundlagentechniken. Auch für den angehenden Practitioner findet sich viel Nützliches.

Da ich zweifach hin- und rückübersetzt wurde, war es nötig, die Geschichten sehr einfach zu halten. Die wenigen Ebenen der Degression in den Geschichten zeigen Dir sehr deutlich, wie das Prinzip der nested Loops und der verzweigten Ebenen funktioniert. Mittlerweilen haben viele meiner Schüler diese kleine Präsentation transkribiert und sie zum Selbststudium benutzt. Eine Sammlung dieser Transskripte stelle ich dir zum download bereit. Nun folgt der von mir übersetzte und editierte Text des englischen original Blogeintrags:

Vor ein paar Wochen rief mich Ronny Amsler an und fragte mich ob ich als Assistent für den Workshop „experimentelle Hypnose“  in Zürich arbeiten könnte. Er fragte mich ob ich auch „…irgend ein kleines Ding“ auf der Bühne machen könnte, damit mich die Teilnehmer kennenlernen könnten und wissen würden wer ich sei. Ich stimmte beiden Vorschlägen zu.
Nach meiner Präsentation wurde ich von einer Menge an Teilnehmern angesprochen und gefragt, was ich denn da auf der Bühne getan hätte während sie so viele wundervolle Halluzinationen hatten. Damit wir uns wenigstens klar darüber waren was aus meinem Munde kam, und was auf der Bühne gesprochen wurde, stimmte ich zu, eine Aufnahme meiner Präsentation im Internet als MP3 zum Download bereit zu stellen einige Kommentare dazu zu formulieren.

Ich schreibe diesen kleinen Artikel auf dem Bett in meinem Hotelzimmer in Zürich liegend, es ist der Morgen des nächsten Tages nach der Präsentation und ich möchte mich an alles erinnern während es noch frisch in meinem Gedächtnis ist. Ich wollte betont haben dass ich meine gesamte Präsentation vorher im Kopf entworfen hatte. Trotzdem änderte sich das eine oder andere wenn ich auf der Bühne bin und die Stimmung der Teilnehmer wahrnehme.

Aus diesem Grund und auch wegen meines unvollständigen Gedächtnisses entschuldige bitte, wenn ich vergessen habe irgendwelche Dinge zu erklären an denen du ganz speziell interessiert wärst. Es ist ja so, dass ich nach einigen Minuten des Eingewöhnung meistens in einer tieferen Trance bin, als meine Teilnehmer. Mein Geist öffnet sich dann anderen Sphären wenn ich dies so sagen darf und es gelingen mir Dinge, die mir in einen „normalen Zustand“ nicht gelingen würden.
Wenn ich mir dann im Nachhinein zuhöre, bin ich häufig sehr erstaunt darüber, was ich da von mir gegeben habe. Mir ist manches Mal so als bekäme ich Hilfe von der anderen Seite, Hilfe die sehr viel mehr weiß, als ich selbst. Und diese Hilfe lenkt mein Gehirn und lenkt meine Sprache häufig auch in eine andere Richtung als ich vorher im Entwurf beabsichtigt hatte.  Aber das macht überhaupt nichts, meine Präsentationen werden dadurch eher besser, denn schlechter.

Wenn Du Dich schon mit hypnotischen Phänomenen befasst hast, weißt du sicherlich wie schnell die Zeit in Hypnose vergeht. Ich hatte zugestimmt die Präsentation exakt 90 Minuten lang zu machen. Und natürlich beendete ich meine Präsentation nach exakt 89 Minuten. Wenn da nicht diese extra 30 Minuten gewesen wären… So dauert die ganze Präsentation jetzt versehentlich fast 120 Minuten und während du sie anhörst, kannst du vielleicht genau die gleichen Zeitverschiebungsphänomene wahrnehmen wie ich sie auf der Bühne hatte.

Die Idee zur Präsentation entstand während einer Reise durch England. Die Hintergründe dazu erläutere ich in der Präsentation selbst. Bevor ich überhaupt mit der Gestaltung begann, gingen mir einige grundsätzliche Dinge durch den Kopf von denen ich dachte dass ich sie berücksichtigen sollte.

Eine der tiefliegenden aber grundsätzlich falschen Glaubenssätze von Anwendern hypnotischer Sprachmuster in aller Welt ist es, sich auf keinen Fall in hypnotischen Zuständen zu befinden, während sie Hypnose bei anderen Menschen anwenden. Dieser Mangel an persönlichen Erfahrungen mit hypnotischen Zuständen ist nicht sinnvoll in einem Workshop der den Titel „experimentelle Hypnose“ trägt. Mein Ziel war es also in den Teilnehmern vor dem eigentlichen Workshop so viele unterschiedliche hypnotische Zustände wie möglich, erlebbar zu machen. Das war mein erstes Ziel der Präsentation.

Dabei gab es einige Unwägbarkeiten. Zum einen hatte meine Präsentation ein einzeln stehendes Ding zu sein. Ich wusste ja nicht, was der Inhalt des Workshops war und konnte nicht herausfinden, was vor und nach meiner Präsentation passieren würde. Zweitens hatte ich meine Präsentation so einfach zu gestalten, dass sie von den Teilnehmern jeder Wissens- und Erfahrungsebene einfach verständlich wäre. Es gab ja bei diesem Workshop keine Voraussetzungen zur Zulassung – jeder der das Interesse mitbrachte, konnte teilnehmen.

Ich wollte darüber hinaus so viele dezente „ Hinweise“ geben, dass jeder Teilnehmer während er die Zustände erlebte auch intellektuell folgen konnte was mit ihm geschah während dies geschah. Das ist der Grund dafür, dass ich eine relativ lineare Metapher mit drei nested Loops. Eine Geschichte schlängelt  sich durch die gesamte Zeit meiner Präsentation. Wie du sicherlich herausfinden wirst, ist das die Geschichte mit dem Aufzug.

Eine gute Präsentation – nach meinem Verständnis – beginnt mit dem Setting. Die Teilnehmer hatten gerade im Raum Platz genommen und kamen von den unterschiedlichsten Hintergründen. Sie sollen ankommen und sich an meine Stimme und meine Art der Präsentation gewöhnen.
Dazu dient mir eine Art von Einführungsgeschichte, die ich erzähle, um dann mit der Hauptmetapher anzufangen. Ich beginne, über unterschiedliche Aspekte meiner Arbeit zu sprechen, dann über meine Reisen und dann zu thematisieren, wie ich darauf komme, mir das Thema für meine Reisen auszusuchen. Die benutzten Wörter dabei sind meist mehrdeutig.

Wenn ich beginne von meiner Reise nach Spaß in England zu erzählen ist das eine zugespitzte Metapher für eine Tranceinduktion. Vielleicht fällt Dir auf, dass wenn ich die Geschichte zu erzählen beginnen, sich meine Intonationsmuster und meine Atmung verändern. Als ich auf der Bühne in die erste Degression der Geschichte einbog, das ist die Geschichte mit dem Telefonanruf von Ronny, waren viele der Teilnehmer schon in einem tiefen Tranceszustand.

Das war meine Absicht und deshalb begann ich, von „theoretischem Hintergrund“ zu erzählen. Ich elaborierte darüber, was hypnotische Zustände sind und wie diese hypnotischen Zustände in jedem Moment um uns herum gegenwärtig sind (rekursiver Loop). Dann begann ich die Hauptmetapher zu erzählen – die Geschichten, die ich im Lift erlebte. Achte darauf, wie langsam ich das Thema wechsle.

Am Beginn der Aufzuggeschichte wende ich übrigens die Konfusionstechnik für eine Tranceinduktion an,  mehrdeutig auf unterschiedlichen Ebenen. Es ist die Ebenendiskussion ( Ebene = Level in Englisch). Darüber hinaus nutze ich die „doors open“ und „going down“ Aussagen als mehrdeutige Kommandos. Sie sind ein Ausweg, um ein bisschen mehr über analoge Markierungen und downwards inflection  bei der Hypnose erzählen zu können.

Von diesem Moment an benutze ich die Struktur von Miltenberg H. Ericksons Buch: Life refraiming in Hypnosis. Ich machte Sie etwas leichter und mehrdeutiger, Milton hatte nur eine einzige Person vor sich sitzen und konnte den Kontext anders nutzen. Ich hatte eine multilinguale, multinationale multiethnische und multi was sonst noch Zuhörerschaft vor mir sitzen.

Die ganze Geschichte mit den Gemälden (Bildern) mit den internen Dialogen und über die Gefühle -alles dreht sich um das Thema der veränderbaren Submodalitäten. Die eigentliche Struktur wird am besten sichtbar, wenn ich von den Bildern Deiner Vergangenheit im Keller erzählen. Ich nutze eine Strategie, von der ich nicht weiß ob sie funktioniert oder gegenwärtig ist, oder eben nicht.
So habe ich sie einfach installiert. Das ist die Geschichte in der Alten Pinakothek. Es geht um die einfache subbewusste Veränderung der Submodalitäten in den Bildern Deiner Vergangenheit. Dann erzähle ich die Interaktion von der Integration der Resultate und der daraus resultierenden Gefühle. Ich gebe einige Suggestionen, damit diese Veränderungen auch dauerhaft sind.

Und natürlich, fast hätte ich es vergessen, die Lust und der Schmerz, das S&M Ding. Da machte ich eine ganz interessante Beobachtung. Zu meinem großen Erstaunen teilte sich die männlicheTeilnehmerschar in zwei Gruppen. Es gab die einen die von meiner Geschichte angeekelt waren und die anderen die zu leuchten begannen wie eine eingeschaltete Glühbirne. Ich konnte mir die Bilder in ihren Köpfen sehr lebendig vorstellen.  Achte bitte auf auch auf den Elektrizitätsanker (visuell, auditorisch und hoffentlich auch kinästetisch halluziniert), am Ende der Geschichte.

Du bekommst während meiner Präsentation ein bisschen etwas von allem. Auf der einen Seite gibt es eine direkte und persönliche Erfahrung hypnotischer Zustände der unterschiedlichsten Art. Erinnere dich: wir sind in einem Workshop für experimentelle Hypnose. Ronny hatte am Morgen angefangen auf der Bühne unterschiedliche hypnotische Zustände live zu demonstrieren um zu zeigen, was möglich ist. Das habe ich auf subtile Art und Weise erweitert. Dann gibt es das harte Wissen über Hypnose. Und dann ist da die Veränderungsarbeit, die immer in meiner Arbeit präsent ist zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt.

Wenn Du beim Anhören viel Spaß hattest, habe ich meine Präsentation auf der Bühne gut gestaltet. Wenn Du lachen musstest, vielleicht sogar mehr als einmal, hast Du mich stolz gemacht. Wenn Du über einige der Geschichten auch im Nachhinein nachgedacht hast gibst du mit meinem Leben Sinn. Und wenn Du Dir eines Tages Mühe gibst, Dinge in Deine Arbeit zu integrieren, die Du beim Anhören gelernt hast , dann ist meine Bestimmung in Erfüllung gegangen.

Viel Spass beim Anhören.

Kommentar zu Experimental Hypnosis

Und dieser Kommentar fand sich im nächsten Newsletter dann zu obigem Artikel. Ich habe ihn der Verständlichkeit und Vollständigkeit halber gleich hierher kopiert:

Wenn Du den letzten Newsletter gelesen hast, ist Dir vielleicht aufgefallen, dass Stil und Gedankenführung nicht dem von mir Gewohnten entsprochen haben. Darauf haben mich Leser aufmerksam gemacht und das ist auch mir, beim erneuten Lesen, nicht entgangen. Der Stil meines in der letzten Woche geschriebene Newsletters zeugt einfach von den vielen ausgelösten Ankern, die immer noch in mir wirken.

Zur Erklärung: Ich habe das Modell von NLP ja direkt in Amerika gelernt, dem originalen Sprach-Ursprungsort. Das waren für mich sehr turbulente Zeiten, während derer ich viel Belastendes aus meiner Vergangenheit auflöste und auch anderweitig viel erlebte. Die Schwingungen und Gefühle dieser Zeit sind geankert, aktiv während der Workshops an denen ich teilnahm und passiv. Während ich meinen Ausführungen (beim Editieren) zuhörte, lösten offenbar viele der damaligen Anker aus. Angewandtes NLP also – an mir selbst angewandt. Das zeigt Dir auch (eine Frage vieler „NLP-Anfänger“), wie lange Anker halten: oft ein ganzes Leben.

Solltest Du Dir die Mühe gemacht haben, die originale Tonaufnahme mit der editierten Version der letzten Woche zu vergleichen, wirst Du herausgefunden haben, dass ich eine Menge gelöscht habe. Ein kleiner Tipp dazu: Das beigefügte Transkript wurde auf der Basis der alten Aufnahme angefertigt, dort steht also alles noch geschrieben, was ich herauseditiert habe. Das waren zum Beispiel mehrere hundert „Äh’s“, die nichts zum Thema beitragen.

Auch einige der Einschübe passen nicht zum Verlauf der Degressionen. Ich habe die Aufnahme editiert, um Dir das Studium der NLP Sprachmuster und der Nested Loops einfacher zu machen.

Mir ist darüber hinaus aufgefallen, dass meine Sprache vor acht Jahren sehr viel direktiver im Ton war. Ich höre sehr oft von Teilnehmern, die ich schon länger kenne, dass ich mit den Jahren sehr viel “milder” geworden wäre. Das stimmt auch aus meiner Sicht. Meine Erfahrungen mit großen Gruppen und der Gang meiner persönlichen Entwicklung haben den Stil meiner Workshops vom eher fordernden Ton, der häufig bis zur offensiven Herausforderung ging, mehr zu einem freundlichen Angebotston hin verschoben. Ich finde, missionieren macht wenig Sinn.

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