Dieses Metaprogramm ist auch für Anfänger im NLP sehr leicht zu erkennen. Du kannst es einfach und bei sehr vielen Gelegenheiten wirksam einsetzen. Wenn Du schon einen Workshop bei mir erlebt hast, hast Du mich bestimmt bei Gelegenheit schon einmal von Gegenbeispielsortierern sprechen hören. Vielleicht hast Du auch schon erlebt, wie ich mit einem Teilnehmer arbeite, den ich für einen solchen halte.
Dieses Metaprogramme-Paar ist für Dich wichtig, wenn Du mit anderen Menschen arbeitest. Entweder es öffnet Dir Türen oder es verschließt sie, je nachdem. Lass mich zuerst beschreiben, wie beide Seiten dieser Konstellation strukturiert sind und Dir dann anschließend einige Anwendungsbeispiele geben.
Der Gegenbeispielsortierer
Die meisten Menschen durchlaufen während ihrer Entwicklung in ihrem Leben eine intensive Phase als Gegenbeispielsortierer. Eltern nennen diese Phase meist „Trotzphase“. Vielleicht kennst Du die Trotzphase ja von Deinen Kindern oder von Kindern Deiner Verwandten oder Bekannten, oder Du erinnerst Dich an die Zeit bei Dir selbst.
Wie es funktioniert? Du sagst etwas – und die andere Person macht oder behauptet genau das Gegenteil. Wie sagt der Suppenkasper: „Nein, meine Suppe ess ich nicht…!“ Schlage etwas vor, und Du kannst davon ausgehen, dass die Lösung nicht die richtige ist. Sage, wie etwas funktioniert und Du bekommst das Gegenteil vorgeschlagen.
Die meisten Eltern finden schnell heraus, dass sie einfach nur das Gegenteil von dem behaupten müssen, was sie erreichen wollen, damit sie erreichen können, was sie gerade für nötig halten. Diese Methode funktioniert zumindest so lange, bis das Kind dieses Spiel durchschaut. Soll der oder die Kleine also am Morgen in den Kindergarten wollen, dann hilft so ein Satz wie: „Heute kannst Du nicht in den Kindergarten gehen.“ Die Antwort kommt schnell und meistens heftig. „Doch, ich will aber in den Kindergarten. Ich will aber SOFORT in den Kindergarten.“
Das ist das typische Verhalten eines Gegenbeispielsortierers. Bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen. Und das ist auch gleich der Trick für den Umgang mit einem Gegenbeispielsortierer. Vermutlich hast Du in diesem Zusammenhang schon von der Methode der „umgekehrten Psychologie“ gehört. Wir sprechen bei diesem Verhalten von einem unbewussten Gewohnheitsmuster, das automatisch und subbewusst „getriggert“ wird.
Die meisten Menschen haben kein Bewusstsein darüber, dass sie sich auf der Basis eines Gewohnheitsmusters entscheiden, das auf die Forderung einer anderen Person ausgerichtet ist, obwohl die Faktenlage vielleicht für eine ganz andere Entscheidung spräche. In meiner Eigenschaft als Elternteil habe ich mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht.
Meinen Sohn habe ich auf diese Weise zu einer bewussteren Ernährungsweise angeleitet. Ich befahl ihm: „Erst die Nachspeise, dann gibt es den Spinat…“ Das Ergebnis kannst Du Dir vorstellen. Die Methode funktionierte lange hervorragend, so lange, bis es im Kindergarten Essen gab. Eines Tage kam er entrüstet zu mir und beklagte sich, dass alle anderen Kinder „umgedreht“ wären, nur er nicht.
Die gute Gewohnheit ist ihm trotzdem geblieben. Mit dieser einfachen Technik kannst auch Du den Gegenbeispielsortierer wirkungsvoll unterlaufen und ihn für sinnvolle Ergebnisse einsetzen.
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Sieben Übungen zur inneren Harmonie
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Der Gleichbeispielsortierer
Im Gegensatz zu einem Gegenbeispielsortierer, der immer das Gegenteil von dem tut oder behauptet, was Du tust oder sagst, stimmt der Gleichbeispielsortierer dem Gesagten immer zu. Ich bin einmal mit einem guten Bekannten in Neuseeland gereist. Er stimmte allen meinen Plänen und Aussagen so grundlegend zu, dass ich mir überlegte, es einmal darauf ankommen zu lassen. Über Tage hinweg versuchte ich, ihn zum Widersprechen zu bringen – es gelang mir nicht. Schliesslich intervenierten die Mitreisenden…
Vielleicht kennst Du die Situation, dass Du von Deinem Urlaub erzählst und Dein Gegenüber immer wieder sagt: „Ah ja, das kenne ich, das war bei mir genau so…“ Würdest Du daraufhin die Metamodell-Frage „Was genau…?“ einsetzen, könntest Du schnell erkennen, dass sein Erlebnis doch nicht „so gleich“ verlief.
Vielleicht ist Dir gleich eine Idee gekommen, wie Du das Gewohnheitsmuster eines Gleichbeispielsortierers „bedienen“ kannst. Ganz einfach, Du tust garnichts. Meiner Erfahrung nach artikuliert sich das Gewohnheitsmuster des Gegenbeispielsortierers sehr viel deutlicher, ist einfacher zu erkennen und somit sehr viel besser zu nutzen, als das des Gleichbeispielsortierers.
Anwendung und Beispiele
Hier ein Beispiel aus dem Verkauf, diesmal aus der Perspektive des Kunden. Stell Dir kurz vor, einen Verkäufer hättest Du als Gegenbeispielsortierer erkannt? Probiere es einfach einmal aus: „Einen Rabatt können Sie mir in Ihrer Stellung als einfacher Verkäufer wahrscheinlich nicht geben, oder…?“
Oder betrachte es aus der Perspektive des Verkäufers: „Nein, diese Kopfhörer wollen Sie bestimmt nicht kaufen, die sind für Ihre Preisvorstellungen einfach viel zu teuer.“
Wenn Du das Modell von NLP therapeutisch einsetzt, kannst Du mit der Kenntnis dieses Metaprogramms ebenfalls viel Nützliches erreichen. So kann es passieren, dass Du Dein Gegenüber bittest, sich ein Bild im Kopf vorzustellen, er aber behauptet, keine Bilder sehen zu können… Tja, bestimmt fällt Dir für dieses Beispiel keine einfache Lösung ein.
Mit etwas Übung ist es wirklich einfach, dieses Metaprogramm zu erkennen und für Dich zu nutzen. Vielleicht möchtest Du ja in den nächsten Tagen verstärkt auf dieses Metaprogramm achten und in der einen oder anderen Situation für Dich nutzen, aber wahrscheinlich eher nicht, nicht wahr…