Die Wunderkammer in Deinem Gehirn

Mnemotechnik und NLP für überraschende Resultate

Inhalt des Artikels

Wie wäre es, wenn Du einen Ort besitzen könntest, der alle guten und nützlichen Gefühle stets für Dich bereithält. Wie wäre es, wenn dieser Ort IN DIR wäre, in Deinem Gehirn. Und würde es Dir gefallen, die Inhalte dieses Ortes ganz nach Belieben gestalten zu können? Das wäre doch dann Deine ganz eigene und private Wunderkammer. Lies weiter!

Wunderkammer IconDer Begriff „Wunderkammer“ stammt aus der Kunstgeschichte und bezeichnet einen Ort, an dem Kurioses, Wertvolles und Seltenes aufbewahrt und zur Schau gestellt wurde. Es ist also eine frühe Form des Museums. Es ist ein Ort, an dem allerlei Wundersames gesammelt und ausgestellt wurde. Eine berühmte Wunderkammer ist das grüne Gewölbe in Dresden und eine andere die des Pharmazeuten Francesco Calceolari aus Verona. Hier kannst Du eine zeitgenössische Abbildung davon sehen:

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In diesem Artikel führe ich Dich Schritt für Schritt zu Deiner eigenen Wunderkammer im Gehirn. Zuerst baust Du Dir die Wunderkammer und dann füllst Du sie mit allen wundersamen Gefühlen, die Du brauchen kannst.

Schritt 1: Erschaffe Dir eine leere Wunderkammer

Dieser erste Schritt benötigt nur Deine blühende Fantasie und etwas Zeit. Du nutzt die alte Kunst der Mnemotechnik. Zu diesem Thema gibt es ein hervorragendes Buch von Frances A. Yates: The Art of Memory. Es hilft Dir weiter, wenn Du mehr über das Thema der Merktechniken wissen willst. Sie beschreibt, wie schon die alten Griechen und Römer Hilfsmittel nutzten, große Mengen an Wissen mit einer hilfreichen Struktur im Gehirn zu »lagern«. Das kannst Du nutzen.

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Suche Dir einen Raum mit vielen Details – eine Bibliothek, eine Kirche, ein Museum oder etwas ähnliches. Wenn irgend möglich, begib Dich in diesen Raum. Lerne diesen Raum auswendig. Sieh Dir alle Details sehr genau an. Lass Dir Zeit. Betrachte jedes Detail. Zu Hause, mit geschlossenen Augen kannst Du in diesem Raum herumspazieren und Dir wieder jedes kleine Detail ins Gedächtnis rufen. Wenn Dir dies nicht gelingt, gehe wieder zurück, merke Dir noch mehr Details und übe so lange, bis Du jedes Detail behalten hast.

Wenn Du Dich – später zu Hause – an Deine leere Wunderkammer erinnerst, siehst Du in Deinem Kopf Bilder. Wenn Du noch nie einen Raum auswendig gelernt hast, kann es sein, dass Du glaubst, diese „Bilder im Kopf“ nicht so einfach sehen zu können. Dabei hast Du nur (noch) nicht gelernt, welche der Teile Deiner Erinnerungen Du als Bild bezeichnest. Es gibt Menschen, die ihre visuellen Erinnerungen so lebendig gestalten können, dass sie für sie Vorstellung und tatsächliche Realität nicht zu unterscheiden ist. Die meisten Menschen jedoch stellen sich ihre Erinnerungen eher undeutlich vor. Das soll sich in Zukunft ändern.

Beständiges Üben wird Dir schnell weiterhelfen und hat darüber hinaus den Vorteil, dass Du mehr Flexibilität in der Wahrnehmung Deiner visuellen Untereigenschaften entwickelst. Wenn Du glaubst, Du wärest »ein Kinästhet«, wenn Du also oft und bevorzugt auf Deine Gefühlsreferenzen zurückgreifst, kann es sein, dass Du etwas Übung brauchst, bis Du Dir »klare Bilder« im Kopf vorstellen kannst.

Schritt 2: Fülle Deine Wunderkammer

Jetzt wird es interessant. Dein Ziel ist, die Regale, Vitrinen, Kästen und Kästelchen – was immer Du Dir vorstellst und auswendig gelernt hast – mit unterschiedlichen, positiv besetzten Gefühlen, internen Dialogen und anderen Ressourcen zu füllen. Im eigentlichen Sinne ist es also keine Wunderkammer, sondern eine Schatzkammer für Dich.

Das Grundprinzip ist immer das gleiche. Du lernst, Mnemotechniken mit NLP zu verknüpfen.

  1. Erinnerere Dich an ein Erlebnis, in dem Du ein Gefühl hattest, das Du in anderen Situationen gut gebrauchen kannst.
  2. Finde die einzelnen Submodalitäten heraus und verstärke sie.
  3. Ankere das resultierende Gefühl im assoziierten Zustand

Soweit so NLP. Jetzt kommt der Trick: Schließe Deine Augen, gehe in die Wunderkammer in Deinem Gehirn, nimm Dir einen Gegenstand aus einem Regal. Während Du ihn in Deinen Händen hältst und eventuell öffnest, löst Du den Anker aus und befüllst Deinen Gegenstand mit etwas, das dieses Gefühl repräsentiert. Beispiel gefällig? Schau mal, diese silberne »Teekanne« habe ich auf www. lot-tissimo.com gefunden. Dort kannst Du Dich wunderbar bedienen:

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Das Gefühl, das ich mir ausgesucht habe, ist das der kindlichen Neugierde. Das kann ich gut gebrauchen, wenn es darum geht, Neues zu entdecken oder auszuprobieren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es, als ich ein kleines Kind war, in jedem Gegenstand und auf jedem Stück Weg so viel Neues zu entdecken gab. Du brauchst nur einmal kleine Kinder im Alltag zu beobachten und Dich in ihre Lage zu versetzen, dann hast Du eine gute Referenz für dieses Gefühl.

Das resultierende, intensive Gefühl habe ich als lila Rauch geankert und in die Kanne gefüllt. Jedes Mal, wenn ich nun konstruktive Neugierde gut gebrauchen kann, begebe ich mich in den zweiten Raum links, dort, wo die Kanne steht, nehme sie, öffne sie und rieche an dem lila Rauch, der ihr entströmt. Dann durchströmt mich das wunderbar prickelnde Gefühl unbändiger Neugierde.

Wie jetzt… riiieeechen? Ja, natürlich gibt es auch olfaktorische Anker. Du bist in Deinem Erfindungsreichtum keineswegs auf visuelle, akustische oder kinästhetische Anker beschränkt. Ich habe Spieluhren für Motivationsmelodien, ausgestopfte Bären und Tiger für unterschiedliche Mutgefühle und was nicht sonst noch alles in meiner Wunderkammer. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Und das Allerschönste: Wenn Du ein Gefühl in Deiner Wunderkammer vermisst, geh einfach auf Lot-tissimo, hol Dir einen Gegenstand, lerne ihn auswendig und schon besitzt Du ihn, kannst ihn Deiner Sammlung einverleiben und für Dein neues Gefühl nutzen. Darf ich Dir die Vorlage für meine Wunderkammer vorstellen? Es ist der barocke Bibliothekssaal der Klosterbibliothek in Metten etwa eine Autostunde von Regensburg entfernt:

MettenKlosterbibliothek

Dort ist genug Platz für alle großen Gegenstände, die zusätzlich herumstehen. Astronomische Instrumente, Figuren, Tiere, Die doppelläufige Büchse in der Ecke brauche ich, um gute Gefühle auf weite Distanzen zu schiessen. Eine passende Kanone dafür habe ich (noch) nicht gefunden.

So, es sollte eine Menge Spass machen und Deine Neugierde beflügeln, eine solche Wunderkammer einzurichten. Auf gehts, wenn wir uns im nächsten Workshop sehen, bin ich sehr gespannt darauf, wie Deine Wunderkammer eingerichtet ist.

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