Repräsentationssystem: Visuell – Auditiv – Kinästhetisch

Ein einfacher Weg zu den Grundlagen des Modells von NLP

Nicht nur Profis besuchen diese Webseite. Die weitaus größte Anzahl meiner Leser stolpert irgendwo über die drei Buchstaben NLP und landet dann auf dieser Webseite. Vielleicht hast Du, wenn Du so ein Leser bist, schon unglaubliche Erfolgsgeschichten gelesen oder auch Abstruses über die „Möglichkeiten zur Manipulation“ gehört. Vielleicht hast Du einem Freund davon erzählt, nur um zu hören: „Bleib bloß weg von dieser Sekte!“ Was sollst Du davon halten und wie kannst Du NLP im Alltagsleben nutzen – ohne besastenden Firlefanz zu hören oder einem „Guru“ auf den Leim zu gehen?

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Hier auf dieser Seite findest Du viele Artikel, manche richten sich an erfahrene Anwender und manche (dieser zum Beispiel) erschliessen Dir die Grundlagen des Modells von NLP, immer mit Blick auf das, was Du im Alltag umsetzen kannst, damit Dein Leben einfacher läuft. Dabei kannst Du frei entscheiden, was Du nehmen willst und was Du liegen lässt.

Nimm im Geiste einfach einmal ein Buch zu den Grundlagen von NLP zur Hand und Du wirst meistens erst einmal von „notwendigen theoretischen Voraussetzungen“ überrollt. Also ganz ehrlich, mich würde das gewaltig abtörnen. Ähnlich verhält es sich mit vielen Grundausbildungen im Modell von NLP, wo Du erst einmal durch eine Menge an trockenen „Voraussetzungen“ gejagt wirst, bevor Du zu den „jucy details“ der nützlichen Anwendungen gelangst.

In meiner Grundausbildung, dem NLP Practitioner „programmierst“ Du bereits am zweiten Tag Dich und Deine Mitstreiter mit den Werkzeugen des Modells von NLP. Wir „basteln“ uns eine automatische Motivationsmaschine. Während Du experimentierst, kannst Du viel Spass haben. Du kannst nichts Falsches tun, nur eine Menge lernen. DAS ist meine Methode: während Du sinnvolle Dinge damit anstellst, lernst Du gleichzeitig die nötigen Grundlagen. Genauso halte ich es in diesem Artikel. Die (interessante) Theorie beschränkt sich auf ein paar Absätze, die jetzt kommen:

Geschichtlicher Überblick der Repräsentationssysteme

Im Jahre 1749 veröffentlichte der Philosoph Étienne Bonnot de Condillac ein Buch mit dem Titel: Traité des systèmes (Traktat über die Systeme). Einige Jahre vorher (1746) war bereits ein Essay über den Ursprung der menschlichen Wahrnehmung erschienen. In verschiedenen Gedankenexperimenten beschäftigte er sich mit der Frage, was passieren würde, wenn Menschen nur über einen einzigen Sinneskanal verfügen würden. Er fand heraus, dass Du in einem komplexen Prozess die Welt, wie Du sie wahrnimmst (und als Erinnerungen abspeicherst) mit Deinen ganz speziellen Worten beschreibst. Diese Worte, Deine Sprache spiegelt ziemlich genau die Präferenzen Deiner Sinneskanäle wieder.

Diesen Ansatz machte sich Alfred Korzybski zunutze, als er in den Dreissigerjahren des 20.Jahrhunderts das Neuro Linguistische Training entwickelte. Von ihm stammt der Begriff der „Repräsentationssysteme“ (representational Systems). Korzybski beobachtete, dass jeder Mensch mit den Äusserungen, die er von sich gibt, auch jene Welt beschreibt, die er wahrnimmt. Die Welt, die Du wahrgenommen hast, wird durch Deine verschiedenen Neigungen und Präferenzen gefiltert, nach denen Du Deine Sinnesorgane strukturierst.

Bandler und Grinder kannten (über G. Bateson am Kresge College) die Arbeiten Korzybskis und nahmen sie in das entstehende Modell von NLP auf. Das klingt jetzt vielleicht sehr theoretisch, nicht wahr? Was bedeutet das nun für Dich? Also gehen wir die Sache vielleicht so an:

Besser Lernen, Merken und Erinnern
NLP Elemente 05: Effektive Strategien zum Neurotraining

Wir leben im Zeitalter der Information. Im Internet kannst Du praktisch das gesammelte Wissen unserer Zeit einfach abrufen. Was von allen diesen Informationen ist jedoch wichtig und was nicht? Welche Informationen sind glaubwürdig, welche nicht?

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Organisation Deiner Sinneswahrnehmung

  1. Du hast eine Menge an Sinnesorganen, von denen die Augen, die Ohren, die taktile Wahrnehmung, die Geschmacks- und Geruchsrezeptoren die wichtigsten aber beileibe nicht die einzigen sind.
  2. Mit Deinen Sinnesorganen erfasst Du das Spektrum Deiner Realität sowohl bewusst als auch unbewusst.
  3. Die Resultate dieses Erfassensprozesses  speicherst Du auf geeignete Weise im Gehirn ab und bildest daraus Deine Erinnerungen.
  4. Zusätzlich werden auch vorgestellte (konstruierte) Erlebnisse mit abgespeichert. Dein Gehirn behandelt diese konstruierten Erlebnisse genauso, wie die tatsächlich erlebten.
  5. Der wahrgenommene „Erlebnisstrom“ wird nach den einzelnen Sinneskanälen gegliedert in unbewussten Prozessen abgespeichert und Du kannst auch jeden einzelnen Kanal wieder erinnern. Im NLP nennen wir die einzelnen Eigenschaften dieser Kanäle die „Submodalitäten“ (Untereigenschaften).
  6. Durch Experimente haben Bandler und Grinder herausgefunden, dass für Prozesse der konstruktiven Veränderung eine Reduzierung auf die Repräsentationssysteme Visuell (V) Auditorisch (A) und Kinästhetisch (K) ausreichend ist.
  7. Jeder Mensch hat seine unterschiedliche Präferenzen in der Nutzung dieser Repräsentationssysteme. Im Modell von NLP spricht man dann von Leitsystem oder Präferenzsystem. Vielleicht hast Du sogenannte „NLP Profis“ schon einmal in ihrem eigenen Slang sprechen hören: „Da habe ich diesem visuell konstruierenden Grundtypen einen subbewussten Anker auf der KIN – Ebene gesetzt“, oder was dergleichen Nonsens mehr zu hören ist. Wichtig für Dich als Anfänger sind ein paar „jucy details“

Wie Du das Modell der Repräsentationssysteme für Dich nutzen kannst

Du nutzt nicht nur einen Sinneskanal und damit ein Repräsentationssystem. Es gibt wohl Menschen in  Büchern wie es Jean-Baptiste Grenouille  im Buch: Das Parfüm von Patrick Süsskind einer ist. Er „besteht“ fast ausschließlich aus seiner Nase. Im richtigen Leben bist Du, je nach Anforderung, mal ein „Visueller“ und stellst Dir Bilder (vielleicht von tollen Urlaubserlebnissen im nächsten Monat) vor, dann wieder bist Du ein „Auditorischer“, wenn Du wieder einmal mit Dir selber (im Kopf) sprichst und Dich kritisierst (oder lobst) und wieder ein anderes Mal bist Du ein „Kinästhet“, wenn Du Dich nämlich freust und Dein Herz schneller schlägt, oder ärgerst und Dein Magen sich verkrampft. Das ist auch gut so.

Es gibt nämlich eine Menge an Dingen, die Du täglich mit einer bestimmten Sinneskanalpräferenz tust und die anders viel weniger Spass machen würden. Oder stellst Du Dir im Bett mit Deinem Partner vor, wie Du die Möbel in Deinem Wohnzimmer umstellst? Wenn ja, dann ist konstruktive Veränderung angesagt. Es ist nämlich viel intensiver und schöner, bei dieser Gelegenheit IN Deinem Körper zu sein und zu füüüüüühlen!

Wie weiter oben dargestellt, hat jeder Mensch sein „Lieblingssystem“ bei den Sinneswahrnehmungen (Leitsystem). In diesem Sinne sprechen die NLPler von visuellen Menschen, von auditorischen Menschen und von kinästhetischen Menschen. Interessant wird es für Dich dann, wenn Du beginnst auf die sprachlichen Äusserungen Deiner Mitmenschen zu achten. Vielleicht interessiert Dich eine kleine Charakterisierung der einzelnen Typen.

Als guter Beobachter hast Du bestimmt schon herausgefunden, dass sich die lebenslange Bevorzugung eines Sinneskanals im ganzen Menschen wiederspiegelt. Es gibt den „visuellen Typen“ genauso, wie den Bayern, der gerne Sauerkraut isst und Lederhosen trägt. Das sind Verallgemeinerungen, die uns im Leben helfen.

Der visuelle Typ

Wer gerne mit Bildern jongliert, der benutzt auch die entsprechenden Wörter: „Das steht klar und deutlich vor meinen Augen!“ oder  „Diese Idee hat keine Perspektive!“ oder um mit Franz Beckenbauer zu sprechen: „Schau mer mal, dann sehn mer schon!“ Der visuelle Typ redet gerne wie ein Wasserfall, ohne Punkt und Komma. Das kann er auch, die Verarbeitungsgeschwindigkeit im visuellen Kanal generiert den schnellsten Output.

Oft ist die Stimmlage visueller Menschen hoch, sie atmen mit kurzen Atemzügen im oberen Bereich der Brust, weil die Pausen für ein tieferes Atemholen einfach zu kurz sind. Vielfach haben visuelle Menschen Nackenschmerzen. Das kommt vom „genauen Hinschauen“ und dem Zusammenkneifen der Augen – um schärfer wahrzunehmen. Ein relativ sicheres Anzeichen für einen visuellen Typen ist das „Deuten“ mit dem Zeigefinger. Im Englischen nennt man diese Typen den „Pointer“.

Der akustische Typ

Mit wohlgesetzten Worten und angenehmer Stimme äussert sich der akustische Typ. Die Atmung läuft ruhig im unteren Bereich des Brustkorbs. Er ist ein guter Unterhalter und launiger Witzeerzähler. Er diskutiert mit sich im Kopf und legt sich seine Pläne damit zurecht. Politiker, Trainer und Schauspieler findest Du oft als akustische Typen.

Wer mit sich selbst im Kopf spricht, sagt vielleicht: „Das hört sich gut an!“ oder „Ihr Vorschlag klingt ganz gut!“ Er hört gerne Musik und wenn es ihm einmal nicht so gut geht, legt er sich auf die Couch, setzt sich den Kopfhörer auf und versinkt in seiner akustischen Welt. Probiere es einmal aus, es funktioniert richtig gut! Aber bitte kein „death metal“ sondern vielleicht einmal (ausnahmsweise) klassische Musik. Oder vielleicht sogar eine meiner Produktionen

Der kinästhetische Typ

Eine lange Pause nach einer Frage, eine tiefe Stimme und eine langsame Sprechweise kennzeichnen den kinästhetischen Typ. Er ist sehr ein“fühl“sam, was die Belange anderer Menschen betrifft, ein typischer Versteher. Oft spielt er seine versteckte Rolle bei Gesprächen, weil die visuellen Schnellreder seine (notwendigen) Pausen nutzen, um ihm ins Wort zu fallen. Weil er dann wiederum Zeit braucht, um herauszufinden, wie sich diese Unterbrechungen anfühlen, ist er oft aus dem Takt des üblichen Gesprächs, wirkt eher still und in sich zurückgezogen. Aber im inneren tobt das Leben der Gefühle.

Er ist ein wunderbarer Liebhaber und kann sich vollständig in seiner Gefühlswelt und in der seiner Partner verlieren. Er hat eine tiefe Stimme und ist seiner Genussfähigkeit wegen oft von relativ korpulentem Körperbau. Seine Atmung geht bis tief in den Bauch, er kann gut zuhören. Ein Kinästhet gibt vielleicht folgende Sätze zum Besten: „Oh, wir müssen dieses Projekt sicher auf die Schienen nageln!“ oder „Das ist ja nicht zu fassen…!“ oder „Ich fühle mich nicht wohl, in dieser Umgebung…“

Eine kleine Übung zur Wahrnehmung

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Du merkst vielleicht schon, wo es mit dem Modell von NLP hingeht: Wie Du Deine Welt wahrnimmst, spiegelt sich in Deiner Sprache wieder. Vielleicht bist Du jetzt so sensibilisiert, dass Du in den nächsten Stunden darauf achtest, welche Art von Sprache, welche Worte die Menschen in Deiner Umgebung nutzen und Dir damit Hinweise auf ihre momentane Sinneskanalpräferenz geben. Vielleicht möchtest Du ja auch experimentieren. Dann kannst Du Deine Sprache so verändern, dass sie besser zum gerade wahrgenommenen Präferenzkanal Deines Gegenübers passt. Gute Verkäufer nutzen dies ganz automatisch.

Was aber kannst Du tun, wenn Du zum Beispiel vor einer Gruppe präsentierst, in der die unterschiedlichsten Menschen sitzen können? Vielleicht versteht Dich ja ein „fühlender“ Mensch nicht ganz so gut, wenn Du in Deiner Präsentation beständig von „leuchtenden Perspektiven“ sprichst. Dann kannst Du mit „neutralen“ Wörtern alle Teilnehmer auf gleiche Weise ansprechen. „Wahrnehmen“ ist so ein Wort, das ich in meinen Workshops sehr oft in diesem Zusammenhang benutze.

Condillac, Korzybski und Bandler sagen: „Du benutzt Deine Sprache, um die Welt, wie Du sie wahrnimmst, zu beschreiben.“ Ich beschreibe die Essenz von NLP mit folgendem Satz:

Verändere Deine Sprache und Du veränderst Deine Welt!

Hier zum kostenlosen online NLP Practitioner.

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