NLP Grundannahme 5:
Dein positiver Wert als Menschen

Eine kurze Anleitung für ein angenehmes Leben

Die 5. Grundannahme im NLP gibt Dir im Prinzip eine kurze Anleitung für ein angenehmes Leben. Das Modell von NLP und vor allem seine darin enthaltenen Grundannahmen sollen allesamt Deinen Fokus nach außen richten. Die Art, WIE Du diesen Blick nach aussen richtest, bestimmt auch, wie Du Dich durchs Leben bewegst. 

VIDEO: Grundannahme Nr. 5

Einen Teil der guten Stimmung in meinen NLP Workshops führe ich gerne auf die fünfte Grundannahme zurück. Den jeder meiner Teilnehmer versucht spätestens an Tag 2 das positive in seinen vielen Gegenüber zu sehen. Du kannst Dir bestimmt vorstellen wie das die eigene Laune und die des angesprochenen anhebt.

Hast Du alle Informationen?

Ein Beispiel: Franz ist neu in der Klasse. Zum dritten Mal hat er seine Hausaufgaben schlampig abgeliefert oder einfach “vergessen”. Er ist im Unterricht unkonzentriert und schweift öfter in Gedanken in ferne Gefilde. Er steht in der Pause alleine und ist seinen Klassenkameraden gegenüber aufsässig. Der Nachsicht seiner Lehrerin begegnet er bockig. Seine Lehrer meinen, er wäre ein schlechter Schüler, seine Schulkameraden finden ihn seltsam in seinem Verhalten. So beurteilt ihn tatsächlich auch die Lehrerin. 

Gold Taler -  Der positive Wert des Menschen

Dass die pflegebedürftigen Großeltern zu Hause fast all seine Aufmerksamkeit beanspruchen, weiss ja niemand. Dass er sich alleine um die Familie kümmern muss, weil der Vater vor Jahren abgehauen ist und die schwer übergewichtige Mutter sich kaum mehr zum Waschbecken bewegen kann, DAS sieht niemand. DAS hat seine Lehrerin natürlich nicht in die Waagschale gelegt. 

Du meinst, dieses Beispiel sei an den Haaren herbeigezogen? Ein Klassenkamerad meines Sohnes musste dieses Leben über die Jahre seiner Jugend hinweg ertragen. Er verschwieg seine Last all seinen Schulkameraden, seiner Umwelt und allen Mitmenschen. Lieber nahm er schlechte Noten in Kauf. An den Folgen seiner verlorenen Kindheit und Jugend arbeitet er noch heute. Sie beeinflussen seinen Lebenslauf obwohl die Dinge längst anders für ihn laufen. Denn, er hat sich buchstäblich selbst an den Haaren aus diesem emotionalen Sumpf gezogen.

An diesem Beispiel möchte ich Dir zeigen, wie einfach es sein kann, einen Menschen abzustempeln – auf der Basis weniger und unvollständiger Informationen, die Dir bei Deinen Beobachtungen eben gerade zur Verfügung stehen. Denke nur, wie oft Dir so etwas schon selbst passiert sein mag. Und wie oft DICH andere Menschen oberflächlich nach dem beurteilen, was sie eben gerade wahrgenommen haben. 

Der positive Wert jedes Menschen

Vielleicht hast Du wegen EINER Kleinigkeit die GESAMTE Beziehung zu Deinem Partner in die Waagschale geworfen. Vielleicht hast Du Dir gedacht: „Wenn er oder sie DAS tut, macht doch die ganze Beziehung keinen Sinn.“ und Dich deshalb von Deinem Partner getrennt. Das zeugt von Gedanken, die den positiven Wert Deines Gegenübers deutlich in Frage stellen. 

Es lohnt sich deshalb, die Grundannahme Nummer 5 genau zu lesen: 

“Der positive Wert JEDES Menschen bleibt bei einem Fehlverhalten konstant.

Der Wert und die Angemessenheit des jeweiligen Verhaltens können bezweifelt werden.”

 Was heißt das für das Beispiel, das ich Dir gerade gegeben habe? Du kannst sagen: “Das, was Du getan hast, nicht angemessen und hat mich verletzt.” Du kannst allerdings NICHT sagen: “Du bist ein schlechter Mensch weil … !” 

Naja, kannst Du wohl, dann aber beachtest Du den Inhalt der fünften Grundannahme eben nicht. Wenn Du für einen Moment nachdenkst, wirst Du erkennen, dass der erste Teil der Grundannahme von einer wichtigen stillschweigenden Voraussetzung begleitet ist. Wenn der positive Wert eines Menschen tatsächlich konstant bleiben soll, muss er ja zuerst vorhanden sein. Und Tatsächlich: Im Modell von NLP hat JEDER Mensch zuerst einmal einen positiven Wert. Nochmals: Es gibt in der Weltsicht von NLP keinen einzigen schlechten Menschen. 

Wie schön wäre es doch, wenn Du diesen Ansatz in Dein Leben lassen könntest. In meinen NLP Ausbildungen jedenfalls lege ich großen Wert darauf. Oft denke ich mir, wenn mich wieder einmal eine „gequälte Seele“ im NLP Practitioner anspricht: 

„Wie einfach könntest Du es doch haben, wenn Du Dir nicht dauernd selber im Weg stehen würdest! Wenn Dir nicht eingebläut worden wäre, Du wärest ein schlechter, ein unwerter Mensch.”

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Nimm die guten Dinge wahr

Ich jedenfalls sehe bei solchen Gesprächen die vielen positiven Ansätze und bemühe mich daraufhin, diese auch zum Vorschein zu bringen. Ich finde, diese Haltung würde Deinem Leben, Deiner Wahrnehmung und unserer ganzen Gesellschaft eine neue Perspektive hinzufügen. Beginne doch einfach gleich damit, die positiven Teile eines Menschen wahrzunehmen und in Deinem Feedback zu betonen. Dann kannst Du besser beurteilen, ob sein Verhalten gerade angemessen ist, oder nicht. Du hast es sicherlich schon geahnt: diese Empfehlung gilt natürlich wieder einmal zuallererst für Dich selbst. 

Das Schöne daran ist, dass Du diese Haltung bereits als Automatismus in Dir eingebaut hast: Erinnere Dich nur einmal daran, als Du richtig in eine andere Person verliebt warst. Da hast Du doch ganz automatisch die überwiegend positiven Eigenschaften Deines Gegenüber wahrgenommen. Es ging gar nicht anders, als durch die rosarote Brille zu sehen. 

Wenn Du für die Installation eines möglichen Ressourcenankers das Modell von NLP anwenden willst, kannst Du die Submodalitäten der Erinnerung Deines Verliebtseins herausfinden. Du kannst die dazugehörigen Gefühle ankern und daraus einen Anker basteln, den Du „Kennenlernanker“ nennst. Diesen Anker kannst Du dann in  Situationen nutzen, in denen es Dir wichtig ist, einem Menschen, den Du gerade neu kennen lernst, ein positives Grundvertrauen entgegenzubringen. So ein Anker nutzt Dir in Beruf und Privatleben. Und er ist ein kühner Gedanke zu einer Zeit und in einer Welt, in der Missgunst und Misstrauen so allseits sichtbar sind. 

Entdecke das Verhalten als eigene Sache

Wenn Du so mit einer positiven Grundeinstellung das Fundament für die Anwendung des ersten Teils der fünften Grundannahme gelegt hast, kannst Du Dich ihrem zweiten Teil zuwenden. Er besagt, dass der Wert und die Angemessenheit des jeweiligen Verhaltens bezweifelt werden können. Auch für diesen zweiten Teil der Grundannahme kannst Du deinen Fokus verändern und sehr nützliche und lehrreiche Folgen davon haben. Denn auch hier gilt wieder eine stillschweigende Voraussetzung: DEIN Verhalten ist verantwortlich für die Beurteilung des Wertes und der Angemessenheit des Verhaltens Deines Gegenübers.  – Das klingt zuerst einmal sehr banal. Das weiss doch jedes Kind… Denke einen kleinen Schritt weiter. Wenn Du Dich das nächste Mal beklagst, dass ein anderer Mensch Dir gerade übel mitspielt, wie wäre es dann, wenn Du annimmst, dass DU SELBST diesen Menschen so programmiert hast, dass er genau DAS tut, was Du gerade an ihm beklagst…? 

Neben einer neuen und wie ich finde, ganz interessanten Perspektive, hat diese Sichtweise den Vorteil, dass sich die Dynamik Deiner Klage leicht verändern lässt. Eben durch DEIN anderes Verhalten. Das war übrigens der Ansatz der Familientherapeutin Virginia Satir, deren Erkenntnisse ihrer Arbeit zu dieser Grundannahme führten. 

Erst wenn es Dir gelungen ist, in Deinem Gegenüber ein Bewusstsein für seine positiven Eigenschaften zu schaffen, kannst Du Dich auf sein Verhalten konzentrieren. Und Verhalten ist viel einfacher zu verändern als die Eigenschaft des Charakters.

Wenn es mir gelungen ist, das Bewusstsein in Dir zu wecken, dass Du meist selbst der Urheber für die vielen Klagen gegenüber dem Rest der Menschheit sein könntest, dann hast du etwas positives gelernt. Und das ist mehr als nur die Erläuterung einer weiteren NLP Grundannahme. Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit.

Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose
Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose

Seit über 25 Jahren lehre ich Menschen das Modell von NLP und die Techniken von Hypnose. Ich glaube fest daran das jeder Mensch in sich die Ressourcen trägt um sein Leben selbständig und nach eigenen Maßstäben zu gestalten.