Was Du im Leben wirklich brauchst

Eine kleine Meditation über das Wichtige im Leben.

Was Du in Foto nach diesem Absatz siehst, sind Felsen. Es sind auch die Wohnhölen buddhistischer Einsiedler, die dort ihr Leben verbrachten. Wir besuchten sie mit der Gruppe der Trainer und nach unserem Besuch ergab sich eine fruchtbare Diskussion mit vielen Meinungen über das, was Du wirklich im Leben brauchst. Du verbringst Deine Tage ja mit so vielen unausgesprochenen Ansprüchen an Dich selbst und an Deine Umgebung. Die jährlichen Weihnachtstage sind doch ein wirklich gutes Beispiel dafür.

Sri Lanka Einsiedler Wohnung

Zu diesem Artikel gibt es ein Pendant mit dem Titel: Reich sein, was bedeutet das? Dort betrachte ich die Fakten. Wann bist Du reich? Wieviel Geld brauchst Du, um als reich in Deutschland zu gelten und wie verhält es sich dazu im weltweiten Vergleich. Die Anhäufung von Geld ist allerdings nur eine Variable des Reichtums. Reich kannst Du auf viele verschiedene Arten sein und dieser Artikel zeigt Dir den Gedankenweg auf, den Du bescchreiten kannst, wenn Geld nicht Dein höchstes Ziel ist.

Denn klare Ziele beginnen meist mit Träumen und Wünschen. Was hast Du Dir im Leben nicht schon alles gewünscht und wie oft warst Du dann enttäuscht, als diese Wünsche nicht in Erfüllung gingen. Vielleicht ist es deshalb an der Zeit, einmal grundsätzlich darüber nachzudenken, was Du wirklich brauchst im Leben. Denn, schau mal, wenn Du jetzt damit beginnen würdest, zielstrebig alle Deine Wünschen zu erfüllen, kannst Du nur einen winzig kleinen Teil davon am heutigen Tag realisieren.

Wenn alle Deine Wünsche in Erfüllung gehen

Selbst wenn Du für heute das Essen und Trinken vergessen würdest, selbst wenn Du nicht schlafen würdest: die Sonne wird morgen wieder am Horizont erscheinen und Du wirst Dir wieder nur einen kleiner Teil Deiner Wünsche erfüllt haben können. Beides, das mit der Sonne und das mit den Wünschen ist gewiss. Und diese Gewissheit gilt auch für Übermorgen und auch für den Tag danach. Wahrscheinlich wird die Sonne wieder am Horizont erscheinen, wenn Du schon längst nicht mehr lebst und wahrscheinlich werden viele Deiner Wünsche auch am Ende Deines Lebens nicht alle erfüllt sein. Ich ziehe aus dieser Erkenntnis eine große Beruhigung.

Wenn es wieder einmal wild durcheinander geht in meinem Leben, weiss ich, daß diese Turbulenzen meistens aus meinen Ansprüchen resultieren, die wieder einmal nicht schnell genug befriedigt werden. Dann kann ich meine Ansprüche überdenken und möglicherweise korrigieren und schöpfe daraus eine Form von Fatalsismus und Distanz von mir selbst, die sehr beruhigend wirkt. Im Angesicht der oben abgebildeten Felsenwohnungen habe ich zur Diskussion gestellt, wie frei Du wärest, wenn es Dir gelänge, Deine Ansprüche auf ein mögliches Minimum zu reduzieren.

Du könntest beispielsweise Deine Wohnung an den Felsen beziehen. Damit könntest Du, frei nach der Maslowschen Bedürfnispyramide, relativ einfach die drei nötigen Kriterien von Nahrung Kleidung und Wohnung befriedigen. Zumindest könntest Du das an diesem besonderen Ort. Es herrscht eine beständige Temperatur von über 30°. Da sind Heizung und Kühlung nicht notwendig. Bei Regen hast Du dann ein Dach über dem Kopf. Ein Tuch, um Deine Blöße zu bedecken wäre alles, was Du an Kleidung brauchst. Wenn Du im nahen Dorf eine gute Geschichte erzählen kannst, oder beim Tagewerk hilfst, wird Dir dafür sicher jemand ein überflüssiges Stück Stoff als Tuch überlassen.

Ein Besuch im Schlaraffenland

Geh in den Urwald, der hinter den Felsen beginnt und komme nach einer kurzen Zeit mit genügend Früchten zurück, um Dich für den Tag satt zu essen. So wirst Du nie Hunger leiden müssen. Es wächst immer genug auf den Bäumen, damit mehr als ein Menschen täglich satt wird. Wenn Du dreimal täglich essen willst, und Dich etwas organisieren kannst, bist Du mit einer Stunde Aufwand für Deine Ernährung über den Tag satt.

Aus Thailand weiß ich, dass ich mich in kurzer Zeit daran gewöhnen kann, auf dem „harten Boden“ zu schlafen. Selbst wenn ich mir aus Blättern und dem, was ich im Wald finde, kein Lager machen will, ist es einfach, nach einer kurzen Gewöhnungszeit einfach, den nötigen Schlaf zu finden. Wenn die Regenzeit kommt, kann es sein, dass Dein Lager nass wird. Die Mönche haben deshalb Abflussrinnen und Tropfkanten in den Fels gegraben und blieben so auch während der nassen Jahreszeit im Trockenen.

Nehmen wir also einmal an, Du hättest Dich entschlossen, mit maximaler Freiheit und grosser Anspruchslosigkeit zu leben. Dann hättest Du jetzt alles, was Du zum Leben bräuchtest. Ein bis zwei Stunden Aufwand pro Tag – dann kannst Du tun und lassen, was Du willst. Auch nach einer gehörigen Portion Schlaf von vielleicht acht Stunden, bleiben Dir noch 14 Stunden der maximalen Freiheit, die Du mit Sinn und Inhalt füllen kannst. 

Stilles Qi Gong
Sieben Übungen zur inneren Harmonie

Ich wurde auf einer Reise durch China mit der Technik und Philosophie dieser Übungen der Aktivierung der geistigen Energie durch Qi Gong bekannt. Die körperlichen Bewegungsübungen des Qui Gong sollen in langen Jahren der Praxis einer nie erreichbaren Vollendung entgegenstreben. Dagegen sind die Übungen des "stillen Qi Gong", die richtige Anleitung vorausgesetzt, sehr gut für jeden nachzuvollziehen und können schnell zu deutlich wahrnehmbaren Ergebnissen führen.

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Was willst Du tun, wenn Du frei bist?

Und nun, was würdest Du mit Deinem Leben anfangen? Die Mönche im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus haben sich der Erforschung ihrer geistigen Landschaften und der religiösen Praxis gewidmet. Das war ein asketisches Leben, das den Fähigkeiten der fokussierten Meditation gewidmet war. Es prägt auch heute noch das Leben eines buddhistischen Mönchs.

Und Du? Stell Dir nur einmal vor, Du hättest Dir den gleichen Freiheitsgrad in Deinem Leben geschaffen. Ob nun durch pekuniären Reichtum oder durch Anspruchslosigkeit ist eigentlich egal. Alles, was Du denkst oder sagst, wird mit den Ansprüchen  der modernen Zeit und mit den damit verbundenen Möglichkeiten zu tun haben.

Überlege einmal… was willst Du nun TUN? Jetzt könnten Begriffe kommen wie “Ich will reisen!” oder “Ich will…!” Bei den drei Punkten kannst Du einsetzen, was immer an Immateriellen Bedürfnissen Du haben magst. Alles was Du formulieren kannst, kannst Du im gleichen Augenblick auch hinterfragen. Frage Dich: „Brauche ich das wirklich?

In der buddhistischen Lehre spielt aus genau diesem Grund persönlicher Besitz eine untergeordnete Rolle. Und selbstverständlich kannst Du Dich fragen, ob alles das, was Dich an Besitz umgibt, nicht eigentlich DICH besitzt. Für unsere besitzgeprägte Zeit ist es sicher einmal eine gute Idee, zu einer Haltung zu finden, Deinen Besitz auch genießen zu können. Das kannst Du durchaus zu einer guten Eigenschaft machen – und die Abhängigkeit von Deinem Besitz zu einer schlechten.

Vielleicht willst Du ja auch einmal in einer ruhigen Minute darüber nachdenken, ob und wie die vielen Ansprüche die Du an Dich, an Deine Umgebung und an Dein Leben stellst, tatsächlich dazu beitragen, Dich glücklich zu machen. Denn auch wenn Du Dich nicht sofort dazu entschliesst, Deine Wohnung in einer Felsenhöhle zu beziehen, ist Besitz und ist das besitzen wollen ja sehr relativ.

Du kannst zum Beispiel davon ausgehen, dass es eine Menge Menschen gibt, die ein direktes Interesse daran haben, dass Du möglichst materiell und mit vielen Besitzansprüchen lebst. Konsum und Besitz wird ja meist als positiv dargestellt – eben weil Andere davon profitieren. Ein selbstbestimmtes Leben und eine klare Auseinandersetzung mit Deinen Ansprüchen an Besitz setzt die materiellen Interessen anderer Menschen in ein vernünftiges Verhältnis zu dem, was Du wirklich brauchst.

Das gute Verhältnis zum eigenen Anspruch

Betrachte doch einmal all die Gegenstände, die Dich umgeben und die Du besitzt mit der Haltung, sie plötzlich nicht mehr zu haben. Was davon kannst Du einfach loslassen, wo fällt es Dir schwer, loszulassen und worauf kannst oder willst Du unter keinen Umständen verzichten. Würde Dich der Verlust aller Gegenstände in Deinem Leben zu einem anderen Menschen machen?

Wenn Du Deine Ansprüche auf diese Weise überprüfst, wird Dein Leben einfacher werden. Dann wirst Du allerdings auch darüber nachdenken müssen, was Du mit Deiner Freiheit anfangen möchtest.

Und wenn Du dann ein paar Minuten länger nachdenkst, wird Dir dämmern, dass Du gar keine Felsenwohnung brauchst. Dass nämlich auch für Dein jetziges Leben gilt, dass die Freiheit und der Reichtum, die Du suchst, in DEINEM KOPF stattfinden. Deine Ängste, die offenen und die verborgenen halte ich für den eigentlichen Auslöser all der vermeintlichen Defizite und Hindernisse im Leben.

Angst, vor allem die verborgene Angst ist der große Hemmschuh in Deinem Leben. Jede Form von Sicherheit und Anspruch ans Leben kannst Du auch als eine Form von Angst definieren. „Ich brauche doch Sicherheit, wenn ich einmal nicht mehr arbeiten kann!“, magst Du denken. Wie war das doch gleich mit den Mönchen? Die hatten keine Rentenversicherung und wurden durchschnittlich – aus welchen Gründen auch immer – sehr viel älter als die Bevölkerung.

Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose
Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose

Seit über 25 Jahren lehre ich Menschen das Modell von NLP und die Techniken von Hypnose. Ich glaube fest daran das jeder Mensch in sich die Ressourcen trägt um sein Leben selbständig und nach eigenen Maßstäben zu gestalten.

2 Antworten

  1. Wow Chris,
    wieder einer dieser „Zufaelle“. In einer Lebensphase wo ich mich taeglich, in kleinen Schritten, von Dingen trenne. Weil es so einfacher fuer mich ist und sich dadurch stetig Erfolgserlebnisse einstellen. Und wie der „Zufall“ so will, habe ich gerade vorhin mit meiner Frau bewusst die Doku „Minimalism“ angeschaut. Einfach weil wir uns auf den Weg gemacht haben mehr von dem haben zu wollen, was uns Menschen gut tut. Und dies hat nun wirklich nichts mit angehaeuftem Besitz zu tun. Daher treffen Deine Worte, wie schon so oft, den Kern und ich moechte mich ausdruecklich fuer Deine Beitraege und Deine wunderbare „Seite“ bedanken.
    Als Beispiel mag Dein letztjaehriger (2018) Artikel zum Black Friday dienen.
    Es hat gewirkt, dieses Jahr habe ich diesen Wahnsinn aus der Distanz beobachtet und mich gefreut mir bewusst zu sein: „Ich brauche nicht mehr, nur weil gerade „Black Friday“ ist.
    Schmunzelnd habe ich festgestellt, dass viele „Marketer“ schon einen „Black Friday Aftersales“ anbieten. Das Rad dreht sich weiter.
    Gleichzeitig habe ich mich ueber Dein Angebot am Wochenende darauf gefreut und mich gefragt: Letztlich gibt der Durchschnitt halt mehr Geld in dieser Zeit aus und moeglicherweise dient auch Dir eine fruehe Buchung Deiner Seminare – oder?
    Dein Wagnis ist: Es nach dem Black Friday zu tun, vielleicht reagieren dann die „Richtigen“, sofern sie noch „Pfeile im Koecher“ haben.
    Lieben Gruß
    Peter

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