Was Du im Leben wirklich brauchst

Eine kleine Meditation über Notwendigkeiten

Was Du in der Fotografie nach diesem Absatz siehst, sind Felsen. Es sind auch die Wohnhöhlen buddhistischer Einsiedler, die dort noch im letzten Jahrhundert ihr Leben verbrachten. Wir besuchten diese Höhlen mit der Gruppe der Trainer und nach unserem Besuch ergab sich eine fruchtbare Diskussion mit vielen Meinungen über das, was im Leben notwendig ist.

Du verbringst Dein Leben mit vielen unausgesprochenen Ansprüchen an Dich und an Deine Umgebung. Es fühlt sich ganz selbstverständlich an, das zu formulieren. Meist geht es so: „Man wird doch noch….!“

Felsenwohnung Einsiedler Mönche Sri-Lanka

Zu diesem Artikel gibt es ein Pendant mit dem Titel: Reich sein, was bedeutet das? Dort betrachte ich die Fakten und gehe der Frage nach: Wann bist Du reich? Wieviel Geld brauchst Du, um als reich in Deutschland zu gelten und wie verhält sich dieser Reichtum dazu im weltweiten Vergleich.

Die dort vorgestellte Anhäufung von Geld ist allerdings nur eine Variable des Reichtums. Reich kannst Du auf viele verschiedene Arten sein und dieser Artikel zeigt Dir den Gedankenweg, den Du beschreiten kannst, wenn Geld (noch) nicht Dein höchstes Ziel ist.

Klare Ziele beginnen meist mit Träumen und Wünschen. Was hast Du Dir im Leben nicht schon alles gewünscht und wie oft warst Du dann enttäuscht, als diese Wünsche nicht in Erfüllung gingen. Vielleicht ist es deshalb an der Zeit, einmal grundsätzlich darüber nachzudenken, was Du wirklich brauchst im Leben. Denn, schau mal, wenn Du jetzt damit beginnen würdest, zielstrebig alle Deine Wünschen zu erfüllen, kannst Du davon nur einen winzig kleinen Teil am heutigen Tag realisieren.

Wenn alle Deine Wünsche in Erfüllung gehen

Selbst wenn Du für heute Essen und Trinken vergessen würdest, selbst wenn Du nicht schlafen würdest: die Sonne wird morgen wieder am Horizont erscheinen und Du wirst Dir wieder nur einen kleinen Teil Deiner Wünsche erfüllt haben können. Beides, das mit der Sonne und das mit den Wünschen ist gewiss. Und diese Gewissheit gilt auch für Übermorgen und auch für den Tag danach. Wahrscheinlich wird die Sonne wieder am Horizont erscheinen, wenn Du schon längst nicht mehr lebst und wahrscheinlich werden viele Deiner Wünsche auch am Ende Deines Lebens nicht erfüllt sein. Ich ziehe aus dieser Erkenntnis eine große Beruhigung.

Wenn es wieder einmal wild durcheinander geht in meinem Leben, weiss ich, daß viele Turbulenzen aus meinen Ansprüchen resultieren, die wieder einmal nicht schnell genug befriedigt werden. Ich kann daraufhin meine Ansprüche überdenken und möglicherweise korrigieren. Daraus schöpfe ich eine Form von konstruktivem Fatalismus und angenehmer Distanz zu mir selbst, die sehr beruhigend wirkt.

Im Angesicht der oben abgebildeten Felsenwohnungen habe ich zur Diskussion gestellt, wie frei Du wärest, wenn es Dir gelänge, Deine Ansprüche auf ein mögliches Minimum zu reduzieren. Du könntest beispielsweise eine Wohnung an den obigen Felsen beziehen. Damit könntest Du, frei nach der Maslowschen Bedürfnispyramide, relativ einfach die drei nötigen Kriterien von Nahrung Kleidung und Wohnung befriedigen. Zumindest könntest Du das an diesem besonderen Ort.

Dort in Sri Lanka herrscht eine beständige Temperatur von über 30°. Da sind Heizung und Kühlung nicht notwendig. Bei Regen hast Du ein Dach über dem Kopf. Ein Tuch, um Deine Blöße zu bedecken wäre alles, was Du an Kleidung brauchst. Wenn Du im nahen Dorf eine gute Geschichte erzählst, oder beim Tagewerk hilfst, wird Dir dafür sicher jemand ein überflüssiges Stück Stoff als Lendentuch überlassen.

Ein Besuch im Schlaraffenland

Geh in den Urwald, der hinter den Felsen beginnt und komme nach einer kurzen Zeit mit genügend Früchten zurück, um Dich für den Tag satt zu essen. So wirst Du nie Hunger leiden. Es wächst immer genug auf den Bäumen. Damit wird auch mehr als ein Menschen täglich satt. Wenn Du dreimal täglich essen willst, und Dich etwas organisierst, bist Du mit einer Stunde Aufwand für Deine Ernährung über den Tag satt.

Aus Thailand weiß ich, dass ich mich in kurzer Zeit daran gewöhnen kann, auf dem „harten Boden“ zu schlafen. Selbst wenn ich mir aus Blättern und dem, was ich im Wald finde, kein Lager machen will, ist es nach einer kurzen Gewöhnungszeit einfach, den nötigen Schlaf zu finden. Wenn die Regenzeit kommt, kann es sein, dass Dein Lager nass wird. Die Mönche haben deshalb Abflussrinnen und Tropfkanten in den Fels gegraben und blieben so auch während der nassen Jahreszeit im Trockenen.

Nehmen wir also einmal an, Du hättest Dich entschlossen, mit maximaler Freiheit und grosser Anspruchslosigkeit zu leben. Dann hättest Du jetzt alles, was Du zum Leben bräuchtest. Ein bis zwei Stunden Aufwand pro Tag – dann kannst Du tun und lassen, was Du willst. Auch nach einer gehörigen Portion Schlaf von vielleicht acht Stunden, bleiben Dir noch über 14 Stunden maximaler Freiheit, die Du mit Sinn und Inhalt füllen kannst.

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Was tust Du, wenn Du frei bist?

Und nun, was würdest Du mit Deinem Leben anfangen? Die Mönche im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus haben sich der Erforschung ihrer geistigen Landschaften und ihrer religiösen Praxis gewidmet. Das war ein asketisches Leben, das den Fähigkeiten der fokussierten Meditation gewidmet war. Es prägt auch heute noch das Leben eines buddhistischen Mönchs.

Und Du? Stell Dir nur einmal vor, Du hättest Dir den gleichen Freiheitsgrad in Deinem jetzigen Leben geschaffen. Ob nun durch pekuniären Reichtum oder durch Anspruchslosigkeit ist eigentlich egal. Alles, was Du denkst oder sagst, wird mit den Ansprüchen der modernen Zeit und mit den damit verbundenen Möglichkeiten zu tun haben. Stell Dir also vor, Du hättest genug, damit es für ein angenehmes Leben reicht.

Überlege einmal… was willst Du nun TUN? Jetzt könnten Begriffe kommen wie “Ich will reisen!” oder “Ich will einen Maserati Biturbo und …!” Bei den drei Punkten kannst Du einsetzen, was immer an materiellen Bedürfnissen Du haben magst. Alles was Du formulieren kannst, kannst Du im gleichen Augenblick auch hinterfragen. Frage Dich: „Brauche ich das wirklich?“

In der buddhistischen Lehre spielt aus genau diesem Grund persönlicher Besitz eine untergeordnete Rolle. Und selbstverständlich kannst Du Dich fragen, ob alles das, was Dich augenblicklich an Besitz umgibt, nicht eigentlich DICH besitzt. Ja, sieh Dich nur in Deiner Wohnung um! Für unsere besitzgeprägte Zeit ist es sicher einmal eine gute Idee, zu einer Haltung zu finden, Deinen Besitz auch genießen zu können. Das kannst Du durchaus zu einer guten Eigenschaft machen – und die Abhängigkeit von Deinem Besitz zu einer schlechten.

Vielleicht willst Du ja auch einmal in einer ruhigen Minute darüber nachdenken, ob und wie die vielen Ansprüche, die Du an Dich, an Deine Umgebung und an Dein Leben stellst, tatsächlich dazu beitragen, Dich glücklich(er) zu machen. Denn auch wenn Du Dich nicht sofort dazu entschließt, Deine Wohnung in einer Felsenhöhle zu beziehen, sind Besitz und das besitzen wollen ja sehr relativ.

Du kannst zum Beispiel davon ausgehen, dass es eine Menge Menschen gibt, die ein direktes Interesse daran haben, dass Du möglichst materiell und mit vielen materiellen Besitzansprüchen lebst. Konsum und Besitz wird meist positiv dargestellt – eben weil so viele Andere davon profitieren. Ein selbstbestimmtes Leben und eine klare Auseinandersetzung mit Deinen Ansprüchen an Besitz setzt die materiellen Interessen anderer Menschen in ein vernünftiges Verhältnis zu dem, was Du wirklich brauchst.

Das gute Verhältnis zum eigenen Anspruch

Betrachte doch einmal all die Gegenstände, die Dich umgeben und die Du besitzt mit der Haltung, sie plötzlich nicht mehr zu haben. Was davon kannst Du einfach loslassen, wo fällt es Dir schwer, loszulassen und worauf kannst oder willst Du unter keinen Umständen verzichten. Würde Dich der Verlust aller Gegenstände in Deinem Leben zu einem anderen Menschen machen?

Wenn Du Deine Ansprüche auf diese Weise überprüfst, und danach handelst, kann Dein Leben schnell einfacher werden. Dann wirst Du allerdings auch darüber nachdenken müssen, was Du mit einer so gewonnenen Freiheit anfangen möchtest.

Und wenn Du ein paar Minuten länger nachdenkst, wird Dir dämmern, dass es gar keine Felsenwohnung braucht. Dass nämlich auch für Dein jetziges Leben gilt, dass Freiheit und Reichtum, die Du suchen magst, in DEINEM KOPF stattfinden. Deine Ängste, die offenen und die verborgenen halte ich für den eigentlichen Auslöser all der vermeintlichen Defizite und Bedürfnisse im Leben.

Angst, vor allem die verborgene Angst, ist der große Hemmschuh in Deinem Leben. Jede Form von Sicherheit und Anspruch ans Leben kannst Du auch als eine Form von Angst definieren. „Ich brauche doch Sicherheit, wenn ich einmal nicht mehr arbeiten kann!“, magst Du denken.

Wie war das doch gleich mit den Mönchen? Die hatten auch keine Rentenversicherung und wurden durchschnittlich – aus welchen Gründen auch immer – sehr viel älter als die sie umgebende und arbeitende Bevölkerung. Was ich damit sagen will? Arbeite an der Auflösung Deiner Ängste auf den unterschiedlichsten Ebenen. Besuche die NLP Grundausbildung, lass nicht nach und mache das Auflösen Deiner Ängste zu Deinem Lebensprinzip. Den Grad an Freiheit, den Du damit gewinnst, wirst Du als Fundament für Dein glückliches Leben nutzen können.

Nun bist Du dran: Auf was kannst Du in Deinem Leben nicht verzichten? Oder über welchen Verzicht freust Du Dich in Deinem Leben? Schreibe mir in den Kommentaren.

Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose
Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose

Seit über 25 Jahren lehre ich Menschen das Modell von NLP und die Techniken von Hypnose. Ich glaube fest daran das jeder Mensch in sich die Ressourcen trägt um sein Leben selbständig und nach eigenen Maßstäben zu gestalten.

8 Antworten

  1. In meinem Leben möchte ich immer mehr weg lassen, was nicht (mehr) meins ist bzw. zu mir gehört und ich bin dabei, mich zunehmend immer weniger anzupassen (nur um gemocht zu werden) <= und ertappe mich dennoch ab und an (wieder) dabei

    Nicht verzichten möchte ich …
    … auf LIEBE
    …darauf NEUES zu lernen, zu erfahren, zu erfühlen
    …auf den Austausch mit anderen Menschen

  2. Hallo Chris, vielen Dank für dieses Artikel. nach dem Lesen habe ich mich gerade schriftlich mit meinen Bedürfnissen bzw. den Ängsten die diesen Bedürfnissen zugrunde liegen beschäftigt. Dabei bin ich recht schnell auf den Wunsch nach Anerkennung bzw. die Angst nicht genug zu sein gekommen. Daraus ist ein für mich sehr schöner gedanke entstanden den ich gern als Glaubenssatz in meine Persönlichkeit integrieren möchte: Ich kann wählen zwischen der Last mehr werden zu müssen und der Lust mehr werden zu können.
    Viele Grüße
    Tobias

  3. Ich beschäftige mich mit meinen Besitz und frage mich wirklich ständig was ich ohne machen würde. Und das Ängste auflösen hat in meinen Leben schon eine starke transformierende Art gehabt. Wenn ich alles hätte und viel Zeit ich würde den ganzen Tag Lesen, lernen und Sport machen.Meditieren und Familie und Freunde. Eigentlich besitze ich aktuell alles an Gegenständen die ich will. Bin aber auch nicht verwöhnt. Seltsamerweise predigen ja viele Religionen Besitzlosigkeit und viel hält mich sowieso nicht auf diesen Planeten fest. Ich freue mich schon auf das jenseits. Die Welt gibt mir nicht viel

  4. Ein toller Artikel, ich bin 67 Jahre alt und Veränderungen gehören auch heute noch in mein Leben. Ich persönlich habe festgestellt, dass es nicht viel im Leben braucht. Eine kleine Einzimmerwohnung, ein Auskommen, damit ich den Unterhalt für meinen getrennt lebenden Ehemann bestreiten kann. Lebensmittel, die sehr überschaubar sind, damit nichts verdirbt, einen Nachfolgejob. Das Wichtigste für mich, dass ich jeden Tag aufs Neue geschenkt bekomme, dass mein Körper und mein Kopf noch lange so gut funktionieren, damit ich den nachfolgenden Generationen (Enkel u. a) noch etwas in Achtsamkeit geben kann. Z. B. Liebe und Zuversicht in ihre Zukunft. Und das Wichtigste, mein kleiner Bereich zum Meditieren.
    Sehr minimalistisch, jedoch völlig ausreichend.

    Danke für deine Artikel.

  5. „lass nicht nach und mache das Auflösen Deiner Ängste zu Deinem Lebensprinzip“

    Lieber Chris,

    auf diesem Weg möchte ich weiter gehen.
    Das (Lebens-) Glück ist in meinem Kopf/Herzen und eine Geschenk, d.h. ich kann mich öffnen um diese Geschenk anzunehmen. Mir hilft dabei der Glaube an Gott. Ich öffne mich für die (Gottes-) Liebe.

    Herzliche Grüße

    Rolf

  6. Wow Chris,
    wieder einer dieser „Zufaelle“. In einer Lebensphase wo ich mich taeglich, in kleinen Schritten, von Dingen trenne. Weil es so einfacher fuer mich ist und sich dadurch stetig Erfolgserlebnisse einstellen. Und wie der „Zufall“ so will, habe ich gerade vorhin mit meiner Frau bewusst die Doku „Minimalism“ angeschaut. Einfach weil wir uns auf den Weg gemacht haben mehr von dem haben zu wollen, was uns Menschen gut tut. Und dies hat nun wirklich nichts mit angehaeuftem Besitz zu tun. Daher treffen Deine Worte, wie schon so oft, den Kern und ich moechte mich ausdruecklich fuer Deine Beitraege und Deine wunderbare „Seite“ bedanken.
    Als Beispiel mag Dein letztjaehriger (2018) Artikel zum Black Friday dienen.
    Es hat gewirkt, dieses Jahr habe ich diesen Wahnsinn aus der Distanz beobachtet und mich gefreut mir bewusst zu sein: „Ich brauche nicht mehr, nur weil gerade „Black Friday“ ist.
    Schmunzelnd habe ich festgestellt, dass viele „Marketer“ schon einen „Black Friday Aftersales“ anbieten. Das Rad dreht sich weiter.
    Gleichzeitig habe ich mich ueber Dein Angebot am Wochenende darauf gefreut und mich gefragt: Letztlich gibt der Durchschnitt halt mehr Geld in dieser Zeit aus und moeglicherweise dient auch Dir eine fruehe Buchung Deiner Seminare – oder?
    Dein Wagnis ist: Es nach dem Black Friday zu tun, vielleicht reagieren dann die „Richtigen“, sofern sie noch „Pfeile im Koecher“ haben.
    Lieben Gruß
    Peter

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