Du würdest gern etwas Neues erleben. Vielleicht eine Reise machen, Dich beruflich verändern, jemanden ansprechen oder einfach einmal anders auftreten als sonst. Ein Teil von Dir sagt: Ja, das wäre spannend. Und dann meldet sich ein anderer Teil: Was, wenn etwas schiefgeht?
Noch bevor Du einen Schritt gemacht hast, hast Du im Kopf schon den Stau, den verpassten Zug, das schlechte Wetter und die peinliche Begegnung durchgespielt. Also lässt Du es lieber. Auf dem Sofa ist es schließlich sicherer. Nur: Das Abenteuer findet dort selten statt.
In meinem Video „Neophobie und Dein abenteuerliches Leben“ spreche ich über diese Angst vor Neuem. Ich zeige Dir, wie Du sie bei Dir bemerkst und wie Du mit kleinen, machbaren Schritten wieder mehr Spielraum in Dein Leben bringst.
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Wenn Dein Kopf aus einer Möglichkeit ein Risiko macht
Neophobie ist ein Wort für die Angst vor Neuem. Ich benutze es hier für etwas, das viele Menschen aus dem Alltag kennen: Eine Gelegenheit taucht auf, und der Kopf sucht sofort nach Gründen, sie auszuschlagen.
Du könntest am Wochenende in die Berge fahren. Klingt gut. Aber was, wenn Du im Stau stehst? Wenn Du die Buchung vermasselt hast? Wenn das Wetter schlecht ist? Wenn Du Dich beim Skifahren blamierst? Aus einem möglichen schönen Wochenende wird in Deiner Vorstellung eine ganze Kette von Katastrophen.
Natürlich darfst Du Risiken prüfen. Nicht jede neue Idee ist automatisch eine gute. Interessant wird es an dem Punkt, an dem Dein Kopf nur noch die ungünstige Version zeigt. Du fühlst die Anspannung schon, obwohl Du noch zu Hause sitzt. Und die Entscheidung fällt gegen etwas, das Du eigentlich gern erlebt hättest.
Das kann bei einer Reise passieren. Es kann aber auch darum gehen, Dich selbstständig zu machen, jemanden kennenzulernen oder zum ersten Mal mit bunten Socken und einem auffälligen Hemd vor die Tür zu gehen. Die Größe der Entscheidung ändert sich. Das vertraute Muster bleibt.
Abenteuer beginnt nicht erst am Flughafen
Wenn ich Menschen im Zug oder im Flugzeug erzähle, was ich mache, sagen sie manchmal, dass sie sich auch ein abenteuerlicheres Leben wünschen. Ich verstehe diese Sehnsucht gut. Meine Mutter las Reiseberichte aus aller Welt. Damit konnte sie sich fremde Orte vorstellen. Aber wenn Du selbst ein Abenteuer erleben willst, kommt irgendwann der Moment, in dem Du etwas tust, das Du noch nicht getan hast.
Dafür musst Du keinen Flug ins Ungewisse buchen. Ich schlage Dir etwas Kleineres vor: Firsties. So nenne ich Dinge, die Du zum ersten Mal ausprobierst.
Nimm einen anderen Weg zur Arbeit. Geh durch Deine Stadt, als wärst Du dort zu Besuch. Halte Messer und Gabel einmal andersherum. Zieh etwas an, das Dir gefällt, das Du bisher aber nicht gewagt hast. Es geht nicht darum, dass jede dieser Handlungen Dein Leben verändert. Es geht darum, überhaupt wieder eine Wahl zu bemerken – und sie gelegentlich zu nutzen.
Frag Dich heute: Was könnte ich zum ersten Mal tun, ohne mich gleich zu überfordern? Ein kleiner Schritt reicht. Morgen findest Du vielleicht den nächsten.
Was mein Sohn Dorian über das mulmige Gefühl sagte
Einmal erzählte ich meinem Sohn Dorian beim Tee von einer Veranstaltung, zu der ich gehen wollte. Mir war mulmig. Ich überlegte, ob ich lieber zu Hause bleiben sollte.
Dorian sah dasselbe Gefühl anders. Für ihn konnte es ein Zeichen sein, dass etwas Neues und vielleicht besonders Interessantes bevorstand. Das brachte mich zum Nachdenken: Muss ich jedes Kribbeln sofort als Warnung deuten? Oder könnte darin manchmal auch Vorfreude stecken?
Ich behaupte nicht, dass Du Angst einfach wegbenennen sollst. Wenn eine Situation tatsächlich gefährlich ist oder Deine Grenzen verletzt, nimm das ernst. Aber bei einer passenden, überschaubaren Gelegenheit lohnt sich die Frage: Was genau spüre ich – und welche Geschichte erzähle ich mir darüber?
Vielleicht brauchst Du nicht erst völlige Sicherheit. Vielleicht brauchst Du genug Neugier, um den ersten Schritt zu machen.
Die „Au-ja“-Strategie
Ich kenne noch eine Eigenart von mir: Wenn gute Freunde, denen ich vertraue, mir etwas Interessantes vorschlagen, sage ich oft schnell Ja. Manchmal schneller, als mein Kopf seine Liste möglicher Probleme fertig hat.
Das nenne ich meine Au-ja-Strategie. Sie ist keine Aufforderung, blind alles mitzumachen. Ich prüfe, von wem die Einladung kommt und ob sie zu mir passt. Dann lasse ich nicht automatisch das Kopfkino die Entscheidung treffen.
Vielleicht kennst Du das: Vor einem Treffen bist Du nervös. Während Du dort bist, hast Du viel zu tun, lernst Menschen kennen und reagierst auf das, was wirklich geschieht. Hinterher fragst Du Dich, warum Du beinahe abgesagt hättest. Die schlimmste Geschichte lief nur vorab in Deinem Kopf.
Du kannst Dir für solche Momente Neugier, Mut und Aufmerksamkeit in Erinnerung rufen – im NLP sprechen wir von Ressourcen. Entscheidend ist nicht der Fachbegriff, sondern die Frage: Wie möchte ich in diese Situation hineingehen? Mit der Erwartung, dass alles schiefgeht? Oder offen für das, was tatsächlich passiert?
Was probierst Du als Nächstes?
Du musst kein grundsätzlich anderer Mensch werden. Fang mit einem Firstie an. Vielleicht nimmst Du morgen einen neuen Weg. Vielleicht sagst Du bei einer Einladung, die Du eigentlich magst, nicht sofort Nein. Vielleicht gehst Du einfach aus der Haustür und biegst einmal links statt rechts ab.
Und wenn Dein Kopf gleich wieder fragt „Was, wenn …?“, frag zurück: Was, wenn es interessant wird?
Im Video erzähle ich Dir ausführlich von Dorians Rat, der Au-ja-Strategie und den kleinen Schritten, mit denen Du Neues in Dein Leben lassen kannst. Mich interessiert auch: Bei welcher Gelegenheit möchtest Du es ausprobieren?
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Redaktionelle Grundlage: automatisch erzeugtes Transkript der CUT-Timeline im DaVinci-Resolve-Projekt „2026-09-08 Neophobie – Die Angst vor Neuem“. Gesprochene Passagen wurden sprachlich geglättet; es werden keine geglätteten Passagen als wörtliche Zitate ausgegeben. Der Videolink ist noch einzusetzen.