Was ist Deine Lust?
Kannst Du sagen, was Dir gefällt? Auch im Bett? Oder hoffst Du, dass der andere schon irgendwie herausfinden wird, was Du Dir wünschst?
Lass Dich mal ein bisschen provozieren: Vielleicht hast Du irgendwann ein paar Dinge ausprobiert und festgestellt, dass sie mehr oder weniger funktionieren. Seitdem wiederholst Du Dich. “Es” ist eine Gewohnheit geworden. Wenn Du damit zufrieden bist, wunderbar! Aber …
…was ist, wenn Dir (noch) gar nicht bewusst ist, was Dich befriedigt. Wenn Deine Routine über die Zeit langweilig geworden ist. Wenn Du Dich gelegentlich fragst, ob da noch etwas anderes möglich wäre, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Heute, in meinem Video über die sexuelle Stilbildung geht es darum, wie Du Deine persönliche Art, Sexualität zu erleben und zu gestalten, weiterentwickeln kannst. Selbstbestimmt und frei. Und weshalb diese Beschäftigung mit Dir und Deinen Wünschen auch Auswirkungen auf Dein Leben haben kann, die weit über Dein Bett hinausreichen.
Und passend dazu kannst Du bereits in weniger als zwei Wochen in Berlin zu meinem Workshop Let’s Talk about Sex in Berlin kommen. Mehr dazu am Ende des heutigen Impulses.
Es lohnt sich, Tabus zu brechen
Ich propagiere hier ja oft das selbstbestimmte und glückliche Leben. Nur: Um selbst bestimmen zu können, musst Du auch wissen, was Du bestimmen willst.
Und über das so mit Tabus besetzte Thema wie der Sexualität machen sich viele Menschen erstaunlich wenig Gedanken.
Was gefällt Dir? Was fehlt Dir? Was machst Du, weil Du es gerne machst, und was machst Du, weil Du glaubst, es würde von Dir erwartet?
In diesem Video betrachte ich fünf Bereiche, die Dir helfen können, diesen Fragen auf die Spur zu kommen: Dein erotisches Profil, Dein körperliches Erleben, Deine Gestaltung von Nähe, Deine Kommunikation und Deine inneren Regeln.
Dein erotisches Profil
Dieser Begriff klingt zunächst ein bisschen theoretisch. Lass uns deshalb die einfachen Dinge zuerst nehmen.
Dein erotisches Profil beginnt mit der Frage, was Dich überhaupt anspricht. Welche Art von Berührung magst Du? Welche Vorstellungen? Brauchst Du eine vertraute Umgebung und die Sicherheit, zu wissen, was als Nächstes passiert? Oder reizt Dich gerade die Überraschung? Und dann wird es interessant:
„Brauchst Du das immer Gleiche? Oder hast Du nur Angst vor Überraschung… und machst deshalb immer das Gleiche?“
Von außen mag beides ähnlich aussehen. Für Dich kann es einen großen Unterschied machen.
Auch den eigenen Körper kannst Du genauer kennenlernen. Wie nimmst Du Lust wahr? Wie entwickelt sich Deine Erregung? Brauchst Du Zeit, um Dich auf eine Begegnung einzulassen, oder reicht manchmal schon ein Blick, ein bestimmter Tonfall? Menschen funktionieren unterschiedlich. Das gilt auch für Dich und Deinen Partner.
Ähnlich ist es mit Nähe. Wie viel davon brauchst Du? Wie viel kannst Du zulassen? Macht Nähe Dich unsicher, oder suchst Du sie? Solche Fragen spielen in Deine Sexualität hinein und begleiten Dich auch im übrigen Leben.
Was will ich… und was davon kann ich sagen?
Als Nächstes kannst Du einiges über Dich herausfinden und prüfen, ob Du es auch aussprechen kannst.
„Erlaubst Du Dir zu sagen, was Dir gefällt?“
Kannst Du einen intimen Wunsch äußern? Eine Fantasie aussprechen? Kannst Du sagen, dass Dir etwas gerade nicht guttut, ohne zu befürchten, damit die Begegnung zu ruinieren? Fragst Du Deinen Partner, was ihm (oder ihr) gefällt?
Aus meiner Sicht kann bereits ein vertrauliches Gespräch viel in Bewegung bringen. Sich zusammenzusetzen und darüber zu sprechen, was man da eigentlich miteinander macht. Welche Erwartungen man hat. Wo man sich unter Druck setzt. Und was man gerne anders erleben würde.
Damit kommen wir zu Deinen inneren Regeln. Vielleicht taucht schon bei der Vorstellung eines solchen Gesprächs eine Stimme in Dir auf: “Darf ich das überhaupt sagen? Ist dieser Wunsch normal? Was soll der andere von mir denken?”
Überlege Dir einmal, woher diese Regeln kommen. Was hast Du über Sexualität gelernt, über Scham und darüber, was sich gehört? Welche dieser Vorstellungen passen noch zu Dir?
Sexuelle Stilbildung kann bedeuten, Fragen zu stellen und bewusst zu entscheiden, was Du erforschen möchtest. Wünsche, Grenzen und das Einverständnis aller Beteiligten gehören dabei ins Gespräch.
Dabei muss am Ende kein spektakuläres Ergebnis stehen. Im Video sage ich: „Es reicht ja im Grunde genommen schon, zu wissen, was Du magst und was Du nicht magst und dann diese Dinge kommunizieren zu können… in einer Vertrauensbasis mit Deinem Partner.“
Es ist nie zu spät
Vielleicht denkst Du jetzt, solche Entdeckungen gehören in die Jugend. Irgendwann sei man eben so, wie man ist.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich Dir sagen: Ich habe in den vergangenen Jahren Seiten an mir entdeckt, die mir vorher nicht bewusst waren. Möglichkeiten, die ich mir selbst lange verschlossen hatte. Und ich habe erlebt, wie die Beschäftigung mit Nähe, Vertrauen und meinen eigenen Ängsten mich auch außerhalb der Sexualität entspannter gemacht hat.
Sexuelle Stilbildung ist ein Lebensthema. Deine Wünsche können sich verändern. Du kannst neue Fragen stellen und herausfinden, was heute zu Dir passt.
Im Video gehe ich ausführlicher darauf ein, gebe Dir konkrete Anregungen und erzähle von Erfahrungen, die Dich vielleicht überraschen werden.
Nimm Dir beim Anschauen ruhig ein Blatt Papier. Schreib auf, was Dich anspricht. Welche Frage Du Dir stellen möchtest. Worüber Du mit Deinem Partner schon längst einmal sprechen wolltest.