Gelebter Erfolg oder Erfolgsphobie

Selbstsabotage: Unbewusst auf der eigenen Bremse?

Inhaltsverzeichnis

Informiere Dich mal im Internet über Möglichkeiten, Dein Leben zu leben. Gib ein: „Wie werde ich erfolgreich?“ Du findest Business-Coaches, die Dir sechsstellige Monatsumsätze versprechen und Lebensläufe, die wie Heldengeschichten klingen. Mit Deiner Suche bist Du entweder ganz elegant einer fremden Programmierung auf den Leim gegangen… ODER Du hast „Erfolg“ als ein Schlüsselwort für Dein glückliches Lebens definiert. Das ist durchaus „erlaubt“. Als unbestimmtes, positiv besetztes Hauptwort solltest Du jedoch Deinen möglichen Erfolg für Dich definieren, statt ihn zur unreflektierten Religion werden zu lassen.

Erfolg oder Erfolgsphobie

Viele Menschen glauben, dass sie nur dann etwas wert sind, wenn sie im Leben etwas „erreicht“ haben, wenn sie erfolgreich geworden sind. Fragen wie „Was machst Du denn beruflich?“ oder „Wie viel verdienst Du?“ sind zum Maßstab für den Selbstwert in unserer Gesellschaft geworden. Und auch das solltest Du erkennen: Du lebst in einer Leistungsgesellschaft, in der Scheitern verpönt ist und der persönliche und sichtbare Erfolg oft die Eintrittskarte zum persönlichen Glück darstellt.

Doch was, passiert wenn Du eben nicht durchstartest? Wenn Du immer wieder kurz vor dem Ziel abbiegst, Dich selbst sabotierst, Ausreden findest, krank wirst, Dich ablenkst – und Dir einredest, das sei schlechtes Karma, Zufall oder Schicksal? Da darfst Du jetzt mal genauer hinschauen. Denn möglicherweise wirkt in Dir eine unsichtbare Kraft: Deine Eigene Erfolgsphobie.

Selbstschutz vor Erfolg?

Sie ist tückisch und kommt nicht mit Pauken und Trompeten auf der Bühne des Lebens daher. Sie schleicht sich leise und listig in Dein Leben und ist oft sogar vernünftig verkleidet. Sie zeigt sich als „gesunder Perfektionismus“, als „innere Stimme der Vorsicht“ oder als „erstmal muss ich noch…“-Gedanke in Deinem Alltag. In Wahrheit aber ist sie ein unbewusster Schutzmechanismus – ein psychologischer Airbag, der verhindern soll, dass Du verletzt wirst, wenn Du Dich zu weit hinauswagst. Denn: Erfolg macht sichtbar. Und Sichtbarkeit macht verletzlich.

Vielleicht hast Du irgendwann gelernt: Wer zu sehr glänzt, wird beneidet. Wer zu schnell wächst, fällt tief. Wer sich zeigt, macht sich angreifbar. Solche Glaubenssätze und inneren Programmierungen sind tief in Deinem emotionalen Betriebssystem verankert. Dort greifen wir mit einer wirksamen NLP Technik ein. Denn was einmal gelernt wurde, das kannst Du immer wieder auch neu lernen. Schaumal, ich zeige Dir ein paar ganz alltägliche Situationen, in denen sich eine Erfolgsphobie besonders gern zeigt. Lies aufmerksam weiter – vielleicht erkennst Du Dich ja in einem der folgenden Beispiele wieder…

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Ablenkung durch Aktivität

Du stehst am Morgen auf, voller Tatendrang, und plötzlich hast Du das dringende Bedürfnis, Deine Küche zu putzen, statt mit Elan an Deiner Geschäftsidee zu arbeiten. Du sagst zu Dir: „Ich brauche erst Ordnung, dann kann ich kreativ sein.“ Bullshit. Das ist keine Ordnung, das ist eine Flucht. Willkommen bei der ersten subtilen Ausprägung einer Erfolgsphobie: Ablenkung durch Pseudo-Produktivität.

Du hast ein wichtiges Gespräch vor Dir – vielleicht ist es ein Vorstellungsgespräch oder die Chance, Dich in einem Meeting einmal wirklich kreativ zu zeigen. Plötzlich bekommst Du Halsschmerzen. Dein Körper „weiß“, dass heute etwas Großes passieren könnte und zieht wieder einmal die Notbremse. Körpersabotage ist ein Klassiker der Erfolgsphobie.

Oder Du entwickelst ständig neue Projekte, fängst Vieles an und machst von allem ein bisschen – aber nie wird etwas wirklich fertig. Du nennst es Multitalent. Ich nenne es Vermeidung durch Perfektionismus. Es ist nicht der Drang nach Qualität. Es ist die Angst, Dich wirklich sichtbar zu machen. Denn wer sichtbar ist, kann Fehler machen, kann für seine Ideen auch angegriffen werden.

Erfolg macht sichtbar – ist das beängstigend?

Sollte es sein, dass ein erfolgreiches Leben nach außen ausstrahlt und von denen, die einen Blick dafür haben, auch erkannt wird? Damit könnte Dein Erfolg ja von Deiner Umgebung bewusst oder subbewusst wahrgenommen werden. Ja klar, Dein Erfolg macht Dich sichtbar. Vielleicht hast Du in Deinem Leben gelernt: „Wer sich zeigt, wird verletzt.“ Oder: „Wer zu schnell aufsteigt, fällt tief.“

Das sind alles Glaubenssätze, die Du irgendwann einmal als wahr akzeptiert hast. Es sind keine Wahrheiten. Sie stehen zwischen Dir und dem Erfolg, den Du längst verdient hättest. Denn: Dein Erfolg ist das Ergebnis eines Prozesses. Das sagt zumindest das Modell von NLP.

Was Du tust, bestimmt, was Du bekommst. Und da führen viele Wege nach Rom. Einen dieser Wege, in Bezug auf Deinen Erfolg, gehen wir im NLP Practitioner mit der Anwendung der Fast Phobia Cure. In diesem Artikel zeige ich Dir den Weg, damit diese ganz besondere und meist unbewusst ablaufende Blockade aufzulösen.

1. Löse Deine Erfolgsphobie auf

Die Fast Phobia Cure – um die geht es hier – ist Dein mentales Antivirenprogramm. Du wirst lernen, sie jetzt anwenden, um Deine subbewusste Erfolgsvermeidung endlich zu eliminieren. Freue Dich, Du wirst mit einigen sehr einfachen Schritten und etwas Vorstellungsvermögen einen großen Schritt tun und Erfolg so zulassen können, wie er eigentlich in Dir angelegt ist.

Schritt 1: Definiere Deine Erfolgsangst

Was macht Dir Angst an Deinem Erfolg? Glaubst Du, dass erfolgreiche Menschen einsam sind? Oder ist es der Neid der anderen, den Du fürchtest? Oder vielleicht glaubst Du, dann nicht mehr Du selbst zu sein? Schreibe Deine Ängste auf ein Blatt Papier, jeweils in einem Satz. Dann siehst Du es schwarz auf weiß. Das ist die Eintrittskarte für Deine Heilung.

Schritt 2: Der Kinosaal in Deinem Kopf

Stelle Dir vor, Du sitzt in einem Kino. Auf der Leinwand läuft ein Film über eine Szene, in der Du Erfolg hast. Vielleicht stehst Du auf einer Bühne, vor vielen Zuschauern, Du bekommst Applaus oder Du wirst interviewt. Wichtig: Du siehst Dich selbst im Film. Du bist der Zuschauer, der aus der dritten Reihe den Film betrachtet.

Schritt 3: Die doppelte Dissoziation

Jetzt gehst Du mental auf den Balkon. Du siehst Dich, wie Du in der dritten Reihe sitzt und Deinen Film betrachtest. Du bist also der Beobachter des Beobachters. Diese Distanz wirkt als Versicherung gegen eine Überwältigung durch negative Gefühle. Spüre, wie durch diese einfache Technik die emotionale Intensität abnimmt. Im NLP nennt man dies „Dissoziation“.

Schritt 4: Film ab!

Lasse nun den Film ablaufen. Beobachte Dich einfach, wie Du in dieser Szene erfolgreich bist. Schau nur genau hin – aus einer sicheren Entfernung. Was passiert mit Deinen Gefühlen?

Schritt 5: Rückwärtsreise

Wenn der Film abgelaufen ist, steigst Du in den Film hinein. Du bist die Hauptfigur. und betrachtest das Geschehen nun durch Deine Augen. Mit einem wichtigen Unterschied: Du lässt den Film rückwärts laufen. In Zeitraffer zurück zum Anfang. Bewegungen, Geräusche, Deine Emotionen. Wiederhole Schritt vier und fünf mehrmals. Jedes Mal wirst Du merken, wie der emotionale „Stachel“ an Kraft verliert.

Schritt 6: Der Ressourcen-Anker

Woran erinnerst Du Dich, wenn Du Dich kraftvoll, ruhig und souverän fühlst? Wenn Du das Gefühl des Erfolgs als Resultat konsequenter Arbeit und Disziplin in Dir spüren kannst. Hole Dir dieses starke Gefühl in Deine Vorstellung, fühle es in Deinem Körper. Es bewegt sich – und diese Bewegung kannst Du verstärken. Damit wird auch das Gefühl stärker. Und dann: ankere es. Mit einer Berührung, einer Bewegung oder einem bildlichen Symbol. Das ist Dein Ressourcenanker. Er ist derr Notfallschlüssel für alle zukünftigen Situationen.

Schritt 7: Testen!

Nun stelle Dir Deine ursprüngliche Erfolgsszene vor und löse gleichzeitig Deinen neuen Anker aus. Spürst Du die Veränderung? Wenn ja, wiederhole den Prozess, um ihn zu festigen. Wenn nein, gehe zurück zu Schritt 1 – manchmal liegt etwas Tieferes darunter. Eins ist sicher: Dein Gehirn lernt blitzschnell. Und Dein Unterbewusstsein will Dich nicht klein halten – es braucht nur neue Bilder und positive Gedanken.

Fake it till you make it!

Und nun willst Du bestimmt wissen, ob diese Technik funktioniert hat, ob Deine Erfolgsphobie jetzt Vergangenheit geworden ist? Dann geh mit offenen Augen in die Welt – und verhalte Dich, als wärst Du schon bei Deinem Erfolg angelangt. Hier ein paar Aufgaben, mit denen Du sofort loslegen kannst:

Szenario 1: Das Outfit für den Erfolg

Ziehe heute Kleidung an, als ob Du ein Shooting für den Titel eines Modemagazins hättest. Nein, Du brauchst kein Gucci oder Prada dafür. Frag Dich, was ein erfolgreicher Mensch tragen würde. Vor allem, WIE er es tragen würde. Du kannst mit einem Pullover für 3.000 Euro schäbig daherkommen und Dich mit einer zerrissenen Jeans mit Würde bewegen. Achte auf Deine Haltung, Deinen Gang, Deine Stimme. Beobachte die Wirkung, die Du auf andere Menschen ausübst.

Szenario 2: Sprich wie ein Gewinner

Sage heute bei einem Gespräch: „Ich bin gerade dabei, ein großartiges Projekt fertigzustellen.“ Auch wenn es noch nicht fertig ist. Fake it. Und merke Dir den Moment, merke Dir, wie gut es sich anfühlt. Gib Dir zur Abwechslung doch einfach selbst die Erlaubnis, groß zu denken.

Szenario 3: Erfolgreich flanieren

Unternimm heute einen Spaziergang mit der Haltung eines CEO, eines bekannten Künstlers oder eines berühmten Coaches, der gerade einen großen Vertrag abgeschlossen hat. Im NLP nennt man diese Technik „Fremdidentifikation“. Gehe durch die Straßen Deiner Stadt, als hättest Du die ganze Welt in der Tasche. Das ist nicht arrogant, sondern Du strahlst aus, wie erfüllt von Deinem Erfolg Du bist.

Szenario 4: Notiere Deinen neuen Weg

Starte heute ein „Tagebuch meines neuen Lebens“. Schreibe Dir jeden Tag 2–3 Sätze auf, in denen Du Deinen neuen Erfolg lebst, testest und analysierst. Wie fühlt sich das Erlebte an? Was hat sofort geklappt, fast wie von selbst? Wo hat es noch in der Kiste gerumpelt? Lies Deine alten Einträge regelmässig. Damit bekommst Du einen guten Eindruck, wie schnell Du Neues lernst.

Szenario 5: Werde zum Erfolgstourist

Gehe in einen schicken Laden und probiere ein paar teure Stücke an. Lasse Dich beraten, stelle Fragen. Das tust Du nicht um zu kaufen, sondern um zu erleben, wie Du Dich als erfolgreicher Mensch fühlen kannst. Explizit: Gib kein Geld aus, sondern nimm dieses Gefühl mit nach Hause. Oder finde später Wege, die Informationen und Erkenntnisse günstig umzusetzen: Flohmarkt, Second-Hand, Internet mit dem Stichwort „Quiet Luxury“ – alles ist erlaubt.

Ich weiß, dass Du nicht morgen ein Millionär sein wirst. Der finanzielle Erfolg kommt mit der Zeit und er kommt, wenn Du vorbereitet bist, von selbst. Du kannst jedoch heute damit anfangen, erfolgreich zu denken, zu fühlen und zu handeln. Denn Erfolg ist kein Ziel, das Du erreichst, es ist ein Prozess. Dein Erfolg ist ein Weg, den Du ab heute gehen kannst. Ich freue mich, Dich bald in einem meiner Workshops zu begrüßen. Vielleicht kommst Du als Erfolgstourist und gehst als Gewinner nach Hause.

Bild von Chris Mulzer | Dein Trainer
Chris Mulzer | Dein Trainer

Seit über 30 Jahren Trainer für NLP und Hypnose. Ich glaube fest daran das jeder Mensch in sich die Ressourcen trägt um sich ein selbständiges und glückliches zu erschaffen

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