Interner Dialog: Folge Deiner inneren Stimme

Besserer Umgang mit dem eignen Kritiker

So eine Sch….se, Du Volltrottel lernst das nie!“ Keineswegs ist dies eine „Aussage“, die ich so von jemandem laut ausgesprochen gehört hätte. Es ist die buchstäbliche Auskunft über das, was ein Teilnehmer meines Workshops zu sich sagt, um sich „Feedback“ zu geben, wenn er einen Fehler gemacht hat. Meiner Erfahrung nach, ist er kein Einzelfall und es ist auch bei Weitem nicht der inhaltlich stärkste Tobak. Richtig, in diesem Artikel geht es um Deine innere Stimme.

Interner Dialog im KopfDu nimmst das, was in der Welt vor sich geht durch Deine Sinnesorgane wahr. Durch das Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen, Riechen und durch das, was die Wissenschaft im Verlaufe der Zeit noch alles so findet. Deine Sinnesorgane bilden die Brücke zur Aussenwelt und sie haben ihren Spiegel auch im Innen. Das Modell von NLP hat sich dies in vielerlei Hinsicht zum Nutzen gemacht.

Wer nicht hören will…

Ich frage mich immer wieder, wie es denn kommen kann, dass meine gesprochenen Vorschläge zur Veränderung bei manchem meiner Mitmenschen so komplett anders wahrgenommen werden, als ich sie ausgesprochen habe. „Aber Du hast doch gesagt….“ höre ich dann und korrigiere meist: „Nein, DU hast gehört!“ Und dieser Unterschied ist oft schlagend.

Wenn Du schon etwas Erfahrung mit dem Umgang von NLP gesammelt hast, kennst Du dieses Phänomen bestimmt. Alfred Korzybski hat den Unterschied zwischen den Welten verdeutlicht und von ihm stammt die Aussage, dass die Landkarte nicht die Landschaft ist. Was bedeutet, dass das, was wir sagen nur eine Beschreibung unserer wahrgenommenen Realitätswelt darstellt. Und die ist oft genug mit Fehlern behaftet. Dies nur zur Verdeutlichung.

Es soll in diesem Artikel nicht um das Ausmerzen von möglichen Fehlern der äusseren Wahrnehmung gehen. Es geht um die oft vernachlässigte Projektionsfläche des akustischen Wahrnehmungskanals: Deinen inneren (internen) Dialog. „Innerer WAS…?“ magst Du sagen „…ich hör nix…!“ Tja, da wären wir schon beim Thema: WER sagt denn da zu wem etwas? Du sagst etwas zu Dir selbst.

Das ist Dein innerer Dialog. So genannt, obwohl es in den allermeisten Fällen ein Monolog ist. Es lohnt sich, Dir diese innere Stimme bewusst zu machen. Sie steuert eine Menge an Vorgängen und ist der Auslöser für Stimmungen, ohne dass Du es merkst.

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Oktoberfest im Hirn

Du brauchst Dir nur einmal vorzustellen, was mit einem Menschen passiert, der beständig in weinerlichem Ton ein wirksames Mantra in seinem Kopf trägt: „Das macht alles keinen Sinn… das Leben meint es einfach schlecht mit mir… das macht alles keinen Sinn… das Leben…“ und immer so weiter und weiter. Tagelang, Wochenlang. Das haut doch den stärksten Ochsen um.

Und genau diese Strategie verfolgen Depressive, um sich in die „richtige Stimmung“ zu bringen. Das ist wissenschaftlich bewiesen, braucht aber diesen Beweis gar nicht. Du kannst ja zum Zweck des Experiments einmal für ein paar Minuten dieses Mantra ausprobieren. Setz Dich auf einen Stuhl, lass die Schultern und den Kopf hängen und los geht’s. „Das macht doch alles….“ Den Unterschied wirst Du nach wenigen Minuten bemerken.

Wobei es nicht der Inhalt ist, der Deinen Stimmungsumschwung bewirkt. Es ist die Tonlage, mit der Du es sagst. Ich sag’s nochmal: die Tonlage. Das kannst Du mit einem kleinen Experiment schnell herausfinden. Mach Oktoberfest im Gehirn. Sag „…das macht doch alles keinen Sinn…“ aber zur Oktoberfestmelodie „…drei Tag, drei Tag gemmer nimmer ham….!“  Für den Fall, dass Du diesen Hit nicht kennst, habe ich ihn Dir auf YouTube verlinkt.

Es wird Dir nicht gelingen, in die gleiche trübselige Stimmung zu gelangen, die Du doch vorher so schnell erreicht hast. Das ist die Kraft des internen Dialogs.

(D)ein akustischer Tritt in den Hintern

Auf die selbe Art kannst Du Dir eine wundervolle Motivationsstrategie zusammenzimmern. Ja, Du hast richtig gelesen. Auch Deine Motivation wird entscheidend von Deinem internen Dialog beeinflusst. Das kennst Du bestimmt, wenn Du Dir das Morgenritual einer entsprechenden Musik angeeignet hast.

Auch hier wieder ein kleines Experiment für Dich. Die Technik ist ja mittlerweile so weit fortgeschritten, dass Du Dir Musikstücke als Wecker nehmen kannst. Mein Vorschlag für eine Woche: Der Radezkymarsch dirigiert von Herbert von Karajan. Findest Du ebenfalls schnell bei YouTube. Du wirst erstaunt sein, wie leicht Du aus dem Bett findest und in die Aktion kommst.

Wahrscheinlich findest Du gleich eine Menge von Anwendungsmöglichkeiten für Dein Leben. Ins Fitnesstudio? Den fälligen Text fertigschreiben? Eine Stunde am See laufen? Gib bei YouTube ein: 24 Märsche am laufenden Band. Dort findest Du Motivationsmusik für jede Gelegenheit. Die Komponisten des letzten und vorletzten Jahrhunderts haben schon gewusst, welche Art von Musik die Menschen zum Marschieren bringt: buchstäblich. Das kannst Du Dir zu Nutzen machen.

Vielleicht, oder vielleicht auch nicht…

Solltest Du zu den etwas entscheidungsschwachen Menschen gehören, kann es durchaus sein, dass Du Deinen internen Dialog aufgeteilt hast, in zwei oder sogar mehrere Stimmen. Die diskutieren dann miteinander, ohne dass Du es bewusst bemerkst. Endlos. Und weil jede Seite gute Argumente für sich vertritt, kann es dauern, bis sie eine Lösung gefunden haben. So lange wartest Du mit Deiner Entscheidung.

Wie kannst Du aus dieser Schleife herauskommen?

Vorschlag 1: Wechsle Deinen Wahrnehmungskanal.

Welche der Lösungen FÜHLT sich am besten an?  Siehst Du – um gleich nochmals den Wahrnehmungskanal zu wechseln – so einfach kann es sein. Mach Dir ein Bild oder zwei. Vergleiche und schon bist Du am Ziel. Jeder Wahrnehmungskanal ausser dem akustischen eignet sich dafür.

Vorschlag 2: Sei autoritär.

Du gestaltest Deinen inneren Dialog, also kannst Du machen was Du willst. Wie wäre es mit einem gewaltigen Donnerwetter und einer Strafpredigt für die vielen inneren Stimmen. „Einigt euch, in einer Minute will ich das Ergebnis habe!“, das kann Dein letzter Satz nach der Predigt sein. Und Du wirst es nicht glauben: Es funktioniert. Wenn Du autoritär genug bist. Vielleicht ist dies eine gute Übung für mehr Standfestigkeit in Deinem Leben. Erst mal drinnen, dann draussen.

Leiser und leiser, bis zum Stillstand

Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es gut sein kann, den internen Dialog unter Kontrolle zu haben. So weit, dass Du ihn bei Gelegenheit auch ganz abschalten kannst. In den NLP Practitionertrancen nutze ich die Verringerung der Lautstärke an mehreren Stellen. Das sorgt für Ruhe im Gehirn und schärft Dein Wahrnehmungsvermögen gewaltig.

Ich schätze es mittlerweile sehr, meine Umgebung wahrzunehmen und ohne ablenkenden Knopf im Ohr und ohne ablenkende Stimmen im Kopf die „Realität“ um mich herum wahrzunehmen. Besonders am Morgen geniesse ich die Stille bei einer Tasse Tee. Dass sich Deine Meditationspraxis davon verbessert, ist ein für viele Mitmenschen gerne in Kauf genommener Nebeneffekt.

Die Abwesenheit des internen Dialogs legt den Grundstein für viele weitergehende Phänomene im Modell von NLP. Achte nur einmal darauf, wie sich Deine Wahrnehmung und damit der Erfolg beim Üben verbessert, wenn Stille in Deinem Kopf herrscht. Achte nur einmal darauf, wie viel mehr Du von Deinem Gegenüber hörst, wenn Deine innere Stimme nicht gleich jede Aussage kommentiert, oder, viel schlimmer: Gegenargumente mir internen Diskussionen findet, während Dein Gegenüber noch spricht.

Dies sind nur einige Argumente, die dafür sprechen, mit dem, was an virtuellen akustischen Phänomenen in Deinem Kopf passiert etwas bewusster umgehen zu lernen. Die Vorteile sind vielfältig und Nachteile sind mir noch keine bewusst geworden. Wenn Du für Dich nur den Teil nutzt, der Deiner Motivation dient, hast Du schon grossen Nutzen für Dich aus diesem Artikel gezogen. Ich wünsche Dir viel Erfolg und Spass beim Experimentieren. Wenn Du öfters laut lachst, bist Du in der richtigen Richtung unterwegs.

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5 Kommentare

  • Mich hat intelligenter, knallharter Rap/Hip-Hop vom Label Paraschizzo die Inspiration für eine Riesen Geschäftsidee gebracht. Liegt an der Realitätsnähe dieser Musik. Musik ist echt wunderbar beflügelnd inspirativ und mir als Sicko, der sonst eher Hi-Tech und andere knallharte Psymusik und andere träumerische Musik im Bereich des Elektronischen gehört hat, die eher zum Fliegen als zum auf den Boden kommen verleitet, hat genau diese Musik gefehlt, um auf den Boden zu kommen. Tipp für Deutsche: Das Album Kopftherapie von Para & Seranjo … Tracktipps (auf Youtube verfügbar): „Krank im Kopf“ und „Ein Mann will nach oben“. Motivierende Musiktherapie pur <3

    Antworten
  • Danke Chris. Diesen fiesen Typen schnappe ich mir jetzt mal :-)…….. und verleihe ihm ein zartes stimmchen…… Lieben Gruß

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  • Danke für diesen Artikel. Die Stimmen in meinem Kopf beschäftigen mich auch schon länger…
    Viele Grüße und einen schönen Sonntag! Stefanie Eikel

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  • Mein iPhone hat jetzt eine komplett neue Playlist die ich „Gute Laune Hirn“ genannt habe :) :)

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