Erkenne Deine wahren Wünsche

Vom "Wollensollen" und echten Bedürfnissen

Weihnachten steht wieder einmal vor der Türe. Früher oder später kommt bei jedem Menschen in der vorweihnachtlichen Zeit der Moment, in dem das Geschenke finden und kaufen, in dem “das Alles” einfach zu viel wird. Manchmal reicht ein kleiner Anstoss, in dieser vorweihnachtlichen Hektik, damit bestimmte Dinge auf Deinem Lebensweg plötzlich viel klarer erscheinen. Diesen Text kannst Du philosophisch verstehen und auf Ereignisse beziehen, in denen das Wünschen und Bekommen für Dich ein Thema ist. Vielleicht verhilft Dir dieser Artikel dazu, mehr Klarheit über die unterschiedlichen Aspekte des Wünschens und Schenkens in Dein Leben zu bekommen.

Nicht nur zu Weihnachten

In der Weihnachtszeit spielt ja das Wünschen und Schenken eine besondere Rolle. Man schenkt sich aus Tradition zu Weihnachten etwas. Es wird angenommen, dass die Weihnachtsgeschenke ihren Ursprung in den Geschenken haben, die dem Jesuskind von den Heiligen Drei Königen überreicht wurden. Außerdem schenkten sich die frühen Christen in der Weihnachtszeit gegenseitig einfache Geschenke als Zeichen der Liebe und Gemeinschaft. Kannst Du das, was sich jemand von Dir wünscht, richtig einordnen und entscheiden, ob Du diesen Wunsch erfüllen willst? Oder geht es Dir wie so Vielen, dass Du Weihnachten als eine fremdbestimmte Zeit des Wollensollens wahrnimmst?

Ich habe für diesen Zustand ein eigenes Wort geschaffen, damit ich mich auch linguistisch auf diesen Zustand beziehen kann. Woher kommt dieses Gefühl? Lasse uns zuerst einmal der Definition von wünschen und schenken auf den Grund gehen:

  • Ein Wunsch ist etwas, was jemand haben will, oder was er erreichen möchte. Er kann es für sich selbst erreichen wollen, oder als Bitte einem Anderen gegenüber vorbringen.
  • Ein Geschenk ist etwas, das nicht gewünscht oder gewollt wird, sondern als überraschende Geste im Leben auftaucht.

Das bringt mich zur Haltung des Wollensollens, speziell in der Weihnachtszeit. Fühlst Du Dich manchmal unwohl, weil Kräfte auf Dich wirken, die dazu führen, daß Du etwas tust, worauf Du eigentlich keine Lust hast. Ich denke da an die Notwendigkeit für die unterschiedlichsten Menschen ein Geschenk zu erwerben. Zu allem Übel sollst Du das auch noch Wollen und so ein großes Spiel mitspielen, das von “fremden Mächten” gesteuert wird. Das daraus entstehende Gefühl nenne ich das Wollensollen. Es entsteht, wenn Du etwas tun sollst, was Du eigentlich nicht tun willst, damit aber gegen herrschende Konventionen verstossen würdest.

Was Dich in Deinen Entscheidungen prägt

Das Gefühl des Wollensollens führt dazu, dass Du nicht tust, was eigentlich aus Dir kommt und was Dir entsprechen würde. Du hast in diesem Moment Dein selbstbestimmtes Leben und Entscheiden aufgegeben und tust, was “dem Herkommen” entspricht. Mit anderen Worten: Du bist fremdbestimmt geworden. Wenn Du meine Webseite besuchst oder mit mir sprichst, findest Du schnell heraus, dass die Entwicklung eines selbstbestimmten Lebens eines meiner wichtigsten Ziele darstellt.

Ich möchte Dir deshalb ein paar Überlegungen präsentieren, mit denen Du dieses Fremde, das Dein Handeln so entscheidend beeinflusst, erkennen kannst. Dann kannst Du (wieder) selbst entscheiden, ob Du den Konventionen nachgeben willst, oder nicht. Ich mache vier grosse Faktoren aus, die den Grund dieser Konventionen darstellen:

1. Einfluss: Dein soziales Herkommen

Ich meine damit Deine Eltern und den sozialen Status, der aus Deiner Erziehung resultiert und damit verbunden ist. Wenn Dein Vater ein Unternehmer ist und Deine Mutter eine Ärztin hat das einen anderen Einfluss auf Dein Leben, als wenn Dein Vater ein Hilfsarbeiter ist und Deine Mutter Putzfrau. Das meine ich keineswegs abwertend. Du brauchst nur Robert Kyosakis Buch “Rich Dad Poor Dad” lesen, damit Dir klar wird, wie weitreichend Dein soziales Herkommen Deine Lebensentscheidungen beeinflusst.

2. Einfluss: Deine unmittelbare Umgebung

Diese Einflüsse beginnen sehr früh, schon bei Deiner Geburt. Hast Du als Baby und Kleinkind all die Liebe und Aufmerksamkeit bekommen, die Dir von Anbeginn an zusteht? Wo bist Du in den Kindergarten gegangen und wo zur Schule? Hast Du studiert und wenn ja, wo? Im Inland und im Ausland, vielleicht in England, den USA oder gar in China oder Australien? All das beeinflusst Dein Verhalten und Deine Entscheidungen im Leben auf massive Weise.

Das Fachwort für diese Entwicklung ist “Sozialisation”. Die Sozialisation ist notwendig, weil Du alleine nicht in der Lage wärest, die für Dein Leben notwendigen Kompetenzen und Fertigkeiten zu erwerben. Der Mensch ist eben ein Herdentier. Sozialisation ist auch nützlich, weil Du dadurch Deine eigenen Grenzen erkennst und lernen kannst, Dich anzupassen. Wie die Kräfte dieser Sozialisation wirken, kannst Du an den Heranwachsenden erkennen, die sich auf vielfältige Weise gegen die Konventionen der Gesellschaft stellen und auf diese Weise damit auseinandersetzen. In den wenigsten Fällen bleibt von dieser “Rebellion” im Erwachsenenalter viel übrig.

3. Einfluss: Die Gesellschaft

Das Land, in dem Du geboren und aufgewachsen bist, hatte seine ganz eigene Geschichte und Identität. Auch der Ort, an dem Du geboren und aufgewachsen bist hat seine vielfältigen Traditionen. Daraus sind viele Bräuche und Verhaltensregeln hervorgegangen, die Du vielleicht ungefragt übernommen hast. “Das macht man halt so…!”, wird man Dir gesagt haben. Dieses “man” kann sich auf viele unterschiedliche Ereignisse und Personen beziehen. Das Schenken zur Weihnachtszeit, um beim Thema zu bleiben, gehört zu diesen Bräuchen.

Der Fachbegriff dafür ist “Normative Sozialisation” Sie wird im Wesentlichen durch Deine innere und äussere Anpassung an die bestehenden Sozialisationsnormen und durch die Lernprozesse stattfinden, die notwendig sind, damit Du Deine Rolle im Leben erfüllen kannst. Wenn Du den gleichen Satz ohne die mögliche selbstbestimmte Komponente formulieren würdest, kannst du Dich auf die Rolle beziehen, die die Gesellschaft Dir fordert.

Wenn Du einigermassen ungeschoren durchs Leben kommen willst, oder sogar Karriere machen möchtest, hältst Du es vielleicht für ratsam, Dich an die Regeln des Herkommens zu halten. Mein Vater pflegte zu sagen: “Bleibe unter den vielen Grashalmen auf der Wiese, denn wenn Du zu groß wirst, kommt der Rasenmäher und….!” Es hat lange gedauert, bis ich groß genug gewachsen war um die Konsequenzen meines Wachstums zu spüren. Ich warte allerdings immer noch auf den Rasenmäher… Sein Glaubenssatz hat mich jedoch lange geprägt.

4. Einfluss: Die Werbung

Werbung schafft Nachfrage, indem sie die Menschen auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam macht, die sie kaufen können, und sie davon überzeugt, dass sie dieses Produkt brauchen oder wollen. Das Ergebnis ist, dass die Werbung ein großes Interesse daran hat, Dich dazu zu bringen, Dinge zu kaufen, die Du eigentlich nicht wirklich brauchst. Deine Freundin wird Dich ewig lieben, wenn Du ihr als Zeichen Deiner Liebe einen teuren Diamantring kaufst. Sagt die Werbung. Wünsche werden durch diese Werbung zu Aufträgen, die es zu erfüllen gilt.

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So kannst Du auch Weihnachten feiern

Als ich 16 Jahre alt war, beschloss meine Familie, dass wir dieses Weihnachten nicht wollten. Da ist alles auf Konsum ausgerichtet und es sollen die Wünsche fremder Leute befriedigt werden. Gerade bei uns Jugendlichen war diese Fremdbestimmtheit kritisch, weil wir damit auf unseren sozialen Status achten und die vagen Erwartungen unserer Umwelt erfüllen sollten. Wir haben beschlossen, uns zu Weihnachten nicht mehr zu beschenken. Wir haben uns lieber im Kreise der Familie getroffen, gemeinsam gekocht, Lieder gesungen und geplaudert. An diese stressfreien Weihnachten erinnere ich mich auch heute noch wirklich gerne.

Meine Mutter hat diese Art, Weihnachten zu feiern, pragmatisch für sich genutzt. Auf die Frage, was sie sich zu Weihnachten wünsche, hat sie geantwortet: “Ich wünsche mir nur brave Kinder!” Aus der heutigen Sicht halte ich dies mit einem Schmunzeln für einen typischen Fall des progrmmierten Wollensollens. Mit meinem Wissen über NLP bin ich versucht, meinem damaligen Ich die konstruktive Anwendung des Metamodells der Sprache vorzuschlagen: “Mama, was GENAU sind eigentlich brave Kinder?” Die Antwort darauf würde den Rahmen dieses Artikels sprengen und und in die unwägbaren Tiefen eines angepassten Verhaltens führen.

Wenn Du bis hierhin gelesen hast, kannst Du einen Moment innehalten und für Dich herausfinden, welche Art von Weihnachten Du am liebsten haben würdest. Vielleicht rennst Du ja offene Türen ein, wenn Du einen konstruktiven Vorschlag in Deiner Familie oder Deiner Umgebung auf den Tisch bringst. Vielleicht bekommst Du dann auch zum Thema “Schenken” einen neuen Zugang. Es heisst ja nicht von ungefähr, dass man “jemandem sein Vertrauen schenkt” oder das Geschenk der Freundschaft erlebt. Es gibt im Leben eine Mengen Dinge, die Du nicht kaufen kannst. Ich habe gute Freunde, die mich “zur Unzeit” mit Geschenken überraschen. Meist denke ich mir dann: “Ah, wie schön, wie genau mich der kennt…!” Ich wünsche Dir einen guten und selbstbestimmten Umgang mit den (vermeintlichen) Erwartungen Deiner Umgebung.

Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose
Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose

Seit über 25 Jahren lehre ich Menschen das Modell von NLP und die Techniken von Hypnose. Ich glaube fest daran das jeder Mensch in sich die Ressourcen trägt um sein Leben selbständig und nach eigenen Maßstäben zu gestalten.

3 Antworten

  1. wollensollen – ein gutes Wort, um den äußern Eindruck zu beschreiben, der uns umgibt.
    Vom wollensollen über dem bewusstmachen zur eigengestaltung, dessen was ich wirklich, wirklich will… ein weg der nicht aufhört…
    danke für das wort wollensollen

  2. Herzlichen Dank , lieber Chris, für diese klare und souveräne Betrachtung.
    Ich habe in meiner kleinen Familie im Laufe der Jahrzehnte völlig unterschiedliche “Schenkungsverhalten” kennengelernt und umgesetzt. Seit ca 10 Jahren haben wir nach Absprache auf Geschenke verzichtet.
    Inzwischen bin ich dahin gekommen, Geschenke wieder – selbstverständlich – auszusuchen und zu geben. Beschenkt zu werden und zuschenken löst Freude und Dankbarkeit aus,wenn ich den Eindruck erhalten kann, dass das Wollensollen keine große Rolle spielt.
    Mir scheint, zu schenken macht besonders dann Freude – auf beiden Seiten – wenn der Schenker das gibt, was er bei einer starken inneren Verbindung mit dem Beschenkten als RICHTIG empfindet.
    (Das schliesst von vornherein einen zu großen Kreis von Empfängern aus.)

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