Gefühle sind messbar!

Die Gefühlsskala nach David R. Hawkins.

Jeder, der damit beginnt, sich mit dem Modell von NLP zu befassen bekommt schnell den Eindruck, es mit einer Art von exakten Wissenschaft zu tun zu haben. Es gibt dem Anschein nach Knöpfe, Regler oder Schalter, die Du für oder gegen jedes Problem „installieren“ kannst. Dieser Eindruck stimmt nur sehr oberflächlich und entstammt einer Ausprägung der amerikanischen Gesellschaft, aus der heraus das Modell von NLP entwickelt wurde.

News-Gefühle-Messbar

Mit zunehmender Erfahrung stellt sich schnell heraus, daß die erfolgreiche Anwendung des Modells von NLP von viel mehr Kriterien abhängt, als der Installation von Schaltern und Knöpfen. Die Persönlichkeit von uns Menschen ist wohl vielschichtiger und hat eben  glücklicherweise sehr viel mehr Ecken und Kanten, als manches vereinfachte Modell es darstellen kann. Das muss kein unüberwindbarer Nachteil für das Modell sein, solange (wie im Falle des Modells von NLP) die Wirksamkeit gewährleistet ist.

Die meisten Menschen wünschen sich ein glückliches Leben. Glück – dieses Wort bedeutet jedoch für jeden Menschen etwas anderes. Ich lehne mich jetzt einmal aus dem Fenster und beschreibe „Glück“ als das Gefühl, das aus einem „richtigen“ Leben resultiert. Wie Du sicherlich bemerkst, eiere damit ich ziemlich herum, linguistisch und physiologisch.

Kaum ein Buch hat mich deshalb in den letzten Jahren so nachdenklich gemacht, wie die Lektüre von David R. Hawkins: Power vs Force (deutscher Titel: Die Ebenen des Bewußtseins). Um es kurz zu beschreiben: Hawkins kam auf die Idee, die Kinesiologie zu Hilfe zu nehmen um eine, wie er es nennt, „Landkarte des Bewusstseins“ zu erstellen.

Er ordnet Gefühlen und Zuständen (das mischt er sprachlich) Zahlenwerte zu und listet sie in steigender Reihenfolge auf. Er und ein Team von Helfern testeten tausende von Personen, um die sprachlich und emotional erfahrbare Begriffswelt in zahlenmäßig skalierbare Relation zueinander zu bringen.

Den niedrigsten Wert setzt er bei 1 (gerade noch am Leben) an, das Gefühl von Scham hat in seiner Skala den Wert 25, der höchste Wert findet sich bei 1000 für den Zustand der Erleuchtung. Bei einem Wert von 250 siedelt er den neutralen Zustand an.

Für viele Menschen hört sich dieser Ansatz unglaubwürdig an. Gefühle und Zustände in Zahlenwerten ausdrücken? Da kommt doch ein Ratschlag aus der Welt von NLP wieder einmal gerade recht. Stell Dir vor, „was wäre, wenn““ Lass Deine Zweifel an der Wirksamkeit der Methode „Kinesiologie“ beiseite und akzeptiere die Methoden, mit denen Hawkins seine Landkarte erstellt hat als „wahr“.  Der „as if frame“ (der „was wäre, wenn““ Rahmen) aus dem Modell von NLP, hat mir schon oft beste Dienste geleistet hat und deshalb stelle ich mir folgende Frage: „Was kann es für mich für positive Konsequenzen haben, wenn das, was er in seinem Buch beschreibt und postuliert, „wahr“ ist?“

Ich bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Als Lehrer und Initiator von Veränderungsprozessen haben diese Informationen eine große Tragweite für mich. Es gibt ja dann tatsächlich eine Landkarte, mit der ich und jeder einzelne Mensch herausfinden kann, wo er in seiner Entwicklung steht und wohin sein Weg führen kann.

Eine solche Landkarte würde mir eine mögliche Richtung aufzeigen, Schritt für Schritt, Stufe für Stufe bei mir und Anderen Prozesse einzuleiten. Für mich ist alleine schon die Möglichkeit genug, mir Strategien zu überlegen, wie ich die gewonnenen Erkenntnisse in meine Workshops integrieren kann.

Einige Kleinigkeiten jedoch sind mir bei der Lektüre des Buches aufgefallen. Deshalb bereite ich die gewonnenen Informationen auf meine eigene Art und Weise auf. Vielleicht willst Du mir bei meinen Gedankengängen folgen.

Aufklärung für Erwachsene
Was Du nicht über Sex weisst, aber wissen solltest!

Während der Ausbildung zum NLP-Practitioner sprach ich über die Erkenntnisse aus meiner Arbeit im Bereich der Sexualpsychologie. Vielleicht kennst Du mich und meine Sprache schon etwas. Dann weisst Du, dass ich unkonventionelle Antworten auf weniger oft gestellte Fragen gebe. Willst Du ein paar Beispiele:

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1. Der Gottesbegriff

Hawkins verwendet in seinem Buch durchweg den Begriff „Gott“. Das stört mich. Es gibt nach seiner Aussage nur wenige Erleuchtete in der Geschichte der Menschheit. Er zählt dazu Lord Krishna, Lord Buddha, Lord Jesus Christ. Ich nenne hier die englischsprachigen Begriffe, weil er explizit den Begriff „Lord“ für diese Klasse von Menschen reklamiert. Für den Fall der katholischen Kirche weiß er von der Dreieinigkeit des Gottesbegriffes, vom Vater, vom Sohn und vom heiligen Geist.

Ich halte es da aus meinem eigenem Erleben heraus eher mit Robert Monroe oder Esther Hicks. Beide trennen klar zwischen Menschen unserer Welt, gleich auf welcher Bewusstseinsebene und jenen „höheren Wesen“ (Entities), die Sphären angehören, die uns normal nicht zugänglich sind. Hawkins merkt ausdrücklich an, dass sich die Begrenzung seiner numerische Skala auf unsere Welt bezieht. Sie hat für ihn nach oben keine Begrenzung –  sobald wir diese Welt verlassen. Die körperliche Erfahrbarkeit von Gefühlsschwingungen in unserer weltlichen Existenz endet bei ihm mit der Schwingungszahl 1000.

Als Ergebnis meiner „Forschungsreisen“ in mögliche andere Dimensionen unserer Existenz präsentieren sich mir die jenseitigen Welten genauso vielfältig, wie unsere diesseitige, „reale“ Welt. Dort existieren unendlich viel mehr Schwingungsebenen immer höherer Ordnung. Davon habe ich jedoch bestenfalls eine Ahnung, die Schwingungen kann ich in meinem Körper nicht nachvollziehen.

Zu allen Zeiten haben „Mystiker“ und „Heilige“ diese „anderen“ Ebenen auf ihre Weise geschaut und sind von diesen Ebenen zurückgekehrt, verklärt durch das Referenzerleben einer „unendlichen Liebe“ (niedrigste Grundschwingung auf der „anderen Seite“) und beeindruckt durch die Begegnung mit höher schwingender Wesenheiten. Aus der Begrifflichkeit des Kulturkontextes der jeweinigen Zeit ist es für mich durchaus verständlich, wenn der Betreffende nach solchen Erfahrungen erklärt: „Ich habe Gott geschaut.“ Die Religionen unserer Welt bauen darauf auf.

Wenn Hawkins den Begriff „Gott“ und „beten“ für sich reklamiert, tut er das in einer durchaus christlich-religiös motivierten Art und Weise. Ich vermute, er gebraucht diese Begriffe, um es sich mit der großen, religiös geprägten Leserschar seines Heimatlandes (USA) nicht zu verderben.

Für mich ist dies nicht akzeptabel. Hawkins wird aus diesem Grunde auch von seinen Kritikern als religiöser Fundamentalist angegriffen. Die zentralen Erkenntnisse, die Botschaft, die er mit seinem Buch vermittelt, ist mir viel zu wichtig, um mich davon ablenken zu lassen. Ich ersetze deshalb beim Lesen in Gedanken den Begriff „Gott“ mit „höhere Wesenheit“ und interpretiere den von ihm verwendeten Begriff „Gott ist““ in seiner Landkarte als kulturbezogenen Ersatz für „jene höhere Wesenheit“.

2. Übersetzung

Die deutsche Version der amerikanischen Originalausgabe ist sehr sensibel übersetzt. Es gibt editorische und übersetzerische Anmerkungen am Beginn des Buches. Und doch fehlt mir ein wesentlicher Aspekt. Worte sind Aneinanderreihungen von Buchstaben. Sie stehen als Beschreibung für tatsächliche Zustände oder Gefühle, die im Körper wahrnehmbar sind.

Aus meiner eigenen linguistischen Arbeit weiß ich, dass sich, beispielsweise der Begriff der Schuld, wie wir ihn in Deutschland verwenden, nicht vollständig mit dem Begriff von „Guilt“ deckt, wie er im amerikanischen Sprachgebrauch verwendet wird. Ich zweifle also kulturkontextuell an der Korrektheit der deutschen Übersetzung seiner Landkarte.

Aus übersetzungstechnischer Sicht sind mir manche Begriffe in den Sinn gekommen, die den jeweiligen in Englischer Sprache beschriebenen Bewusstseinszustand besser klassifizieren. Wir haben im engen Kreis diskutiert und sind oft gleicher Meinung. Im besten Falle hätte man also (oder hat man, ohne es anzumerken), die deutsche Landkarte des Bewusstseins kinesiologisch verifiziert.

3. Skalierung

Ich finde es interessant, dass Hawkins den Gedanken einer les- und interpretierbaren Gefühls-Landkarte nicht zu Ende denkt. Ich bin darauf gestoßen, als ich für die Zwecke dieses Artikels eine skalierte Version der Landkarte herstellte. Hawkins listet einzelne Zustände einfach auf, ohne ihnen auf der Skala, die er selbst eingeführt hat, den proportional skaliert richtigen Platz zu geben.

Ich habe mir die Mühe gemacht und das überraschende Ergebnis findest Du hier:


HIER kannst Du ein DIN A4 .pdf davon herunterladen.

Wenn ich den Hawkinschen Wert für Neutralität (250) verdopple, stoße ich genau an die Grenze, bei der die Liebe beginnt. Zwischen dem Wert 0 und 250 listet Hawkins neun differenzierte Ebenen, zwischen 250 und 500 nur noch drei. Je höher also die Schwingung geht, desto weniger Ausdrucksmöglichkeiten listet Hawkins für diese Zustände. Für den kompletten weiteren Verlauf der Skala von 500 bis 1000 listet er dann nur noch vier Wörter auf.

Ich nehme an, unsere (Welt)Gesellschaft befindet sich „schwingungsmäßig“ noch auf ziemlich niedrigem Niveau. Hawkins findet für die Bereiche unterhalb des neutralen Zustandes ja linguistisch viel genauere Differenzierungen. Wo unsere Sprache mehr Ausdrucksfähigkeit zulässt, findet auch unser Erleben statt. Erinnere Dich: Eskimos haben mehr sprachliche Möglichkeiten für die Definition von „Schnee“.

In meiner skalierten Version habe ich die amerikanischen Begriffe der Originalausgabe unter die deutschen Begriffe gestellt. Weil ich an manchen Stellen mit der „offiziellen“ Übersetzung nicht übereinstimme, habe ich bei Bedarf eben meine Version der Übersetzung verwendet. Ich habe meine änderungen nicht explizit markiert. Du kannst durch einen Vergleich mit dem Original schnell herausfinden, wo ich änderungen vorgenommen habe.  Die Farben für die einzelnen Zustände habe ich intuitiv gewählt. Sie dienen zur Illustration und zur leichteren optischen Navigation.

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Ein Kommentar

  • Da ohne religiöse Tendenzen – der Autor selbst verwendet den Begriff „Gott“ nur als Audruck eines höheren Bewusstseins und daher je nach kulturellem Kontext besetzbar – finde ich „Levels of Energy“ von Fred Dodson. Die Skala ist lückenlos und korreliert den jeweiligen Bewusstseinszustand mit physischen, mentalen und emotionalen Realitäten.
    https://www.amazon.de/Levels-Energy-Frederick-Dodson/dp/1450569323/

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