Aufschieberitis ist nur die eine Seite

Der moving Timeframe im NLP

Aufschieberitis, Faulheit, falsche Zeitplanung, Motivationslosigkeit – wie auch immer Du es nennen magst, es führt immer zum gleichen Ergebnis: Du bekommst Deine Sachen im Leben nicht geregelt und erreichst Deine Ziele nicht. Hinter Deinen „Handlungen“ steckt eine subbewusste Strategie, die Du kennen solltest und gegen die es ein paar wirklich gute Rezepte gibt. Dann ist der Erfolg auf Deiner Seite.

Moving Timeframe rennende UhrJeder Mensch, auch Du, hast eine Menge an Strategien gelernt, mit Deiner Zeit umzugehen. Sie helfen oder behindern Dich in den unterschiedlichen Lebenssituationen, je nachdem, wie Du Deine Strategien anwendest. Es lohnt sich deshalb, eine wichtige Strategie zu kennen, die Du leider meist zu Deinem Nachteil einsetzt. Sie heisst der „moving Timeframe“.

Das Wortgebilde ist eine Definition aus dem Modell von NLP und heisst wörtlich übersetzt: beweglicher Zeitrahmen. Das ist auch schon die Definition dazu, hier ist der Name Programm. Einen moving Timeframe nutzt Du, wenn Du Dir mit einem „weichen Zeitbegriff“ Dein Ziel vornimmst und den Zeitrahmen ohne endliche Begrenzung mitnimmst. Beispiel: „Nächste Woche schreibe ich meine Semesterarbeit fertig.“ Diesen Satz kannst Du an jedem Tag so aussprechen, ohne dass die Zeitspanne jemals kürzer wird. Diesen Zeitrahmen verwendest Du vor allem in zwei Bereichen Deines Lebens zu Deinem Nachteil. Hier ist der erste:

Der falsche Glaube an die fehlende Motivation

Hier geht es darum, wie Du Dich daran hinderst, für nützliche Ziele überhaupt in die Umsetzung zu kommen. Nehmen wir einmal an, Du hast Dir vorgenommen, mehr Aktion in Dein Leben zu bringen. Dazu nimmst Du Dir vor, endlich wieder Sport zu machen. Natürlich bist Du hoch motiviert und hast den festen Vorsatz: „Nächste Woche melde ich mich im Fitnessstudio an!“ Dann wird es Montag, Dienstag, Mittwoch – immer noch hoch motiviert sagst Du zu Dir: „Ja, nächste Woche melde ich mich wirklich im Fitnessstudio an!“

Da hast Du ihn schon, den moving Timeframe, der das Beginnen mit der immer gleichen Zeitspanne weg von Dir hält und Dir den guten Grund liefert, „bald“ zu beginnen, ohne wirklich jemals anzufangen. Neurophysiologisch ist diese Strategie ziemlich klug, weil sie Dir das gute Gefühl des wirklichen Vorsatzes liefert, ohne dass Du Dein Vorhaben jemals in die Tat umsetzen wirst. Das kann ewig so weitergehen. Was kannst Du dagegen tun, was hilft Dir, Dein Ziel in die Tat umzusetzen? Dazu habe ich drei nützliche Ratschläge für Dich.

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Erstens: die Entscheidung markieren

Überlege Dir, ob Du Dein Ziel überhaupt erreichen willst. Dazu nutzt Dir beispielsweise die NLP Technik des future pacing. Versetze Dich in Gedanken an den Zeitpunkt, an dem Du Dein Ziel erreicht haben wirst. Dort betreibst Du Gewissenserforschung: fühlt es sich gut an, das Ziel erreicht zu haben? Ist es den Aufwand wert gewesen? Welche Schritte haben mich ans Ziel geführt?

Wenn alle Zeichen dafür sprechen, dass es den Aufwand wert ist, Dein Ziel zu erreichen, entscheide Dich bewusst dafür. Markiere den Beginn Deiner „Zielstrategie“ beispielsweise mit dem laut gesprochenen Satz: „Ich entscheide mich JETZT dazu, für die nächsten sechs Monate zweimal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen.“ Diese bewusst getroffene und formulierte Entscheidung markiert den Beginn Deiner „Umsetzungsstrategie“.

Zweitens: Auch die längste Reise…

beginnt mit dem ersten Schritt. Und zwar nicht mit dem ersten Schritt, den Du Dir vornimmst, sondern mit dem ersten Schritt, den Du tatsächlich gehst. Der Trick für Deine „Umsetzungsstrategie“ ist hier, bei der Entscheidung oder direkt danach (ich meine innerhalb der nächsten Stunde), eine zielorientierte AKTION folgen zu lassen.

Du kannst im Falle der möglichen Entscheidung, das Fitnessstudio zu besuchen, einfach die Sporttasche packen. Kannst anrufen und einen festen Termin zur Anmeldung ausmachen, oder einen Freund anrufen und einen Zeitpunkt mit ihm vereinbaren oder, oder, oder. Wichtig ist, diese Aktion sofort nach Deiner getroffenen Entscheidung auszuführen.

Drittens: Aktion folgen lassen

Nach der Entscheidung und der ersten, kleinen Aktion, die Dich auf den Weg zu Deinem Ziel gebracht hat, ist dieser dritte Schritt nur eine Formalie: Plane die eigentliche Ausführung Deines Vorhabens zu einem festen Termin. Schreibe Dir diesen Termin auf. Ob Du eine Aufgabenliste, eine ToDo Liste, einen Terminkalender oder den Badezimmerspiegel dazu nutzt, ist nicht wichtig. Hauptsache aufgeschrieben.

Ein sehr guter Trick, Dein Vorhaben auch wirklich in die Tat umzusetzen besteht darin, einen guten Freund zum Mittäter zu machen. Entweder ruft er Dich eine Stunde vor Deinem geplanten Termin an und erinnert Dich, oder er begleitet Dich. Das tut ein wirklicher Freund gerne. Du kannst Ihn ja für seine „Hilfe“ nachher auf ein Bier einladen.

So, das war ein kleiner Exkurs in die erste Möglichkeit, den moving Timeframe zu Deinem Nachteil einzusetzen. Hier kommt die zweite Möglichkeit

Die gut geplante Aufschieberitis

Es geht darum, wie Du Geplantes nicht fertigmachst. Nehmen wir einmal an, Du hättest ein Projekt, an dem Du längere Zeit arbeitest und das zu einem bestimmten Zeitpunkt fertiggestellt sein muss. Die Semesterarbeit, die Hausarbeit, der Projektbericht, die Präsentation, es gibt so viele Situationen im Leben, wo eine Arbeit zu einem definitiven Zeitpunkt getan sein muss.

Und was tust Du? Kennst Du sicherlich. MORGEN fange ich an und setze mich hin und beginne mit meiner Arbeit… Da hast Du schon die zweite Möglichkeit, den moving Timeframe zu Deinem Nachteil einzusetzen. Wie sagt der Volksmund: „Morgen, morgen, nur nicht heute – sagen alle faulen Leute!“ Was kannst Du gegen diesen akuten Fall von Aufschieberitis tun?

So leid es mir tut, wenn Du dazu neigst, solche Strategien in Dein Leben zu integrieren, brauchst Du eine Eigenschaft, ohne die Dein Leben verläuft, wie das Leben der vielen Anderen: im Konjunktiv. Hätte ich nur…, ich könnte ja….., vielleicht würde ich…. Jaja, wenn Du diese Worte nutzt, fehlt Dir „nur“ die Selbstdisziplin. Sie ist die Grundlage für die folgende Strategie, die im Wesentlichen der oben beschriebenen, ersten folgt. Mit einem wesentlichen Unterschied:

Plane den Erfolg in kleinen Schritten

Nicht nur beginnt eine jede lange Reise mit dem ersten kleinen Schritt, wenn Du nur genügend Schritte tust, kommst Du am Ende auch um die ganze Welt. Das solltest Du nur vorher gut geplant haben. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel mir von der Hand geht, wenn ich regelmässig eine kleine Zeitspanne dafür investiere. Vor kurzem habe ich mir die „Römische Geschichte“ von Theodor Mommsen wieder einmal vorgenommen. 3040 lange Seiten, die erst einmal bewältigt werden müssen.

Das Buch lag kein halbes Jahr auf meinem Nachttisch und ich hatte es aufmerksam gelesen. Jeden Abend ein paar spannende Minuten für dreissig Seiten, die ich mir mit post it Markern abgesteckt hatte. Zur Erläuterung: ein durchschnittlicher Leser liest etwa 200 Worte pro Minute, das entspricht etwa einer Buchseite. Dreissig Seiten, eine halbe Stunde Wissen, das ich mit in meine Träume nahm. Das Werk, für das der Schriftsteller den Literatur Nobelpreis bekam, hatte ich als schneller Leser in 45 Tagen gelesen. Du kannst es als durchschnittlicher Leser in etwa 100 Tagen bewältigt haben. Und Du beklagst Dich noch darüber, dass Du zu wenig liest? Ja, ich weiss, nächste Woche wirst Du dann ein Buch zu lesen beginnen…

Mein kleiner Exkurs soll Dir zeigen, wie wichtig es ist, Dein Vorhaben in kleinen Schritten zu planen. Die weiteren Schritte kennst Du vom ersten Teil meiner Ausführungen weiter oben, der zum „Nichtbeginnen“ führt. Also triff die Entscheidung bewusst, beginne sofort mit einer kleinen Aktion, markiere den festen Zeitpunkt der weiteren Ausführungen und halte Dich daran. Das kennst Du ja schon….

Das einzige und nicht geringste Problem, mit dem Wissen aus diesem Artikel umzugehen, ist es, dass Du lernen musst, mit Deinem Erfolg umzugehen. Du glaubst ich scherze? Dann lies den Artikel, den ich über die Angst vor dem Erfolg geschrieben habe. Vielleicht willst Du ja einige dicke Brocken aus dem Weg räumen, bevor Du beginnst, Dich auf den Weg zu machen. Ich wünsche Dir jeden Erfolg im Leben UND den Spass, den Du haben kannst.

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3 Kommentare

  • Wenn ich etwas Wichtiges erledigen muss, teile ich mir am Morgen den Tag in 45 Minuten-Abschnitte ein. 5 und 10-15 MinutenPausen zum Entspannen, Dehnuebungen, Klogehen, Essen etc. plane ich gleich mit ein. In den 45 Minuten konzentriere ich mich 100% auf die Aufgabe. Das geht sehr gut, keine Ablenkung, kein „mal schnell in Facebook reingucken…“
    Alles in die Weckfunktion im Handy eingeben, fuer den ganzen Tag.
    Wenn du Dich daran haeltst, wirst Du erstaunt sein, wieviel Du an einem Tag wirklich konzentrierter Arbeit erlegigen kannst!
    Und am Abend mach eine Rueckschau und freu Dich. Denk ans Ankern.

    Antworten
  • Mir drängt sich die Frage auf: „Hörst Du wirklich jedes Mal nach den 30 Seiten auf zu lesen oder liest Du eventuell auch mehr, weil es grad besonders spannend ist, Du es brauchst um den Gesamtzusammenhang zu erkennen, etc?“
    Ich habe die Erfahrung mit meinen Kindern gemacht, dass das Thema „Zimmer aufräumen“ immer zu endlosen Diskussionen geführt hat, bis ich dazu übergegangen bin, nur auf 5 Minuten Zimmer zu bestehen. In 80% der Fälle blieb es nicht bei den 5 Minuten. Meist war das Zimmer hinterher sogar komplett aufgeräumt.
    Du hast recht, dass man sich wirklich verbindlich einen Termin für einen kleinen ersten Schritt setzen sollte. Häufig wird der Schritt dann sogar größer als urspünglich geplant und wenn man es häufiger macht, kann es sogar zur Gewohnheit werden. Sehr guter Artikel

    Antworten

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