„So eine Kacke, Du bist so ein Volltrottel. Du lernst das nie!“, sagt ein Workshopbesucher zu sich, wenn er einen Fehler gemacht hat. Sprichst Du auch mit Dir selbst? Natürlich tust Du das. Jeden Tag, in jedem Moment. Meistens allerdings bemerkst Du es gar nicht.
Dein innere Kritiker

Die Stimme in Deinem Kopf, sie bewertet, kommentiert, vergleicht, ermahnt, ermutigt oder zieht Dich runter. Sie kann Dein bester Coach sein oder Dein schlimmster Kritiker. Sie kann Dich motivieren, loszulegen – oder Dich sabotieren, bevor Du auch nur einen Schritt gemacht hast. Dein interner Dialog, wie man ihn im NLP bezeichnet, bestimmt mehr Dein Leben, als Dir bisher bewusst war.
Wie Du mit Dir sprichst, beeinflusst das, was Du fühlst. Und das, was Du fühlst, entscheidet, wie Du handelst. Nicht nur WAS Du sagst, sondern vor allem WIE Du mit Dir sprichst – also der Tonfall, das Tempo, die Lautstärke und der Klang Deiner inneren Stimme – sie bestimmen, wie Du Dich fühlst. Genau diese analogen Anteile, alles, was über den reinen Inhalt hinausgeht – wirken tief ins emotionale Zentrum Deines Erlebens hinein.
Du kannst zu Dir sagen: „Ich schaffe das“ und dabei klingen, wie ein müder Beamter oder eben wie ein energiegeladener Coach. Das macht den Unterschied zwischen Deiner Antriebslosigkeit und einem kraftvollen Start.
Wer nicht hören will…
Ich schreibe hier von Deinen internen Dialog. „Innerer WAS…?“ magst Du fragen „…ich hör doch nix…!“ Genau, da sind wir beim Thema gelandet. Wenn Du „in Gedanken“ etwas zu Dir selbst sagst, nennen wir dies im NLP Deinen internen Dialog. Obwohl es in den allermeisten Fällen ja ein Monolog ist. Es lohnt sich, Dir diese innere Stimme bewusst zu machen. Sie steuert viele Vorgänge in Dir und ist der Auslöser für Stimmungen, ohne dass Du es merkst. Und sie blockiert oft das, was Du hörst.
Wie anders kann es denn passieren, dass meine Vorschläge zur Veränderung bei meinen Mitmenschen komplett anders wahrgenommen werden, als ich meine, sie ausgesprochen zu haben. „Aber Du hast gesagt….“ höre ich und korrigiere diese Aussage: „Nein, Du hast gehört!“ Dieser Unterschied ist wichtig. Es geht da um Dein Bewusstsein, was Du mit Deiner inneren Stimme anrichten kannst.
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Stilles Qi Gong
Sieben Übungen zur inneren Harmonie
Ich wurde auf einer Reise durch China mit der Technik und Philosophie dieser Übungen der Aktivierung der geistigen Energie durch Qi Gong bekannt. Die körperlichen Bewegungsübungen des Qui Gong sollen in langen Jahren der Praxis einer nie erreichbaren Vollendung entgegenstreben. Dagegen sind die Übungen des "stillen Qi Gong", die richtige Anleitung vorausgesetzt, sehr gut für jeden nachzuvollziehen und können schnell zu deutlich wahrnehmbaren Ergebnissen führen.
Oktoberfest im Hirn
Stell Dir mal vor, Du würdest den ganzen Tag in einem gejammerten Ton vor Dich hin brabbeln: „Das macht doch alles keinen Sinn… das Leben meint es schlecht mit mir… das macht doch alles keinen Sinn… das Leben…“ immer so weiter und weiter. Wie ein Mantra. Tagelang, Wochenlang. Das haut doch den stärksten Ochsen um, nicht wahr?
Genau diese Strategie verfolgen Depressive, um sich in die „richtige Stimmung“ zu bringen. Das ist wissenschaftlich bewiesen. Du kannst ja zum Zweck des Experiments einmal für ein paar Minuten dieses Mantra ausprobieren. Setz Dich auf einen Stuhl, lass die Schultern und den Kopf hängen und los geht’s. „Das macht doch alles….“ Den Unterschied wirst Du nach wenigen Minuten bemerken.
Es ist nicht der Inhalt, der Deinen Stimmungsumschwung bewirkt. Es ist die Tonlage. Das kannst Du mit einem kleinen Experiment schnell herausfinden. Mach Oktoberfest im Gehirn. Sag „…das macht doch alles keinen Sinn…“ aber zur Oktoberfestmelodie „…drei Tag, drei Tag gemmer nimmer ham….!“ Spätestens nach dem dritten Refrain wirst Du lachen müssen. Keine Chance mehr auf Selbstmitleid und Depression – Du hast gerade mit Humor Deinen internen Dialog umgepolt. Gratuliere, das ist praktiziertes NLP und das ist die Kraft des internen Dialogs.
Der akustische Tritt in den Hintern
Aus den bisherigen Erkenntnissen kannst Du Dir eine wundervolle Motivationsstrategie zusammenzimmern. Ja, Du hast richtig gelesen. Deine Motivation wird ebenfalls entscheidend von Deinem internen Dialog beeinflusst. Du kennst den Effekt bestimmt, wenn Du den Morgen mit einer entsprechenden Musik beginnst.
Willst Du morgens leichter aus dem Bett kommen? Probier’s mal so: Nimm Dir als Wecker den Radetzkymarsch. Version: Herbert von Karajan. Militärisch, pompös, nicht zu stoppen. Findest Du bei YouTube. Du wirst erstaunt sein, wie anders Dein Tag beginnt, wenn der erste Reiz des Tages nicht ein nerviges Piepen ist, sondern ein akustischer Kickstart mit Marschmusik.
Willst Du mehr davon? YouTube ist voll davon. Gib ein: „24 Märsche in Folge“. Mach Dir eine Playlist fürs Fitnessstudio, fürs Schreiben, fürs Aufräumen. Die Komponisten des 19. Jahrhunderts wussten schon, wie man Menschen zum Marschieren bringt. Ich meine das buchstäblich. Nutze das doch, um Deinen inneren Schweinehund zu überwinden.
Vielleicht, oder vielleicht auch nicht…
Solltest Du zu den Menschen gehören, die kann es durchaus sein, dass Du Deinen internen Dialog in mehr als eine Stimme aufgeteilt hast. Diese diskutieren miteinander, ohne dass Du es bewusst bemerken würdest. Das kann endlos gehen, weil jede Seite gute Argumente für sich vertritt. So kann es dauern, bis sie eine Lösung gefunden haben. So lange wartest Du mit Deiner Entscheidung. Wie kannst Du aus dieser Schleife herauskommen?
Vorschlag 1: Wechsle Deinen Wahrnehmungskanal
Welche der Lösungen FÜHLT sich am besten an? Spüre in Dich hinein, welche Variante sich besser anfühlt. Sobald Du die akustische Diskussion verlässt, gewinnst Du Abstand. Und Klarheit. Denn Du kannst Dir Deine Optionen auch bildlich vorstellen. Du weisst nicht, für welche Pizza Du Dich entscheiden sollst? Welche SIEHT denn am BESTEN aus? Vergleiche ein Bild mit dem nächsten und schon bist Du am Ziel. Jeder Wahrnehmungskanal ausser dem akustischen eignet sich dafür.
Vorschlag 2: Sei der Chef im eigenen Kopf
Erlaube Dir einfach eine klare Ansage. Sag zu Dir: „Ich will jetzt eine Entscheidung. Eine Minute Zeit, danach steht das Ergebnis.“ Mach es wie ein Feldherr – nicht wie im Debattierclub. Du wirst staunen, wie gut das funktioniert – wenn Du es ernst meinst. Und wer weiß: Vielleicht ist es genau diese Übung, mit der Du im Leben endlich die Haltung entwickelst die Du schon immer gesucht hast. Im Innen zuerst. Dann im Außen.
Leiser und leiser, bis zum Stillstand
Willst Du Deine Wahrnehmung radikal verbessern? Dann lerne, Deinen internen Dialog nicht nur zu lenken – sondern ihn auch mal abzuschalten. Ja, wirklich. In vielen meiner NLP-Trancen trainierst Du genau das: den Ton Deiner inneren Stimme so lange leiser zu drehen bis er endlich verstummt. Plötzlich ist da: Ruhe. Klarheit. Präsenz.
Setz Dich morgens hin. Geniesse den Moment. Trinke Tee oder Kaffe. Und dann ist da die Stille. Keine Stimme, die kommentiert. Nur die Welt, wie sie ist, mit all den morgendlichen Geräuschen. Die Farben. Das Leben. Solche Momente sind sehr heilsam. Sie schärfen Deinen Fokus und sie ermöglichen, dass Du andere Menschen wieder richtig hörst – nicht nur mit den Ohren, sondern mit Deinem ganzen Wesen. Denn solange Deine innere Stimme ständig dazwischen quatscht, findet sich kein Platz für echte Begegnung.
Ich habe Dir jetzt ein Werkzeug in die Hand gegeben , das Dein Leben verändern kann. Du bist nicht Opfer dieser Stimme – Du bist ihr Regisseur. Die Vorteile sind vielfältig und Nachteile habe ich noch keine gefunden. Und wenn Du für Dich nur den Teil nutzt, der Deiner Motivation dient, wirst Du schon grossen Nutzen für Dich aus diesem Artikel gezogen haben. Also: Ton anpassen. Regler justieren. Ton öfter mal abschalten. Und wenn Du dabei öfter laut lachst, weißt Du, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Ich wünsche Dir viel Erfolg und Spass beim Experimentieren.