Hypnose #4: Posthypnotische Suggestionen und Aufwecken

Erfolgreicher Abschluß einer Hypnosesitzung

Nun bist Du schon ziemlich weit gekommen. Du hast einen guten Rahmen für eine Hypnosesitzung geschaffen, die richtigen Suggestionen für ein entspanntes Arbeiten gegeben, Dein Gegenüber in Trance versetzt und mit seinem Unbewussten direkt oder indirekt so gearbeitet, dass „die Dinge“ ins Laufen geraten sind. Nun kannst Du mit einigen Schritten die Grundlage für Deine langfristig wirkende und richtig erfolgreiche Arbeit legen.

In dieser Artikelserie beschreibe ich Dir, wie ich eine erfolgreiche Hypnose-Sitzung  gestalte. Sie beschreibt die 5 Abschnitte, in Die ich eine Hypnose teile: SettingTranceinduktionUtilisation, Posthypnotische Suggestionen und AufweckenWenn Du noch keine Erfahrung mit Hypnose hast beginne bei meinem Artikel Hypnose lernen in 6 Schritten

Erinnere Dich, wo Du nun stehst. Du bist am Ende Deiner Sitzung angelangt. Dein Gegenüber ist noch in Trance und bewusst oder unbewusst mit seinen Aufgaben beschäftigt. Vielleicht hast Du ihm Suggestionen gegeben, die einige Zeit zur Integration brauchen. Ich denke da an die Arbeit mit den subbewussten Fingersignale und Suggestionen wie:

„…kannst Du mir ein Zeichen mit dem Zeigefinger Deiner rechten Hand geben, wenn Du alle Strategien so geändert hast, dass Die Wegweiser in Zukunft auf Deinen unbedingten Erfolg gerichtet sind.“

Da kann es tatsächlich einige Zeit dauern, bis dieses Zeichen kommt. Du brauchst Geduld und wartest manchmal lange Minuten. Vielleicht überlegst Du Dir dabei gleich die nächsten möglichen Schritte.

Zeitverzögerte Suggestionen

Alles, was Du in Trance an Suggestionen gibst, die zur Ausführung nach dem Aufwecken bestimmt sind, nennt man posthypnotische Suggestionen. In diese Klasse gehören auch eine spezielle Unterklasse, der sogenannte „sustained Release“ (verzögerte Auslösung). Niemand hindert Dich nämlich daran, beispielsweise folgende Suggestion in Deine Trance einzubauen:

„…und Du wirst erstaunt sein, wie Dich nach genau 12 Minuten und 23 Sekunden nach dem  vollständigen Lesen dieses Artikels eine Welle an Wohlbefinden überschwemmt, deren Qualität und Intensität alles an guten Gefühlen übertrifft, was Du bisher erlebt hast.“

Das Funktionieren dieser Suggestion enthält einige stillschweigende Voraussetzungen und setzt voraus, dass Du Dich gerade jetzt in einem für Suggestionen empfänglichen Zustand befindest. Aber wer weiss schon, wie sich das Bewusstsein durch das Lesen allmählich ändert. Diese Art von Suggestion kannst Du anwenden, wenn Du beispielsweise eine „Verhaltensweiche“ einbauen willst, in der die Person die Option bekommt, in einer gegebenen Situation anders als bisher zu reagieren. Unkontrollierte Wutausbrüche, die Unfähigkeit, NEIN zu sagen, unkontrollierte Gefühle, all das sind Mögliche Anwendungsgebiete.

In diesen Bereich gehören auch die Suggestionen zur gesteuerten Amnesie. Es gibt einige Youtube Videos, in denen ich z.B. demonstriere, wie ein Teilnehmer seinen Namen vergisst. Vielmehr, wie er die Bereiche nicht zugänglich findet, die seinen Namen gespeichert halten.

Warum also nicht einfach traumatische Erlebnisse, nachdem Dein Gegenüber gelernt hat, was zu lernen war, einfach dem „Staub des ewigen Vergessens anheim fallen zu lassen…“ (Suggestionszitat aus den Practitionertrancen). Gibt es nicht eine Menge, was Du gerne vergessen würdest? Wie wäre es dann mit einer Metasuggestion für diesen Fall bei Deinem Gegenüber? Siehst Du, jetzt bist Du auf dem richtigen Weg.

Suggestionen für alle Fälle

Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, am Ende einer jeden Trance eine Form von allgemein positiver posthypnotischer Suggestion zu geben, die ich nach Bedarf abwandle. Hier ein Beispiel für eine solche Suggestion

„…und wenn Du gleich wieder zurückkehrst, werden Deine Sinne viel besser funktionieren. Du wirst besser hören, schärfer sehen und kannst erstaunt feststellen, wie wunderbar Dein Körper funktioniert und wahrnehmen, wie er mit einer Schnelligkeit zu seiner Gesundheit zurückfindet, die Dich erstaunt!“ So kannst Du Deinem Unbewussten in Zukunft viel mehr vertrauen  und wahrnehmen, dass es Dir Zeichen gibt, die richtigen Entscheidungen einfacher und schneller zu fällen. Als Ergebnis wirst Du glücklicher und zufriedener sein, als jemals zuvor und mit den Mächten des Universums im Einklang Deine Bestimmung erfüllen!“

Ob solche Suggestionen funktionieren? Und ob!
Und wenn nicht, ist es ein sinnvoller Glaubenssatz, es zu glauben. Dann war Dein Versuch von guten Gefühlen begleitet und stellt den richtigen Ansatz für Deine Arbeit dar.

Ich finde, Du solltest Dir nicht nur einen Satz an Suggestionen zurecht legen, den Du am Ende Deiner Hypnosesitzung anwendest, sondern diese Suggestionen an jedem Abend vor dem Einschlafen Dir selbst geben. Deine Aufgabe als Hypnosemeister ist es schliesslich, an das Gute im Menschen zu glauben und ihnen (und Dir) dabei zu helfen, sich in Zukunft weniger im Weg zu stehen.

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Das Ende einer guten Trance

Ob und wie ich mein Gegenüber aus seiner Trance aufwecke hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn mein Gegenüber beispielsweise in den Esdailezustand gelangt ist, macht es wenig Sinn, ihn mit Suggestionen daraus aufzuwecken. Seine Erlebnisse sind so wunderbar und fremdgesteuert, dass Du ihn ruhig sich selbst überlassen kannst, bis er schliesslich seine Augen öffnet. Dies kann tatsächlich mehrere Stunden dauern und ist ein unvergleichlich positives Erlebnis, das Leben verändern kann.

Eine Möglichkeit besteht darin, Dein Gegenüber indirekt aufzuwecken. Du kannst ihm Prozessinstruktionen mit auf den Weg geben, die mit bedingten Befehlen gekoppelt sind. Ich meine damit folgende Klasse an Suggestionen:

„…und wenn Du auf der bewussten und unbewussten Ebene realisiert hast, wie wichtig die Veränderungen sind, die Du gerade vorgenommen hast, wenn Du akzeptiert hast, dass sie Dich in ein neues Leben führen werden und wenn Dein Freund auf der anderen Seite alles an seinen Platz gerückt hat, dann, und erst dann, kannst Du Deine Augen wieder öffnen und erfrischt, wie nach stundenlangem Schlaf mit wunderbar guten Gefühlen und strahlender Energie in eine andere Realität zurückkehren.“

Die Prozessvariable ist der Ausdruck „…erst dann…“ Und das kann tatsächlich dauern und ist von Dir nicht zu steuern.

In meiner Praxis habe ich festgestellt, dass es auch eine gute Idee ist,  überhaupt keine „Aufwachinstruktionen“ zu geben. Ende gut, alles gut und Dein Gegenüber findet selbst aus seiner Trance heraus. In meinen Workshops sage ich dann an, dass die Teilnehmer bitte noch einige Zeit Pause machen sollen, einen Tee oder Kaffee trinken und „…ins Leben zurückfinden.

Es ist überhaupt eine gute Idee, nach einer Hypnosesitzung ein Getränk zu servieren und Deinem Gegenüber Zeit zu lassen, das eben Erlebte zu reflektieren und sich Erklärungen für Phänomene zurecht zu legen, die seinen Glaubenssätzen entsprechen. Schliesslich sind ja mit ihm Dinge passiert – wenn Du alles richtig gemacht hast – die er für seine Welt durchaus passend machen muss.

Das direkte Aufwecken

Darüber brauche ich hier wahrscheinlich nur sehr wenig zu schreiben. Der einfachste Fall des Aufweckens besteht darin, die Suggestionen der Tranceinduktion einfach umzukehren.

Wo Du vorher gesagt hast:
„…kannst Du langsam tiefer und immer tiefer sinken….“
heisst es jetzt:
…kannst Du langsam und in Deiner eigenen Geschwindigkeit höher und höher schweben, zurück in die Realität Deines Lebens…“

Ich schlage Dir jedoch vor, immer, immer zusätzliche, positive Suggestionen, wie oben angedeutet mit einzuflechten. Kostet nur ein paar Minuten und bringt so viele gute Gefühle…

So, damit sind wir am Ende meiner Ausführungen über die Zutaten einer erfolgreichen Hypnosesitzung angelangt. Es gäbe noch so Vieles, was ich aus meiner Praxis anfügen könnte – und schliesslich ist ja auch jede erfolgreiche Trance eine individuelle Angelegenheit. Vielleicht hat Dich das Thema der Arbeit mit dem Unbewussten fasziniert und vielleicht möchtest Du ja unter Anleitung die richtigen Methoden lernen. Da wäre der Besuch eines meiner Workshops eine sehr gute Idee. Ansonsten wünsche ich Dir viel Erfolg und wenn Du dann aus Deiner Trance aufwachst, wirst Du feststellen….

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