Der automatische Ressourcenanker

Die beste Methode, wertvolle Kräfte zu aktivieren

Wie schön wäre es doch, in bestimmten Situationen auf Knopfdruck etwas zur Verfügung zu haben, das Dir hilft, genau diese Situation besser zu bewältigen. Dazu gibt es im NLP den Begriff der Ressource. Eine Ressource ist laut Wikipedia ein (Hilfs)mittel, das es Dir erlaubt, eine Handlung zu tätigen. Im Sprachgebrauch von NLP ist eine Ressource etwas in Dir, das Dir hilft, eine Handlung überhaupt, besser, schneller oder optimaler auszuführen. Meist sind es interne Ressourcen, also ein hilfreiches Gefühl, Dein Wissen oder Deine Fähigkeiten, die Du in Dir trägst. Diese nutzt Du oft bereits in bestimmten Situationen und willst sie vielleicht jetzt auf ein anderes Gebiet übertragen, in denen Du sie gerne hättest. Beispiel gefällig? Selbstbewusstsein HAST Du als Mann vielleicht, wenn Du mit Deinen Kumpels über das neueste Automodell sprichst. Bei einem Abend, den Du mit einer weiblichen Person, verbingst die Du toll findest HÄTTEST Du dieses Selbstbewusstsein vielleicht sehr gerne zur Verfügung. Dann natürlich nicht, um dieser Person zwei Stunden lang etwas über das neueste Automodell zu erzählen, sondern um mit dem GEFÜHL der Selbstsicherheit unbefangen und gut gelaunt über Dich, Deine Welt und Vieles mehr zu plaudern.

Icon Ressourcenanker

Die Technik, mit der Du eine Ressource von einer Situation, in der Du sie bereits nutzt auf eine andere Situation übertragen kannst, nennt man im NLP einen Anker. Ein Anker ist eine Art von Knopf, den Du installieren und danach immer wieder nutzen kannst. Wie Du einen Anker anlegst, erkläre ich Dir ganz allgemein in diesem Artikel. Die Technik des Ankerns lernst Du auch im NLP Practitioner. Mit einem oder mehreren Ankern kannst Du Ressourcen, einzelne Gefühle oder auch ganze Strategien in andere Situationen übertragen und immer wieder abrufen.

Mit einem Ressourcenanker kannst Du eine oder mehrere Ressourcen nacheinander aufstapeln und sie in eine andere Situation übertragen. Nachfolgend erkläre ich Dir, wie Du einen Ressourcenanker installierst und dann ganz einfach nutzt. Es funktioniert wirklich ganz einfach.

Video: Selbst kalibrierender Ressourcenanker

Vorbereitung: Was brauchst Du?

Überlege Dir zuerst, welche Ressourcen für Dein Vorhaben nötig oder auch nur wünschenswert sind. Welches Gefühl hilft Dir in der Situation weiter. Es handelt sich in den allermeisten Fällen um positiv besetzte Gefühle. Einige Beispiele dazu: Selbstvertrauen, Mut, Tatkraft, unbedingte Motivation, Selbstsicherheit, Aufmerksamkeit, Entspannung, Ehrgeiz, Ausgeglichenheit usw. Auch das „Act on it“, also die Fähigkeit, Dinge gleich und motiviert anzupacken gehört zu wichtigen Ressourcen. Jetzt setzen wir eine dieser Ressourcen in einen Anker um.

Suche Dir EINEN Zustand aus, den Du in einer bestimmten Situation gerne hättest. Suche Dir dazu entweder einen aus der Liste im vorigen Absatz aus oder nimm, was Du gerade brauchst. Du kannst nacheinander so viele verschiedene Ressourcen nutzen, wie Du willst, oder brauchst. Dazu kannst Du die nachfolgende Ankerstrategie mit ihren einzelnen Schritten einfach so oft durchlaufen, bis Du alle nötigen Ressourcen in einem einzelnen Anker aufeinander gestapelt hast. Deshalb nennt man einen solchen Anker im NLP Jargon auch, einen Stapelanker.

Überlege Dir nun, wo und wie Du diese Ressource ankern möchtest. Soll es ein kinästhetischer Anker sein, der ausgelöst wird, wenn Du (beispielsweise) Deine linke Hand zu einer Faust ballst oder (beispielsweise) Deine Hand leicht gegen Deinen Obeschenkel drückst? Oder soll es vielleicht ein auditiver Anker sein, bei dem Du zu Dir selbst sagst: „So, jetzt, das pack ich an…!“  Oder willst Du Dir vielleicht einen visuellen Anker einrichten, den Du auslöst, indem Du Dir z.B. eine goldene Pyramide oder einen blauen Diamanten vorstellst? Wenn Du die nachfolgende Technik nicht verstehst, kannst Du Dir den zweiten Tag des kostenlosen NLP Practitioner ansehen, dort erkläre ich alle Grundbegriffe ausführlich. Hier der Link: Der NLP Practitioner kostenlos (Tag 2)

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Schritt 1: Erinnerung

Erinnere Dich nun an eine Situation, in dem Dir diese Ressource in Deinem Leben bereits zur Verfügung steht. Du brauchst das Gefühl der unbändigen Motivation? Finde dazu eine Situation in der Vergangenheit in der Du wirklich motiviert warst. Beispielsweise kannst Du Dich daran erinnern, wie einfach es ist, motiviert, mit Deinen Kumpels zum Fussballspielen zu gehen. Achte darauf, daß Du assoziiert bist. Sieh, was Du damals gesehen hast wie durch Deine eigenen Augen, also assoziiert. Höre was Du damals gehört hast, fühle was Du damals gefühlt hast und wenn Du das Gefühl intensiv in Deinem Körper fühlst, balle beispielsweise Deine linke Hand zur Faust. Das wäre dann ein kinästhetischer Anker. So „ankerst“ Du diesen Zustand als Deine Ressource.

Schritt 2: Mehrere gleiche Ressourcen

Wenn Dir das resultierende Gefühl noch zu schwach erscheint, erinnere Dich im nächsten Schritt einfach an eine weitere Situation, die ein ähnliches Gefühl in Dir ausgelöst hat. Beachte erneut die Hinweise aus dem letzten Absatz und ankere auch dieses Gefühl an der gleichen Stelle, also in diesem Falle auf Deine geballte Faust. Das kannst Du so oft wiederholen, bis die gewünschte Ressource fest verankert ist.

Schritt 3: Weitere Ressourcen

Wiederhole nun Schritt 1 und 2 mit jeder weiteren Ressource, die Du für Dein Vorhaben brauchst und als Ressource möchtest.

Schritt 4: Test

Natürlich willst Du nun wissen, ob dieser Ressourcenanker auch funktioniert. Das geht ganz einfach. Stelle Dir einfach eine Situation in der Zukunft vor, in der Du diesen Anker brauchen wirst. Dann schliesse für einen Moment Deine Augen und löse Deinen gerade geschaffenen Anker aus. Verändern sich Deine Bilder und Deine Gefühle? Teste Deinen Anker mit zwei oder drei weiteren Situationen. Und wie weisst Du nun, ob Dein Anker funktioniert?

Eine Möglichkeit ist, das Ergebnis als starke Veränderung in Deiner Befindlichkeit wahrzunehmen. Wenn es um Motivation geht, könntest Du plötzlich meinen, gleich aufstehen zu wollen und den Text zu schreiben, der schon seit einer Woche fertig sein sollte. Das wäre ein direktes Ergebnis.

Beim Ankern arbeitest Du allerdings auch mit Deinem Unbewussten. Die neurologischen Verbindungen, die Du mit dem Anker geschaffen hast sind wie Wegweiser für Dein Unbewusstes. So erzielst Du Ergebnisse, die nicht so direkt messbar sind, weil sie langfristig und im verborgenen wirken.

Viele Teilnehmer an der NLP Grundausbildung merken nach ihren zehn Tagen der Teilnahme zwar, dass sich „gerade viel verändert“ können diese Veränderung allerdings keiner direkten Ankerstrategie oder einer anderen NLP Technik zuordnen. Ist das wichtig? Ich meine „nein“! Solange Dein Leben die gewünschte Richtung nimmt, kann ich Dir nur raten, möglichst viele Anker zu installieren oder andere „Experimente“ mit NLP anzustellen. Dann kannst Du Dich freuen, dass ES wirkt.

 

Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose
Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose

Seit über 25 Jahren lehre ich Menschen das Modell von NLP und die Techniken von Hypnose. Ich glaube fest daran das jeder Mensch in sich die Ressourcen trägt um sein Leben selbständig und nach eigenen Maßstäben zu gestalten.

3 Antworten

  1. Hallo Chris,
    ich habe jetzt keinen konkreten Verbesserungsvorschlag. Aber ich habe ganz deutlich erlebt, wie sich meine Gedanken in der vorgestellten problematischen Situation beim Ziehen des Ankers durch das Hinzukommen der geankerten Zustände dramatisch geändert haben. Ich hatte schon nach wenigen Sekunden die ersten Ideen, wie ich beginnen könnte, wo ich vorher recht ratlos war. Die Kombination aus Video und Geschriebenen hat mir völlig gereicht, es einfach auszuprobieren.
    Vielen Dank für diese Gelegenheit.
    Herzliche Grüße
    Dietmar

  2. Ich habe den Film zwar nicht so gut verstanden, wie man den Anker „festmacht“ – mit der Hand die Schulter berühren? Kann man das selber?
    Aber ich habe eines gesehen, das mir erst jetzt aufgefallen ist:
    Chris hat einen unglaublichen Geschmack, sich zu kleiden. Alles ist (farblich) auf einnander abgestimmt.
    Offenes Hemd/Schuhe in anthrazit. Untershirt und Socken weinrot. (Cheers!) Als Farbnuancenbrecher die Hose in der schönen Farbe Rosenholz od mauve?
    10 Punkte dafür. Für den Film – bitte den Schultertouch beschreiben für eine „emotionslose“ auditive Person….

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