Wichtige Kommunikationsmodelle für gelungene Kommunikation

Wenn etwas kompliziert und eine Erklärung nicht einfach zu haben ist, kannst Du ein Modell zu Hilfe nehmen. Ein Modell erklärt schwierige Sachverhalte und vereinfacht sie. Niels Bohr nahm das Beispiel des Planetensystems zu Hilfe und vereinfachte damit die Betrachtung des atomaren Aufbaus. Er schuf eine plausible Erklärung für die Struktur des Periodensystems der Elemente. Auf der Basis dieses Modells erklärten und fanden die nachfolgenden Generationen von Wissenschaftlern die Kernspaltung – zum Nutzen wie Schaden der ganzen Menschheit.

Kommunikation in der Gruppe

Kommunikation existiert nicht nur im NLP

Oft werde ich gefragt, was mich bewogen hat, ausgerechnet dem Modell von NLP meine Aufmerksamkeit zu widmen. Es gibt doch so viele praktikable Kommunikationsmodelle die allesamt ihre Vor- und Nachteile haben. Meist haben die Fragenden das eine oder andere über ein Kommunikationsmodell gelesen und kennen die weiter gehenden Ansätze wenig. Deshalb stelle ich hier in dieser kleinen Serie einige der wichtigsten Kommunikationsmodelle aus der neueren Zeit vor. Ich habe mich damit beschäftigt, weil ich die diversen Inhalte auch in meine NLP Practitioner Ausbildung einfließen lasse. Damit blicke ich mit Dir und den anderen Teilnehmern über den Topfrand von NLP.

Die Vorteile von Kommunikationsmodellen

Seit Sprache und Kommunikation existieren, zerbrechen sich Menschen den Kopf darüber, wie es funktioniert, dass wir uns miteinander austauschen. Man will so hinter das Geheimnis der Kommunikation kommen. Mit dem Beginn der modernen Wissenschaft und dem Entstehen der Fachdisziplin “Linguistik” im 20. Jahrhundert stellten die Wissenschaftler die Erforschung dieser “Geheimnisse” auf eine wissenschaftliche Grundlage.

Die Entstehung der Sprache und die Struktur des Kommunikationsprozesses ist kompliziert. Es gibt viele Ansätze und und wird von den Wissenschaftlern bei weitem nicht schlüssig erklärt. Bis der Prozess der Kommunikation vollständig durchleuchtet ist, kannst Du vereinfachte Modelle nutzen. Sie erklären Dir, wie dieser Prozess vor sich geht. Was Du dabei lernst, sind im Grundsatz die Ansichten und Glaubenssysteme von Menschen und die schriftlich gefasste Niederlegung der Meinungen dazu.

Die Ansätze zur Erklärung der Prozesse der menschlichen Kommunikation reichen von komplizierten Prozessanalysen der generativen Transformationsgrammatik bis hin zu Alltagsmodellen wie dem von Schulz von Thun. Im Alltag benutzt Du Sprache und Kommunikation zum Transport von Inhalten und zur Vermittlung Deines Weltbildes. So sollte ein Kommunikationmodell für Dich Alltagsdinge auf einfache Weise erklären und Dir im Alltag bei Deiner Kommunikation helfen.

Was ist ein Modell?

Ein Modell ist etwas, das Du Dir in Deinem Kopf bildest und dann auf Papier festhältst. Es beschreibt auf einfache Art und Weise Abläufe oder Zustände, die in Wirklichkeit viel komplizierter ablaufen.

In diesem Sinne ist beispielsweise das Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun als ein Modell zu verstehen. Anders verhält es sich mit den Axiomen der Kommunjikation von Watzlawick und wenn ich vom Modell von NLP spreche. Das sind keine vereinfachten Beschreibungen, wie Kommunikation abläuft, sondern Bedingungen, die vorhanden sein müssen, DAMIT Kommunikation erfolgreich sein kann. Das sind zwei Paar Schuhe. Ich verwende den Begriff des Kommunikationsmodells trotzdem, weil er sich eingebürgert hat.

Kommunikationsmodell – eine Definition

Ein Modell ist also ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit. Die Vereinfachung kann sich an Gegenständen oder an sprachlich formulierten Theorien orientieren. Nach Herbert Stachowiak hat ein Modell mindestens drei Merkmale:

  • Abbildung: Ein Modell ist stets ein Modell von etwas, die Abbildung eines Originals.
  • Verkürzung: Ein Modell erfasst nicht alle Attribute des Originals, sondern nur diejenigen, die dem “Modellisten” relevant erscheinen.
  • Pragmatismus: Die jeweiligen Modelle erfüllen eine Ersetzungsfunktion.

In diesem Sinne ist ein Kommunikationsmodell eine vereinfachte Erklärung des menschlichen Kommunikationsprozesses. Es soll erklären, was Kommunikation ist, wie sie funktioniert, und die Zusammenhänge des Kommunikationsprozesses erkennbar machen.

Das Ziel alltagstauglicher Kommunikationsmodelle ist es, den Kommunikationsprozess so transparent darzustellen, dass Du häufige Missverständnisse und Fehler in der Alltagskommunikation vermeiden kannst. Die wichtigen, alltagstauglichen Kommunikationsmodelle des zwanzigsten Jahrhunderts habe ich in dieser Artikelgruppe zusammengefasst.

In der Praxis der täglichen Anwendung haben sich die Modelle von Watzlawick, Schulz von Thun und das Modell von NLP bewährt. Sie zeigen hier modellhaft, nach welchen Regeln das „Spiel“ zwischen Teilnehmern an einer Kommunikation abläuft und welche Herausforderungen dabei auftreten können.

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Kurzer Geschichtsexkurs

Die Wurzeln aller heutigen Kommunikationsmodelle sind bei den alten Griechen zu finden. In Platons Buch „Kratylos“ bezeichnet Sokrates das einzelne Wort und Sprache insgesamt als Organon (Werkzeug). Mit diesem Werkzeug teilt eine Person einer anderen etwas über „Dinge“ mit. Karl Bühler griff 1923 Platons These auf und legte mit seinem Organon-Modell den Grundstein für alle hier vorgestellten Kommunikationsmodelle.

In den meisten Modellen wird von einem denkenden und fühlenden Individuum ausgegangen. Daraus resultiert, dass jeder Mensch individuell ist und anders auf ähnliche Kommunikationssituationen reagiert. Die unterschiedlichen Aspekte nonverbaler Kommunikationselemente beeinflussen neben den faktischen Inhalten jede Kommunikation mit.

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5 wichtige Kommunikationsmodelle

Ich rate Dir, Dich mit den einzelnen, hier vorgestellten Kommunikationsmodellen zu beschäftigen. Frage Dich doch einfach: “Wie kann ich am Besten von dem profitieren, was ich hier lese?” Wenn Du dann bei guter Gelegenheit das eine oder andere Postulat erinnerst und in Deine Kommunikation einfliessen lässt, habe ich mein Ziel erreicht. Es hilft Dir, die Grenzen Deiner wahrgenommenen Realität zu erkennen und präzise zu ziehen.

Sender-Empfänger Kommunikationsmodell

Wirksame Modelle entstammen meist dem Lebensumfeld und der Zeit in der sie entstanden. Ein Beispiel: es gibt unendlich viele Modelle, die die Arbeit des Gehirns beschreiben. Du kannst sie nach der jeweiligen Zeit ordnen, in der sie entstanden.

So verhält es sich auch mit den Modellen zur menschlichen Kommunikation. Das Sender-Empfänger Modell entstammt der Zeit der Erfindung drahtloser Übermittlung, des Rundfunks und des Telefons am Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts.

Der “Sender” redet und möchte damit sein Weltbild, seine Gefühle und seine Gedanken mitteilen. Dies geschieht mit Hilfe der Sprache. Der Sender übersetzt also seine Botschaft in “Zeichen”. Das nennt Bühler “kodieren”. Der “Empfänger” dekodiert, „rückübersetzt“ die Worte in seine Lebenswelt, genauso wie ein Rundfunkempfänger die empfangenen Signale in Ton- oder Musiksignale übersetzt.

… weiterlesen in: Das Sender – Empfänger Kommunikationsmodell

Watzlawick’s-Axiome als Kommunikationsmodell

Paul Watzlawick entwickelte sein populäres Modell aus fünf Grundregeln, die er Axiome nannte. Sie zeigen, wie eng verbale Kommunikation mit Beziehung und Emotion verknüpft ist. Er macht Dir klar, dass Du in einer selbst konstruierten Wirklichkeit lebst, die Dich positiv oder negativ beeinflussen kann. Diese Wirklichkeit ist veränderbar und Du kannst selbst bestimmen, wie Deine Wirklichkeiten aussehen sollen.

Watzlawick erweitert damit das Bühlersche Organonmodell um seinen wichtigen Aspekt: Jeder Mensch schafft sich seine eigene kleine Welt. Zudem betont er ebenfalls, wie bedeutsam die nonverbalen Aspekte der Kommunikation sind.

… weiterlesen in: Die Watzlawick-Axiome

Das 4-Ohren-Modell, Schulz von Thun

Menschen reden oft, wie ihnen „der Schnabel” gewachsen ist. Nach Schulz von Thun kommunizieren wir sogar mit vier Schnäbeln gleichzeitig. Der Empfänger hat entsprechend vier metaphorische Ohren und kann eine „gesendete Botschaft” nach vier Seiten hin verstehen.

Schulz von Thun baut auf dem Bühlerschen Organonmodell auf. Er bildet die Komplexität in seinem 4-Ohren Modell ab. Er verdeutlicht, wie komplex Kommunikation sein kann und welch wichtige Rolle der kinästhetische (emotionale) Aspekt spielt.

… weiterlesen in: Das 4-Ohren Modell von Schulz von Thun

NLP als Kommunikationsmodell

Die Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun und Watzlawick sind ein theoretisches Modell zur Erklärung des Kommunikationsprozesses. Sie enthalten Grundregeln, denen es oft an Tiefe, an praktischer Anwendbarkeit oder an entsprechendem Handwerkszeug fehlt.

Diese Lücke füllt das Neurolinguistische Programmieren (NLP). Es greift die Ideen bewährter Kommunikationsmodelle auf und entwickelt sie pragmatisch zu definierten Lösungsansätzen (Formaten) weiter. Die Ansätze von Watzlawick finden sich zum Beispiel in den Annahmen der „geistigen Landkarte“ und dem Modell der Wahrnehmungsfilter wieder.

Ich meine, das Modell von NLP liefert Dir ein einfach zu nutzendes und pragmatisches Abbild der menschlichen Kommunikation. Es hat mich gelehrt, effektiv in die Mechanismen der Kommunikation einzugreifen und meine eigene und die wahrgenommene Realität meiner Mitmenschen zum Positiven zu verändern. Das kannst Du auch lernen! Die Grundlagen dazu vermittle ich Dir in meinen Workshops. Ich freue mich, wenn Du von den vorgestellten Modellen profitierst und Dir Deine “Alltagskommunikation” zukünftig in anderem Licht erscheint.

… weiterlesen: Was ist NLP?

E-Prime

Viele halten das von Alfred Korzybski entwickelte E-prime für kein Kommunikationsmodell. E-Prime bezeichnet das Vorhaben der Änderung Deiner gebrauchten Worte, um alle Formen des Verbs „ist“ zu vermeiden. Seine Einschränkung schließt auch die Verwendung des Passivs aus. Dadurch muss der Verfasser oder Sprecher den jeweils Wirkenden, Handelnden oder Entscheidung treffenden klar benennen. In dieser Eigenschaft zeigt E-prime die sprachlich definierten Grenzen der jeweiligen Glaubenswelt auf.

… weiterlesen: E-prime

Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose
Chris Mulzer | Trainer für NLP & Hypnose

Seit über 25 Jahren lehre ich Menschen das Modell von NLP und die Techniken von Hypnose. Ich glaube fest daran das jeder Mensch in sich die Ressourcen trägt um sein Leben selbständig und nach eigenen Maßstäben zu gestalten.

4 Antworten

  1. Eine lediglich kleine Ungereimtheit ist mir aufgefallen…

    Eine Linkbeschrfiftung “weiterlesen in Die 4 Watzlawick Axiome ” …ich habe dort jedoch fünf gefunden.

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