Metaphern verändern Deine Welt für immer

Eine Einführung in die Kunst, eine gute Geschichte zu erzählen.

In der persönlichen Veränderungsarbeit in Workshops und beim Gebrauch des Modells von NLP bedienen sich erfahrene Profis sehr häufig verschiedener Formen von Metaphern. Während Du einer spannenden Geschichte lauschst, arbeitet Dein Unbewusstes auf Hochtouren. Leider habe ich in der einschlägigen Literatur keine nutzbringende Anleitung gefunden, wie Du lernen kannst, Metaphern selbst zu gestalten. In loser Folge werde ich deshalb meine Erfahrungen zu diesem Thema für Dich aufbereiten und Dir zugänglich machen.

News-DragonsWikipedia sagt: „Eine Metapher ist ein Ausdruck, der statt des wörtlich Gemeinten etwas bezeichnet, das ähnlich ist.” Unabhängig von den Rechtschreibfehlern (ich habe wörtlich zitiert) ist mir die Definition als solche nicht genau genug. Im Kontext meiner Arbeit mit Veränderungen und mit großen Gruppen ist eine Metapher eine von mir erzählte Geschichte, die neben ihrem eigentlichen Inhalt subbewusste Bezüge auf mehreren Ebenen anstößt, die als Ergebnis einen verändernden Charakter haben können.

Viele Teilnehmer, die zum ersten Mal einen meiner Workshops besuchen, fragen sich, was denn „dieses Rumgelabere” soll und wann es denn endlich „zur Sache” gehen würde. Dann stecken wir meistens schon mitten im Thema — nur eben auf andere Art und Weise als vielleicht gewohnt. Die Teilnehmer am TrainerTrack haben in Nepal angeregt, den Vorhang meiner „Lehrtechniken” etwas zu lüften, ein Bedürfnis, dem ich gerne nachgebe und das in diesem Artikel seinen ersten „Befriedigungsschub” erhalten soll.

Zuerst findest Du (hier, was Du gerade liest) einen einleitenden Kommentar. Danach stelle ich Dir die Metapher vor. Ich habe jeden Absatz mit einer laufenden Nummer versehen, auf die ich mich im nachfolgenden Kommentar beziehe. (Das Nachfolgende wirst Du dann in der nächsten Woche lesen können:) Zum Schluss gebe ich Dir einige Hinweise, wie Du es anstellen kannst, den Geschichten, die DU erzählst, geeignete metaphorische Ebenen hinzuzufügen. Die Königsklasse in einem Workshop ist für mich, auf der Bühne zu sitzen und unterhaltsame Geschichten zu erzählen, Dich also mit Inhalten abzulenken und ganz nebenher all jene Veränderungen anzustoßen, für die ich bekannt bin.

Auch das sei noch gesagt: Ich verzichte darauf, in der nachfolgend erzählten Geschichte die Ziele der metaphorischen Ebene(n) preiszugeben. Das kannst Du Dir selber zusammenreimen. Die wahre Qualität einer guten Metapher besteht ja gerade darin, vielfältige Bezüge zu schaffen. Je nach „Problemlage”.

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Hier also die Geschichte der Entstehung meiner Tätowierung:

Tipp: Im Artikel „Wie Metaphern Deine Welt für immer verändern” mache ich entsprechende Metakommentare zu den einzelnen Absätzen. Du kannst diese direkt mit dem Link (zum Kommentar) erreichen.

01     Irgendwann war er einfach da, der Wunsch nach einer eigenen Tätowierung. Jenseits aller Moden hat der „benadelte Körperschmuck” eine lange Tradition. Schon solange ich denken kann, faszinieren mich die martialischen Tätowierungen der Polynesier als auch die Ganzkörpergemälde der Yakuza in Japan. Eine Tätowierung begleitet Dich Dein ganzes Leben. Eine Tätowierung kann Dich vor negativen Energien schützen, wie die Yantra Tätowierungen im Wat Bang Phra in Thailand, oder sie bilden einen Fokuspunkt für Deinne Ausstrahlung positiver Energie, wie die Handflächentätowierungen von Shane Gallagher.
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02     Auf jeden Fall ist eine Tätowierung etwas Dauerhaftes. Was Du heute entscheidest, begleitet Dich ein Leben lang. Die Entscheidung für eine Tätowierung und für das Motiv will wohlüberlegt sein. Und so tat ich, was ich in solch kritischen Entscheidungsmomenten immer tue, ich schaltete erst einmal meine Antennen auf „Empfang”. Denn meistens ist es in Deinem Leben so, dass das Universum auch noch ein Wörtchen mitreden will. Dem gilt es Platz (und Zeit) zu geben.
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03     Auf meinen vielfältigen Reisen besuchte ich Tätowiermeister in Hongkong, Japan, Italien, England … Es kam nirgendwo eine Erleuchtung. Frage mich, was ich suchte — ich kann es Dir nicht sagen. Es ist in meinem Leben häufig so, dass ich mit Geduld und vielfältigen Aktionen erst die Voraussetzungen schaffe, damit mich im geeigneten Moment „der Blitz der Erkenntnis treffen kann”. Und dafür ist Warten angesagt. Der Impuls  kommt dann plötzlich und wie aus heiterem Himmel, dann weiß ich: DAS ist es.
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04     Ich wartete also — mehrere Jahre lang. Bis mich auf einer Bootsfahrt auf dem Shannon River, bei einem Besuch von Clonmacnoise der „Blitz traf”. Ich sah ein keltisches Grabkreuz mit drei ineinander verschlungenen Tieren und plötzlich wusste ich: Dieses Motiv wird mich mein Leben lang begleiten. Ich notierte mir mit ein paar schnellen Strichen die Umrisse und eine Woche später, zurück in Berlin lief mir Zoe Thorne über den Weg. Ich erzählte ihr von den „drei Drachen”, die mich in Irland gefunden hatten, zeigte ihr die Zeichnung und fragte, ob sie mir die Umsetzung davon auf den rechten Oberarm tätowieren könne.
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05     Na klar, kein Problem, in zwei Stunden war sie fertig — und ich war glücklich. Interessant ist in diesem Zusammenhang meine Definition der auf dem Stein abgebildeten Tiere. Wie ich viel später herausfand, sind es Hunde, die sich im Spiel balgen. Für mich waren es Drachen und sind es auch immer Drachen geblieben. Hunde haben auf meinem Oberarm nichts zu suchen, Drachen jedoch haben ihre Bedeutung. Lies einfach weiter.
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06     Einige Jahre später, anlässlich eines längeren Besuches in Hongkong hatte ich Geschäfte zu tätigen und benötigte „eine Unterschrift”. Im China der alten Zeit unterschrieb man nicht mit seinem Namen, sondern hatte einen Namensstempel. Noch heute gelten Schecks als unterschrieben, wenn sie den Namensstempel tragen.
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07     So fand also durch freundliche Vermittlung ein Professor für chinesische Kalligraphie einen chinesischen Namen für mich. Das ist durchaus kein einfaches Unterfangen, wenn es denn ernsthaft betrieben wird. Die chinesische Sprache ist vieldeutig und ein Schriftzeichen kann viele Bedeutungen haben. Es gilt, Namenszeichen zu finden, die akustisch etwas mit dem westlichen Namen zu tun haben und möglichst eine wichtige Bedeutung in sich tragen. Ein kleines Restaurant wird in China durchaus einmal „Garten der himmlischen Glückseligkeiten” genannt. Das, was für uns wie Übertreibung anmutet, hat in China jahrtausendlange Tradition.
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08     Mein Name auf Chinesisch besteht aus den drei Schriftzeichen Chris Tao Fan (Christopher) was buchstäblich übersetzt die Anfangszeichen der drei großen (aus chinesischer Sicht) Weltreligionen darstellt. Christentum, Taoismus und Buddhismus. Die weitere Bedeutung der Schriftzeichen ist sinngemäß: Bändiger der drei Drachen. Womit wir wieder beim Thema wären.
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09     Einige Jahre später besuchte ich in China die Stadt Lijang und dort den Palast des Mu Clans und dort wiederum den taoistischen Tempel. Dort bieten Mönche gegen ein geringes Entgelt einen Blick in die Zukunft an. Dazu drehst Du an einem großen Rad, das an der Stelle, an der es stehen bleibt, Wegweiser für Nachschlagewerke enthält, die Deine Zukunft weißagen.
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10     Es verhält sich hier ähnlich wie mit den karmischen Weissagungen der Nadi Shastra in den Palmblattbibliotheken Indiens. Die indische Weisheitslehre besagt, dass Dein Karma dort festgeschrieben ist und Du kannst Bemerkenswertes über Dich erfahren, wenn Du dem vermeintlichen Zufall freie Hand lässt.
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11     Ich konzentrierte mich, drehte am großen Rad und sehe mich unvermittelt dem „Chefmönch” gegenüber, dem Einzigen, der sich in gebrochenem Englisch ausdrücken kann —  gerade genug, die Botschaft zu verstehen.
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12     Er sprach von „drei Drachen”. Das kam mir sehr bekannt vor und ich zeigte ihm meine Tätowierung. Er machte mich auf die drei Drachen in mir aufmerksam und dass die Botschaft des Rades ihre notwendiger „Zähmung” betraf. Körper, Geist und Seele in mir wären ungebunden und „tun ihr eigenes Ding”. Es braucht die Energie der Selbstdisziplin, um das Feuer der Drachen zu zähmen und die großen Taten, die mir noch bevorstünden, möglich zu machen.
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13     Ach, dachte ich mir, Drachen, Feuer, diese Bilder  kenne ich ja aus der Erfahrung meiner Erziehung im Angesicht der katholischen Kirche. Das verhält sich ja wie mit den sieben Todsünden, die mich bei erster Gelegenheit in der Hölle schmoren lassen würden. Ich erinnere mich: Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit kommen aus dem Schattenreich, verlocken Dich und und lenken Dich ab vom wirklich Wesentlichen im Leben, das Deine großen Taten möglich macht.
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14     Da entstand in mir die Idee, einen Schatten hinter dem Motiv der drei Drachen zu bilden. Als ewige Erinnerung an die Präsenz des „Schattenreichs”. Einige Monate später fielen die Dinge an ihren Platz, im Practitioner traf ich einen Tätowierer, er schritt auch gleich zur Tat. Seitdem schimmert hinter meinen drei Drachen die Erinnerung ans Schattenreich.
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15     Damit allerdings war meine Tätowierung längst nicht fertiggestellt. Wieder Jahre später, es war im Umfeld des ersten TrainerTrack auf der kleinen thailändischen Insel Ko Lipe, im Süden des Landes. Ich spazierte mit Elias den Inselweg entlang, als mich plötzlich aus heiterem Himmel ein Mann ansprach. Er sprach kein Thai, ich verstand seine Äußerungen nicht. Mit Hilfe eines herbeigeholten Freundes fragte er mich, warum ich die Drachen meiner Tätowierung frei herumlaufen ließe — er könne diesen Missstand reparieren.
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16      Später erst stellte sich heraus, dass er ein schamanischer Tätowiermeister der ich weiß nicht wievielten Generation aus Indonesien war. Er war nur kurz zu Besuch bei seinem Freund. Irgendetwas fiel wieder einmal an seinen Platz, ich sagte „Ja!” und worauf ich mich eingelassen hatte, sah ich, als er mit einem scharfen Messer begann, frischen Bambus anzuspitzen. Damit tätowierte er laaangsam, tief in Trance von Hand und ganz ohne Vorzeichnung.
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17     Mehrfach murmelte er vor sich hin und auf die übersetzte Frage, was er denn da veranstalte, antwortete er sinngemäß: „Halt die Klappe, störe meine Kreise nicht, ich treibe gerade die Drachen zusammen, damit ich den Zaun schließen kann.”
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18     Die Prozedur dauerte etwa vier Stunden und war ziemlich schmerzhaft, ich hielt sie jedoch heldenhaft aus. Nach vollbrachter Tat bedeutete er mir, am nächsten Tag erneut zu kommen. Er wollte die Energie der Drachen verstärken.
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19     Interessanterweise war meine Haut kaum gerötet, er legte auch keinen Verband an, sondern rieb mir nur ein seltsam riechendes Öl in die „Wunde”. Ich könne gerne duschen und im Meer schwimmen, das sei kein Problem.  Mit dem gleichen Selbstverständnis wie am Tag zuvor begann er am nächsten Tag, geheimnisvolle Linien in die frische Tätowierung vom Vortag und in die alte Tätowierung des Drachenmotivs einzuarbeiten. Wieder das Murmeln, wieder der Tranceblick, wie aus großer Ferne.
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20     Diesmal jedoch war ich wirklich damit beschäftigt, konzentrierte Schmerzvermeidung zu betreiben. DAS war die Mutprobe. Die Prozedur tat höllisch weh und ich weiß jetzt aus eigener Erfahrung, warum in Indonesien junge Männer beim rituellen Eintritt in die Welt der Erwachsenen tätowiert werden. Es ist eine Probe der Standhaftigkeit und des Willens, die als Referenz für vieles dient, was im späteren Leben Selbstdisziplin fordert. Der Schmerz ist heute längst vergessen, die Referenz für Disziplin ist geblieben.
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21     Die eintätowierten Linien wurden übrigens nach einiger Zeit unsichtbar und sind heute bestenfalls durch eine Berührung als Narbenrelief zu erkennen.
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22     Was mich allerdings überaus faszinierte, waren die Erlebnisse der nächsten Tage und die Träume meiner folgenden Nächte. Über Tage und Wochen träumte ich von tobendem und rumorendem Drachengetier und von geheimnisvollen Stimmen, die mir rieten, meine Drachen doch wieder frei laufen zu lassen. Sie bettelten, drohten, befahlen, ich jedoch blieb standhaft. Mal ehrlich, ich hätte auch nicht den Schimmer einer Idee gehabt, wie ich es hätte anstellen sollen, die Drachen wieder laufen zu lassen.
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23     In den folgenden Tagen und Wochen genoss ich einen wahren Raketenschub an kreativer Energie, ich packte Projekte an, knüpfte Verbindungen, traf neue Menschen beim Reisen, verstand mich bestens mit Frauen und Männern — kurz gesagt, ich spüre bis heute die feurige Energie der gezähmten Drachen in mir. Den Tätowierer hätte ich im darauf folgenden Jahr gerne nochmals beschäftigt, um die andere Seite nach seinem Vorschlag zu gestalten. Er blieb jedoch seither verschwunden und auch seine Freunde auf der Insel haben seither nichts von ihm gehört.
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24     Manchmal frage ich mich sogar, ob ich mir die ganze Geschichte nicht vielleicht erträumt habe. Ich brauche mich dann nur im Spiegel zu betrachten und sehe meine Tätowierung. Dann fahre ich mit dem Finger über die Narben und weiß, auf eine bestimmte Art und Weise ist dieses Erlebnis immer noch in mir lebendig. So lebendig, wie meine Drachen, die immer dann in meinen Träumen auftauchen, wenn Selbstdisziplin und Mut und Energie nötig sind. Wer weiß es schon, vielleicht ist es die Lebensaufgabe eines jeden von uns, seine Drachen zu zähmen. Interessant wird es erst dann, wenn die Drachen in DEINEN Träumen aufzutauchen beginnen.
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