Ohne Worte: Nonverbale Kommunikation!

Bewusst und unbewusst, Sprache die keine ist

Müssen alle Menschen die gleiche Sprache sprechen, damit wir uns verstehen? Die Erfahrung zeigt, dass dies bei etwa 6.500 verschiedenen Sprachen nur sehr schwer zu erreichen ist. Vielleicht aber hast Du ja etwas in Dir eingebaut, tief in Deinem Unbewussten, das es Dir ermöglicht auf eine andere Weise mit der Welt zu interagieren? Ich finde, es ist durchaus lohnenswert, sich über die Möglichkeiten der nonverbalen Kommunikation einmal weiter gehend Gedanken zu machen.

Nonverbale Kommunikation in der Gruppe
Nonverbale Kommunikation Techniken 2 Personen

Es ist ja nicht so, dass die nonverbale Kommunikation etwas vollständig Neues wäre. Der Name besagt ja: non = nicht und verbal = mit Worten. Das bezieht sich auf alles, was Du ohne die Hilfe der Sprache auszudrücken in der Lage bist. Wir Menschen haben im Verlaufe der Jahrhunderte viele Möglichkeiten entwickelt, ohne Sprache zu kommunizieren und Emotionen und Informationen zu übertragen. Malerei ist durchaus eine Möglichkeit der nonverbalen Kommunikation. Schaumal, der Maler, der die weiter unten abgebildete Fläche mit Farbe bedeckte, wollte nicht nur eine Landschaft abbilden. Er wollte damit Dir und mir etwas sagen. Ich habe diesen Ausschnitt aus einem Gemälde gewählt, damit nicht zu viel Information auf Dich einstürmt. Was siehst Du? Ist es ein… Himmel? Welche Jahres- und Tageszeit? Sind unten rechts und links … Bäume zu sehen? Welche Emotionen weckt dieser Ausschnitt in Dir?

Malerei als Mittel nonverbaler Kommunikation

Die Qualität eines Gemäldes bemisst sich nicht nur nach seiner technischen Ausführung. Ein wichtiger Aspekt der Beurteilung besteht in der Antwort auf die Frage: „Wie gut hat der Maler die Stimmung des Moments erfasst und im Gemälde transportiert?“ Die grossen Maler des Impressionismus sind auch deshalb berühmt geworden, weil ihnen der nonverbale Transport von Stimmungen und Atmosphäre wirklich gut gelang.

Schreiben als nonverbale Kommunikation

Auch das Schreiben von Büchern und Briefen war über viele Jahrhunderte ein wichtiger Wege der nonverbalen Kommunikation. Heutzutage geht es ja schneller mit WhatsApp und Email. Es ist Deinem Denken und der Entwicklung Deiner Persönlichkeit allerdings durchaus förderlich, in diesem elektronischen Zeitalter auch einmal wieder mit der Hand zu schreiben. Das Schreiben mit der Hand wirkt wie eine “Bremse”. So müssen sich erst im Gehirn Wörter zu Sätzen formen und wie die Worte allmählich auf das Papier fließen, so werden sie fixiert. Das ist der wichtige Unterschied zum Schreiben am Computer.

Die Übersetzerin Heidi Zerning (sie übersetzt Alice Munros Bücher), erarbeitet sich zuerst mit Bleistift und Radiergummi den Text und tippt dann das fertige Manuskript in den Computer. Sie sagt, sie könne der Elektronifizierung ihrer Gedanken wenig Positives abgewinnen. Ich finde es tatsächlich ganz wunderbar, vor einem blütenweißen leeren Blatt Papier zu sitzen, ganze Sätze voraus denken zu können, mir zu überlegen, was ich schreibe, schließlich den Füller anzusetzen und … zu schreiben. Ohne zu sprechen, also nonverbal, mit einem imaginären Gegenüber zu kommunizieren.

Mit dem Füller in der Hand zu laborieren, ist sehr lohnenswert, obwohl die Diktierfunktion Deines Computers die Tätigkeit des Schreibens längst unnötig gemacht hat. “Durch das zweimalige Betätigen der Funktionstaste wird über das Internet mein gesprochener Text in Schriftliches umgewandelt und so ist ein tatsächliches manuelles Schreiben völlig unnötig.” Diesen Satz hat der Computer aus meinem gesprochenen Wort gemacht. Ganz ohne Fehler. Oftmals hätte ich mir gerne die Arbeit des Schreibens vereinfacht und Artikel wie diesen komplett diktiert. Dann käme ich in einem Viertel der Zeit ans Ziel. Es gelingt mir allerdings leider immer noch nicht, Gedanken mit Substanz im Gehirn zu denken und danach so zu formulieren, dass sie der Computer auch gedanklich fehlerfrei umsetzen könnte. Dazu sind immer noch mehrere Korrekturdurchgänge nötig. Das Problem liegt also im Denken, nicht im Sprechen. Das ist allerdings vielen „Bloggern“ herzlich egal, solange sie nur Inhalte produzieren.

Nonverbale Kommunikation
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Körpersprache und nonverbale Kommunikation

Wie Du sicherlich bemerkst, ist der Begriff “nonverbale Kommunikation” weit gefasst. Du brauchst den Begriff nur einmal bei Google einzugeben, dann merkst gleich, dass im Internet unter diesem Begriff auch die Körpersprache verstanden wird. Viele Menschen denken bei diesem Begriff an die Workshops von Samy Molcho, der mit seinen Interpretationen im Internet sehr präsent ist.

Du weißt sicherlich aus eigener Erfahrung, dass die Haltung Deines Körpers und Deine Gesten genau so viel über Dich sagen, wie das, was Du tatsächlich sagst. Im Modell von NLP sprechen wir über die “analogen Komponenten” des sprachlichen Ausdrucks. Deine Körpersprache ist ein Teil davon. Auch hier findest Du unter dem Stichwort “nonverbale Kommunikation” bei youtube eine Menge über die Körpersprache aber fast nichts über das viel größere Feld der anderen nonverbalen Kommunikation.

Wie Du beispielsweise einen Satz betonst, kann einen großen Unterschied für seine Bedeutung machen. Mit etwas Übung kannst Du über die Änderung der analogen, nonverbalen Komponente Deine Stimmung sogar dauerhaft verändern. Damit brauchst Du im Extremfall nicht auf den Inhalt Deiner Sätze zu achten, solange der Ton stimmt. Das gilt auch für die Übungen während der NLP Practitioner Ausbildung. Achte einmal darauf, wie Dein Übungspartner mit Dir über sich selbst spricht. Seine Tonalität gibt Dir einen guten Hinweis darauf, welches Verständnis er von sich selbst hat. Wahrscheinlich „sagt“ er Dir damit mehr, als all seine inhaltlichen Beteuerungen.

Du kannst mit der Veränderung der analogen Anteile in Deiner Kommunikation sehr einfach mehr Verbindlichkeit in Deine Sprache bringen, ohne den Inhalt fordernd oder gar aggressiv zu gestalten. Wenn Du “Probleme” mit Deinem Selbstbewusstsein hast: achte einmal darauf, was mit der Tonalität Deiner Sätze am Ende passiert. Formulierst Du Deine Sätze wie eine Frage? Dann brauchst Du Dich nicht zu wundern und kannst diese Komponente schnell ändern. Ein erfahrener Verhandler gab mir einmal eine wichtige Grundregel für erfolgreiche Verhandlungen preis. Er sagte, er sei in seinen Verhandlungen “verbindlich im Ton, hart in der Sache”. Auch das kannst Du sehr einfach üben.

Mehr über Körpersprache findest Du im ausführlichen Artikel: Körpersprache deuten bei Frauen, Männern und Menschen – Nonverbale Signale besser interpretieren.

Nonverbale Kommunikation weiter gefasst

Vielleicht interessieren Dich in diesem Zusammenhang auch die esoterischen Komponenten der nonverbalen Kommunikation. Du kennst sicherlich Menschen, die Dich im täglichen Umgang ohne Grund misstrauisch machen. Jene, die das ungute Gefühl bei Dir hinterlassen, dass das, was sie sagen und das, was “wirklich” dahintersteckt, einfach nicht zusammenpasst. Irgendwo schwingt da eine schwer zu beweisende, allerdings für Dich sehr deutlich wahrnehmbare Inkongruenz mit.

Du hast eine Wahrnehmung, ein Gefühl, eine Intuition, ohne schlagkräftige Beweise dafür zu haben. Ja und von irgendwo her müssen diese “Informationen” ja kommen, oder? Vielleicht kennst Du den “as if…” frame. Er ist eine wichtige “Technik” im Modell von NLP. Mit ihm kannst Du als logischer Denker schwer erklärbare oder möglicherweise abstruse Denk- und Erklärungsmodelle testweise annehmen und auf ihre Relevanz für Dich prüfen. „Was wäre, wenn die Behauptungen des nachfolgenden Absatzes wahr wären?“

Als Mensch bist Du ein bioelektrisches System. Die elektrischen Felder, die Du beim Denken erzeugst, kannst Du nicht bei Dir behalten, sondern strahlst sie wie eine Antenne beständig ab. Und für die Strahlung anderer Menschen besitzt Du auf der intuitiven Ebene ein Empfangssystem. Es könnte auch sein, dass Du glauben willst, Dein Empfangssystem würde ohne Dein Zutun so viel Information aufnehmen, dass nur innerhalb des Unbewussten genug Rechenleistung für die Verarbeitung aller empfangenen Daten vorhanden und unser “logisch – bewusstes” Denken mit all den Informationen überfordert wäre. Es könnte auch sein, dass Du glaubst, Deiner Intuition (ein anderes Wort für “Rechenergebnis aus dem Unbewussten”) einfach nur mehr vertrauen zu brauchen, damit die richtigen Informationen an den richtigen Platz fallen.

Was wäre, wenn Du die beiden letzten Absätze für Fakt und nicht für Einbildung nehmen würdest. Dann wärst Du auf einer interessanten Ebene angekommen. Vor Jahren schon fragte ich mich: “Kann ich Techniken in einem Workshop vermitteln, der die intuitive Wahrnehmung auf eine bewusste Ebene hebt und damit mehr Information und Entscheidungskriterien liefert?” Antwort: Kannst Du! Besuche einfach meinen Workshop Hypnose und finde heraus, wie Du unbewusst aufgenommene Information bewusst verarbeiten kannst.

 NLP und nonverbale Kommunikation

Wenn ich das Modell von NLP durch die Brille der nonverbalen Kommunikation betrachte, bleibt mir nur ein Lächeln. So viele Interessierte am NLP wollen Knöpfe, Anker und Techniken. Jedoch ist es die Art, wie Du Deine Sprache verwendest, die zählt. Damit schaffst Du Dir Deine Realität. Für Deine Mitmenschen sind die vielen Ebenen Deiner nonverbalen Kommunikation eine viel wichtigere Informationsquelle, als das, was Du sagst. Ob sie es nun bewusst wahrnehmen, oder nicht. Grundsatz: Bringe Dein Inneres und Dein Äusseres in Einklang. Die Unmöglichkeit, Deine nonverbale Kommunikation zu manipulieren um mehr Deinem vorgestellten Selbstbild zu entsprechen solltest Du bereits erkannt haben.

Denke vielleicht einen Schritt weiter: Stell Dir eine Gesellschaft vor, in der jeder von jedem weiß, was er oder sie denkt, fühlt oder träumt. Dann bräuchtest Du nicht fragen: “Hallo, wie geht es Dir?”, Du wüsstest es. Und die übliche Antwort: “Suuuupi!” wäre nicht nötig, weil sie ja meistens sowieso nicht stimmt. Ich finde, ein NLP Modell mit stärkerer Berücksichtigung der nonverbalen „Strahlungsaspekte“ würden den Umgang miteinander sehr einfach machen. Jeder Mensch kann lernen, auf der intuitiven Ebene klarer wahrzunehmen. Dazu schlage ich Dir den Besuch meines Hypnoseworkshops vor. Dort kannst Du lernen, wie Du Dich mehr auf Dein Unbewusstes verlassen kannst.

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3 Kommentare

  • Gerade im heutigen Zeitalter finde ich Schreiben als sehr wichtig. Die Gehirnzellen werden ganz anders beansprucht, es entsteht etwas vernünftiges, nützliches. Auch zeichnen u. malen gehört dazu. Es ist für mich jeden Tag ein Erlebnis zu schreiben. L.G. Hubert aus Münchberg

    Antworten
  • „Die Unmöglichkeit, Deine nonverbale Kommunikation zu manipulieren, um mehr Deinem vorgestellten Selbstbild zu entsprechen, solltest Du bereits erkannt haben.“
    Vielleicht kann mir jemand helfen? Vermutlich habe ich die Bedeutung des zitierten Satzes für mich noch nicht erkannt. Ich sehe die Manipulation der nonverbalen Kommunikation durchaus im Bereich des Möglichen.
    Danke vorab und Danke Chris für die Inspiration!

    Antworten

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