Selbst verändern oder machen lassen?

Die seltsame Motivation mancher Teinehmer

Die meisten der Besucher meiner Workshops wollen Veränderung. Sie haben realisiert, dass ihr bisheriges Verhalten in Beruf, Beziehung oder im Leben ganz allgemein nicht zu einem gewünschten oder erträumten Erfolg kommt. Das würde es nötig machen, etwas anderes zu tun, als bisher. Dazu gebe ich gerne Anregungen, das ist mein Beruf und meine Berufung.

Selbst verändern oder machen lassen Es hat sich herumgesprochen, daß der Besuch eines meiner Workshops meist ziemlich dramatische Verhaltensänderungen für Dich bewirkt. Es scheint, daß Du dafür wenig tun musst und daß Du Dich gegen diese Veränderung auch nicht wehren kannst. Viele Teilnehmer meinen, dies wäre praktisch oder verlangen dies sogar. Zu Mulzer gehen und neues Leben tanken, Ziele erreichen inclusive. Und danach aussehen, wie nach sechs Wochen Urlaub. Wer will das nicht installiert haben.

„Mach, daß ich mich verändere!“

Für das Zuschreiben dieser Fähigkeit bedanke ich mich gar sehr. Was Du mir nachsagst, grenzt jedoch eher an die Fähigkeiten eines Magiers. Ich meine, es hat wenig mit meinem Beruf zu tun. Meist spukt diese Ansicht  sowieso nur in den Köpfen derer herum, die sich wünschen, daß ich „die Dinge“ für sie erledige, die sie selber nicht auf die Reihe bekommen.

Ganz besonders fiel mir dieses Phänomen beim Workshop Coaching: 3 Tage mit Chris im Jahr 2011 auf. Jedem der Teilnehmer hatte ich vorher einen Fragebogen zugesendet, der möglichst viele Bereiche ihres Lebens erfassen sollte. Ich wollte wissen, welche Erwartungen die Teilnehmer an mich hatten. In den zurückgesendeten Fragebögen standen Bemerkungen wie:

„Du sollst machen, dass ich mich schlecht fühle, wenn ich zu viel esse und es mir erst dann wieder gut geht, wenn ich mich richtig ernähre.“

Oder:

„Mach, daß ich das Rauchen aufhören muss, alleine schaffe ich das nicht!“

Diese Liste könnte ich beliebig lange fortführen. Ich soll also gegen Deine erklärten Fähigkeiten und gegen Deinen unbewussten Willen etwas tun, zu dem Du glaubst, nicht in der Lage zu sein. Diesen Typus von Anforderung bekomme ich in jedem Workshop direkt oder indirekt vorgelegt. Und eigentlich ist dieses Wollen ein großes Paradoxon. Wie muss ich mir das vorstellen? Das sitzt ein kleiner Mann (oder eine Frau) in Deinem Kopf und verhindert alles, was Du mit Deinem ehrenhaften Wollen gerade in die Wege leitest. Oder soll es nur wieder einmal die „bequeme Lösung“ sein? Couchveränderung sozusagen?

Wenn Du Dein Leben selbst in die Hand nehmen willst, habe ich hier zwei grundsätzlich formulierte Tipps für Dich in ausführlicher Beschreibung. Ich würde mir wünschen, dass Du bei einem Workshopbesuch vorher kritisch darüber nachdenkst, was Du von Dir und von mir geleistet haben willst.

1. Tipp: Selbstverantwortung

Mich verwundert, wie einfach viele Teilnehmer bereit wären, die Verantwortung für sich und ihr Leben komplett aus ihrer Hand in meine Hände zu geben. Oft höre ich:

„Chris, ich tue ja alles, was DU willst, wenn Du mir nur hilfst!“

Innerlich grinse ich dann. Auch über Email erreichen mich nämlich fast jeden Tag solche „Hilferufe“. Hier die ernüchternde Statistik: Etwa 60% aller Hilfeemails enthalten überhaupt keine Frage oder direkte Bitte um Hilfe sondern klagen nur so dahin. Auf diese Emails gebe ich keine Antwort, es reicht ja eigentlich schon, die Kraft aufwenden zu müssen, eine lange Email mit stillschweigenden Voraussetzungen und zementierten „Beweisen“ über die Unmöglichkeit zur Veränderung zu lesen. Womöglich soll ich mir dann daraus eine Frage konstruieren UND darauf basierend eine passende Antwort schreiben?

In den restlichen 40% der Emails finde ich beim Lesen wenigstens die Frage am Ende der Email: „Chris, hilf mir, ich tue ALLES…“ Siehe weiter oben. Ich gebe dann Ratschläge aus meiner Erfahrung, von denen ich weiß, dass sie Erfolg versprechen. Solange Aktion folgt, bin ich hilfsbereit. Und dann? Die Bereitschaft zum „alles tun“ reicht in den allermeisten Fällen bis zum ersten Vorschlag. Dann kommt die Antwort:

„Chris, kannst Du mir bitte etwas Anderes vorschlagen, Dein Vorschlag funktioniert (und dann kommen Gründe) für mich SO nicht!“.

Dieses Spiel kann ich beliebig lange wiederholen. Ich habe mehrmals versucht, flexibler in meinem Verhalten zu sein, als diejenigen, die meine Hilfe suchen. Ich wollte so lange neue Vorschläge generieren, bis mein Gegenüber zufrieden wäre. Das ist mir in keinem Fall gelungen! Der Rekord?

Nach 48 (achtundvierzig) Vorschlägen und den darauf folgenden „kreativen Ablehnungen“ waren sowohl meine Geduld als auch meine Flexibilität und Fantasie am Ende. ICH habe aufgegeben und der Ratsuchende war verzweifelt, weil nichts von dem was ich vorschlug, funktionierte. Das wusste er jeweils schon vorher und natürlich hat er keinen der Vorschläge ausprobiert.

Eigentlich ist die gewünschte Lösung ja ganz einfach: Mache einfach dasselbe wie bisher und erhalte trotzdem das Ergebnis, das Du Dir wünschst. Alles anders, ohne Anderes zu machen. Tja, leider dreht sich die Welt nicht so. Andersrum wird ein Schuh daraus. Das sagt schon der Satz: „Wenn das, was Du tust, nicht funktioniert, tue etwas anderes.“ Du kennst diese Aussage als eine der Grundannahmen im Modell von NLP.

Fazit: Verändern heisst, etwas anders zu machen.

Ich weiss, dass in Deinem limbischen System (Reptiliengehirn) Mechanismen einprogrammiert sind, genau diese Veränderung zu verhindern. Na und, dann musst Du eben Deine WILLENSKRAFT einschalten und wenn Du nicht genug davon hast, dann musst Du eben Deine Willenskraft trainieren. Mit einem entsprechenden Anker für gute Gefühle kannst Du erreichen, dass Du Dich wirklich gut fühlst, wenn Du etwas Neues ausprobierst. Das ist angewandtes NLP.

2. Tipp: Setze Dich der „Programmierung“ aus

Als NLP-Trainer verwende ich das Wort „Programmierung“. Neuro-Linguistic PROGRAMMING – der Begriff sagt, worum es geht. Es geht bei einer durch NLP eingeleiteten Verhaltensänderung darum, mit geeigneten Mitteln die Wahrnehmung Deiner Realität und die damit verbundenen Glaubenssätze zu verändern. Wenn Dir (oder mir) dies gelingt, ändert sich Dein Verhalten dauerhaft.

Darum geht es in meinen Workshops. NLP ist dazu da, Dir im ersten Schritt Strategien zu vermitteln, die besser funktionieren, als alles das, was Du bisher tust. Es geht um das ANGEBOT alternativer Ansichten, Glaubenssätze und Wertemuster. Dies erreiche ich durch meine vielen Geschichten, Anekdoten und Witze.

Mit den Mitteln des Modells von NLP präsentiere ich in Dir alternative Realitäten, die vom Angebot her viel verlockender sind, als Deine momentan gelebte Realität. UND ich liefere Dir positiv besetzte Handlungsalternativen, diese Angebote in Dein Leben zu integrieren. Dabei formuliere ich meine Angebote verbindlich und arbeite meist (und lieber) direkt mit Deinem Unterbewusstsein. Das hat nämlich weniger Vorbehalte bei Veränderungen, als Dein bewusstes Denken.

Diese Techniken alleine für sich würden jedoch nicht viel Nutzen bringen. Was Du brauchst, ist ein Satz an „Verhaltensmolekülen“, aus denen Du Dein neues Verhalten bei passender Gelegenheit zusammensetzen kannst. Dies geschieht beim NLP Practitioner in den Übungen am Nachmittag.

Dort optimieren sich Deine bisherigen Strategien. Wenn Du gerade beginnst, Dich mit NLP zu beschäftigen, ist Dir vielleicht der Zusammenhang zwischen dem Vormittag und den Übungen am Nachmittag nicht immer klar. Wichtig ist: es hat schon in vielen tausend Fällen funktioniert. Du brauchst die Übungen nur aktiv mitzumachen, wie sie im Buche stehen.

Der anschliessende Future Pace und die hypnotische Integration am Abend verweisen dann auf zukünftige Situationen in Deinem Leben. In zukünftigen Situationen kannst Du dann für Dich ausprobieren und entscheiden, ob Du das neue Verhalten behalten möchtest – oder nicht.

Ich kann verstehen, dass das Zusammenspiel dieser Mechanismen Dir als Teilnehmer wie eine „programmierte“ Verhaltensänderung vorkommt, gegen die Du Dich „nicht wehren“ kannst. Ich bin ja auch nicht persönlich anwesend, wenn Du Dein Verhalten änderst – und trotzdem passiert eine Menge. Es sind eben die subbewusst optimierte Strategien in Dir selbst, die Deinem Unterbewusstsein besser gefallen. Sie werden also bestenfalls „mit internem Druck“ übernommen. Dagegen ist doch nichts einzuwenden, oder?

Ich nenne die wahllosen Alternativen, die Dir Dein Unbewusstes vorgibt die positive kinästhetische Referenz.

Wenn Du einen Workshop bei mir besuchst hast, ist Dir im persönlichen Erleben dieses Konzept schnell klar geworden. In der Integrationsphase, in den Wochen danach, kann es sein, dass Du in Situationen, die vorher in einer „Sackgasse“ landeten, plötzlich denkst „Jetzt mache ich einfach einmal etwas anders…“ Und Du hast eine klare Vorstellung davon, was dieses „Anders“ sein kann. DAS ist mein Angebot zu Deiner Veränderung. Der Rest liegt dann an Dir …

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