Umgang mit schlechten Gefühlen

Was Du tun kannst, wenn es einmal ganz schlimm ist?

Wieder einmal ist es Herbst geworden, die Tage werden kürzer und es kommt schon einmal vor, dass die Sonne über Tage hinter grauen Wolken verborgen bleibt. Kein Wunder, dass viele Menschen über miese Laune klagen. Auch anderweitig gibt es möglicherweise vermeintlich gute Gründe für Deine schlechten Gefühle. Streit mit dem Partner, Stress mit Kollegen, der Chef will wieder mal nicht so, wie Du es gerne hättest… Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Und nun?

News-Schlechte-Gefuehle

Was Du tun kannst, damit Du vorbeugend eine Herbst- und Winterdepression verhindern kannst, habe ich im Artikel „Depression…“ geschrieben. Heute möchte ich Dir, zusätzlich zur bereits beschriebenen Sedona Methode einige Tipps geben, wie Du relativ schnell aus Deinem Loch schlechter Gefühle herausfindest, ganz gleich, woher Du glaubst, sie „bekommen zu haben“.

Schlechte Gefühle bekommst Du nämlich von nirgendwoher. Du selbst machst sie Dir. Es ist nicht der Chef, Kollege, der Partner oder wer auch immer. Du hast Dich entschieden, auf das, was Dir Dein Gegenüber gesagt oder vermittelt hat, mit schlechten Gefühlen zu reagieren. Oder, wenn die schlechten Gefühle „einfach so“ gekommen sind, dann hast Du durch „falsches Leben“ dafür gesorgt. Egal was oder woher, jedenfalls sind sie nun da, fühlen sich unangenehm an und Du möchtest sie wieder los haben. Das verstehe ich gut. Was also tun?

1. Erkenne Deinen Zustand

Es hilft Dir viel, wenn Du erkannt hast, dass Du gerade ein schlechtes Gefühle hast. Viele Menschen sind einfach nicht in Kontakt mit sich selber und liefern sich hilf- und bewusstlos all dem kinösthetischen Chaos aus, das in ihnen herrscht. Setz Dich einfach einmal in Ruhe für ein paar Minuten hin und fühle nach. Was ist gerade los, in Dir? Wie beschreibst Du das momentane Gefühl in Deinem Körper mit einem Wort. Weisst Du, wie es sich anfühlt, ausgeglichen, motiviert, ärgerlich, wütend, glücklich oder traurig zu sein? Wenn Du eine Liste mit Worten brauchst, hilft Dir die Gefühlsskala nach Hawkins.

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Du kannst auch beobachten, wo genau in Deinem Körper jenes Gefühl „stattfindet“, das Du gerade mit einem Namen belegt hast. Das ist eine sehr gute Vorbereitung auf einen ersten Workshopbesuch bei mir, denn im Modell von NLP geht es sehr häufig um die willentliche Veränderung von Gefühlsattributen. Doch davon später. Erstmal nur beobachten.

2. Akzeptiere die Realität

Gefühle, auch die schlechten sind Bestandteil Deines Lebens. Na gut, dann hast Du eben im Moment ein schlechtes Gefühl. Oder ein anderes. ALLE Gefühle gehören zum Leben und kein Gefühl, das Du je hattest, ist nutzlos. Wenn Du zum Beispiel gerade wütend bist, auf jemand anderen oder auf Dich selbst, hilft es sehr, dies zu akzeptieren. Es macht den Kopf frei für die Beobachtung, was dieses Gefühl mit Dir anstellt.

Du kannst dem Gefühl auch auf den Grund gehen und Dich fragen: „Woher kommt diese Wut?“ Es ist für den Umgang mit Gefühlen nicht wichtig einen Grund zu haben. Aber vielleicht, gerade im Bereich der Gefühle „Wut“, „Angst“ und „Aggression“, die ich allesamt zu den schlechten Gefühlen zähle, mag es sinnvoll sein, herauszufinden, woher nun gerade dieses Gefühl kommt. Das Wissen darum sagt meist mehr über Dich aus, als über den Anderen.

3. Triff eine Entscheidung

Jede Veränderung braucht einen Anfang, einen ersten Schritt. Ein sinnvoller erster Schritt ist die Entscheidung, schlechte Gefühle zu verändern. Wenn Du, um beim Beispiel des letzten Absatzes zu bleiben, gerade wütend bist, kannst Du LAUT zu Dir selbst sagen: „Ich WERDE meine Wut jetzt in gute Laune ändern!“ Probiere es aus! Die Entscheidung getroffen zu haben befördert Dich vom hilflosen Opfer Deiner Gefühle in die Zone eines selbstbestimmten Menschen. Wer hat schon gerne schlechte Gefühle. Wenn ich das frage, höre ich meist „Ich nicht, aber…“ und dann höre ich meistens Ausreden.

Dann bist Du bereit, Deine Gefühle zu verändern. Meine Lebenserfahrung UND das Modell von NLP halten dazu einige coole Tricks bereit:

4. Verändere Deine Gefühle durch die Submodalitäten

Wenn Du bereits Erfahrungen mit dem Modell von NLP gesammelt hast, weißt Du, wovon ich spreche. Wenn nicht, hier eine kleine Erklärung. Submodalitäten sind die Eigenschaften der Sinneseindrücke. Wenn Du ein Erlebnis erinnerst, kannst Du in Gedanken ein Bild oder einen Film sehen, der ganz bestimmte Eigenschaften besitzt. Das Bild mag eine bestimmte Grösse haben und in Gedanken eine bestimmte Distanz entfernt sein. Diese Eigenschaften sind nicht festgeschrieben, Du kannst sie Verändern.

Wenn Du herausgefunden hast, wo in Deinem Körper das negative Gefühl „stattfindet“, kannst Du den Ort willentlich verändern. Negative Gefühle „überschwemmen“ Dich zumeist. Das bedeutet, sie haben ihren Ursprung an einem bestimmten Ort, zum Beispiel der Bauchgegend um sich dann über den ganzen Körper auszudehnen. Das macht sie stark – und unangenehm. Konzentriere Dich einfach einmal darauf (hypnotische Suggestionen und Techniken helfen sehr dabei), das entsprechende Gefühl in Deiner rechten Hand zu fühlen.

Diese Technik gibt Dir die Information, das Gefühl zu haben, ohne ihm „ausgeliefert“ zu sein. Meine Beschreibungen hören sich jetzt vielleicht etwas seltsam an, aber nur weil Du es noch nicht ausprobiert hast, muss diese Technik ja nix negatives sein. Etwas Übung gehört dazu. Diese Technik funktioniert auch andersrum. Wenn Du das Gefühl von Glück nur an einer bestimmten Stelle im Körper fühlst, warum es nicht über den ganzen Körper ausdehnen und Dich DAMIT überschwemmen.

Wenn Du damit Schwierigkeiten hast, komm zu einem Workshop von mir, da lernst Du solche Techniken und auch, wie Du sie noch anwenden kannst.

5. Gefühle verändern durch Ablenkung

Dies ist ein Rat aus der Praxis: Wenn Du schlechte Gefühle hast, räume einfach die Wohnung auf, bügle einen Stapel Wäsche, entrümple Deinen Kleiderschrank. Meistens verfliegen schlechte Gefühle, wenn Du etwas anderes denkst, Entscheidungen triffst oder etwas Gutes für Dich tust. Am Ende freust Du Dich noch über eine saubere Wohnung oder einen entrümpelten Kleiderschrank.

Eine andere Form von Ablenkung besteht darin, Dich auf die Couch zu legen, den Kopfhörer aufzusetzen und ein Hörbuch zu hören. Auch klassische Musik oder ruhige Mainstreammusik eignen sich hervorragend. Im Modell von NLP nennt man so etwas eine Musterunterbrechung. Sie ist in vielen Fällen nützlich, beispielsweise nach dem Ende einer Intervention, um „den Kopf zu klären“.

6. Verändere Deinen internen Dialog

Eine andere Form der Veränderung von Submodalitäten findest Du in der auditorischen Welt. Du kannst ganz einfach die Art verändern, WIE Du mit Dir sprichst. Im Fachterminus nennt man dies, die „Analogs“ zu verändern. Sprich einfach einmal mit einer quakenden Entenstimme zu Dir, wenn Du wütend bist. Das kannst Du nicht sehr lange aufrechthalten. Irgendwann wirst Du über Deine Albernheit lachen. Und was wäre besser geeignet, Dir die Nutzlosigkeit Deines Tuns (ich meine das Haben der schlechten Gefühle) vor Augen zu führen, als herzlich darüber lachen zu können…

7. Benutze die Haha Technik

Klar, nicht jeder bringt es zustande, herzlich über sich lachen. Das funktioniert gerade meist dann nicht, wenn die schlechte Laune vorherrscht. Viele Menschen sind der Ansicht, die schlechten Gefühle beibehalten zu wollen. Das ist zwar widersinnig, leider aber die Realität.

Macht garnichts, Du kannst Dir einen NLP – neurologischen Trick zunutze machen. Sieh einfach nach oben. Ich meine, sieh mit den AUGEN, nicht mit dem Kopf in Richtung Himmel oder Zimmerdecke. Dann rolle die Augen nach links und rechts. Im Takt des Rollens sagst Du laut „Ha, Ha, Ha, Ha, Ha“, sechs bis zehnmal reicht.

Damit zerstörst Du das schlechte Gefühl. Du glaubst es nicht…. probiere es einfach aus.

8. Lerne die Springtechnik

Diese Technik hilft mir, wenn ich, durch emotional heftige Ereignisse aufgewühlt, am Abend nicht einschlafen kann. Es ist wieder eine Art von Musterunterbrechung, diesmal mit Hilfe der Technik der Assoziation. Ich denke als „Initialzündung“ an ein schönes Erlebnis meiner Vergangenheit. Wenn ich es gefunden habe, überlege ich kurz, womit dieses Ereignis zu tun hat, wie es mit Dingen zusammenhängt, die mir in den Sinn kommen … und schon bin ich beim nächsten Ereignis gelandet.

Auch hier verweile ich nicht sehr lange sonder finde durch SCHNELLE Assoziation gleich wieder ein schönes Ereignis in meinem Leben. Das wiederhole ich für etwa 10 – 15 Minuten sehr konzentriert. Von einem positivem Ereignis zum nächsten. Ich tauche gerade so lange ein, bis ein Funken der damaligen positiven Gefühle in mir hängen bleibt.

Der große Fehler (aus meiner Weltsicht) ist es ja, unbewusst die schlechten Gefühle immer weiter zu verstärken. Eben zum Beispiel mit einer Anwendung des internen Dialogs in einer „Schleife“ die in gleich nörgelndem oder weinerlichen oder aggressivem Ton die immer gleiche Leier vom ursprünglichen, vermeintlichen Auslöser wiederholt.

Wenn Du in der Lage bist, für Dich eine Strategie zu entwickeln, die für Dich in dem Moment greift, in dem Du schlechte Gefühle hast, bist Du einen großen Schritt weiter in Deiner bewussten Lebensgestaltung. Ich sage es nochmals. Der wirkliche Trick im Umgang mit den schlechten Gefühlen besteht darin, Techniken dagegen in dem Moment anzuwenden, in dem Du eigentlich glaubst, diese Gefühle haben zu müssen. Wenn Dir die Relativität Deiner schlechten Gefühle erst einmal bewusst geworden ist, sind es nur wenige Schritte hin zu viel mehr Ausgeglichenheit.

Wer weiß, vielleicht kommst Du ja bald auf den Gedanken, dass sich die Arbeit, gegen Deine schlechten Gefühle ankämpfen zu müssen überhaupt nicht lohnt und grinst das nächste Mal, wenn solches früher anstand, einfach in Dich hinein und sagst zu Dir: „heute weiß ich es besser,…. lohnt einfach nicht!“ Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Experimenten.
Was ist NLP? Hier erfährst Du mehr.

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