NLP Formate 1: Wie die NLP Formate entstanden

Eine kurze Geschichte der NLP Formate

Es gibt in Deutschland einige erfolgreiche Trainer, die schon lange mit dem Modell von NLP zu tun haben. Erfolgreich weniger im Sinne ihres Marketing sondern in ihrem Tun, gemessen an ihren Ergebnissen. Es sind Trainer, die ihre Teilnehmer positiv verändern. Frage einen von denen (oder frag einfach mich), warum wir so erfolgreich sind. Die Antwort wird meistens lauten: Ich wende „einfach“ die NLP Formate genau an. Dahinter steckt jedoch eine ganze Welt. In den beiden Artikeln zum Thema „NLP Formate“ werde ich Dir einen Einblick in die Entstehung und die Gestaltung von NLP Formaten geben und Dir zeigen, wie Du mit einfachen Mitteln selbst ein eigenes NLP Format „entwickeln“ kannst.

nlpformate1Die Anfänge von NLP

Gestatte mir für einen Augenblick, zu den Ursprüngen des Modells von NLP zurückzugehen. Im Jahr 1972 und 1973 bot Richard Bandler als Student am Kresge College in Santa Cruz in Kalifornien einen Workshop  zum Thema: Erweiterte Gestalttherapie nach Dr. Fritz Perls an. Es gibt in den USA an Colleges einen Grundsatz, nach dem Studenten Workshops anbieten können, wenn das Thema relevant ist und sonst von keinem Lehrenden angeboten wird. Bandler bekam ein Mitglied des Lehrkörpers als Supervisor beigestellt, das war John Grinder.

Im Jahre 1974 begann sich, unter der Leitung von Bandler und Grinder, aber diesmal außerhalb des College, regelmäßig eine Gruppe engagierter Studenten zu treffen. Die Teilnehmer setzten sich die Erforschung der Mechanismen verbaler Interaktion zwischen einem Therapeuten und möglichen Klienten zum Ziel. Bandlers zeitgleiche Beschäftigung mit der Arbeit Virginia Satirs erweiterte das Themenspektrum der Gruppe. Die aus diesen Treffen entstandene Publikation: „Structure of Magic“ zeigt Wege auf, mit gerichteten Fragen wertvolle Informationen über die Vorstellungswelt eines Klienten zu bekommen. Heute kennen wir diese Erkenntnisse im NLP unter dem Namen „MetaModell“.

Die Technik des Modelling entsteht

Gegen Ende 1974 besuchten Bandler und Grinder mehrmals den Hypnotherapeuten Milton H. Erickson in seinem Haus in Phoenix, Arizona. Erickson war an Kinderlähmung erkrankt und saß im Rollstuhl. Er gab dem Modell von NLP entscheidende Impulse und durch seine Erkenntnisse erweiterte sich auch der Ansatz des Modells von NLP erneut. Ziel war nun, jede Fähigkeit, die ein Mensch besitzt, durch entsprechend gerichtete Fragen Schritt für Schritt zu analysieren, aufzuschreiben und anderen Menschen in geeigneter Form zugänglich zu machen. Der Fokus verschob sich auf die Analyse der ablaufenden Prozesse. Daraus entstand die Technik des „Modelling“. Ehrgeiziges Ziel war die Systematisierung therapeutischer Prozesse und eine Vereinheitlichung der Psychotherapie.

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Die erste Anwendung der neu entwickelten Technik des Modelling war die Durchdringung der Sprachmuster und Prozesse Ericksons. Aus den Erkenntnissen entstand das Buch von Bandler und Grinder: Patterns of the Hypnotic Techniques of Milton H. Erickson, M.D. 

Zur Technik des angewandten Modelling gehört neben der Fragetechnik auch eine Art von Kurzschrift zum schnellen Notieren der jeweiligen Strategieschritte. Teile dieses Notationskonzepts kommen auch in der Schritt für Schritt Beschreibung der NLP Formate zur Anwendung.

Was ist ein NLP Format?

Die meisten der heute angewandten NLP Formate entstanden in ihrer Urform bereits in der oben beschriebenen „Keimzellengruppe“ in Santa Cruz. Ein NLP Format bezeichnet in der Definition dieser Gruppe die schriftliche Notation mehrerer inhaltlich zusammenhängender Interventionsschritte, mit einem definierten Ergebnis in einem definierten Setting.

Am Beispiel Fast Phobia Cure kannst Du dies einfach nachvollziehen. Im Übungsbuch zum NLP Practitioner findest Du auf Seite 99ff eine ausführliche Beschreibung davon. Die Zusammenfassung auf Seite 105 listet sechs einfache Schritte auf, die eine Person in die Lage versetzen, in kurzer Zeit eine Phobie zu eliminieren.

Zum Thema: „Entwerfen und Notieren von NLP Formaten“ gibt es leider nur spärliche schriftliche Quellen. Das ursprüngliche Ziel der Entwickler des Modells von NLP war es zwar, standardisierte Verfahren im Kontext der Psychotherapie zu finden, die von jedem Therapeuten erfolgreich eingesetzt werden konnten. Die entsprechenden „Schritt für Schritt“ Anweisungen, die zu diesem Ziel führen sollten, entstanden aus einer vereinfachten Technik des Modellung. Man nannte sie NLP Formate. Für jede „psychotherapeutische Anforderung“ (umgangssprachlich: für jeden „Hau“) sollte es eine standardisierte Anleitung geben, die jeden Therapeuten sicher zum Erfolg führen würde. Dieses ehrgeizige Ziel haben die Entwickler nicht erreicht.

Doch erkannten die Teilnehmer der Anfangsgruppe und der ersten überregionalen Workshops sehr schnell, dass NLP in anderen Bereichen sehr nützlich anzuwenden war: Verkauf, Berufsleben ganz allgemein, Persönlichkeitsbildung usw. So vielfältig sich heute also die unterschiedlichen NLP Formate in ihren Anwendungsmöglichkeiten präsentieren, das anfängliche Ziel war ausschließlich ihr therapeutische Einsatz.

Das T.O.T.E. Prinzip

Für einen Therapeuten der 70er Jahre, diese Verallgemeinerung sei mir erlaubt, war es revolutionär, im therapreutischen Kontext mit festgelegten Erfolgskriterien zu arbeiten. Aus Gesprächen mit Therapeuten weiß ich, dass auch heute noch häufig die Kriterien für den „Erfolg“ eines therapeutischen Prozesses sehr weich formuliert werden. Ganz anders bei den NLP Formaten. Da gibt es eine klare Festlegung als Antwort auf die Frage: „Wann habe ich mein Ziel/Ergebnis erreicht?“ Im Modell von NLP gibt es deshalb eine Art von hilfreicher Grundstruktur, die jedem NLP Format innewohnen sollte:

1. Festlegen des Ergebnisses nach der NLP Zielökologie
2. Test des Ausgangszustandes (TEST)
3. Anwendung des Formates (OPERATE)
4. Test, ob das Ergebnis erreicht ist
(JA: Schritt 5 NEIN: Schritt 3) (TEST)

5. Geeignete generative Massnahmen (EXIT)

NLP Fachleute nennen diese Schritte das T.O.T.E Modell. Es wird in fast jedem NLP Buch und Workshop zu Tode geritten, meistens jedoch fehlt der richtige Kontext. Das Modell von NLP ist darüber hinaus für zwei weitere Kriterien bekannt, die oft als große Vorteile betrachtet werden: Determinismus und Prozessbezogenheit

Determinismus

Das heißt, dass alle Aktionen innerhalb eines Prozesses eineindeutig nachvollziehbar sein müssen. Das bedeutet am Beispiel der NLP Formate, dass ein Notationsverfahren existieren muss, das jeden Prozesschritt so beschreibt, dass zwingend festgelegt ist, was genau ein Anwender tun muss, um seinem Gegenüber zu helfen, diesen Schritt erfolgreich zu bewältigen. Das bedeutet auch, dass es Einzelteile (die Grundtechniken) geben muss, die quasi die Moleküle darstellen, aus denen sich die einzelnen Prozesschritte zusammensetzen.

Aus dieser Forderung hat sich das Notationsverfahren im Modelling entwickelt. Ein hilfreicher Teil davon sind die NLP Notationskürzel, die Du HIER sehen kannst.

Prozessbezogenheit

Das ist die Forderung, einen Prozessablauf, also ein Format oder eine Grundtechnik, erfolgreich durchführen zu können, ohne über den dazugehörigen Inhalt Bescheid wissen zu müssen. Du kannst dieses wichtige Kriterium für Dich selbst einfach prüfen, indem Du Dir vorstellst, Dein Gegenüber käme mit einem „Problem“ zu Dir, das er einfach „X“ nennt. Im Modell von NLP bist Du durch Fragetechniken und Formate in der Lage, ihm zu helfen, ohne wissen zu müssen, was er unter „X“ versteht.

Hier zum kostenlosen online NLP Practitioner.

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