NLP Grundannahme 7: Es gibt einen Kontext, in dem jedes Verhalten nützlich ist

Du weisst nie, wofür Deine Erfahrungen gut sind!

Viele von uns quälen sich über den Tag mit schlechten Gefühlen. Sie konzentrieren sich überwiegend auf Dinge, von denen sie glauben, sie wären falsch gelaufen. „Oh, da habe ich jetzt aber einen Fehler gemacht!“, diese Aussage höre ich oft. Neben den Nachteilen für Dein spirituelles Wohlbefinden hast Du Dich damit in die Sackgasse Deines Verhaltens manövriert, aus der Du nur durch bewusste Lösungen wieder herausfindest.

Icon-Verhalten-Kontext-TaschenmesserLass es uns einmal ganz nüchtern betrachten: Etwas in Deinem Leben ist nicht so gelaufen, wie Du es Dir vorgestellt hast. Oder vielleicht noch „schlimmer“: Du stellst Dir vor, wie etwas nicht so läuft, wie es könnte – und verzichtest schon von vorne herein auf eine mögliche Aktion. Wundere Dich also nicht über Dein langweiliges Leben. Vielleicht kommt Dir da ja die siebte Grundannahme gerade recht. Hier ist sie:

Es gibt einen Kontext, in dem jedes Verhalten nützlich ist.

Schau mal, es ist ganz einfach. Es mag ja passiert sein, dass Du in der Schule als Grossmaul und als stur und aufsässig gebrandmarkt wurdest. Im Klassenzimmer, vielleicht mit dreissig anderen Mitschülern kann es tatsächlich (je nach Fähigkeit des Lehrers) nötig gewesen sein, ein Mindestmass an Ruhe und Disziplin zu halten. Vielleicht hast Du das mit Deinem Drang nach Artikulation und mit anderen Charaktereigenschaften nicht so gesehen…

Das muss allerdings noch lange nicht heissen, dass Dein Verhalten deshalb per se schlecht gewesen wäre. Wer weiss, vielleicht bist Du in Deinem heutigen Beruf als Verkäufer mittlerweile der Beste, gerade wegen „Deiner aktiven Sprache“, wegen „Deiner zielbewussten Geradlinigkeit“ und wegen „Deiner Konsequenz“. Du merkst schon, es gibt verschiedene Worte für das gleiche Verhalten, je nach Kontext und je nach Vorurteil.

In diesem Beispiel findest Du auch eine mögliche Technik verborgen, mit solchen Anschuldigungen umzugehen. Man nennt es „Reframing“. Es ist die Tätigkeit, den „Dingen einen neuen Rahmen“ zu geben. Dein Verhalten mag einmal als „Grossmaul“ tituliert werden, ein andermal als „aktive Sprache“.

Wenn Dich das nächste Mal jemand kritisiert und behauptet, Du hättest einen Fehler begangen, kannst Du Dir einfach fünf unterschiedliche Situationen vorstellen, in denen genau dieses Verhalten nützlich gewesen wäre. Das Gute daran ist, dass Du ja das Verhalten an sich ja schon beherrscht. Du hast also ein Reservoir für mögliches und zukünftiges Verhalten. Das ist doch TOLL!!

Du hast beim Lesen sicherlich bemerkt, dass die unterschiedlichen NLP Grundannahmen meist ineinander greifen. Selbstverständlich gilt für unser Beispiel weiter oben auch die fünfte Grundannahme nach der jeder Mensch einen positiven Grundwert hat, also per se kein schlechtes Verhalten zeigen kann, sondern „nur“ eins, das in diesem Kontext gerade nicht zielführend ist.

Auch die zehnte Grundannahme möchte ich hier zitieren, sie wird Dich nämlich ebenfalls aus der Sackgasse hinausführen: „Wenn das, was Du gerade tust, nicht funktioniert, tue etwas anderes!“ Dabei lohnt es sich, zu überlegen, welches Verhalten in eben diesem (kritisierten) Kontext nützlich oder zielführend für Dich ist.

Meist ist es leider so, dass sich viele Mitmenschen bei Kritik vor den Kopf gestossen fühlen und mit den schlechten Gefühlen Vermeidungshaltungen konstruieren, die das „Weg von“ als Handlungsmaxime beinhalten. Dabei sind es die „Hin Zu“ Aktionen, die Dich ans Ziel führen. Zu dieser wichtigen Thematik habe ich deshalb einen eigenen Artikel geschrieben.

Wenn Du die Inhalte dieses Artikels, die sechste Grundannahme, in eine Essenz destillierst und als Maxime mit hinaus ins Leben nimmst, dann ist Dir damit sehr geholfen. Zumindest, wenn Du sie nach meiner Interpretation verinnerlichst: Lehn Dich zurück und mach, was Dir wichtig scheint. Wenn Du damit ans Ziel gelangst, toll, wenn nicht, dann hast Du etwas Sinnvolles gelernt und tust einfach etwas anderes. Das kannst Du durchaus zum Extrem treiben.

Ich habe mehrere gute Freunde, die über eine bestimmte Zeit hinweg einfach alle Angebote zur Zeitgestaltung angenommen haben, die ihnen Freunde oder Bekannte oder der Zufall anboten. Das kann in Berlin eine ganze Menge sein. Kunstausstellung am Montag, Gruppendiskussion Dienstags, Swinger Club am Mittwoch, Chilling Lounge Donnerstags und Große Oper am Freitag Abend. Samstags zwei Stunden Iyengar Yoga und Sonntags abends zur Entspannung Tantramassage… mach für drei Monate so ein Programm und Du hast eine Ahnung davon, wie intensiv Dein Leben (nicht nur in Berlin) sein kann.

Vielleicht ist so ein Programm zu intensiv für Dich, beklage Dich allerdings nicht über ein langweiliges Leben, wenn Du jeden Abend zu Hause vor dem Fernseher sitzt. Ja ich weiss: „Man müsste mal wieder…!“ Viel Spass dabei …

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