Was ist gutes Coaching?

8 Tipps wie Du Deinem Gegenüber wirklich hilfst

Was tun, wenn der beste Freund oder die gute Freundin zu Dir kommt, mit den Worten: „Hallo, sag mal, Du hast doch neulich so was mit diesem NLP gemacht. Ich hab da ein Problem, kannst Du mir helfen?“ Ich denke mir, auch ohne eine professionelle Coaching-Ausbildung kannst Du mit einer Portion von gutem Menschenverstand und etwas Einfühlungsvermögen Deinem Gegenüber sinn- und wirkungsvolle Ratschläge geben. Meistens ist es allerdings viel einfacher. Du brauchst nur herauszufinden, welchen Ratschlag Dein Gegenüber von Dir haben will und dann entscheiden, ob Du ihm die Erlaubnis gibst, seine Entscheidung umzusetzen. Aber lies selbst…

Über viele Jahre hinweg bin ich durch Deutschland und die Welt gejettet um anderen Menschen bei der Lösung ihrer (meist vermeintlichen) Probleme zu helfen. Dieser Teil meiner Tätigkeit nannte sich „High Performance Coaching“.  Im Englischen unterscheidet man zwei Formen des Coaching. Es kann sein, dass Dein Coachee (engl. Bezeichnung für Deinen Gegenüber) einen Fehler hat und ihn ausmerzen will. Dann spricht man von „Remedial Coaching“. Ein „remedy“ ist im Englischen ein Mittel oder ein Medikament, das einen kranken Menschen gesund machen soll. So auch beim Coaching. Irendwas ist falsch und soll richtig werden.

Einen anderen Ansatz verfolgt das High Performance Coaching. Menschen, die schon erfolgreich sind, suchen über eine bestimmte Gesprächsstruktur mit einem Coach nach Lösungsansätzen, die ihnen sonst vielleicht nicht eingefallen wären. Eine Art von personifizierter MindMap quasi. In diesem Artikel habe ich aus beiden Bereichen einige sinnvolle Tipps zusammengemischt.

Das Thema „Coaching“ wird häufig in meinen NLP Practitioner Ausbildungen erwähnt und nachgefragt. Deshalb breche ich es heute einmal auf den privaten Bereich herunter. Stell Dir ein ganz informelles Gespräch zwischen Freunden vor, wie in der Einleitung beschrieben. Auch ein solches Gespräch hat alle Grundzüge eines richtigen Coachinggespräches und ein großes Ziel: es soll helfen.

Ich beschränke mich in diesem Artikel auf einen Überblick über das Thema und einige kurze, aber wirkungsvolle Ratschläge.

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Tipp 1. Sieh das Positive im Anderen

Jeder Mensch ist ganz speziell. Es hilft nichts, auf Deinen Gegenüber herabzusehen. Schneide Dir die Scheibe des Positiven aus Deiner Wahrnehmung. Nutze dazu die NLP Technik des Reframing. Wenn Du einige wirklich positive Aspekte gefunden hast: SPRICH SIE AUS! Du kannst ruhig sagen:  „Du bist so… wie ein glitzernder Edelstein!“ Oder etwas ähnlich Wunderbares.

Mehr dazu im eigenen Artikel: Sieh das Beste im Anderen

Tipp 2. Deine Welt ist nicht die ganze Welt

Stell Dir vor, es gibt tatsächlich mehr als einen Weg, ein Ziel zu erreichen. Das Sprichwort sagt: „Viele Wege führen nach Rom.“ Die Welt ist voller Bücher, die Menschen geschrieben haben, die glauben, dass ihr Weg zum Erfolg derjenige ist, der für alle anderen Menschen gilt. Dein Ratschlag muss für Dein Gegenüber gelten, nicht für Dich. Es gilt also, durch geschicktes Fragen Dein Gegenüber so zu leiten, das ein Ergebnis wie von selbst auftaucht. Bestes Kompliment ist die Aussage: „WOW, das ist so einfach, warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen!“

Mehr dazu im eigenen Artikel: Deine Welt ist nicht die ganze Welt

Tipp 3. Lege Ziele vorab fest

Es ist schön, ein Gespräch zu führen. Wenn allerdings Dein Gesprächspartner Hilfe erwartet, willst Du ihm diese nach Deinem Vermögen auch zukommen lassen, nicht wahr? Also ist es an der Zeit, herauszufinden, wann Du denn erfolgreich gewesen bist. Das machst Du am besten VOR dem Gespräch. Hinterher heißt es meistens: „Ja, eigentlich hätte ich noch….!“ Lege also das Ergebnis Deines Gesprächs, lege Deine Erfolgskriterien fest. Zum Thema „Ziele“ habe ich schon viel geschrieben. Lies doch zu diesem Thema meinen Artikel „Zieldefinition und  Zielökologie im NLP„.

Und wenn Du meinst, dass dieser Tipp auch gut im Berufsleben einsetzbar ist – dann hast Du wieder einmal die Essenz erfasst.

Mehr dazu im eigenen Artikel: Coaching Ziele: Immer vorab festlegen

Tipp 4. Erforsche die Lage

Wo steht Dein Gesprächspartner im gegenwärtigen Augenblick? Achte auf Sätze, die mit „Ich würde ja, aber…“ beginnen. Erforsche seine Werte und Glaubenssysteme. Was ist sein Weltbild, wie hat er sich in seiner Welt eingerichtet? Wo sind die Grenzen gezogen, die ihn limitieren. Was von diesen Grenzen ist änderbarer Glaube und was davon ist Fakt?

Sammle möglichst viele Informationen. An dieser Stelle im Gespräch hast Du eine ausgezeichnete Möglichkeit, den Einsatz des MetaModells zu üben. Siehst Du, das Modell von NLP ist Dir im Coachinggespräch in vielen Bereichen von großem Nutzen.

Mehr dazu im eigenen Artikel: Keine Ausreden mehr beim Coaching

Tipp 5. Was sind die Hindernisse

In diesem Teil des Gespräches solltest Du bereits eine klare Vorstellung von der Weltsicht Deines Gegenübers haben. Jetzt kommen wir zum eigentlichen „Problem“. Das kannst Du in zwei Kategorien teilen: Entweder Dein Gegenüber will etwas, was er nicht hat (mehr Geld, einen Partner, eine Sprache lernen usw.) oder er hat etwas, was er nicht will (Rauchen, Trinken, Gewicht, Krankheit usw.).

Du kannst Deinen Gegenüber mit folgenden Fragen in die Aktion bringen: „Was muss geschehen, damit…?“ oder „Was möchtest Du, dass geschieht, um….?“  Achte besonders auf die Verwendung von Modaloperatoren der Notwendigkeit bei Dir und bei Deinem Gegenüber.

Es ist eine sehr gute Übung, die Modaloperatoren in einer Feedbackschleife zu verändern, und so die „Durchlässigkeit“ zu prüfen.

Er: „Es MUSS etwas passieren!“

Du: „Was HÄTTEST Du gerne, dass passiert?“

Er: „Ich KÖNNTE ja ….“

Du: „Was BEABSICHTIGST Du, für …. zu tun?“

Er: „Man SOLLTE einfach einmal….“

Du: „Was genau MUSS passieren, dass DU etwas verändert?“

Achte ganz besonders darauf, wann Dein Gegenüber assoziiert und wann dissoziiert spricht. Ein guter Hinweis darauf ist der Gebrauch des Wortes „ICH“ für assoziiertes Verarbeiten und der Gebrauch des Wortes „MAN“ für dissoziiertes Verarbeiten. Eine Anwendung dieser Information: Im dissoziierten Zustand des „MAN“ fällt Dein Gegenüber keine Entscheidungen von Dauer oder Tragweite. Dazu gehört das „ICH“ und der Modaloperator „WERDE“. Du kannst es ja einfach einmal an Dir selbst ausprobieren und bei Gelegenheit statt: „Man müsste sich mal zum NLP Practitioner anmelden“ stattdessen sagen: „Ich werde am NLP Practitioner teilnehmen!“ (Ja, das war unterschwellige Werbung in eigener Sache und es war natürlich ein gut gemeinter Coachinggedanke von mir…:-))

Mehr dazu im eigenen Artikel: Keine Ausreden mehr beim Coaching

Tipp 6. Schaffe die nötigen Ressourcen

Jetzt ist klassisches NLP angesagt, wie Du es im NLP Practitioner gelernt hast. Ressourcenarbeit. Zuerst findest Du die benötigten Ressourcen heraus. Frage: „Was brauchst Du, um Dein Ziel zu erreichen?“ oder „Was hindert Dich daran, Deine Vision Jetzt in diesem Augenblick schon erreicht zu haben?“

Danach kannst Du die Submodalitäten einer entsprechenden Erinnerung verstärken und ankern. Das kann offen in der direkten Arbeit oder „converstaional“ einfach in das Gespräch eingebettet, geschehen. Auch hier wieder eine tolle Möglichkeit, das zu üben, was Du im NLP Practitioner gelernt hast. Wenn Du noch keine NLP Ausbildung absolviert hast, kannst Du Dich entweder dazu anmelden oder ganz einfach erst einmal den Online Practitioner hier auf dieser Webseite ansehen. Du kannst beim Üben nichts falsch machen. Es gilt der NLP Grundsatz: „Wenn das, was Du tust (oder getan hast) nicht funktioniert, TUE ETWAS ANDERES!“ Das ist die Essenz des Übens.

Noch eine kleine Übung zur Bewusstseinsbildung kann ich Dir vorschlagen: Schreibe jeweils einen kleinen Absatz über Deine Definition von: VISION – ZIEL – WUNSCH – TRAUM und denke darüber nach, was FÜR DICH die Unterschiede ausmacht.

Mehr dazu im eigenen Artikel: Wie Du Ressourcen im Coaching einsetzt

Tipp 7. Gemeinsame zielorientierte Planung

Organisiere danach die Ressourcen Deines Gegenübers so, dass sie sich in Richtung Ziel ausrichten. „Hä, wie jetzt…?“ wirst Du vielleicht fragen. Ganz einfach. Nennt man im NLP das Future Pacing. Ich habe den Begriff mit dem entsprechenden Artikel verlinkt. Wenn Du keinen Erfolg hast, wähle eine kleinere Chunkgröße. Keinesfalls investiere mehr Zeit!

Und danach ist es Zeit, zu fragen: „Was ist der erste Schritt, den Du JETZT gleich (innerhalb der nächsten zwei Stunden) aktiv tun kannst, damit Du weißt, Du hast bereits begonnen, Dich in Richtung Erfolg zu verändern?“ Diesen Satz kannst Du auswendig lernen, Er demonstriert Dir augenfällig die Ergebnisse Deiner „Arbeit“. Wenn Du willst, kannst Du fragen: „Und was wirst Du wann als nächsten Schritt tun?“ undsoweiter.

Das ideale Coaching-Gespräch

Ein „Coaching“-Gespräch soll sich auch für Dich lohnen. Wenn Du im Gespräch viel zugehört hast und Dein Gegenüber für eine Zeit wichtiger war, als Du selbst, heißt das noch lange nicht, dass Du von diesem Gespräch nicht auch profitieren darfst und sollst. Du wirst aus jedem Gespräch etwas lernen.

Damit sich Deine Lernerfahrungen manifestieren, kannst Du dem „Feedback“ auch eine ganz bestimmte Richtung geben. Dazu kannst Du einige Punkte nach dem Gespräch thematisieren, die Dir wichtige Informationen liefern. Stelle also ruhig solche oder ähnliche Fragen: „Was hat Dir an unserem Gespräch gut gefallen?“ „Was GLAUBST Du, welcher meiner Ratschläge besonders gut wirken wird?“ „Was hat sich für Dich schon während des Gespräches verändert?“ „Was für ein Gefühl hast Du imAugenblick…?“

Ein großer Nachteil der strukturierten Gesprächsführung nach dem Prinzip des Coachings, also in etwa so, wie ich es in diesem Artikel angedeutet habe, ist es, dass in Zukunft vermutlich sehr viel öfters andere Menschen Deinen Rat suchen werden. Fähigkeiten wie diejenigen, die man im Fachjargon als Sozialkompetenz bezeichnet, stehen in einer zunehmend auf Eigennutzen bedachten Gesellschaft hoch im Kurs.

Vielleicht nimmst Du die investierte Zeit, die nötige Aufmerksamkeit und die „Mühe“ des Lernens dann gar nicht als einen Nachteil wahr. Ich jedenfalls habe festgestellt, dass ich von solchen Gesprächen meist mehr zurück bekomme, als ich gegeben habe.

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Was ist NLP? Hier erfährst Du mehr.

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Ein Kommentar

  • Eine wunderbare Erklärung über gutes Coaching, auch für nicht professionelle super zu verstehen. Aus meiner Sicht ist es zuerst erforderlich sich das entsprechende Mindset als Menschenfreund zu erarbeiten um gutes für andere zu tun, was man im NLP ausgezeichnet lernen kann. Zu oft ist das eigene Ego-FM on air und projiziert die eigene Sichtweise auf das Gegenüber. Es ist mein erklärtes Ziel für die Menschen um mich herum, durch mein Sein einen positiven Unterschied zu machen. Der NLP Practitioner war mein Ziel für dieses Jahr, leider hat mir die betriebliche Urlaubsplanung einen Strich durch mein Ziel gemacht.

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